„Milch, Nudeln, Klopapier… alles leer.“ So egoistisch sind Hamsterkäufe

Ältere und kranke Menschen leiden derzeit besonders unter den Panikkäufen der anderen. Und auch frischgebackene Mütter sind betroffen. Seit Ausbruch des Coronavirus kaufen viele Menschen leider lebenswichtige Dinge in Massen ein, „hamstern“ sie sozusagen. Was Mamas wegen der Hamsterkäufe schon erlebt haben, lest ihr hier:

Einen ganzen Tag unterwegs für Klopapier

Welche Ausmaße das hat, beschreibt Megan L. Hamilton, eine Mutter aus Australien, nun auf Facebook. Sie sei in einer Apotheke gewesen, als ein älterer Mann vor ihr fast zu weinen begann, während er Münzen für das Toilettenpapier zählte. Sie bot ihm an, dieses zu zahlen, und kam so mit dem Mann ins Gespräch. Er sagte ihr, dass er schon den ganzen Tag mit dem Bus unterwegs sei, um irgendwo Klopapier zu finden, das er sich zum einen leisten und zum anderen tragen könne.

„Der arme Kerl war seit 9:30 Uhr heute Morgen in Bussen unterwegs, nur um Toilettenpapier zu holen, da es ihm ausgegangen war. Normalerweise kauft er die billige Marke 4pk im Supermarkt, aber es gab sie nicht, und die anderen Marken waren entweder zu teuer oder es waren zu große Bündel, die er nicht nach Hause tragen konnte, da er von seiner letzten Haltestelle aus eine gute Strecke zu Fuß zurücklegt“, heißt es in dem Post.

Menschen, die Hamstereinkäufe tätigen, seien ihrer Meinung nach „egoistisch“ und ein „absoluter Witz“.

Justine Bowers aus Perth in Australien hatte ein ähnliches Erlebnis. Sie zeigt auf Facebook ein Foto eines älteren Mannes, der zu Taschentüchern greifen musste, weil das Toilettenpapier ausgegangen war.

This absolutely broke my heart seeing this old man grabbing tissues because there was no toilet paper left! I offered…

Gepostet von Justine Bowers am Mittwoch, 4. März 2020

„Es brach mir absolut das Herz, als ich sah, wie dieser alte Mann nach Taschentüchern griff, weil kein Toilettenpapier mehr da war. Ich bot ihm die wenigen Toilettenpapierrollen an, die ich hatte, denn ich konnte es nicht ertragen, dass er ohne ging!“

Sie kritisiert in ihrem Post diejenigen, die Panikkäufe machen, weil sie nicht daran denken, wie sich das auf andere Menschen auswirken kann. Ihr Beitrag wurde bis jetzt über 33.000 Mal geteilt und hat über 28.000 Reaktionen.

Die Supermärkte kommen nur schwer gegen den Ansturm an

Mittlerweile haben sie eine Viererpack-Regel pro Person eingeführt, um so zu versuchen, das Papier in den Regalen zu halten. Doch das hält die Leute nicht davon ab, dann eben mehrmals in den Laden zu gehen, um sich einzudecken.

Bei Kleenex machen die Mitarbeiter laut des Unternehmens bereits Überstunden, um die Toilettenpapierknappheit zu bekämpfen.

Neu-Mama findet keine Babyfeuchttücher

Eine Mutter erzählt, dass auch sie die Auswirkungen zu spüren bekam, als eine frisch gebackene Mama keine Babyfeuchttücher oder Servietten finden konnte. „Ich hatte es glücklicherweise geschafft, zwei Päckchen Tücher aus einem Ausmusterungsladen zu ergattern und gab der Frau schließlich ein Päckchen meiner Tücher. Manche Menschen sind so verdammt egoistisch“, sagt Kylie Patterson.

Auch in Deutschland wird gehamstert, bis es nichts mehr gibt, was gehamstert werden kann. Die Panik der Leute sorgt für Nöte. Menschen, die ihren normalen Einkauf tätigen wollen, bekommen die Hälfte ihrer Einkaufsliste nicht und müssen beim Abendessen improvisieren. „Milch, Nudeln, Mehl, Brot, Eier, Seife, Klopapier… alles leer“, schreibt Eva Lewis sauer in einem Facebook-Post. Sie bittet den Einzelhandel, auf Panikkäufe zu reagieren.

Liebe Einzelhandel Chefs reagiert doch Mal bitte auf diese irrsinnigen Hamster Einkäufer ?, es gibt für uns Normalos nix…

Gepostet von Eva Lewis am Dienstag, 3. März 2020

Bitte denkt also auch an diejenigen, die manche Dinge vielleicht dringender brauchen, oder sich nicht so viel leisten können.

Zu Hamstern ist nicht fair gegenüber seinen Mitmenschen.

Tamara Müller

Als süddeutsche Frohnatur liebe ich die Wärme, die Berge und Hamburg! Letzteres brachte mich vor fünf Jahren dazu, die Sonne im Herzen zu speichern und den Weg in Richtung kühleren Norden einzuschlagen. Ich liebe die kleinen Dinge im Leben und das Reisen. Und auch wenn ich selbst noch keine Kinder habe, verbringe ich liebend gerne Zeit mit ihnen.

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