Winterbaby oder Sommerbaby? So lustig sind die Unterschiede!

Was bedeutet es, ein Sommerbaby zu haben? Wie ist es dagegen mit einem Winterbaby?

Mein erstes Kind kam im Februar zur Welt, das zweite im August. Es war nicht geplant, aber am Ende trennten meine Kinder fast genau dreieinhalb Jahre.

Beide waren absolut erwünscht und lange ersehnt. Jahreszeiten spielten dabei keine Rolle. Und doch muss ich manchmal den Kopf schütteln darüber, wie anders es jeweils mit dem Sommer- und dem Winderbaby war.

Hier meine Erfahrungen:

Hochschwanger im Winter vs. hochschwanger im Sommer

Für meinen ersten Mutterschutz, im Januar, hatte ich mir viel vorgenommen: Babysachen nähen, jeden Tag spazieren gehen und ungefähr 17 Bücher lesen. Was tat ich wirklich? Schob das Nähen vor mir her, trippelte einmal in der Woche fünf Minuten lang schlecht gelaunt durch den Schneematsch und schaffte nur ein Buch. Ständig nervte mich der Bauch, ich war ständig müde und schaute viel zu viel Serien. Einziges Highlight: Ich nahm fast jeden Tag ein warmes Bad. Darauf konnte ich einfach nicht verzichten.

Das sollte mit der Sommer-Schwangerschaft natürlich ganz anders werden, so nahm ich es mir zumindest vor. Und plante nichts für meinen Mutterschutz im Juli. Ehrlich gesagt hatte ich auch etwas Angst vor der Hitze, Wassereinlagerungen und Kreislaufproblemen. Ich war hauptsächlich mit Kind eins auf dem Spielplatz, vergrub die nackten und immer noch ziemlich schlanken Füße im kühlen Sand und schwelgte mit den anderen Müttern im Sommerglück. In den warmen Monaten ist man einfach weniger allein. Übrigens: War das Kind im Kindergarten, badete ich. Auch bei 30 Grad im Schatten. Fast jeden Tag.

Neugeborenes im Winter vs. Neugeborenes im Sommer

Das Wetter am Geburtstag meines Winterkindes war strahlend klar und der Beginn einer vier Wochen Dauerschneephase. Deshalb kaufte ich direkt nach der Geburt noch mehrere Teddyanzüge, Mützen und Handschuhe (Fehlkauf: Nie habe ich es geschafft, dem Kind diese Dinger über die winzigen Hände zu ziehen). Ich zog dem Baby Wollpullover an und wieder aus, weil sie nicht unter den Anzug passten. Ich fasste panisch ständig in den Fußsack, weil ich nicht schätzen konnte, ob es dem Baby zu warm oder zu kalt war. Der Nacken war ok, aber was war mit den Beinen? Zu Hause drehte ich die Heizung auf, bis wir kurz vor Sauna-Temperatur waren. Kein Wunder, saß ich doch teilweise ewig mit dem schlafenden und/oder stillendem Baby auf dem Sofa und konnte mich nicht bewegen.

Mit dem Sommerbaby musste ich mich bewegen, schon wegen Kind eins. Also ab ins Tragetuch und los. Und wieder zurück, weil ich schlecht gebunden hatte und mir das Tuch am schwitzenden Rucken herunterrutschte. Kinderwagenverdeck in Dunkelblau: War das schlau? Staute sich darunter nicht die Wärme? Und was bitte schön ziehe ich dem Zwerg an, wenn es 30 Grad warm ist. Langarmbody? Kurzarmbody? Hilfe! Das eine zu warm, das andere lässt gefährliche Sonnen-Strahlen an die nackte Haut kommen. Ja, die Kleiderfrage quält zu jeder Jahreszeit. Trotz Verwirrung schafften Baby und ich es durch den Sommer.

Als ich endlich den richtigen Dreh bei den Klamotten raus hatte, konnte ich den Sommer genießen. Foto: Bigstock

Afterbaby-Body im Sommer vs. Afterbaby-Body im Winter

Ach du mein Körper. Ich bin ja eigentlich ganz zufrieden mit dir. Und ja, du hast zwei Schwangerschaften durchgemacht. Aber musstest du mir das nach der Wintergeburt noch den ganzen Sommer zeigen? Und vor allem den anderen? Wir haben uns dann gemeinsam auf die Yogamatte gequält und waren fast jeden zweiten Abend joggen. Tat gut. Die Wirkung zeigte sich dann leider erst im November.

Das Sommerbaby hinterließ noch mehr Kilos. Und einen Bauch, in den das Baby nach zwei Monaten immer noch rein gepasst hätte. Wenigstens kam schnell der Herbst und ich ließ die Pullis schlabbern. Das sollte sich doch bis zum nächsten Sommer erledigt haben dachte ich. Der nächste Sommer kam und… naja. Erledigt hatte sich höchstens das Stillen. Dass wir aber auf den ersten Geburtstag des Babys zusteuerten, wollte mein Bauch nicht wahrhaben. Es half nichts, nun ließ ich auch die T-Shirts schlabbern. Im Winter fiel mit Sport viel schwerer.

Winterbaby stillen vs. Sommerbaby stillen

Das Winterbaby hing in den ersten Wochen ununterbrochen an meiner Brust. Durfte es auch. Und ich hatte einen guten Grund, mir viele schöne Strickjacken zu kaufen, die ich über die Stilltops ziehen konnte. Tropfende Brüste und Spuckeflecken ließen sich mit meinem Lagenlook natürlich perfekt verstecken. Nur wenn der Hunger zu schnell kam, dauerte es manchmal ewig, bis ich alles freigelegt hatte.

Am angenehmsten war ehrlich gesagt das Stillen im Frühling. Warm, aber nicht zu heiß. Foto: Unsplash / Dave Clubb

Mein Sommerbaby hatte hingegen immer einen sehr kurzen Weg zur Milch. Beziehungsweise nur eine Schicht. Ich plagte mich dafür mit auftragenden Stilleinlagen herum und stellte fest, dass viele Stilltop-Hersteller davon ausgingen, dass Frauen direkt nach der Geburt gerne enge Shirts tragen. Nicht ich. Siehe After-Babybody.

Krabbeln und Laufen lernen, wenn’s warm bzw. kalt ist

Winterbaby war fix und machte seine ersten Schritte eine Woche nach dem ersten Geburtstag. Leider immer nur drinnen, weil draußen kein Wetter für fallende Einjährige war. Und ich musste erkennen, dass Stiefelchen in Größe 19 genau so viel kosten wie Stiefel in 38. Puh!

Sommerbaby durfte dagegen fröhlich über die Wiese krabbeln. Ich erwartete, dass es seine ersten Schritte ebenfalls zum ersten Geburtstag machen würde. Tat es aber nicht. Es wartete auf den Winter. Und als ich mich freute, dass ich ihm nun die winzigen, teuren Winterstiefel von Kind eins noch einmal anziehen konnte, waren seine Füße genau eine Nummer größer. Trotzdem des schlechten Timings ist der Sommer für die ersten Auslaufversuche einfach besser geeignet.

Geburtstag haben im Februar vs. Geburtstag im August

Mein erstes Kind hat eine große Leidenschaft für Schnitzeljagden. Also stapfte ich zum fünften Winter-Geburtstag zwei Stunden lang mit klammen Fingern durch den Park und befestigte Schleifchen an nassen Ästen im Unterholz. Es sollte ja nicht zu einfach werden. Die Geburtstagsgesellschaft preschte die Strecke in einer Viertelstunde ab und schmiss dann sechs Mal Matsch-Kleidung inklusive Winterstiefel und nasser Strümpfe in unseren Flur. Nächstes Jahr will das Winterkind übrigens an seinem Geburtstag grillen.

Sommerkind ist noch klein. Aber ich ahne schon, dass es ihm nicht passen wird, immer in den Ferien Geburtstag zu haben. Immer nachfeiern, immer sind alle im Urlaub und nie ist man in der Schule das Geburtstagskind. Das weiß seine Mama deshalb so genau, weil sie auch ein Sommerferien-Kind war. Aber dafür gibt es an deinem Geburtstag immer Eis.

Foto: Bigstock

Ich finde, du hast trotzdem Glück gehabt! Und für mein Winterkind habe ich auch schon viele Ideen: Indoor-Spielplatz, Hallenbad, Turnhalle und Vieles mehr.

Happy birthday!

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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