Sommerhitze – Jetzt wird die Kontaktsperre noch härter

Merkt ihr es auch schon? Der Frühling ist da! In der kommenden Woche soll es richtig warm werden. Sogar bei uns hier in Hamburg sind 22 Grad vorhergesagt. Endlich! Würde man normalerweise denken. Ab nach draußen und grillen, toben und die Sonne genießen. Wäre da nicht ein Haken namens Coronavirus. Das verdirbt uns unsere Pläne leider gerade komplett. Und vor allem macht das Sommerwetter uns die Kontaktsperre noch schwerer. Nervig, oder? Finde ich auch. Trotzdem hat das gute Wetter auch jetzt etwas Positives.

Der Lagerkoller lässt grüßen

Puh, nach drei langen Wochen mit Home Office und geschlossenen Kitas habe ich ehrlich gesagt schon den ein oder anderen Lagerkoller hinter mir. Ich bin wirklich froh, dass es zumindest bei uns keine komplette Ausgangssperre gibt. Das heißt, wir können einmal am Tag mit den Kindern an der frischen Luft eine Runde mit den Laufrädern drehen. Immer mit genug Abstand zu anderen Menschen natürlich. In der letzten Woche hat das allerdings nur bedingt Spaß gemacht, weil es viel zu kalt war, Schnee und Hagel inklusive.

Endlich Frühling! Und was haben wir davon?

Da freut man sich doch über die Nachricht, dass es endlich richtig Frühling wird. Sofort hat man Bilder im Kopf: Raus in den Park, mit den Kindern auf den Spielplatz, mit Freunden auf der Wiese grillen. Und dann – dann fällt einem Corona wieder ein. Der Mindestabstand von 1,50 m zu anderen Menschen, das Kontaktverbot für mehr als 2 Personen, die gesperrten Spielplätze und das Grillverbot im Park. Spazierengehen ist ja immerhin erlaubt (übrigens auch nicht in allen Bundesländern) – aber sonst (fast) nichts. Damit dürfte klar sein:

Dieser Frühling wird komplett anders als jeder Frühling bisher

Allerdings frage ich mich ein bisschen, wie das gehen soll. Schon jetzt ist in den Parks einiges los, wie soll das erst werden, wenn das Wetter so schön ist? Der Mindestabstand von 1,50 m wird doch teilweise heute schon kaum eingehalten. Wie soll man sich auch aus dem Weg gehen, wenn es im Park einfach (zu) voll ist?

Wir haben also eigentlich kaum Möglichkeiten, das schöne Wetter draußen zu genießen. Trotzdem im Park den Grill auspacken? Keine gute Idee! Abgesehen davon, dass die Maßnahmen einen Sinn haben, kann das auch richtig teuer werden. Für einen Verstoß gegen die geltenden Regeln kassierst du nämlich ein saftiges Bußgeld, wenn du erwischt wirst.

Immerhin: Spaziergänge und Sport sind (meistens) erlaubt

Natürlich heißt das trotzdem nicht, dass du rund um die Uhr in der Wohnung sitzen musst. Es sei denn, du bist in Quarantäne, dann bleibt dir leider nichts anderes übrig. Ein Spaziergang oder Sport an der frischen Luft sind in vielen Bundesländern erlaubt. Natürlich immer mit einem Abstand von mindestens 1,50 m zu unseren Mitmenschen. Vielleicht suchst du dir deshalb lieber eine Alternative zum überfüllten Park um die Ecke.

Hier in Hamburg hat das scheinbar gut geklappt: Wie die Polizei Hamburg twitterte, gab es „kaum Verstöße gegen die seit Freitag geltende Verordnung“. Das heißt, obwohl das Wetter sich von seiner besten Seite gezeigt hat, war es an Elbe und Alster deutlich weniger Menschen unterwegs als sonst. Sehr gut!

Übrigens: Bevor du nach draußen gehst, solltest du unbedingt einmal nachschauen, welche Regeln in deinem Bundesland gelten. Sonst kann es passieren, dass du doch noch ein Bußgeld kassiert.

Aber bei aller Freude über den Frühling: Am besten ist es natürlich auch bei den sommerlichen Temperaturen, wenn wir zuhause bleiben. Und das muss ja nicht unbedingt schlecht sein!

Versuchen wir doch, es positiv zu sehen

Je konsequenter wir jetzt zuhause bleiben, desto schneller können die Maßnahmen irgendwann gelockert werden. Und wir können dann hoffentlich unbeschwert(er) den Sommer genießen.

Für die Stimmung und das Gemüt ist sonniges, warmes Wetter doch auf jeden Fall besser als das trübe, kühle Grau. Dazu kommt, dass Spaziergänge mit den Kindern und Lauf- oder Fahrrad ja nach wie vor (fast überall) erlaubt sind. Das heißt, auch unsere Kleinen können ein bisschen Frühlingssonne genießen und sich an der frischen Luft austoben.

Außerdem schmeckt das Eis auf dem Balkon mindestens genauso gut wie auf der überfüllten Wiese. Und hier können wir auch einfach faul in der Sonne liegen. Ohne ständig darauf zu achten, ob uns buchstäblich niemand zu nahekommt. Auch grillen kann man auf dem Balkon hervorragend, zumindest, wenn man einen Elektro- oder Gasgrill verwendet. Noch besser ist natürlich ein eigener Garten, dann muss man bei dem Wetter wirklich auf fast gar nichts verzichten.

Und zu guter Letzt gibt es eine Theorie, die mit das Beste an den warmen Temperaturen wäre:

Hilft Wärme dabei, die Ausbreitung von Corona zu stoppen?

Wenn es nach dem bekannten Virologen Christian Drosten von der Charité in Berlin geht, gar nicht so unwahrscheinlich. Er hat nämlich gesagt, dass „die Wärme im Sommer, UV-Strahlen und die Tatsache, dass Leute vermehrt draußen sind und sich weniger aneinander infizieren können“ , dabei helfen könnten, die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Diese Hoffnung hatte auch der Virologe Alexander Kekulé in einem Interview mit deutschlandfunkkultur: „Wenn es warm ist, werden diese Coronaviren normalerweise schwächer, und die Krankheiten schwächen sich ab – das könnte eigentlich unser bester Verbündeter sein.“

Und auch der Deutsche Wetterdienst sagte gegenüber dem MDR, es bestünde „durchaus Hoffnung, dass zunehmend wärmeres und sonniges Wetter die Ausbreitung zumindest auf der Nordhalbkugel abschwächt.“

Dazu kommt, dass unser Immunsystem im Winter viel anfälliger für Viren ist als im Frühling oder Sommer. Wir sind häufiger draußen, wo sich die Erreger nicht so ansammeln können wie in geschlossenen Räumen, in denen die Luft zusätzlich durch die Heizung noch trocken ist, und unsere Schleimhäute reizt. Deshalb solltet ihr auch möglichst häufig lüften, wenn ihr aktuell zuhause bleibt.

Untersuchung in China zeigt: Wärme kann gegen Corona helfen

Dass sommerliche Temperaturen dazu beitragen könnten, die Verbreitung des Coronavirus zumindest langsamer zu machen, zeigt eine Untersuchung aus China. Dafür haben Forscher sich 100 Städte genauer angeschaut, in denen mehr als 40 Menschen mit dem Virus infiziert waren. Das Ergebnis: Wenn die Temperatur um nur ein Grad angestiegen ist, und auch die Luftfeuchtigkeit um ein Prozent höher wurde, steckten sich weniger Menschen an.

Leider gibt es ein „Aber“

So gut das alles auch klingt, wirklich bewiesen ist das alles leider noch nicht. Denn dafür gibt es bis jetzt einfach zu wenig Erfahrungen mir Covid-19. Gegen die Wärme-Theorie spricht, dass sich das Virus aktuell auch in südlichen Ländern wie Spanien oder Italien rasend schnell verbreitet. Letztendlich bleibt uns also leider nicht weiter übrig als abzuwarten, und zu hoffen, dass die Wärme vielleicht wirklich dabei hilft, die Ausbreitung von Corona endlich in den Griff zu bekommen.

Und bis dahin gilt auch bei sommerlichen Temperaturen: Abstand halten, soziale Kontakte auf ein Minimum reduzieren, häufig und gründlich die Hände zu waschen – und möglichst viel zuhause bleiben. Auch wenn uns das gerade noch etwas schwerer fällt als ohnehin schon.

Weitere Infos zum Thema Corona findest du hier:

Statement zur Corona-Krise von Echte Mamas

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Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern.

Seit 2015 sind wir Eltern einer zauberhaften Tochter. Zwei Jahre später kam ihr kleiner Bruder auf die Welt, und unsere Familie war komplett. Zusammen sind die beiden ein unschlagbares Team, das sich nur allzu gern gegen Mama und Papa verbündet.

Abgesehen von meiner Familie liebe ich den Hafen, fotografiere gern und gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Texte und Social Media ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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