Coronavirus und Stillen: Was müssen Mamas beachten?

All die Nachrichten rund ums das Coronavirus können einen schon nervös machen – besonders, wenn man ein Baby zu Hause hat. Schließlich ist sein Immunsystem lange noch nicht so ausgereift wie bei einem Erwachsenen. Aber kann man denn etwas tun, ums seinen Schatz vor einer Infektion zu schützen? Wäre diese überhaupt schlimm? Und was ist mit der Muttermilch? Coronavirus und Stillen – müssen wir hier etwas beachten?

1. Was wissen wir über das Coronavirus im Zusammenhang mit dem Stillen?

Der Punkt, der das Coronavirus so bedrohlich wirken lässt, ist, dass es noch gar keine richtigen Erfahrungen gibt. In dieser Form ist das Virus erstmals im Dezember 2019 in China aufgetreten. Seine Erforschung läuft derzeit auf Hochtouren.

Daher gibt es auch in Sachen Coronavirus und Stillen bislang nur wenige Erkenntnisse, die sich lediglich auf Beobachtungen stützen. Dasselbe gilt für die Gefahr des Virus für Kinder und in der Schwangerschaft.

Aussagekräftige Studien können erst mit der Zeit erstellt werden.

Aber: Zum jetzigen Zeitpunkt sieht es so aus, dass Mamas mit gesunden Kindern sich keine übermäßigen Sorgen machen müssen.

2. Kann ich das Coronavirus beim Stillen über die Muttermilch auf mein Baby übertragen?

Wie gesagt ist auch hier die Datenlage sehr dünn. Prof. Dr. med. Wieland Kiess, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Leipzig, sagte gegenüber dem ZDF: „Bislang gibt es keinen Hinweis darauf, dass Coronaviren über die Muttermilch übertragen werden können. Bei HIV und Hepatitis ist das ja anders. Stillen fördert die Abwehrkräfte des Babys. Aus meiner Sicht spricht nichts dagegen. Stillen schützt.“

3. Ich bin schwanger und habe mich infiziert: Was bedeutet das fürs Stillen?

In der Muttermilch von sechs von neun infizierten Chinesinnen, die ihr Kind zur Welt brachten, wurden keine Viren nachgewiesen. Teilweise enthielt die Muttermilch aber Antikörper. Und das weist auf einen gewissen Schutzeffekt durch Stillen hin. Aus diesem Grund empfehlen Experten wie Prof. Dr. med Kiess, weiter zu stillen.

Allerdings schreibt der Verband der Still- und Laktationsberaterinnen Österreichs dazu: „Eine positiv auf Corona COVID-19 getestete Schwangere entbindet ein höchst wahrscheinlich gesundes Kind und möchte stillen: Aufgrund der aktuell verfügbaren Daten ist es in diesem Fall empfohlen, Mutter und Kind zu separieren, bis die Mutter wieder gesund ist. Es gibt keine allgemeingültige Dauer dieser Trennung, die Zeitspanne ist aufgrund der individuellen Situation durch die behandelnden Ärzte festzulegen. Während dieser Zeit kann und soll die Frau Muttermilch per Hand oder mit der Pumpe gewinnen, sofern es ihr Gesundheitszustand erlaubt. Die Patientin bzw. ggf. die Pflegeperson, die die Milch gewinnt, sollte dabei einen entsprechenden Mundschutz anlegen und die Hände vor Anfassen der Brust, Pumpe, Flasche, etc. waschen und desinfizieren. Eine gesunde Person kann diese gewonnene Muttermilch bedenkenlos und ohne Vorbehandlung an das Neugeborene verfüttern.“ Es geht also nicht um die Übertragung des Virus über die Muttermilch, sondern über eine Tröpfcheninfektion zwischen Mama und Baby.

4. Ich bin mit dem Coronavirus infiziert: Darf ich stillen?

In diesem Fall empfiehlt der  Verband der Still- und LaktationsberaterInnen Österreichs, das Stillen nicht zu unterbrechen! Aufgrund der Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen oder länger sei das Baby ohnehin bereits dem Virus ausgesetzt gewesen. Ein Abstillen könne das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs eher erhöhen.

Zwei Dinge sollten die Stillenden dabei aber beachten:

  • Beim Stillen – und am besten auch sonst in der Nähe des Kindes – sollte eine Atemschutzmaske getragen werden. Diese schützt zwar nicht ihren Träger vor Ansteckung, kann aber verhindern, dass dieser das Virus weitegibt.
  • Vor und nach dem Stillen bitte die Hände gründlich waschen.

5. Was kann ich machen, wenn ich durch das Coronavirus zu schwach bin, um zu stillen?

In diesem Fall kannst du versuchen, die Muttermilch abzupumpen. Wenn das klappt, kannst du sie deinem Baby entweder in einem sauberen Becher anbieten, oder es mit einem sauberen (möglichst sterilen) Löffel füttern.

6. Was gibt es beim Abpumpen zu beachten?

Auch beim Abpumpen der Muttermilch empfehlen sich Hygienemaßnahmen, wenn die Mama (potenziell) erkrankt ist. Alle Teile der Milchpumpe sollten stets ausschließlich mit gründlich gewaschenen Händen angefasst und gut gereinigt werden. Vor dem Abpumpe sollte die Brustwarzen gut mit Wasser und Seife abgewaschen werden. Nach Möglichkeit sollte das Füttern des Babys durch eine andere, nicht infizierte Person erfolgen, bis die Mutter wieder gesund ist.

7. Und wenn mein Baby Milchnahrung bekommt?

Hier gilt dasselbe wie beim Abpumpen. Ist die Mama erkrankt, ist es besser, wenn eine gesunde Person solange das Fläschchengeben (und auch die Zubereitung) übernimmt. Ist das nicht möglich, bitte vor dem Zubereiten und Füttern gründlich die Hände waschen!

8. Coronavirus und Stillen: Kann ich einer Infektion vorbeugen?

Logisch: Der beste Schutz fürs Baby ist, wenn seine Mutter sich gar nicht erst infiziert.

Hierzu empfiehlt das Robert-Koch-Institut:

  • Räume häufig lüften
  • „Lieber Winken statt Schütteln“: Aufs Händegeben beim Begrüßen lieber verzichten
  • Menschenmassen meiden, wenn es geht
  • Abstand von 1 bis 2 Metern zu offensichtlich erkrankten Menschen halten
  • Versuchen, sich nicht mit den Händen an Mund oder Augen (Schleimhäute) zu fassen
  • Haltestangen, Fahrstuhlknöpfe, Türklinken… möglichst mit einem Papier oder mit dem Ellenbogen berühren
  • „Nies-Hust-Etikette“ einhalten: In die Armbeuge, nicht in die Hand – das schützt andere!
  • Und die simpelste, aber wichtigste Maßnahme: Richtig und häufig Händewaschen

Und so funktioniert es mit dem richtigen Händewaschen:

1. ANFEUCHTEN

Hände mit möglichst warmem Wasser großzügig abwaschen.

2. EINSEIFEN

Schaum etwa 20 Sekunden lang einreiben, die Hände dabei viel bewegen. Der Schaum muss auch zwischen die Finger und unter die Nägel gelangen, wo sich Keime besonders gerne aufhalten. Die Handgelenke bitte nicht vergessen!

3. ABSPÜLEN

Seife sehr gründlich abspülen.

4. ABTROCKNEN

Mit einem sauberen Handtuch abtrocknen, bis die Hand komplett trocken ist – auch zwischen den Fingern.

Mehr Informationen zum Thema Coronavirus für uns Mamas (und alle Papas) findest du übrigens hier:

Statement zur Corona-Krise von Echte Mamas
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Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer fünfjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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