Hitze-Welle! Wie schütze ich mein Baby an heißen Tagen?

Puuuuhhhhh! Der Sommer legt sich dieses Jahr richtig ins Zeug – sogar bei uns im Norden. Die Sonne scheint überdurchschnittlich oft, es regnet wenig und es ist… heeeiiiißßßßßßßßß. Eine richtige Hitze-Welle.

Das macht uns „Großen“ schon ziemlich zu schaffen. Wie muss es denn dann erst den ganz Kleinen damit gehen? Schließlich sind Babys besonders anfällig für eine Überhitzung, da ihr Körper seine Temperatur noch nicht so gut regulieren kann.

Wir haben Dr. med. Snježana-Maria Schütt gefragt, wie man Babys bei einer Hitze-Welle am besten schützt. Was können wir tun, damit sich unsere Kleinen wohler fühlen?

Die Kinderärztin: „Mit solch hohen Temperaturen wird euer Baby vermutlich tatsächlich etwas zu kämpfen haben. Vielleicht ist es quengeliger als sonst, schläfrig, vielleicht auch appetitlos. Die Hitze, gerade in der Mittagszeit, ist für den kindlichen Körper eine echte Herausforderung.

Deswegen ist es eine gute Idee, unsere Wohnung möglichst schattig und kühl zu halten. Wichtig aber: Durchzug und Ventilatoren sind für Babys nicht geeignet! Besser ist es, morgens und abends ordentlich durchzulüften und im Laufe des Tages dann darauf zu achten, dass die Zimmer sich nicht übermäßig aufheizen: Fenster geschlossen halten und Jalousien und Gardinen geschlossen halten. Wer keine Vorhänge dieser Art hat, klemmt einfach eine dünne Decke ins Fenster.

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„Sollte man im Dachgeschoss wohnen und die Temperaturen dort wirklich unerträglich werden, so würde ich versuchen, zumindest in den heißesten Stunden des Tages außerhalb der Wohnung ein schattiges Plätzchen zu finden.“ rät Dr. Schütt.

Sie weiß: „Um zu prüfen, ob das Baby schwitzt, kann man mit der Hand die Temperatur im Nacken des Kindes fühlen. Ist es dort trocken und angenehm warm, muss man nichts unternehmen – es geht dem Baby gut. Fühlt sich der Nacken aber sehr warm und schwitzig an, kann man das das Baby mit einem Tuch oder Waschlappen abtupfen, das in lauwarmem Wasser befeuchtet wurde. Durch die entstehende Verdunstungskälte wird sich die Temperatur langsam absenken.“ Von richtig kaltem Wasser und einem dauerhaften Umwickeln mit nassen Tüchern rät sie dagegen auch bei einer Hitze-Welle ab, da dieses gerade bei kleinen Babys die Temperatur wiederum viel zu stark senken könnten.

Angenehm auch schon für die Kleinsten ist ein kurzes (!) Bad in lauwarmem Wasser (Wanne, Waschbecken, Eimer, kleines Planschbecken…) Das kühlt sanft ab, insbesondere dann, wenn man sein Baby anschließend nur leicht mit einem Handtuch abtupft (Stichwort Verdunstungskälte).

Leichte Kleidung reicht auch bei den ganz Kleinen völlig aus. Ist die Wohnung sehr warm und frei von Zugluft, ist es am schönsten, nur in einer Windel zu strampeln.

Ein Sonnenhut ist ein echtes Muss! Foto: Bigstock

Und wenn es dann nach draußen geht? Hier heißt es, wirklich empfindlich auf den Schutz vor der Sonne zu achten. „Perfekt ist leichte, aber langärmelige Kleidung, die die Haut vor der Strahlung schützt. Babys gehören immer in den Schatten – für kurze Wege in der Sonne ist ein Sonnenhut perfekt, wenn das Kind ihn denn auf dem Kopf behält. Ansonsten muss man wirklich ganz konsequent im Schatten bleiben. An den Kinderwagen gehört in jedem Fall ein Segel oder ein Verdeck, dass die Sonne abhält – aber genügend Luft in den Wagen lässt.“

Besonders wichtig ist der Kinderärztin ein Thema: „Bitte unbedingt immer auf eine ausreichende Trinkmenge achten!!!!“ Hier gilt der Grundsatz: Je jünger ein Kind ist, desto höher ist der Flüssigkeitsbedarf. Bei Säuglingen gibt man die empfohlene Trinkmenge meist in Bezug auf das Körpergewicht an. Dabei gilt als Empfehlung: 100 – 150 ml/kg Körpergewicht/Tag. Bei einem Gewicht von 5 kg ergäbe sich daraus eine Trinkmenge von 500 – 750 ml am Tag.

Diese Menge decken Babys, die „ad lib.“, also nach ihrem eigenen Bedarf, gestillt werden, durch die Muttermilch ab, sie brauchen daneben in der Regel keine extra Flüssigkeit. Sie melden sich instinktiv, wenn sie Hunger oder Durst haben, und deswegen ist ihr Flüssigkeitshaushalt normalerweise im Lot.

Kinder, die Fläschchennahrung bekommen, kann bei Bedarf (z.B. der großen Hitze) zusätzlich ab und zu schlückchenweise Wasser in der Babyflasche oder einem Trinkbecher angeboten werden. Das ist besonders empfehlenswert, wenn sie durch ihre Mahlzeiten nicht auf den für ihr Gewicht empfohlenen Flüssigkeitsbedarf kommen.

Immer gilt: Wasser sollte bei Säuglingen nie ausschließlich und permanent angeboten werden. „Im Zweifel lieber den eigenen Kinderarzt fragen, der kennt das Kind und eventuelle Krankheiten, die die ratsamen Trinkmengen beeinflussen, genau.“

In Deutschland können Kinder ohne Risiko Leitungswasser (sofern keine alten Leitungen vorhanden sind!) oder alternativ stilles Wasser benutzt werden. Dr. Schütt: „Bei Leitungswasser sollten keine Wasserfilter verwendet werden, da diese recht schnell bakteriell besiedelt werden!“

Jetzt heißt es, cool bleiben: Mit diesen Tipps bekommen wir unsere Kleinen gesund und munter durch jede Hitze-Welle.

Foto: privat

Unsere Expertin: Kinderärztin Dr. med. Snježana-Maria „Snježi“ Schütt, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin aus Lübeck.

Auf ihrem Blog www.die-kinderherztin.de findet ihr alles, was die „Kinderherztin“ liebt: Hilfreiche Texte über medizinische Themen, leckere Rezepte, Reiseberichte und coole Bastel-Tipps.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer vierjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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