„Ich habe Corona – und werde beschimpft und gemieden!“

Das Coronavirus bestimmt derzeit unser Leben. Alles dreht sich darum, seine rasante Ausbreitung zu vermeiden. Doch natürlich ist trotzdem niemand ganz davor gefeit, sich anzustecken.

Betroffene haben ganz unterschiedlich starke Beschwerden. Unserer Echten Mama Julia (echter Name ist der Redaktion bekannt) ging es zwischenzeitlich ziemlich schlecht. Was aber noch viel schlimmer an ihrer Infektion war, das hat sie uns erzählt:

„Als ich das erste Mal vom Corona Virus hörte, nahm ich es zwar ernst – aber dachte nicht, dass es ausgerechnet mich trifft. Ich bin zwar vorerkrankt durch Diabetes und einen Nierenschaden. Aber trotzdem hätte ich es nicht geglaubt. Ich habe aber zwei kleine Kinder im Alter von 11 Monaten und zweieinhalb Jahren, deswegen hatte ich schon etwas Angst.

An einem Wochenende habe ich meinen Vater besucht. Circa drei bis vier Tage nach dem Treffen bekam ich Husten. Ich dachte mir nichts dabei, Husten habe ich ab und zu, wenn ein Wetterumschwung anlag.

Mit der Zeit wurde dieser Husten aber immer schlimmer.

Er tat mir richtig weh! Ich bekam hohes Fieber, einen schrecklichen Schnupfen und mein ganzer Körper tat mir weh. Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Ich rief bei meinem Hausarzt an und schilderte ihm meine Symptome… Er hatte direkt den Verdacht, dass ich mich mit dem Covid-19 infiziert hatte.

Testen wollte er mich allerdings nicht, die Testpakete wären streng eingeteilt!

Als ich erwähnte, dass ich zwei Kinder und deswegen Angst hätte, meinte er nur, ich solle mich an einen anderen Arzt wenden. Das tat ich nicht. Ich rief stattdessen direkt beim Gesundheitsamt an und fragte nach Hilfe. Die Beamten setzten mich direkt unter häusliche Quarantäne.

Zwei Tage später wurde ich dann endlich getestet. Der Test war positiv …….

Ich bekam beim Gesundheitsamt einen ganzen Batzen Papiere, mit der strengen Auflage, zu Hause zu bleiben und bloss nicht nach draussen zu gehen. Ich ging also nach Hause und nun ja, da blieb dann auch…. Ich hatte vorher nicht gross eingekauft und hätte eigentlich noch mal los gemusst… Ich musste es also ein paar Leuten sagen, dass ich das ich mich infiziert hatte, um nach Hilfe beim Einkaufen zu bitten.

Das war ein Fehler!

Ich wurde direkt beschimpft. Als Bazillenschleuder, Asiatenf*****in und noch Schlimmeres! Man sagte mir, ich solle mich einschließen lassen und mich schämen …..

Ich hab einfach nur unglaublich geweint, was zu einem krassen Hustenanfall führte. Ich hatte richtig Atemnot während des Hustens. Ich bekam in der Nacht sehr hohes Fieber und mir ging es richtig schlecht. Helfen wollte mir keiner, ich bin noch jung und würde daran (auf gut Deutsch gesagt) nicht verrecken – ich solle mich nicht so anstellen! Meine Freunde schlossen mich aus. Meinen Kindern wurden Absagen für Geburtstagsfeiern übermittelt, die erst im August stattfinden….

Es ist nicht einfach.

Aber bis heute sind meine Kinder und auch mein Mann kerngesund‼ Das ist mir das Wichtigste.

Mit der Quarantäne komme ich mittlerweile gut zurecht, da meine liebe Schwiegermutter für mich einkaufen geht. Seid meiner Diagnose sind nun 9 Tage vergangen. Die Quarantäne wurde schon verlängert, aber mir geht es schon etwas besser. Mein Husten ist immer noch sehr schlimm und sehr schmerzhaft, aber das Fieber geht weg.

Die Zeit geht auch schnell um. Ich spiele viel mit meinen Kindern, wir schauen Filme, basteln, machen Salzteig und sowas. Sachen, die man zuhause machen kann und die nicht zu anstrengend sind wegen meines Hustens. Mein Mann wurde frei gestellt und ist eine super Unterstützung.

Sobald es mir besser oder schlechter geht, muss ich so eine Nummer anrufen und die sagt mir dann. was ich zu tun habe. Das macht mir zu schaffen, dieses Ungewisse. Aber es ist definitiv alles irgendwie machbar.

Ich hoffe, dass ihr alle gesund bleibt und wünsche euch nur das Beste!“

Liebe Julia, 1000 Dank, dass du uns deine Geschichte erzählt hast. Wir wünschen dir alles, alles Liebe und eine schnelle Genesung!

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Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer fünfjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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