Verbotene Lebensmittel in der Schwangerschaft

Dass man Alkohol und rohes Fleisch während der Schwangerschaft nicht essen sollte, weißt du bestimmt schon längst. Aber 9 Monate ohne Sushi oder einfach ein gutes Butterbrot mit Camembert zum Abendbrot? Auch das sind nämlich verbotene Lebensmittel in der Schwangerschaft. Was du außerdem nicht essen solltest, und warum das so ist, liest du hier.

1. Warum sind einige Lebensmittel in der Schwangerschaft verboten?

Deine Gesundheit und die damit verbundene Gesundheit deines Babys sind während der Schwangerschaft besonders wichtig. Es ist logisch, dass Alkohol und Nikotin gesundheitliche Schäden nach sich ziehen können, aber auch einige Lebensmittelkönnen dir und deinem Baby gefährlich werden. Zum Beispiel, weil sie Bakterien, Parasiten oder Schwermetalle enthalten können. Und auch, wenn der Begriff „verbotene Lebensmittel“ vielleicht etwas hart klingt, solltest du diese hier in der Schwangerschaft möglichst vermeiden:

2. Übersicht: Verbotene Lebensmittel in der Schwangerschaft

Wenn du gern Käse, Fisch, Eier und Gemüse ist, musst du jetzt ganz tapfer sein. Denn einiges davon ist während der Kugelzeit tabu. Aber keine Sorge: Nicht alle diese Lebensmittel sind in der Schwangerschaft verboten – nur diese hier:

  • Rohmilchprodukte wie Camembert, Gorgonzola, Feta, Brie und Käse aus Rohmilch, aber auch die Rinde von Hartkäse
  • Rohes Fleisch wie Serrano Schinken, Salami, Carpaccio, Tatar, Mettwurst und Innereien
  • Roher Fisch wie Sushi, kaltgeräucherter Fisch wie Räucherlachs und Raubfischarten wie Thunfisch
  • Rohe Eier und Speisen, die mit rohen Eiern hergestellt wurden zum Beispiel Tiramisu
  • Rohes ungewaschenes Gemüse
  • Frisch gepresste Obstsäfte
  • Alkohol

3. Warum sind diese Lebensmittel in der Schwangerschaft verboten?

Wie jetzt, ich darf neun Monate lang keinen Räucherfisch essen? Das ist mir in beiden Schwangerschaften tatsächlich schwergefallen. Aber auch, wenn es manchmal nicht leicht ist, auf einige leckere Dinge zu verzichten, macht es trotzdem sind. Und zwar aus diesen Gründen:

Rohmilchprodukte können Listerien enthalten

Fangen wir mit den Rohmilchprodukten an. Eigentlich darf man bei Milchprodukten den Großteil genießen. Wichtig ist hierbei nur, dass die Produkte aus „pasteurisierter“ Milch hergestellt wurden. Das heißt, die Milch wurde vor der Verarbeitung stark erhitzt und alle Keime getötet. Nur bei unpasteurisierter Milch solltest du besser nicht zugreifen, da sich in Rohmilch Listerien verbergen können. Die kleinen, stäbchenförmigen Bakterien erhöhen das Risiko, an einer Listeriose zu erkranken. Normalerweise verursacht die Listeriose bei Erwachsenen mit einer guten Immunabwehr nur grippeartige Symptome. Während der Schwangerschaft ist das Immunsystem allerdings herabgesetzt und das Erkrankungsrisiko 20-fach erhöht. Das kann schwerwiegende Folgen haben und sogar zu einer Früh- oder Fehlgeburt führen. Rohmilch-Mozzarella für den Caprese-Salat ist also erstmal nicht drin.

Achtung bei rohem Fleisch und Fisch

Bei rohem Fleisch und Fisch sieht es ähnlich aus. Erhitzt und durchgegart stellen sie keinerlei Probleme dar und du kannst essen so viel du möchtest. Roh allerdings lieber nicht. Beides erhöht das Risiko einer Listeriose. Das gleiche gilt für kalt geräucherten oder gebeizten Fisch. Er kann außerdem Larven von Fadenwürmern (Nematodenlarven) enthalten. Die Parasiten schaden deinem Baby zwar nicht, können aber für dich gefährlich werden.

Des Weiteren können sie Toxoplasmose-Erreger enthalten. Für dich sind die Erreger nicht gefährlich, für dein Ungeborenes allerdings schon. Toxoplasmose in der Schwangerschaft kann sogar zu Hirnschäden führen. Steckst du dich an den Erregern an, und es wird  rechtzeitig diagnostiziert, wirst du mit Antibiotika behandelt, und deinem Baby geschieht nichts. Du kannst dich vor einer möglichen Schwangerschaft oder zu Beginn auf die Toxoplasmose-Erreger Testen lassen. Solltest du dich an ihnen nämlich schon mal angesteckt haben, bist du ab dem Zeitpunkt immun.

Bei manchen Fischsorten aus Seegewässern kommt zusätzlich eine erhöhte Quecksilber- oder Schwermetallbelastung hinzu. Das heißt aber nicht, dass du auf Fisch gänzlich verzichten solltest. Er ist ein wichtiger Omega-3 und Fettsäuren Lieferant für dich und dein Baby- beides wirkt sich positiv auf eure gesundheitliche Entwicklung aus.

Kochst du mit Fleisch und Fisch, solltest du zusätzlich deine Hände sowie das Messer und Schneidebrett gründlich waschen, um alle möglichen Bakterien zu eliminieren.

Gemüse und Obst nicht geschnitten kaufen

Gemüse und Obst sind eigentlich unbedenklich. Du solltest sie aber trotzdem gründlich abwaschen und am besten erhitzt genießen. Besonders abgepackte und schon geschnittene Rohkost kann ein Spielplatz für Bakterien sein. Das gilt besonders für diverse Waldpilzsorten, da die Schadstoffbelastung im Boden erhöht sein kann. Sicherer sind Zuchtpilze. Keimlinge und Sprossen sollten immer durchhitzt werden, da sich hier Listerien bei der Lagerung und Weiterverarbeitung ansiedeln können.

Rohe Eier – Gefahr durch Salmonellen

Nun zu den rohen Eiern. Solltest du zu einer Dessert-Naschkatze gehören, und Tiramisu oder Mousse au Chocolat eines deiner Lieblingsnachspeisen sein, dann musst du darauf ab jetzt verzichten. Beide werden mit rohen Eiern zubereitet und nicht erhitzt. Bedeutet, es besteht ein zu hohes Salmonellenvergiftungs-Risiko. Die Bakterien bergen gesundheitliche Gefahren für dich und dein Baby, da sie zu starkem Erbrechen und Durchfall führen und damit zu einer Unterversorgung an Nährstoffen.

Gleiches gilt übrigens auch für Softeis und Mayonnaise. Hartgekochte Eier stellen allerdings kein Problem dar und können verzehrt werden.

Vorsicht auch bei frischem Saft

Neben den ganzen Lebensmitteln solltest du auch bei manchen Getränken etwas verhaltener sein. So zum Beispiel bei Koffein und schwarzem Tee. Aber auch frischgepresste, nicht abgepackte Obstsäfte können Keime enthalten.

Alkohol ist ein absolutes NoGo!

Und weil wir es nicht oft genug betonen können: Alkohol ist ein absolutes NoGo! Die einen sagen, ein Gläschen Wein ab und zu ist kein Problem. Die anderen sagen, man sollte komplett drauf verzichten. Bis heute gibt es keine genaue Studie, die besagt, dass ein Glas kein Glas ist und umgekehrt. „Die genaue Menge, die unschädlich für das Baby ist, wurde bisher nicht ermittelt.“ So die Aussage von Maria Flothkötter, der Leiterin des Netzwerks Gesund ins Leben in Bonn. Am besten ist aber immer noch völlig abstinent zu bleiben um das Baby nicht zu gefährden.

Verbotene Lebensmittel in der Schwangerschaft – bleibt da überhaupt noch was übrig?

Ich gebe zu, das klingt jetzt erstmal nach einer ganzen Menge, auf die man als werdende Mama verzichten soll. Aber hat man die Basics im Hinterkopf, und beschäftigt man sich einmal etwas genauer mit den Lebensmitteln, fällt einem auf, dass es mehr als genug Alternativen gibt und dann passieren die richtigen Griffe im Supermarkt automatisch. Mutter Natur hilft dir dabei bestimmt auch und du bekommst auf natürliche Art und Weise erst gar keinen Appetit auf ein paar der Lebensmittel.

Und wer weiß, vielleicht tut dir die Ernährungsumstellung ja so gut, dass du eine langfristige daraus machst. Ich für meinem Teil würde allerdings sofort wieder beim Sushiladen um die Ecke mein Abendessen bestellen… Für die 9 Monate, ist die Umstellung aber mehr als in Ordnung. Also guten Appetit!

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Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Ich liebe den Hafen, fotografiere gern, gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Social Media und Texte ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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