Leopoldina: Schulen wieder auf, Kitas bis zum Sommer geschlossen?

Werden die Kontaktsperren, die es aktuell wegen des Coronavirus gibt, bald gelockert? Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat jetzt ein Gutachten ausgearbeitet, wie eine mögliche Strategie dafür aussehen könnte. Danach sollen Schulen möglichst schnell wieder geöffnet werden, Kitas aber noch länger geschlossen bleiben. Was genau die Experten empfehlen, lest ihr hier.

Gutachten ist „wichtiger Anhaltspunkt“ für Angela Merkel

In ihrer Rede kurz vor Ostern hat Angela Merkel gesagt, dass das Gutachten der Leopoldina ein wichtiger Anhaltspunkt für ihre Entscheidung zu einer möglichen Lockerung der Corona-Maßnahmen sei. Auf insgesamt 19 Seiten haben 26 Experten ausgearbeitet, wie eine Rückkehr in das normale Leben aussehen könnte. Langsam und Schritt für Schritt.

Dabei sagte Leopoldina-Präsident Gerald Haug gegenüber dem Spiegel, dass „wir eine zweite Infektionswelle um jeden Preis vermeiden“ müssen. Das bedeutet, die Lockerungen sind generell nur möglich, wenn die Zahl der Neuinfektionen nicht wieder ansteigt, das Gesundheitssystem auch in Zukunft nicht überlastet ist, und die Krankenhäuser auch Patienten versorgen können, die nicht mit dem Coronavirius infiziert sind.

Bleiben Kitas bis zu den Sommerferien geschlossen?

Für alle Eltern von Kita-Kindern heißt es jetzt: Tief durchatmen! Denn die Kleinen wissen noch nicht, warum es wichtig ist, Abstand zu halten, und sie tragen auch keinen Mundschutz. Trotzdem können sie sich natürlich auch mit dem Coronavirus infizieren – und andere anstecken. Deshalb empfehlen die Experten, in den Kitas zumindest für die jüngeren Kinder weiterhin nur eine Notbetreuung anzubieten. Und zwar bis zu den Sommerferien. Das heißt, in die Kitas wären dann mindestens bis Ende Juni, in einigen Bundesländern sogar bis Ende Juli, geschlossen. Für uns Eltern bedeutet das, so lange müssten wir Kinderbetreuung und Arbeit weiterhin (möglichst) zuhause organisieren.

Eine Ausnahme sollte nur für die Kinder gelten, die zum Anfang des neuen Schuljahres in die Grundschule kommen. Die Empfehlung lautet hier, kleine Gruppen von maximal 5 Kindern so gut wie möglich auf den Wechseln vorzubereiten.

Grundschulen sollen sobald wie möglich geöffnet werden – Schritt für Schritt

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg in die Normalität ist für die Forscher hingegen die Öffnung der Schulen. Durch die Corona-Maßnahmen werde die „auf das Lernen bezogene Strukturierung des Alltags“ außer Kraft gesetzt, genau wie der soziale Austausch mit Mitschülern und Lehrern, und die Schüler bekämen auch keine wichtige Rückmeldung zu ihren Lernfortschritten. Die Experten befürchten außerdem, dass sich durch eine längere Schließung der Schulen soziale Unterschiede noch mehr verstärken.

Deshalb empfehlen sie, Schulen schrittweise und nach Jahrgangsstufen getrennt wieder zu öffnen. Als besonders wichtig sehen sie dabei die älteren Jahrgänge in den Grundschulen an, weil die Kinder kurz davor sind, auf eine weiterführende Schule zu wechseln. Besonders Grundschüler bräuchten außerdem mehr Unterstützung und Anleitung, und Eltern seien bei jüngeren Kindern stärker auf die Betreuung angewiesen als bei älteren.

Wenn es nach den Experten der Leopoldina geht, sollen allerdings erst einmal nur die wichtigsten Fächer wie Deutsch oder Mathe unterrichtet werden, und das auch nur in kleineren Gruppen von maximal 15 Schülern und mit zeitversetzten Pausen.

Nach den Schülern der 4. Klassen sollen nach und nach auch die jüngeren Kinder wieder in die Schule gehen.

Auch weiterführende Schulen sollen schrittweise öffnen

Das Gleiche schlagen die Experten auch für die weiterführenden Schulen vor: Schüler der Sekundarstufe, die vor den Abschlussprüfungen stehen, sollen zuerst wieder unterrichtet werden. Alle anderen Jahrgänge sollen nach und nach mit reduzierter Stundenzahl und in kleineren Gruppen folgen. Ältere Kinder und Jugendliche sollen nach Ansicht der Experten möglichst weiter zuhause lernen, weil ihnen das leichter falle als den jüngeren. Prüfungen und Abschlussprüfungen sollen aber trotzdem weiter stattfinden.

Auch für Unis und Hochschulen gilt: Die Studenten sollen möglichst viel und oft zuhause lernen.

Weitere mögliche Lockerungen

Ein Lichtblick ist zumindest dieser Punkt aus dem Gutachten: Wenn alle notwendigen Schutzmaßnahmen eingehalten werden, könnten laut der Experten Reisen bald wieder erlaubt sein. Und zwar sowohl dienstlich als auch privat. Mit etwas Glück fällt also unser Sommerurlaub vielleicht doch nicht ganz ins Wasser.

Auch Geschäfte und Restaurants könnten wieder öffnen, genauso wie Behörden. Und wenn der Mindestabstand zwischen den einzelnen Menschen sichergestellt ist, könnten auch Kultur- und Sportveranstaltungen sowie Konzerte wieder stattfinden.

Wird Mund-Nasenschutz zur Pflicht?

Wer Bus und Bahn fahren möchte, muss das vielleicht in Zukunft mit Mund-und-Nasenschutz tun. Das gleiche gilt für den Einkauf im Supermarkt und jeden anderen Ort, an dem nicht genug Abstand eingehalten werden kann.

Und natürlich müsste bei allen Lockerungen genau überwacht werden, welche Auswirkungen sie auf die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat. Am besten ginge das laut den Experten über verschiedene Apps, die Nutzerdaten speichern und auswerten.

Schauen wir mal, ob und wann die Maßnahmen wirklich gelockert werden, und inwieweit Angela Merkel sich auf das Gutachten der Leopoldina verlässt. Am Mittwoch (15.4.) will die Regierung eine offizielle Erklärung dazu abgeben, wie es weitergeht.

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Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Ich liebe den Hafen, fotografiere gern, gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Social Media und Texte ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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Kommentare

  1. Ich finde all die Worte eine “ Verdummung“ der Menschen .Wieso sagt man Kitas sind geschlossen und nur Notbetreuung findet statt??!! Bei der neuen Erweiterung der relevanten Berufe sind doch eh alle Kinder im Kiga?? Warum werden wir so belogen?

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