Letzte Chance: Wir alle entscheiden morgen, ob es Ausgangssperren gibt!

Jeden Tag hören wir von Experten, dass wir derzeit zu Hause bleiben sollen. Im Idealfall nur den Menschen näherkommen sollen, mit denen wir zusammenwohnen. Und das ganz sicher nicht aus Schikane!

Coronavirus sorgt für unvorstellbares Leid

Schauen wir einmal über unseren bequemen Tellerrand hinaus, sehen wir, was passieren kann, wenn sich das Coronavirus ungebremst verbreiten kann. Ärzte müssen die unvorstellbare Entscheidung fällen, welchen Menschen sie helfen – und welche sterben müssen. Und das sind nicht wenige. Es gibt viel, viel mehr Kranke, die eine intensive Behandlung benötigen, als es Betten auf Intensivstationen, Medikamente und medizinische Gerätschaften gibt.

Dieses Szenario, das wie aus einem perversen Horrorfilm anmutet, ist gerade schrecklicher Alltag. Und zwar nicht am anderen Ende der Welt, nicht in einem „völlig unterentwickelten“ Land – sondern in Italien. Ja, genau, dort, wo wir letzten Sommer vielleicht noch unser „Gelato“ geschleckt und den Bauch in die Sonne gehalten haben. Gar nicht so weit weg also.

Ich glaube, niemand widerspricht mir, wenn ich sage: So weit sollte es hier um Himmels Willen nicht kommen. Oder? Genau.

Theorie und Praxis

Warum aber, warum fahre ich dann auf dem Weg zum Supermarkt an Cafés vorbei, in denen dichtgedrängt Menschen ihren Cappuccino trinken? Sehe Fotos aus Parks in ganz Deutschland, in denen sich Menschen sonnen, angrillen, Fußball spielen, mit ihren Mama-Freundinnen inklusive Kinder flanieren – als hätte das ganze Land einen wunderbaren Urlaub spendiert bekommen? Und warum zur Hölle, ich kann es eigentlich kaum glauben, treffen sich Menschen zu „Corona-Parties“?

Ich bin so wütend, mein Kloß im Hals wird immer größer.

Jetzt drohen uns Konsequenzen

Selbst wenn einem die anderen Menschen, diejenigen, für die eine Infektion zur Katastrophe werden könnte oder all die, die in ihrem Job für uns gerade alles geben, völlig egal sind – dann kann man sich doch zumindest in seiner kleinen egoistischen Blase ausmalen, was die nächste Konsequenz ist. Der nächste Schritt, wenn man sich nicht an die Regeln hält, die zur Zeit für jeden gelten.

Habt ihr die Ansprache von Angela Merkel gesehen? Okay, sie hat kein Mal das Wort „Ausgangssperre“ in den Mund genommen. Aber es war nicht besonders schwer, zwischen den Zeilen zu lesen, oder?

Diese Rede war ein einziger Warnschuss.

Zu recht! Denn zu viele halten sich nicht an die Vorgaben, soziale Kontakte möglichst zu vermeiden. Viele haben den Ernst der Lage nicht erkannt… Oder aber er ist ihnen total egal. Wie auch immer das sein kann.

Das große Problem: Auch diese ernsten Worte aus offiziellster Stelle haben – absolut nichts geändert.

Unser Verhalten am Wochenende entscheidet über Ausgangssperren

Deswegen kommt jetzt, was kommen muss: Wir Deutschen haben gerade den allerletzten Warnschuss erhalten!

Kanzleramtschef Helge Braun sagt gegenüber dem Spiegel: „Der Samstag ist ein entscheidender Tag, den haben wir besonders im Blick! Am Samstag verabreden sich die Menschen ja traditionell miteinander, weil sie frei haben. Aber das geht abseits der Kernfamilie derzeit nun einmal leider nicht. Das muss jetzt eingestellt werden. Geschieht das nicht, kann es passieren, dass auch in den Bundesländern weitergehende Maßnahmen beschlossen werden, obwohl wir das eigentlich vermeiden wollen.“ Das Verhalten der Bürger am kommenden Wochenende wird maßgeblich darüber entscheiden, ob auch in Deutschland wegen der Coronakrise Ausgangssperren verhängt werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel will am Sonntagabend mit den Ministerpräsidenten der Länder in einer neuerlichen Telefonkonferenz beraten. Dabei soll es auch darum gehen, ob und wann Ausgangssperren als Mittel zur Corona-Bekämpfung verhängt werden sollen.

Bitte, kommt zur Vernunft!

Leute, können wir das nicht bitte vermeiden? Schon als Signal, dass wir nicht ganz dämlich sind. Und ignorant. Und egoistisch. Dass man uns nicht immer zu unserem „Glück“ zwingen muss. Und dass wir es wertschätzen, dass unsere Regierung uns so viele Chancen gibt, ehe sie den letzten großen Schritt geht, unsere Freiheit zu beschneiden.

Vor allem aber auch aus ganz persönlichen Gründen: Schon jetzt ist unser Alltag unglaublich eingeschränkt. Und obwohl ich zu der Seite gehöre, die das für genau richtig hält, leide ich natürlich auch darunter! Besonders als Mama einer kleinen Tochter, der jetzt schon die Decke auf den Kopf fällt!

Ich will auch mit ihr auf den Spielplatz, ich möchte mit meinen Kolleginnen im Büro sitzen und sabbeln, ich möchte mit meiner Familie ins Schwimmbad. Ich will wieder Leichtigkeit fühlen und den kommenden Frühling mit allen Sinnen genießen!

Aber Fakt ist, das geht gerade nun mal nicht.

Dafür können unsere Kinder aktuell noch eine Runde mit dem Laufrad drehen. Wir können mit unserer Familie einen kleinen Spaziergang machen oder ein kurzes Mama-Papa-Kinder-Fußballmatch im leeren Hinterhof unseres Hauses. Wir können ohne Genehmigung und Kontrolle zum Supermarkt spazieren.

Es ist bitter, aber das ist gerade Luxus. Wollen wir uns diesen kleinen Luxus nicht bitte, bitte, bitte bewahren? Wir sind absolute Freiheit gewöhnt und das alles fühlt sich furchtbar an. Aber genau deswegen sollten wir doch unsere letzten kleinen „Bonbons“ verteidigen.

Und werden nicht gerade die, die jetzt unsere letzten Freiheiten so sorglos und egoistisch aufs Spiel setzen, am lautesten schreien, wenn diese auf einmal fehlen?

Es liegt in unserer Hand. Bitte, bitte bleibt drinnen, wenn ihr könnt. Morgen – und auch jeden anderen einzelnen Tag. Umso schneller werden wir unser normales Leben wiederhaben. Und es hoffentlich zu schätzen wissen.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer fünfjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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