Homeschooling: 6 Tipps für den Schulalltag zuhause

Seit mehreren Wochen sind neben den Kitas auch die Schulen deutschlandweit geschlossen. Diese neue Situation sorgt bei vielen Eltern für große Unsicherheit, denn ihre Kinder müssen nun von zu Hause lernen – nur wie? Homeschooling war bisher in Deutschland verboten, ist aufgrund der außergewöhnlichen Umstände aktuell aber plötzlich ein großes Thema. Eine große Umstellung für die Kinder und eine echte Herausforderung für uns Eltern. Deshalb haben wir mit einem Experten für Homeschooling gesprochen –  seine 6 Tipps dazu findest du hier:

Homeschooling: Diese Tipps hat der Experte

Das neuartige Coronavirus hat zur deutschlandweiten Schließung aller Schulen geführt und 11 Millionen Schüler/-innen müssen nun selbstständig zu Hause lernen. Dadurch sehen viele Eltern sich neben ihrem eigenen Alltag, der sich gerade rasant verändert, mit einer weiteren Aufgabe konfrontiert: Sie sollen plötzlich selbst zu Lehrern für ihre Kinder werden.

Die beruhigende Nachricht ist: Es wird von niemandem erwartet, die Rolle einer Lehrkraft 1:1 zu übernehmen. Das ist in den meisten Fällen auch gar nicht möglich. Vielmehr geht es darum, die eigenen Kinder, so gut es geht, beim Lernen zuhause zu begleiten und zu unterstützen.

Stephan Bayer, Gründer der Lernplattform sofatutor.com, ist Experte für das Thema Online-Lernen. Seine Tipps, um das Lernen zuhause für alle so angenehm wie möglich zu machen, findest du hier:

1. Tipp: Tag strukturieren

Damit Homeschooling gelingt, ist einer der wichtigsten Tipps, dem Tag eine feste Struktur zu geben. Es sollte genau festgelegt werden, wann der „Schultag“ beginnt und endet, und wann Pausen stattfinden. Ein wöchentlicher Stundenplan hilft bei der Planung: Auf diese Art und Weise wird nicht nur festgehalten, wann gelernt wird, sondern auch, zu welchem Zeitpunkt welches Fach an der Reihe ist.

Diese genaue Festlegung der Fächer vereinfacht die Fokussierung auf bestimmte Themen und unterstützt ein effektives Lernen. Außerdem erhalten die Kinder durch eine solche Tagesstruktur eher das Gefühl, sich trotz des Lernens zu Hause in einer schulischen Situation zu befinden. So können sie auch außerhalb des Klassenzimmers motiviert lernen. Darüber hinaus gibt eine solche feste Struktur den Kindern ein Gefühl von Sicherheit in einer außergewöhnlichen und ungewohnten Zeit.

2. Tipp: „Klassenzimmer“ einrichten

Viele Eltern kennen das sicher aus eigener Home-Office-Erfahrung: Wenn wir zu Hause arbeiten, wird oftmals der Küchentisch zum Arbeitsplatz umfunktioniert. Doch am gleichen Ort zu arbeiten, an dem kurz zuvor noch das Frühstück stattgefunden hat und sich später auch das Abendessen abspielen wird, lässt keine Arbeitsatmosphäre zu. Unser Unterbewusstsein kann so nicht gut zwischen Arbeitszeit und Freizeit unterscheiden.

Kindern geht es genauso, auch sie müssen Freizeit und Lernzeit klar räumlich voneinander abgrenzen können. Deswegen sollten Eltern für sie einen Ort schaffen, den sie mit dem Lernen und den Schulaufgaben in Verbindung bringen. Ein Ort also, an dem sie wenig abgelenkt werden und sich auf ihre schulischen Arbeiten konzentrieren können. Das muss kein perfekter Lernraum sein. Ein Schreibtisch, der genügend Platz für die Schulbücher und Arbeitshefte bietet, reicht vollkommen aus.

3. Tipp: Ziele definieren

Für erfolgreiches Homeschooling ist einer der Tipps, dass Eltern Ziele für ihre Kinder festlegen. Denn ohne Klassenarbeiten und Noten arbeiten die Schüler/-innen nicht auf kurzfristige Ergebnisse hin. Diese fehlende Art der Überprüfung von Fähigkeiten kann dazu führen, dass die Motivation sinkt oder sogar ganz ausbleibt. Um diese Problematik zu umgehen, sind kleine Heim-Tests möglich. Das kann das regelmäßige Abfragen von Vokabeln sein oder das Ausfüllen und Kontrollieren von Arbeitsblättern. So setzen Eltern den Kindern nicht nur motivierende und realistische Ziele, sondern stärken zusätzlich das Gefühl eines relativ normalen Schulalltags.

4. Tipp: Digitale Tools und Experten hinzuziehen

Eltern können zwar das Lernverhalten ihrer Kinder auch zu Hause durch gute Strukturen positiv beeinflussen. Aber auch Eltern sind nicht allwissend – und das erwartet auch niemand von ihnen. Wir alle haben wahrscheinlich einen Großteil des Lernstoffs aus unserer eigenen Schulzeit schon lange vergessen. Zum Beispiel werden die wenigsten Eltern aus dem Stehgreif sagen können, wie sich der Satz des Pythagoras berechnet. Das ist aber kein Problem, denn es gibt eine Vielzahl digitaler Lernhilfen, wie zum Beispiel sofatutor, Anton oder Serlo.

Diese Lernplattformen können Eltern zu Hilfe nehmen, um ihre Kinder mit altersgerechtem Lernmaterial zu versorgen. sofatutor bietet beispielsweise kurze Lernvideos in allen Fächern und Klassenstufen an. Die von Expert/-innen erstellten Videos erklären den Schüler/-innen alle Schulthemen nicht nur einfach und verständlich, sondern unterhaltsam als kurze Geschichte mit einem Happy End. Durch interaktive Übungen können Kinder im Anschluss das gerade Gesehene direkt anwenden und den Unterrichtsstoff so verinnerlichen. Dabei orientieren sich die Lerninhalte auf der Plattform an den Lehrplänen der Bundesländer.

5. Tipp: Überforderung vermeiden

Eltern sollten darauf achten, dass ihre Kinder beim Homeschooling nicht überfordert werden. Dauern zum Beispiel die einzelnen Lerneinheiten zu lange, fehlt über kurz oder lang die Konzentration. Darüber hinaus können zu schwierige oder zu viele Aufgaben Frust bei den Kindern auslösen. Hier kann das Homeschooling sogar einen Vorteil bieten, den Kinder im normalen Schulunterricht oft nicht haben: Das Lernen zu Hause ermöglicht es ihnen, das Lerntempo individuell an das Lernniveau der Kinder anzupassen. Eltern kennen ihre eigenen Kinder sehr gut und können dementsprechend besser einschätzen, wenn eine Aufgabe zu schwierig oder das Lernpensum zu hoch ist.

6. Tipp: Freiräume schaffen

Zuletzt ist es aber auch wichtig, den Kindern während ihres Schultages genügend Freiheiten zu lassen. Denn durch eine eigene Planung und etwas Freiraum während der Erledigung ihrer Schulaufgaben lernen Kinder Selbstverantwortung und Selbstdisziplin. Auch die Eltern selbst brauchen diese Freiräume, um zur Ruhe zu kommen und neue Kraft zu tanken – ganz abgesehen davon, dass sie neben dem Schultag ihrer Kinder noch ihren (Arbeits-)Alltag bewältigen müssen. Nur durch das Einhalten solcher Freiräume kann es gelingen, diese anstrengenden Wochen zu überstehen – und dabei die Kinder so gut es geht im heimischen Wohnzimmer beim Lernen zu begleiten.

Vielen Dank an Stephan Bayer für diese hilfreichen Homeschooling Tipps. Einen Vergleich der verschiedenen Lernplattformen findet ihr übrigens unter lernplattformen.de

Wir sind gespannt: Wie läuft das Homeschooling bei euch zuhause ab? Habt ihr noch weitere Tipps, die anderen Eltern helfen könnten? Dann schreibt sie gern in die Kommentare!

Stephan Bayer, Gründer der eLearning-Plattform sofatutor.com, ist Experte beim Thema Homeschooling

Stephan Bayer, Gründer der eLearning-Plattform sofatutor.com, ist Experte beim Thema Homeschooling.
Foto: sofatutor

Unser Experte: Stephan Bayer, Gründer und CEO von sofatutor.com

2008 hatte er die Idee, eine digitale Lernplattform zu gründen. Inzwischen arbeiten mehr als 100 Mitarbeiter daran, Schüler online mit aktuellen Lerninhalten zu versorgen.

 

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Wiebke Tegtmeyer

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Kommentare

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