Muss Babypflege bio sein?

Bevor ich Mama wurde, kaufte ich mir einfach eine Gesichtscreme, die schnell einzog und gut roch. Ich machte mir selten Gedanken über die Zusammensetzung meiner Kleidung oder achtete manchmal beim Einkaufen auf Bio-Siegel. Aber seit ich Mama bin, ist mir Bio-Qualität wichtiger. Man sagt immer, mit der Liebe zieht auch die Angst ins Herz. Das stimmt. Ich würde meinem Baby niemals etwas geben wollen, was seiner Gesundheit schaden könnte, und mittlerweile immer Bio den Vorrang geben. Geht es euch auch so?

Was braucht die Haut eines Neugeborenen wirklich?

Besonders, wenn es um die Ernährung oder Pflege geht, ist mir bio wichtig. Alles, was großflächig auf seine Haut kommt, sollte lieber nichts Bedenkliches enthalten. Aber was braucht die Haut eines Neugeborenen wirklich?  In den ersten Tagen nach der Geburt eigentlich gar nichts. Mutter Natur hat ihm das perfekte Schutzschild mit auf den Weg gegeben: noch im Mutterleib wird es mit einer natürlichen Schicht namens Käseschmiere ausgestattet. Dieser, zugegeben, nicht sehr „appetitlich“ klingende Begriff (gerade im Bezug auf Körperpflege) ist jedoch ein hoch effizientes Naturprodukt, entwickelt im „Kosmetik-Labor“ namens Fruchtblase. Käseschmiere schützt Babys Haut schon im Fruchtwasser vor dem Austrocknen, wirkt als natürliches Gleitmittel bei der Geburt und umhüllt das Neugeborene auch direkt danach wie eine zarte Wärmedecke. Dazu wehrt sie bakterielle Hautinfektionen ab.

Das biologische Wundermittel wird daher nur leicht abgetupft. Aber leider wird es in den ersten beiden Tagen nach der Geburt auch schon vollständig von der Haut eingesogen.

Und danach? Am besten Bio-Babypflege!

Nach den ersten Tagen und Wochen verwenden viele Mamas gern eine Babypflege, denn viele Babys leiden unter trockener Haut.

Nur welche? Im Dschungel der Babypflege fühlt man sich leicht verloren. Grundsätzlich ist es gut, auf synthetische Duftstoffe, Paraffine oder Silikone zu verzichten. Noch besser ist es, wenn die Pflege bio ist. Es gibt übrigens auch einen Unterschied zwischen Bio- und Naturkosmetik: Naturkosmetik besteht zu einem überwiegenden Teil aus pflanzlichen Inhaltsstoffen, dabei können die Pflanzen allerdings auch aus nicht ökologischem Anbau stammen. Bei Bio-Pflege hingegen muss der größte Teil der verwendeten pflanzlichen Inhaltsstoffe aus biologischem Anbau stammen.

Grundsätzlich gilt in Deutschland: wo ein zertifiziertes Bio-Siegel drauf ist, ist auch Bio drin. Vorsicht: Manche Hersteller kreieren sich allerdings einfach ein eigenes Natur-Siegel, was dann Natürlichkeit suggeriert, nur weil einige pflanzliche Inhaltsstoffe darin sind.

Welchen Bio-Siegeln ihr vertrauen könnt, haben wir weiter unten aufgelistet.

Weniger ist mehr!

Babyhaut ist viel dünner als die von Erwachsenen, das macht sie so empfindlich. Auch ihr Säureschutzmantel, der vor Bakterien und Pilzen schützt, ist noch nicht stabil. Da die Talgdrüsen noch wenig aktiv sind, fehlt der Hornschicht auch ihre „Kittsubstanz“, so verliert sie leicht Feuchtigkeit.

Um die Haut eines Babys zu pflegen, brauchst du nur wenige Produkte:

Wozu Hebammen raten:

Es gibt Produkte, die die zarte Babyhaut unterstützen, bis sie sich vollständig entwickelt hat. Seit Jahrzehnten empfehlen Hebammen dafür die Babypflege von Töpfer. Besonders das Kleiebad mit Bio-Weizenkleie wird auch in der Echte Mamas Community immer wieder als Geheimtipp bei empfindlicher Haut empfohlen. Mittlerweile gibt es den Klassiker auch als Lotion.

Außerdem lesen wir in den Echte Mamas-Gruppen immer wieder von der Wundschutz-Paste mit Bio-Oliven- und Jojoba-Öl, wenn der Po rot leuchtet und entzündet ist. Entscheidend ist dabei, dass sie keinen Wasser enthält: Die fette, zähflüssige Wundschutzpaste legt sich wie eine Schutzschicht über die Haut. So sorgt sie dafür, dass die wunden Stellen nicht feucht werden und schnell abheilen können.

Auch das Pflege & Massage-Öl von Töpfer besteht zu 98% aus Bio-Ölen (und pflegt übrigens auch trockene Mama-Haut superweich, genauso wie die Pflegecreme mit Calendula und Bio-Weizenkleie).

Übrigens: Mikroplastik sucht man in den Töpfer-Produkten zum Glück auch vergeblich.

Töpfer steht für tolle Bio-Qualität aus dem Allgäu.

Töpfer steht für tolle Bio-Qualität aus dem Allgäu. Foto: PR

Bio-Siegel als Orientierungshilfe

Echte Bio-Produkte sind sehr strengen Kontrollen unterzogen und an zertifizierten Siegeln erkennbar. Auch hier gibt es viele verschiedene Siegel. Auf diese sollte man achten:

COSMOS organic: Europäischer Standard für Naturkosmetik, zusätzlich müssen 95% der der physikalisch verarbeiteten Agrarbestandteile bio sein, und mindestens 20 Prozent des gesamtes Produkts müssen bio sein.

BDIH: Pflanzliche Rohstoffe müssen aus zertifiziertem ökologischem Ausgangsmaterial stammen. Weder bei der Herstellung noch bei der Entwicklung oder Prüfung der Endprodukte dürfen Tierversuche durchgeführt oder in Auftrag gegeben werden.

ECOCERT: Biokosmetik darf nur pflanzliche Inhaltsstoffe aufweisen, die zu 95 % aus biologischem Anbau stammen, außerdem müssen mindestens 10 % der gesamten Inhaltsstoffe (auf das Gewicht bezogen) aus biologisch zertifiziertem Anbau kommen.

DEMETER: Gilt als eines der strengsten Bio-Siegel. Es bedeutet, dass ein Demeter-Rohstoffanteil von 90 Prozent bei pflanzlichen Bestandteilen gegeben ist und die Rohstoffe bio-dynamisch erzeugt wurden. Mineralöle, Benzol oder Hexan, Butylen- oder Propylenglycol, Rohstoffe, die aus Tieren gewonnen wurden, Einsatz von Gentechnik und Nanopartikeln, radioaktive Bestrahlung oder Begasung sind nicht erlaubt.

Quellen: COSMOS organic – toepfer-babywelt.de/guetesiegel, BDIH – kontrollierte-naturkosmetik.de, ECOCERT – ecocert.com, DEMETER – demeter.de

Genießt das Baden und Eincremen eurer Kleinen – ohne euch dabei Gedanken über Inhaltsstoffe machen zu müssen. 

Vitesse Schleinig

Aus der Münchner Verlagswelt kam ich vor rund zehn Jahren in die Hamburger Online-Welt, wo ich seither texte, was die Tastatur hergibt. Das Leben mit meinem Mann und unserem 3-Jährigen nehme ich mit Humor, Liebe – und viel Yoga. Und ich bin überzeugt, dass aus willensstarken Kindern großartige Erwachsene werden. Ganz bestimmt!

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