Die richtige Zahnpflege für kleine Naschkatzen

Die vielen Plätzchen und Kekse, die tollen Lebkuchenhäuser, die Schoki-Adventskalender von Omas und Tanten – in der Vorweihnachtszeit startet für viele Kinder ein wahrer Süßigkeiten-Marathon. „Aber nur noch ein Teil“, beten dann viele Mamas, während der Zucker-Berg zu Hause doch ständig verlockt. Aaaargh! Das heißt für uns Mamas, vor dem Zubettgehen wird die Zuckerstange gegen die Zahnbürste getauscht und es wird ordentlich geputzt. Leichter gesagt als getan.

Habt ihr auch kleine Putzverweigerer zu Hause? Kaum vorstellbar, dass die von Experten empfohlenen zwei Putz-Minuten morgens und abends durchgehalten werden. Wenn die tägliche langweilige Mundpflege selbst die gruseligste Monstergeschichte nicht spannender macht, hilft nur noch Plan (Oral-)B: coole Designs der Kinder-Zahnbürsten und Tools, mit denen die Zeit ultraschnell rumgeht.

Elektrische oder manuelle Zahnbürste?

Die batteriebetriebenen oder aufladbaren Zahnbürsten hatten früher den Ruf, dass sie zu viel Druck ausüben und das Zahnfleisch schädigen können. Heutzutage gibt es aber Drucksensoren in vielen elektrischen Zahnbürsten, die genau das verhindern und dann beispielsweise ein Signal geben oder sich sogar ausschalten. Bei manuellen Zahnbürsten gibt es diesen Hinweis leider nicht, so kann es den Kleinen (und Großen) durch zu energisches manuelles Putzen passieren, dass sie den Zahnschmelz abrubbeln.

Elektrische Zahnbürsten haben viele Vorteile: sie entfernen bis zu 100 Prozent mehr Plaque als Handzahnbürsten (auch in den Zahnzwischenräumen). Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit kariesfreier Zähne höher durch die Verwendung von elektrischen Zahnbürsten.* Karies entsteht übrigens, wenn von den im Zahnbelag enthaltenen Bakterien über einen längeren Zeitraum hinweg Zucker aus deiner Nahrung in Säure umgewandelt wird, die den Zahn angreifen und letzendlich schädigen. So ensteht Karies und irgendwann kann es schmerzhaft werden.

Ab wann darf mein Kind elektrisch putzen?

Die kleinen Beisserchen dürfen tatsächlich schon ab drei Jahren mit der elektrischen Zahnbürste gereinigt werden. Und das Design der Oral-B-Zahnbürsten begeistert selbst den mundfaulsten Mini: Die Versionen mit der „Eiskönigin“ oder „Spiderman“ und die passenden Aufsteckbürsten mit coolen Motiven bekommt ihr bei eurem dm. In Kombination mit der „Disney Magic Timer by Oral-B“-App (kostenlos im App-Store) bürsten die Zwerge sogar länger als sie sollten. Spielerisch putzt es sich eben fast nebenbei.

Der richtige Putz-Fahrplan

Ich muss schon schmunzeln, wenn ich die zwei Mini-Zähnchen meines Sohnes schrubbe, aber Kindern soll man nun mal ab dem ersten Milchzahn die Zähne putzen. So lernen sie die Routine des Zähneputzens schon von klein auf. Wenn sich die Zahnreihen dann mit Milchzähnchen füllen, soll mit der KAI-Zahnputztechnik (Kauflächen–Außenseiten–Innenseiten) geputzt werden. Den Job übernehme ich noch, solange es für den Knirps mehr ums Bürstenkauen geht als um die Reinigung. Später sollen die Kids natürlich selbst putzen, aber wer’s gründlich möchte, sollte noch einige Sekunden penibler nachputzen. Zahnärzte empfehlen übrigens Eltern bis ins Grundschulalter vor- oder nachzuputzen.

Die KAI-Zahnputztechnik

Welche Zahnpasta ist für Kleinkinder geeignet? Fluoridhaltige Zahnpasta wirkt effektiv gegen Bakterien und stärkt den Zahnschmelz (falls ihr Vitamin D-Tabletten mit Fluorid gebt, greift zur fluoridfreien Variante). Während die Pasta bis zum ersten Lebensjahr keinen süßenden Geschmack haben sollte, gilt für ältere Kinder der überraschende Expertenrat: Die Zahnpasta sollte den Kindern schmecken, um das Zähneputzen zu erleichtern. Zahnärzte empfehlen zwei Mal täglich eine reiskorngroße Menge der Zahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid vom ersten bis zum zweiten Geburtstag. Von zwei bis sechs Jahre sollte es bei gleicher Fluorid-Dosierung zwei bis drei Mal täglich eine erbsengroße Menge sein (beachtet die Angaben auf der Produktrückseite).

Hilfe, mein Kind schluckt die Zahnpasta immer runter!

Fluoridhaltige Zahnpasta schützt vor Karies durch den Kontakt mit dem Zahn, aber sie bleibt selten lange im Mund und auf den Kauleisten. Gerade die Putzanfänger schlucken die Zahnpasta mehr als dass sie auf den Zähnen landet. Das ist bis zum dritten Lebensjahr völlig normal. Mehr als ständiges Erinnern ans Ausspucken könnt ihr nicht tun. Aber keine Panik! Kurzer Wissenschaftsexkurs: Im Schnitt stecken in einer erbsengroßen Portion Kinder-Zahnpasta mit 500 ppm rund 0,125 Milligramm Fluorid (genaue Infos auf der Zahnpastatube). Diese Menge befindet sich weit unter dem Wert der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, die die Fluoridzufuhr von 0,05 Milligramm pro Kilo Körpergewicht am Tag als unbedenklich einstuft. Wichtig ist nur, dass von der fluoridhaltigen Zahnpasta nicht einfach so „genascht“ wird.

Wie oft werden die Bürsten gewechselt?

Zahnärzte raten, Handzahnbürsten oder Aufsteckbürsten für elektrische Zahnbürsten nach drei Monaten zu wechseln. Die Putzkraft und Widerstandsfähigkeit der Borsten lässt mit der Zeit nach, die Borsten werden weicher und verbiegen sich. Bei Kindern kann ein häufigerer Wechsel Sinn machen, weil viele Kiddies so wie mein zahnender Sohn dazu neigen, auf den Zahnbürstenkopf und die Borsten zu beißen. Außerdem empfiehlt sich ein Wechsel nach einer Erkrankung des Mund- und Rachenraums.

Die wichtigsten Regeln für gesunde Zähne

Regeln für gesunde Zähne

*Quelle: Pitchika, V. et al.: Long-term impactof poweredtoothbrushon oral health: 11-year cohortstudy. Davidovich.etal, Int. J. Environ. Res. Public Health 2020, 17(22), 8595

Judith Sylla

Ich habe zwei Kinder (2015 und 2019 geboren). Als Mama habe ich eines früh gelernt: Vorsätze sind da, um sie wieder über Bord zu werfen. Intuitiv handeln, statt nach Prinzipien, macht so ziemlich alles und alle entspannter.

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