Heilwolle: Wunderwaffe beim wunden Po

Schafwolle wird schon seit der Antike wegen ihrer wärmenden Wirkung geschätzt. Doch wusstest du, dass Schafschurwolle heilende Eigenschaften hat? Die sogenannte Heilwolle ist naturbelassene Schafschurwolle mit Restfett. Sie hat eine entzündungshemmende, pflegende und beruhigende Wirkung und kommt wunden Babypos und gereizten Brustwarzen besonders zugute. Doch nicht nur auf der Haut, auch bei anderen Beschwerden ist Heilwolle ein natürliches und wirkungsvolles Mittel.

Was genau ist Heilwolle?

Heilwolle ist naturbelassene Schafschurwolle, die noch das Wollwachs, auch Wollfett oder Lanolin genannt, enthält. Das Wollwachs ist ein Sekret, das von den Talgdrüsen der Schafe gebildet wird und sich in ihrer Wolle verteilt. Dieses Sekret hat eine pflegende Wirkung und wird daher oft in der Kosmetikindustrie verwendet.

Herkömmliche Schafschurwolle enthält dieses Wollfett nicht mehr. Es wird entfernt, indem die Wolle mit heißem Wasser gewaschen wird. Bei der Herstellung von Heilwolle wird die Wolle natürlich auch gewaschen – allerdings in viel kälterem Wasser. So bleibt das Wollfett erhalten. Aus dieser Wolle wird schließlich ein weiches Vlies hergestellt, das von der Konsistenz an Watte erinnert.

Übrigens: Heilwolle ein geschützter Begriff: nicht nur die Herstellung der Wolle, auch die Schafzucht muss zertifiziert sein. Im Handel wird Heilwolle manchmal auch als Fettwolle bezeichnet.

Welche Wirkung hat Heilwolle?

Dass Schafwolle nicht nur wunderbar wärmt, sondern zudem eine heilende Wirkung hat, ist schon seit Tausenden von Jahren bekannt. Auch heute empfehlen viele Hebammen diese naturbelassene Wolle für die zarte und empfindliche Haut – nicht nur von Babys, sondern auch von erwachsenen Menschen.

Diese Vorteile hat Heilwolle:

  • Pflegt und beruhigt die Haut
  • Fördert die Durchblutung
  • Hemmt Entzündungen
  • Saugt Feuchtigkeit auf
  • Ist atmungsaktiv

Wozu wird Heilwolle verwendet?

Besonders bei Babys und Kleinkindern ist Heilwolle nützlich, da sie auf schonende und natürliche Weise die Haut pflegt und beruhigt. Doch die Wirkung beschränkt sich nicht nur auf die Haut: auch bei anderen Schmerzen und Entzündungen kann die Wolle helfen.

Wunder Babypo

Jedes Baby hat mal einen wunden Po oder durch die Windel gereizte Haut. Dagegen helfen zahlreiche Wundcremes – oder eben Heilwolle. Diese kann die Feuchtigkeit absorbieren, ohne dabei die Haut auszutrocknen. Die entzündungshemmenden Eigenschaften beruhigen die gereizte Haut und pflegen sie zusätzlich. Außerdem ist Heilwolle ein komplett natürliches Produkt, das im Gegensatz zu Cremes keinerlei schädliche Zusatzstoffe enthält.

Die Anwendung von Heilwolle bei einem wunden Po ist ganz simpel:

1. Säubere die Haut

2. Lege etwas Heilwolle auf die geröteten Stellen und verschließe die Windel

3. Verwende keine zusätzliche Babycreme, die Wolle ansonsten die Feuchtigkeit schlechter aufnehmen kann

4. Wenn du die Windel wechselst, tausche die Heilwolle unbedingt durch frische aus

Wunde Brustwarzen

Auch bei gereizten Brustwarzen hilft Heilwolle. Ebenso wie beim Babypo wirkt sie beruhigend, pflegend und entzündungshemmend. Natürlich kannst du eine Creme benutzen, ein kleines Stück Heilwolle im BH ist aber eine wirkungsvolle, gut verträgliche und komplett natürliche Alternative.

Nässende Wunden

Heilwolle nimmt Feuchtigkeit sehr gut auf und ist außerdem – im Gegensatz zu herkömmlichen Pflastern – atmungsaktiv. Daher kann Heilwolle auch bei nässenden Wunden zum Einsatz kommen.

Achte allerdings darauf, Heilwolle nicht direkt auf offenen Wunden zu verwenden. Die Härchen könnten in der Wunde kleben bleiben und dann schwer und schmerzhaft zu entfernen sein. Lege also am besten eine dünne Schicht Mull oder einen netzartigen Stoff auf die Wunde und darauf dann die Wolle.

Verspannte Muskeln und Gelenkschmerzen

Die entzündungshemmende Wirkung der Heilwolle kommt auch bei Muskel- und Gelenkschmerzen zugute. Die Wolle auf der Haut wärmt, regt die Durchblutung an und wirkt entspannend. Aus der Wolle kannst du Umschläge formen und an den entsprechenden Stellen befestigen.

Halsschmerzen, Husten und Bronchitis

Selbst bei Halsschmerzen und Bronchitis kann Heilwolle hilfreich sein. Durch ihre wärmende, entzündungshemmende und durchblutungsfördernde Wirkung lindert sie Schmerzen und regt die Heilung an.

Lege die Heilwolle bei Halsschmerzen direkt auf die schmerzenden Stellen am Hals und befestige sie dann mit einem Schal. Bei Husten und Bronchitis, verteile die Wolle auf deiner Brust und fixiere sie mit einem Tuch oder Verband. Die Wirkung entfaltet sich noch besser, wenn du zusätzlich etwas ätherisches Öl auf die Wolle tropfst.

Ohrenschmerzen

Bestimmt kennst du Zwiebelwickel bei Ohrenschmerzen, aber auch Heilwolle kann wirken. Durch ihre entzündungshemmende Wirkung lindert sie Schmerzen und unterstützt die Heilung. Besonders bei Babys und Kleinkindern, die öfter Ohrenschmerzen haben, aber nicht alle Medikamente vertragen, ist Heilwolle eine wertvolle Hilfe.

Lege ein Stück Heilwolle über das Ohr und befestige es mit einem Tuch oder Schal. Du kannst auch ein Stück Wolle zu einem Stöpsel drehen und vorsichtig (und nicht zu weit!) ins Ohr stecken. Vergiss nicht, diesen Ohrstöpsel alle paar Stunden zu entfernen und ggf. durch frische Wolle zu ersetzen. Sollten sich die Beschwerden nach ein paar Tagen nicht bessern, wende dich unbedingt an einen Arzt.

Kann Heilwolle Nebenwirkungen haben?

Heilwolle ist ein sanftes und natürliches Mittel, kann aber dennoch Allergien auslösen oder zu Unverträglichkeiten führen. Wenn du Symptome einer Allergie, wie zum Beispiel Hautausschlag, bei dir oder deinem Baby bemerkst, verwende die Heilwolle nicht mehr. Sollten die Symptome nicht von alleine abklingen, suche unbedingt einen Arzt auf.

Heilwolle sollte nicht bei Neurodermitis verwendet werden, da die Haut empfindlich auf das Lanolin reagieren könnte. Auch bei akuten Entzündungen oder fieberhaften Erkrankungen solltest du Heilwolle nicht benutzen. Bei Unsicherheiten sprich am besten mit deinem Arzt.

Heilwolle richtig benutzen: Das solltest du beachten

Wenn du Heilwolle kaufst, erhältst du nicht etwa ein Wollknäuel oder eine Wolldecke, sondern ein watteähnliches, weiches Vlies, dass du mit den Händen teilen kannst. Je nach Bedarf kannst du gleich das Vlies verwenden oder Stücke der Wolle abzupfen und formen.

Damit die Wolle ihre heilende Wirkung entfalten kann, muss sie in direkt auf die Haut gelegt werden. Bei der Anwendung von Heilwolle kommt es zu einem leicht kribbelnden Gefühl und einer Wärmeentwicklung, da die feinen Härchen der Wolle die Durchblutung anregen. Ein gutes Zeichen – denn so kann das Lanolin richtig wirken. Auch ein leichtes Jucken ist normal.

Bereits verwendete Heilwolle solltest du entsorgen und – der Hygiene zuliebe – nicht ein zweites Mal benutzen. Heilwolle darf nicht gewaschen werden, da das Wollfett entfernt wird und die Wolle dadurch ihre Wirkung verliert.

Heilwolle wirkt schnell und ist vielseitig verwendbar, ist aber kein Wundermittel. Sollten sich die Beschwerden trotz Heilwolle nicht bessern oder sogar verschlechtern, wende dich unbedingt an einen Arzt.

Wo kann ich Heilwolle kaufen?

Heilwolle kannst du hauptsächlich in Apotheken und Reformhäusern kaufen. Mit etwas Glück findest du sie sogar in gut sortierten Drogeriemärkten. Natürlich kannst du Heilwolle auch ganz bequem online bestellen.

Der Preis variiert je nach Menge der Wolle, beginnt aber bei ca. 8 € pro 100 g. Eine Packung, die du in der Apotheke bekommst, ist ziemlich ausgiebig und reicht für eine lange Zeit.

Heilwolle

Heilwolle, die es bei „Doc Morris“ zu kaufen gibt. Foto: Doc Morris

Damit du ein hochwertiges und wirkungsvolles Produkt erhältst, stelle beim Kauf unbedingt sicher, dass es sich um echte, also zertifizierte, Heilwolle handelt. Worauf du außerdem achten solltest:

  • Naturbelassener Lanolingehalt der Wolle
  • Kontrolliert biologischer Anbau
  • Pestizidfreies Produkt

Hast du schon Erfahrungen mit Heilwolle gemacht? Würdest du sie ausprobieren?

Schreib es in die Kommentare – wir freuen uns auf deine Meinung!

Wenn du dich mit anderen Mütter über Heilwolle und Babypflege austauschen möchtest, dann komm doch in unsere Facebook-Gruppe: „Wir sind Echte Mamas.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer fünfjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

Alle Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.