Mundschutz selber nähen – so einfach geht’s

Das Coronavirus hat nicht nur bei Toilettenpapier, Mehl und Co. für unfassbare Hamsterkäufe gesorgt. Auch ein Mundschutz ist seit Wochen überall ausverkauft und nirgends zu bekommen. Bei eBay und Co. verlangen die Anbieter inzwischen astronomische Preise. Dabei kannst du dir deinen Mundschutz ganz einfach selber nähen. Wir verraten dir, wie es geht.

1. Wofür brauche ich einen Mundschutz?

Das Coronavirus verbreitet sich wie die Grippe auch über eine so genannte Tröpfcheninfektion. Das heißt, wenn wir husten, niesen oder auch nur sprechen, verbreiten wir die Viren weiter. Ein Mundschutz kann dazu beitragen, genau das zu verhindern.

Außerdem fassen wir alle uns tagsüber häufig selbst ins Gesicht, auch wenn wir das teilweise gar nicht merken. Zwar versuchen wir im Moment natürlich, häufig und besonders gründlich unsere Hände zu waschen. Aber es kommt eben trotzdem vor, dass unsere Hände gerade nicht frisch desinfiziert sind. In diesem Fall sorgt ein Mundschutz dafür, dass unsere Hände in direkten Kontakt zu unseren Schleimhäuten kommen, über die das Virus aufgenommen wird.

2. Schützt mich ein selbst genähter Mundschutz vor einer Ansteckung mit Corona?

Nein. Laut WHO können nur spezielle Atemschutzmasken, die einen bestimmten Standard erfüllen (FFPs oder FFP3), vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen.

Trotzdem kann es besonders in der jetzigen Situation sinnvoll sein, sich einen Mundschutz selber zu nähen. Denn er sorgt dafür, dass du selbst keine oder zumindest deutlich weniger „Tröpfchen“ verbreitest. Das heißt, falls du mit Corona infiziert bist und es vielleicht nicht weißt, weil du (noch) keine Symptome zeigst, schützt ein selbst genähter Mundschutz die Menschen in deiner Umgebung vor einer Ansteckung.

Vor allem, wenn du Kontakt zu Menschen einer Risikogruppe hast, für die eine Infektion mit Corona besonders gefährlich wäre, solltest du einen Mundschutz tragen.

Wie hoch der Schutz ist, hängt unter anderem davon ab, wie dicht die Fasern des Stoffes sind. Du kannst aber zusätzlich ein Stück kochfestes Vlies in den Mundschutz legen, um den Schutz deutlich zu vergrößern.

Wichtig: Das Vlies solltest du unbedingt regelmäßig austauschen und auskochen, damit sich keine Bakterien daran bilden.

3. Das brauchst du, um dir einen Mundschutz selber zu nähen

Einen Mundschutz selber zu nähen, ist gar nicht schwer. Unter anderem hat die Stadt Essen zusammen mit der Feuerwehr Essen eine Anleitung erstellt, für die du nur wenige Dinge brauchst:

  • Ein 17 x 34 cm großes Tuch aus atmungsaktivem Stoff, zum Beispiel eine Stoffwindel oder ein Baumwoll-T-Shirt
  • Zwei Stoffstreifen aus kochfester Baumwolle mit einer Länge von 90 cm und einer Breite von 2 cm
  • Das gleiche in einer Länge von 17 cm und einer Breite von 2 cm
  • Einen 15 cm langen, dünnen und biegsamen Draht. Du kannst zum Beispiel einen Pfeifenreiniger benutzen.

Das große Tuch liegt direkt vor Mund und Nase, deshalb solltest du unbedingt darauf achten, dass der Stoff atmungsaktiv ist. Das kannst du testen, indem du ihn doppelt legst und vor Mund und Nase hältst. Wenn du ohne Widerstand gut ein- und ausatmen kannst, kannst du den Stoff verwenden.

4. Anleitung: Mundschutz selber nähen in 8 Schritten

Wenn du alle Materialien zusammen hast, kann es losgehen. In nur 8 Schritten kannst du deinen Mundschutz ganz einfach selber nähen:

  1. Falte das große Stofftuch (17 x 34 cm) einmal längs und bügle es.
  2. Bügle jetzt drei gleichmäßige Falten in den Stoff.
  3. Jetzt faltest du alle 4 Stoffstreifen (90 und 17 cm) einmal längs und bügelst ebenfalls an der Faltung entlang. Das werden die Kanten für deinen Mundschutz.
  4. Die gefalteten 17 cm langen Streifen sollen die Kanten des Mundschutzes verstärken. Dazu schiebst du den oberen und unteren Rand deines gefalteten Stofftuchs hinein.
  5. In die obere Kantenverstärkung legst du jetzt den Draht bzw. Pfeifenreiniger.
  6. Dann nähst du die Kantenverstärkungen zu.
  7. Jetzt legst du die Falten, die du in das Stofftuch hast, zusammen, und legst sie in die Mitte der 90 cm langen Streifen. Das werden nämlich die Kopfbänder für deinen Mundschutz.
  8. Zum Schluss nähst du die Kopfbänder zusammen – fertig!
    Wenn du dir das Ganze noch einmal auf Fotos anschauen möchtest, kannst du das bei der Stadt Essen tun.

Auf Instagram kannst du übrigens sehen, wie schick so ein selbstgenähter Mundschutz aussehen kann – zum Beispiel so:

 

 

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5. Wie oft sollte ich einen selbst genähten Mundschutz reinigen?

Damit dein Mundschutz seine Aufgabe erfüllen kann und auch hygienisch bleibt, solltest du ihn möglichst nach jeder Benutzung reinigen. Wenn das nicht möglich ist, reinige ihn mindestens einmal am Tag. Um mögliche Keime, Viren und Bakterien zu entfernen, kannst du deinen selbst genähten Mundschutz bei 90 Grad in die Waschmaschine stecken. Oder du kochst ihn 5 Minuten in kochendem Wasser in einem Topf aus. Danach solltest du ihn gut trocknen lassen, bevor du ihn wieder verwendest.

Wichtig: Wenn du deinen Mundschutz abnimmst, solltest du die Außenfläche möglichst nicht berühren, und dir danach auf jeden Fall die Hände waschen.

6. Kann ich auch einen Mundschutz für Kinder selber nähen?

Wenn du einen Mundschutz für deine Kinder nähen möchtest, funktioniert das genauso wie bei dem Schutz für Erwachsene. Du musst nur die Maße entsprechend etwas anpassen. Damit das Ganze etwas kindgerechter wird, kannst du zum Beispiel bunten Stoff oder Stoff mit Kindermotiven verwende. Natürlich sollte auch der auf jeden Fall atmungsaktiv sein.

7. Mundschutz selber machen ohne Nähen

Wenn du keine Lust aufs Nähen hast, oder sich wie in meinem Fall deine Begabung dafür in Grenzen hält, habe ich eine gute Nachricht. Denn du kannst dir auch einen Mundschutz selber machen, ohne zu nähen. Diese Methode hat sogar der bekannte Virologe Christian Drosten von der Charité in Berlin auf Twitter empfohlen.

Allerdings gilt auch hier: Wenn du dir so einen Mundschutz selber machst, schützt er zwar die Menschen in deiner Umgebung vor einer Ansteckung, dich selbst aber nicht.

Das brauchst du, um dir einen Mundschutz selber zu machen, ohne zu nähen

Wenn du dir einen Mundschutz selber machen möchtest, ohne dafür zur Nadel zu greifen, brauchst du dafür nicht viel. Das meiste davon musst du vermutlich nicht einmal kaufen, weil du es eh schon zuhause hast. Für zwei Atemschutzmasken brauchst du:

  • 2 Blätter von einer Küchenrolle – die gibt es nach den ersten Hamsterkäufen inzwischen ja zum Glück wieder fast überall.
  • ein Papiertaschentuch
  • eine Schere
  • breites Klebeband
  • einen Locher
  • 4 Gummibänder
  • ein Stück Draht

Und so geht’s:

Bevor du damit anfängst, dir deinen Mundschutz selber zu machen, solltest du dir erst einmal die Hände waschen. Dann geht es los:

  1. Lege die zwei Blätter Küchenpapier übereinander.
  2. Darauf legst du das Taschentuch.
  3. Jetzt schneidet du alles zusammen einmal in der Mitte durch. Aus jeder Hälfte kannst du einen Mundschutz basteln.
  4. Als nächstes klebst du das Klebeband links und rechts so auf die Kanten, dass du es um sie herumschlagen kannst.
  5. Die so verstärkten Ränder lochst du jetzt an allen vier Ecken
  6. Schneide fädelst du durch jedes Loch ein Gummiband und befestigst es mit einer Schlaufe.
  7. Zum Schluss legst du den Draht auf das obere Ende des Mundschutzes und klebst ihn mit einem Streifen Klebeband fest. Wenn du die Atemschutzmaske aufhast, kannst du mit Hilfe des Drahtes dafür sorgen, dass sie an deiner Nase gut sitzt.

Das Video mit der (englischen) Anleitung dazu kannst du dir hier noch einmal anschauen:

Übrigens: Wenn du deinen Mundschutz noch verzieren möchtest, findest du unter witt-weiden.de Anleitungen für Masken mit Strassteinen, Schriftzug und Co.

Du siehst also, es ist gar nicht schwer, dir einen Mundschutz selber zu machen, ob mit oder ohne nähen. Wir wünschen dir viel Erfolg – und bleib gesund!

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Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Ich liebe den Hafen, fotografiere gern, gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Social Media und Texte ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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