Babyboom durch Corona?

Sorgt Corona für einen Babyboom? In der Krise rückt man näher zusammen – ein schönes Gefühl der Liebe und Verbundenheit entsteht. Und vielleicht bleibt es ja nicht nur bei dem Gefühl… Steht uns durch Corona etwa der nächste Babyboom ins Haus? Auch Experten diskutieren gerade darüber, ob die Geburtenrate bei Katastrophen steigt, oder etwa nicht.

„Es gibt Unmengen von Einzelberichten über eine erhöhte Fruchtbarkeit oder Fruchtbarkeit nach Ereignissen, die Menschen dazu zwingen, zu Hause zu bleiben“, so Dr. Michael Cackovick gegenüber dem US-Magazin „Romper“.

Der Mediziner arbeitet am Werner Medical Center der Ohio State University und hat sich beispielsweise mit dem Babyboom nach dem berühmten New Yorker Stromausfall am 9. November 1965 beschäftigt.

Damals waren Millionen Menschen ohne Strom – und machten offenbar das Beste aus der Situation: sie zeugten Babys, wie die „New York Times“ neun Monate später berichtete. Allerdings ist mit den Neugeborenen auch ein riesengroßer Mythos entstanden.

Denn die „New York Times“ machte es sich leider damals etwas zu einfach. Die Zeitschrift berichtete nämlich nur über die wachsende Geburtenzahl in einzelnen Krankenhäusern – und blickte nicht auf die Gesamtstatistik der Stadt. Deutlich gesagt: In einigen Krankenhäusern wurden mehr Kinder geboren und in anderen Krankenhäusern weniger. Und am Ende gab es gar kein Babyboom, sonder nur eine schöne Geschichte.

„Wissenschaftliche Berichte wurden gemischt, um ein Phänomen zu bestätigen“, bestätigt auch Dr. Michael Cackovick.

Also doch keine Babys wegen Corona? Nach New York, wurden jedenfalls immer wieder Stromausfälle, Schneestürme oder Hurricanes für einen Geburtenanstieg verantwortlich gemacht. Ob wissenschaftlich belegbar, oder nicht.

2006 gab es beispielsweise eine Meldung aus dem Münsterland. Nach einem Schneesturm waren 250.000 Menschen ohne Strom – und neun Monate wurden die so genannten „Schneechaos-Kinder“ geboren.

Bis heute scheiden sich also die Geister, ob eine Katastrophe zu mehr Geburten führen kann. Und eigentlich ist es ja auch ganz egal, in neun Monaten wissen wir endlich mehr. Und vielleicht wissen wir dann auch, ob diese schreckliche Krise wenigstens für etwas gut war.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer fünfjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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