Heißhunger in der Schwangerschaft: Ursachen und Hilfe

Du bist schwanger und hast größeren Hunger als sonst? Keine Sorge, es ist vollkommen normal, dass sich die Essgewohnheiten von Schwangeren von anderen Frauen unterscheiden! Für viele werdende Mamas gehört Heißhunger sogar zum Alltag. Welche Ursachen Heißhunger in der Schwangerschaft hat und was du selbst tun kannst, erklären wir dir hier.

1. Woher kommt dein Heißhunger in der Schwangerschaft?

Warum viele Schwangere vermehrt Heißhunger auf bestimmte Speisen bekommen, können Wissenschaftler leider bis heute nicht genau beantworten. Eine mögliche Ursache kann die hormonelle Umstellung, die der weibliche Körper mit beginnender Schwangerschaft erfährt, sein. Auch ein niedriger Blutzuckerspiegel kann dafür sorgen, dass du insbesondere im ersten Trimester großen Hunger hast. Ein weiterer Grund könnte sein, dass dein Körper unterbewusst Reserven für die Geburt bildet. Ganz automatisch verlangt er dann nach wichtigen Vitaminen und Nährstoffen, die ihn stärken.

Viele Frauen bekommen Heißhunger, wenn die anfängliche morgendliche Schwangerschaftsübelkeit nachgelassen hat. Aber wie gesagt, es gibt nicht den einen Grund, woher dein Heißhunger in der Schwangerschaft kommt.

2. Ist Heißhunger in der Schwangerschaft gefährlich?

Hier muss man unterscheiden. Heißhunger ist per se nicht gefährlich (wenn man keine verbotene Lebensmittel isst), wohl aber seine Folgen. Denn anfangs mögen Heißhungerattacken noch harmlos sein, doch irgendwann können sie sich extrem auf dein Körpergewicht niederschlagen. Und dann steigt mit dem anhaltenden Heißhunger das Risiko, ernstzunehmende Schwangerschaftserkrankungen wie Diabetes oder Gestose zu entwickeln.
Übrigens: Die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft ist immer individuell, aber es gibt einen Richtwert. Im Durchschnitt nimmt eine Frau zwischen 12 und 13,5 Kilogramm während ihrer Kugelzeit zu. Aber verschiedene Faktoren spielen bei der Bewertung der Gewichtszunahme eine Rolle, wie zum Beispiel das Ausgangsgewicht. Es gilt hier sogar die Faustregel: Je weniger du wiegst, desto mehr darfst du zunehmen. Der Frauenarzt kontrolliert übrigens dein Gewicht bei jeder Untersuchung.

3. Diese Hausmittel helfen dir, den Heißhunger auf ein gesundes Maß zu reduzieren:

Solltest du ab und zu eine Heißhungerattacke spüren, ist das gar kein Problem! Aber du solltest deinen Heißhunger auf ein gesundes Maß reduzieren, damit du nicht zu viel zunimmst und vielleicht sogar krank wirst. Es gibt viele kleine Stellschrauben, an denen du jetzt drehen kannst, um für eine ausgewogene und wohltuende Ernährung zu sorgen. Damit tust du dir und deinem Kind etwas Gutes! Wir haben für dich Tipps gefunden, die dir dabei helfen, während deiner Schwangerschaft aktiv etwas gegen den Heißhunger zu tun:

1. Nicht für Zwei essen

Achte darauf, bewusst nicht „für Zwei“ zu essen. Diese Aussage ist nichts weiteres als ein großer Mythos. Denk daran, dass sich dein Energiebedarf ab dem vierten Monat um etwa 300 Kalorien erhöht. Das ist noch lange keine zweite Mahlzeit. Und es ist wirklich besser, wenn du Lebensmittel mit hohem Fett- oder Zuckergehalt nur sparsam zu dir nimmst.

2. Keine Kleinigkeiten essen

Falls du plötzlich eine Heißhungerattacke verspürst, solltest du eine Kleinigkeit zu dir nehmen. Nichts Süßes, sondern eine ballaststoffreiche Mahlzeit oder gesundes Obst. Ein Tipp ist eine große und stets gefühlte Obstschale, an der du dich jederzeit bedienen kannst.

3. Viel trinken

Ein Glas Wasser oder ungesüßter Tee können ebenfalls hilfreich sein, um ein erstes Sättigungsgefühl auszulösen und den Appetit zu bremsen. Wichtig: Schwangere sollten auf keinen Fall eine Diät machen! Wir sprechen von ungesunden Heißhunger-Attacken und nicht von der normalen Gewichtszunahme in der Schwangerschaft.

4. Kleine Mahlzeiten

Experten raten Schwangeren eher dazu, kleine Zwischenmahlzeiten zu sich zu nehmen. Diese helfen zum einen dabei, den Blutzuckerspiegel konstant zu halten. Und üppige Portionen schlagen sich natürlich schneller auf dem Körpergewicht nieder.

5. Gut frühstücken

Schon ein richtig gewähltes Frühstück lässt den Blutzuckerspiegel nicht plötzlich in die Höhe schnellen. Anstelle eines dick geschmierten Nutella-Brots empfehlen wir eher gesunde Haferflocken oder Müsli mit Obst und Magerquark.

6. „Gute“ Kohlenhydrate essen

Stehen Kohlenhydrate auf dem Speiseplan, bieten sich komplexe Kohlenhydrate mit niedrigem GLYX-Wert an. Das sind zum Beispiel Produkte aus Vollkorn, oder Linsen. Einen hohen GLYX-Wert haben hingegen Weißbrot wie Baguette, oder Pommes. Diese Lebensmittel sollten nur in Maßen gegessen werden.

7. Süßigkeiten-Alternativen

Falls der Hunger auf Süßes nicht vergeht, lässt sich dieser mit weniger sündhaften Alternativen stillen. Anstelle von Milchschokolade kannst du beispielsweise zu Bitterschokolade greifen. Auch Gummibärchen lassen sich beispielsweise einfach durch sättigende Nüsse bzw. Studentenfutter ersetzen. Eine weitere kalorienarme Knabberei ist ungesüßtes Popcorn.

3. Woher kommen seltsame Essengelüste?

Ob Essiggurke mit Mayonnsaise oder Brokkoli mit Schokoladensauce. Viele Schwangere entwickeln ziemlich verrückte Essensgelüste. Solltest du davon betroffen sein, solltest du dir auch hier keine Sorgen machen. Auch dieser seltsame Nebeneffekt einer Schwangerschaft ist vollkommen normal. Und manchmal haben Essensgelüste sogar einen Sinn: Dein Körper kann dir unterbewusst sagen, welche Vitamine und Nährstoffe ihm fehlen. Hast du vermehrt Hunger auf Fleisch – vielleicht fehlt dir Eisen? Nimm die Essensgelüste also mit Humor und achte darauf, was dein Körper dir sagen will.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer fünfjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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