Corona: Großeltern sollten nicht mehr ihre Enkel betreuen

Jeder neue Tag bringt zurzeit neue Meldungen, Entwicklungen und Empfehlungen in Sachen Corona.

Der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité hat beim NDR einen täglichen Podcast mit Updates zum Thema Corona-Virus. Hier greift er auch das Thema Risiko-Gruppen auf und gibt Tipps für die richtigen Verhaltensmaßnahmen.

Als Risikogruppen für schwerere Krankheitsverläufe gelten demnach derzeit:

  • Menschen ab einem Alter von 50 Jahren, insbesondere über 80-Jährige
  • Chronisch Erkrankte oder Menschen mit Vorerkrankungen wie z.B. Herzkreislauf-, Atemwegserkrankungen, Diabetes oder Krebs

Wie der Spiegel schreibt, stützen sich die meisten Informationen über Covid-19 auf Erfahrungen aus China. Dass besonders ältere Menschen gefährdet sind, läge vor allem daran, dass ihr Immunsystem nicht mehr so gut auf Krankheitserreger reagiere.

Risikopatienten nehmen Lage nicht ernst genug

Das größte Problem sieht Christian Drosten hier darin, dass sich viele Risikopatienten nicht als solche wahrnehmen würden. Menschen höheren Alters würden die Gefahr häufig nicht ernst nehmen und sollten daher unbedingt von ihren Angehörigen aufgeklärt werden.

Zudem sollte jeder einzelne Bürger Maßnahmen ergreifen, um die Risikogruppen bestmöglich zu schützen. Und dazu gehöre laut Drosten leider in jedem Fall auch Folgendes:

„Die Kinder sollten bis September, Oktober nicht mehr zu Oma und Opa zur Betreuung gegeben werden.“

Das ist ein drastischer Schritt, der den Alltag in vielen Familien deutlich erschweren wird – von der gegenseitigen Sehnsucht von Enkeln und Großeltern mal ganz  abgesehen. Aber: Derzeit wird davon ausgegangen, dass Kinder das Virus übertragen können, ohne selbst Symptome zu haben. Auch scheinbar gesunde und putzmuntere Kinder können also Oma und Opa anstecken. Und für die kann der Krankheitsverlauf dann leider deutlich unschöner verlaufen.

Da es bisher noch keine Medikamente zur Behandlung von Covid-19 gibt, werden nur die Symptome behandeln – mit der Krankheit selbst muss das Immunsystem kämpfen. Wie gesagt, kann genau das für ältere Menschen zum Problem werden.

Der Virologe hat in dem Podcast außerdem appelliert, sich im seine Lieben zu kümmern. Eine Idee wäre beispielsweise, die Großeltern mit Einkäufen zu versorgen.

Jeder einzelne ist für sich verantwortlich

Doch er macht auch deutlich, dass ein Großteil des Schutzes vor dem Coronavirus bei jedem einzelnen selbst liege: „Die Risikogruppen müssen selbst verstehen, dass sie das ernst nehmen müssen.“ Und so gelten für jeden von uns – ob nun Teil einer Risikogruppe oder nicht – dieselben Maßnahmen, um sich vor einer Infektion zu schützen:

Herausgegeben sind diese vom Robert-Koch-Institut:

  • Räume häufig lüften
  • „Lieber Winken statt Schütteln“: Aufs Händegeben beim Begrüßen lieber verzichten
  • Menschenansammlungen wie z. B. Großveranstaltungen meiden, wenn es geht
  • Abstand von 1 bis 2 Metern zu offensichtlich erkrankten Menschen halten
  • Versuchen, sich nicht mit den Händen an Mund oder Augen (Schleimhäute) zu fassen
  • Haltestangen, Fahrstuhlknöpfe, Türklinken… möglichst mit einem Papier oder mit dem Ellenbogen berühren
  • „Nies-Hust-Etikette“ einhalten: In die Armbeuge, nicht in die Hand – das schützt andere!
  • Und die simpelste, aber wichtigste Maßnahme: Richtig und häufig Händewaschen
Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer vierjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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