Toxoplasmose in der Schwangerschaft

Als ich mit meiner Tochter schwanger war, fragte mich die Ärztin bei der Vorsorge, ob ich denn auch den Toxoplasmose-Test machen lassen möchte. Ehrlich gesagt hatte ich davon bisher noch nie etwas gehört und musste ich erst einmal schlau machen. Dabei ist Toxoplasmose in der Schwangerschaft wirklich ein wichtiges Thema, das für dein Baby leider richtig gefährlich werden kann. Wir haben alle wichtigen Infos dazu für dich zusammengefasst:

1. Was ist Toxoplasmose?

Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die durch Säugetiere und Vögel übertragen wird. Dabei sind alle Tiere und auch wir Menschen allerdings nur sogenannte „Zwischenwirte“, das heißt, wir geben die Parasiten nur weiter. Ihre Eier können die Einzeller nämlich nur im Darm einer Katze bilden, die in diesem Fall der „Endwirt“ ist.

Es gibt Schätzungen, nach denen jeder zweite Mensch auf der Welt schon mit Toxoplasmose infiziert war oder ist. Dabei steigt die Zahl der Betroffenen mit dem Alter. Das heißt, mit 60 sind durchschnittlich mehr Menschen betroffen als zum Beispiel mit 20.

Die gute Nachricht: Wenn man einmal mit Toxoplasmose infiziert war, ist man für den Rest seines Lebens immun. Man kann die Krankheit also nicht noch einmal bekommen, es sei denn, man entwickelt eine Immunschwäche, zum Beispiel durch eine HIV-Infektion.

2. Wie wird Toxoplasmose übertragen?

Du kannst dich über verschiedene Wege mit Toxoplasmose anstecken. Am häufigsten sind allerdings diese Zwei:

Übertragung durch rohes Fleisch und andere Lebensmittel

In den meisten Fällen wird Toxoplasmose durch rohes Fleisch übertragen. Denn die Parasiten leben in den Muskeln beinahe aller Haus- und Nutztiere, und wenn wir dieses Fleisch essen, gelangen die Erreger in unseren Blutkreislauf.

Deshalb wird Schwangeren empfohlen, generell auf rohes Fleisch, Tartar und auch sogenannte Rohwurst wie zum Beispiel Mettwurst, Teewurst oder Zwiebelmett zu verzichten. Wenn du also schwanger bist und dir ein leckeres Steak gönnen möchtest, solltest es lieber durchgebraten essen statt medium und auf keinen Fall englisch.

Übrigens können die Erreger auch auf frischem Gemüse sitzen, wenn es zum Beispiel mit Katzenkot in Berührung gekommen ist. Deshalb solltest Obst und Gemüse grundsätzlich gründlich waschen, um eine Infektion mit Toxoplasmose zu verhindern, nicht nur während der Schwangerschaft.

Übertragung durch Katzen

Der zweithäufigste Übertragungsweg für Toxoplasmose sind Katzen. Denn die Parasiten können zwar auch in den Muskeln von beinahe allen Säugetieren überleben, aber nur im Darm einer Katze können sie Eier bilden, die sogenannten Oozysten.

Das passiert zum Beispiel, wenn die Katze eine infizierte Maus frisst oder rohes Fleisch zu fressen bekommt. Deshalb tragen Katzen, die viel draußen unterwegs sind, die Toxoplasmose-Erreger deutlich häufiger in sich als reine Wohnungskatzen.  Ist die Katze mit Toxoplasmose infiziert, scheidet sie die Eier über ihren Kot wieder aus, und wenn du zum Beispiel das Katzenklo saubermachst und danach unbeabsichtigt mit der Hand an deinen Mund kommst, kannst du dich schon anstecken.

Draußen gelangen die Oozysten über den Katzenkot in die Erde. Dort können sie lange überleben und sind schon nach zwei bis vier Tagen selbst ansteckend. Durch Wind und Regen verbreiten sie sich, werden dann wieder von anderen Tieren gefressen und gelangen über das Blut wiederum in deren Muskeln.

3. Muss ich meine Katze abgeben, wenn ich schwanger bin?

Keine Angst, im Normalfall ist es nicht notwendig, dass du deine Katze aus Angst vor Toxoplasmose in der Schwangerschaft abgibst. Allerdings solltest du einige Dinge beachten, um zu vermeiden, dass du dich ansteckst:

  • Katze auf Toxoplasmose testen lassen
    Am besten lässt du deine Katze vom Tierarzt auf Toxoplasmose testen, sobald du von deiner Schwangerschaft erfahren hast. Besonders wichtig ist das, wenn sie auch draußen unterwegs ist. Falls der Arzt eine Infektion feststellt, kann deine Katze dagegen behandelt werden. Am besten wer es, wenn du jemanden hast, bei dem sie wohnen kann, bis die Behandlung abgeschlossen ist.
  • Katzenklo nicht selbst saubermachen
    Die Katzentoilette ist die größte Ansteckungsquelle. Bitte deshalb deinen Partner oder eine andere Person, die Reinigung zu übernehmen, so lange du schwanger bist. Die Toxoplasmose-Erreger vertragen keine Hitze. Deshalb empfiehlt es sich, das Katzenklo möglichst täglich mit mindestens 70 Grad heißem Wasser zu reinigen.
  • Hände waschen
    Es ist nicht immer einfach einzuhalten, aber du solltest versuchen, dir nach jedem Kontakt mit deiner Katze die Hände zu waschen. Das verhindert, dass sich mögliche Erreger in deiner Wohnung ausbreiten können.
  • Katze raus aus dem Bett
    So schön es auch ist, ausgiebig mit der Katze zu kuscheln – lass sie am besten nicht mehr in dein Bett. Wenn die Erreger erst einmal auf deiner Decke oder sogar auf deinem Kissen sind, ist die Gefahr einer Ansteckung wirklich groß. Auch wenn es schwerfällt, es ist ja nur für ein paar Monate.
  • Katzenfutter statt rohem Fleisch
    Wie geschrieben wird Toxoplasmose in den meisten Fällen über rohes Fleisch übertragen. Deshalb solltest du deine Katze während der Schwangerschaft ausschließlich mit Katzenfutter füttern. Das ist natürlich nur bei reinem Hauskatzen möglich, die nicht draußen unterwegs sind.
  • Schuhe vor der Tür ausziehen
    Wenn wir draußen unterwegs sind, bleibt es leider nicht aus, dass Schmutz an unseren Schuhen klebenbleibt. Und der kann Oozysten enthalten. Wenn wir damit durch die Wohnung laufen, kann es sein, dass die Katze sich über diesen Weg mit Toxoplasmose ansteckt.
  • Saubermachen nur mit Handschuhen
    Damit es nicht zu einer Infektion mit Toxoplasmose während der Schwangerschaft kommt, solltest du häufiger als sonst den Boden wischen, wenn du eine Katze hast. Aber wichtig: Trage dabei unbedingt Handschuhe. So verhinderst du, dass mögliche Erreger an deine Hände und von da aus an deinen Mund kommen.
  • Dampfstrahler können helfen
    Wenn du besonders gründlich sein willst, kannst du die Böden regelmäßig mit einem Dampfstrahler saubermachen. Der schafft nämlich das, was Desinfektionsmittel nicht schaffen: Er tötet die Eier der Erreger ab.

4. Welche Symptome hat Toxoplasmose?

Im Normalfall bemerkst du es nicht einmal, wenn du mit Toxoplasmose infiziert bist. Nur ganz selten kommt es ein bis drei Wochen nach der Infektion zu leichten Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall, Müdigkeit oder Fieber. Manchmal können auch deine Lymphknoten etwas anschwellen. Deshalb wissen die meisten Betroffenen har nicht, dass sie mit Toxoplasmose infiziert sind.

Bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sieht das leider etwas anders aus. Hier kann Toxoplasmose schwerwiegende Folgen wie Lungenentzündungen oder auch Entzündungen im Gehirn zur Folge haben.

5. Warum ist Toxoplasmose in der Schwangerschaft gefährlich?

Wenn du einmal mit Toxoplasmose infiziert warst, bleiben in der Regel einige der Erreger in deinem Körper. Das ist aber nicht schlimm, weil dein Immunsystem Antikörper gebildet hat, die für den Rest deines Lebens dafür sorgen, dass du dich nicht erneut anstecken kannst. Diese Antikörper gegen Toxoplasmose werden im Fall einer Schwangerschaft auch auf dein Baby übertragen und sorgen so dafür, dass es ebenfalls vor einer Infektion geschützt ist.

Allerdings kann es natürlich auch passieren, dass du dich erst wenige Wochen vor oder sogar während der Schwangerschaft mit Toxoplasmose ansteckst. In diesem Fall ist die Infektionskrankheit für dich selbst nicht gefährlich, für dein Baby leider schon.

Denn über die Plazenta können die Erreger in den Blutkreislauf deines Babys gelangen. Da dein Kind zu diesem Zeitpunkt noch kein funktionierendes Immunsystem hat, können die Parasiten großen Schaden anrichten. Neben körperlichen und geistigen Behinderungen kann es zu schweren Entwicklungsstörungen, Fehlbildungen und sogar zu einer Früh- oder Fehlgeburt kommen.

6. Welche Folgen hat Toxoplasmose in der Schwangerschaft für mein Baby?

Eine Infektion mit Toxoplasmose während der Schwangerschaft kann unterschiedliche Folgen für dein Baby haben. Entscheidend ist, zu welchem Zeitpunkt der Schwangerschaft die Infektion stattfindet:

Folgen für das Baby im 1. Trimester

In den ersten 12 Wochen der Schwangerschaft liegt das Risiko, dass dein Baby sich bei dir ansteckt, bei nur 15 %. Es gibt die Vermutung, dass die Toxoplasmose-Erreger es in dieser Zeit schwerer haben, die Membran der Plazenta zu durchdringen. Wenn sie es geschafft haben, sind die Folgen für das Baby allerdings auch am schlimmsten, und es kommt häufig zu einer Fehlgeburt.

Folgen für das Baby im 2. Trimester

Die Gefahr, dass dein Baby sich mit Toxoplasmose ansteckt, steigt im zweiten Drittel der Schwangerschaft auf 45 %. In diesem Stadium kann es zu körperlichen und geistigen Behinderungen kommen, außerdem können Hirnhaut, Augen und Organe wie Leber, Nieren und Herz stark geschädigt werden. Auch hier kann eine Infektion zu einer Früh- oder Totgeburt führen.

Folgen für das Baby im 3. Trimester

Das Risiko, dass dein Baby sich mit Toxoplasmose ansteckt, ist im letzten Drittel der Schwangerschaft am höchsten: Es liegt bei bis zu 70 %. Allerdings kommen viele Kinder völlig ohne Symptome zur Welt. Das muss aber leider nichts heißen, denn in manchen Fällen werden die Folgen der Infektion erst nach mehreren Wochen, Monaten oder sogar Jahren sichtbar.

Übrigens: Wenn dein Baby sich in der Schwangerschaft bei dir mit Toxoplasmose ansteckt, ist das eine sogenannte meldepflichtige Infektion. Das heißt, nach der Geburt muss der Arzt das dem Robert-Koch-Institut melden. In den letzten Jahren gab es jeweils zwischen 8 und 23 Meldungen, einer Studie des Instituts zufolge müsste die Zahl allerdings deutlich höher liegen.

Mit einem Bluttest kann eine Infektion mit Toxoplasmose vor und waehrend der Schwangerschaft festgestellt werden.

Eine Infektion mit Toxoplasmose wird in den meisten Fällen durch Antikörper im Blut nachgewiesen.
Bild von Angelo Esslinger auf Pixabay

7. Wie wird eine Infektion mit Toxoplasmose diagnostiziert?

Da die Infektion im Normalfall keine Beschwerden verursacht oder nur solche, die sich nicht direkt auf Toxoplasmose zurückführen lassen, kann der Erreger nur über eine Blutprobe nachgewiesen werden. Bei einer Infektion enthält das Blut normalerweise Antikörper gegen den Erreger. Wenn diese im Labor nachgewiesen werden können, ist die Diagnose gesichert. An den Werten kann der Arzt auch erkennen, ob du aktuell eine Infektion mit Toxoplasmose hast, oder sie schon längere Zeit zurückliegt.

Auf diese Weise kannst du übrigens auch während der Schwangerschaft feststellen, ob du bereits mit Toxoplasmose infiziert warst bzw. bist, und ob dein Baby durch deine Antikörper geschützt ist.

Wenn dein Immunsystem aus verschiedenen Gründen geschwächt ist, kann es sein, dass der Nachweise über die Antikörper nicht funktioniert. In diesem Fall kann der Arzt eine kleine Gewebeprobe entnehmen, zum Beispiel aus einem geschwollenen Lymphknoten.

Übrigens gibt es auch für Katzen einen Test, mit dem der Tierarzt feststellen kann, ob sie den Erreger in sich tragen.

8. Wie wird Toxoplasmose in der Schwangerschaft behandelt?

Wenn du dich erst während der Schwangerschaft mit Toxoplasmose ansteckst, ist es wichtig, dass du zeitnah behandelt wirst. Denn auch, wenn die Infektion für dich im Normalfall ohne Folgen bleibt, kann sie bei deinem Baby zu schwersten Schädigungen oder im schlimmsten Fall zu einer Fehlgeburt führen.

Je nachdem, in welcher Schwangerschaftswoche die Diagnose gestellt wird, kommen verschiedene Antibiotika zum Einsatz. Im ersten Drittel der Schwangerschaft bekommst du in der Regel Spiramycin. Es soll verhindern, dass die Erreger von dir auf dein Baby übergehen, und du kannst es bis zur Geburt weiternehmen. Durch die Behandlung kann das Risiko, dass dein Baby ebenfalls an Toxoplasmose erkrankt, deutlich gesenkt werden.

Beim Ultraschall oder mit Hilfe einer Fruchtwasserpunktion, die ab der 16. Woche möglich ist, kann der Arzt feststellen, ob sich der Fötus dennoch angesteckt hat. Wenn das der Fall ist, bekommst du vermutlich eine Kombination aus einem Antibiotikum (Sulfadiazin) und einem Mittel gegen Parasiten (Pyrimethamin). Diese beiden Medikamente kommen auch zum Einsatz, wenn die Infektion mit Toxoplasmose erst im zweiten oder dritten Drittel der Schwangerschaft bei deinem Baby auftritt. Allerdings sorgen beide Mittel auch dafür, dass dein Körper nicht mehr ausreichend Folsäure bilden kann. Damit das nicht zu Schädigungen des Knochenmarks bei deinem Baby führt, wird der Arzt dir zusätzlich Folinsäure verschreiben.

Nach der Geburt bekommt dein Baby in der Regel die gleichen Medikamente, die du in der Schwangerschaft bekommen hast. Auch wenn dein Baby nach der Geburt keine Symptome zeigt, ist das leider noch keine Garantie dafür, dass es sich nicht mit Toxoplasmose angesteckt hat. Denn einige Symptome können auch Jahre später noch auftreten. Mit Hilfe einer Blutuntersuchung können die Ärzte feststellen, ob dein Baby Antikörper gegen die Erreger in sich trägt, und es entsprechend behandeln.

9. Wie kann ich Toxoplasmose in der Schwangerschaft vorbeugen?

Die meisten Ärzte bieten dir zu Beginn der Schwangerschaft an, dein Blut auf Antikörper gegen Toxoplasmose zu untersuchen. Leider gehört der Test in Deutschland nicht zu den Kassenleistungen, sondern du musst ihn selbst bezahlen. Aber danach weißt du sicher, ob du bereits mit Toxoplasmose infiziert warst. Wenn das der Fall ist, und die Infektion lange genug zurückliegt, brauchst du dir keine Sorgen mehr zu machen.

Falls dein Blut keine Antikörper enthält, und du somit noch nicht an Toxoplasmose erkrankt warst, solltest du in der Schwangerschaft einige Vorsichtsmaßnahmen beachten:

Kein rohes Fleisch essen

Wie oben geschrieben ist rohes Fleisch der Hauptüberträger von Toxoplasmose. In der Schwangerschaft solltest du deshalb auf alles verzichten, das nicht komplett durchgebraten ist. Dazu gehört das Steak genauso wie Tatar und Zwiebelmett, aber auch Mettwurst, Räucherschinken und andere Wurstsorten, die bei der Herstellung nicht ausreichend erhitzt werden. Denn nur, wenn das Fleisch für mehrere Minuten bei mindestens 70 Grad erhitzt wurde, werden die Toxoplasmose-Erreger auch wirklich abgetötet. Bei 50 Grad können sie bis zu 20 Minuten überleben.

Besondere Vorsicht ist übrigens auch bei Frikadellen und Co. geboten. Sie werden nämlich häufig so gebraten, dass sie innen noch leicht rosa sind.

Gemüse & Co. gründlich waschen

Auch Gemüse, Salat und Obst können über die Erde mit Toxoplasmose-Erregern belastet sein. Du solltest sie deshalb sehr gründlich waschen, bevor du sie isst. Und falls noch Erde an den Salatblättern klebt, wäschst du sie am besten, bevor du sie auf ein Brettchen oder die Ablage in der Küche legst.

Übrigens können die Erreger auch im Kühlschrank mehrere Wochen überleben. Während der Schwangerschaft solltest du ihn deshalb häufiger als sonst reinigen.

Küchenutensilien reinigen & tauschen

Was bei der Zubereitung von rohem Fleisch für deine Hände gilt, gilt ebenso für alles, was sonst noch damit in Berührung kommt. Das können Brettchen sein, Messer oder auch die Arbeitsplatte in deiner Küche. Um mögliche Erreger von Toxoplasmose zu beseitigen, solltest du deshalb alles besonders gründlich reinigen, wenn du fertig bist. Das gilt natürlich auch bei der Zubereitung von Gemüse, das in oder auf der Erde wächst. Besonders, wenn noch Reste der Erde daran kleben.

Auch Wischlappen und Schwämme, die du in der Küche benutzt, zum Beispiel, um die Arbeitsplatte abzuwischen, solltest du häufiger als sonst auswechseln.

Einmal-Handschuhe tragen

Zu den wichtigsten Utensilien, mit denen du einer Infektion mit Toxoplasmose in der Schwangerschaft vorbeugen kannst, gehören Einmalhandschuhe. Egal, ob du Fleisch zubereitest, Obst wäschst, die Wohnung putzt oder im Garten arbeitest – sie schützen dich vor dem direkten Kontakt mit den Erregern. Besonders bei Fleisch kannst du dich schon relativ leicht infizieren, wenn du es bei der Zubereitung anfasst.

Wichtig ist, dass es sich wirklich um Einmal-Handschuhe handelt, die du nach wegwerfen kannst, wenn du sie benutzt hast. Das ist zwar leider nicht besonders umweltfreundlich, aber wenn Handschuhe häufiger genutzt werden, besteht die Gefahr, dass du beim An- und Ausziehen mit den Erregern in Berührung kommst. Außerdem können sie an der Luft problemlos längere Zeit überleben.

Häufig die Hände waschen

Natürlich kannst du nicht den ganzen Tag mit Einmal-Handschuhen herumlaufen. Sollst du auch gar nicht. Stattdessen ist es wichtig, dass du dir öfter als sonst die Hände wäschst. Besonders wichtig ist das vor dem Essen, damit mögliche Toxoplasmen nicht von deinen Händen in den Mund gelangen.

Wenn du Haustiere hast, solltest du dir möglichst nach jedem Streicheln oder Kraulen die Hände waschen – vor allem, wenn sie auch draußen unterwegs sind und dort mit Erde in Kontakt kommen,

Sandkiste abdecken

Wenn du eine Sandkiste im Garten stehen hast, denke unbedingt daran, sie abzudecken, wenn ihr sie gerade nicht benutzt. Katzen, die draußen unterwegs sind, nutzen Sandkisten nämlich gern als Toilette. Da sie die Eier der Parasiten über ihren Kot verbreiten, ist die Gefahr einer Ansteckung hier sonst besonders groß.

Achtung bei der Gartenarbeit

Auch bei der Arbeit im Garten solltest du Handschuhe tragen. Denn zum einen kann es sein, dass Katzen, die Auslauf haben, deine Beete und Co. als Toilette benutzen. Zum anderen können die Parasiten auch über andere Wege in die Erde gelangen. Wenn sie dort erst einmal sind, können sie bis zu zwei Jahre überleben. Deshalb bitte Handschuhe tragen und zur Sicherheit trotzdem gründlich die Hände waschen.

10. Gibt es eine Impfung gegen Toxoplasmose?

Leider nein. Eine Impfung gegen die Infektionskrankheit gibt es aktuell weder für Menschen noch für Katzen. Du kannst also nur durch die oben genannten Vorsichtsmaßnahmen versuchen, einer Infektion vorzubeugen.

11. Wie sinnvoll ist der Test auf Toxoplasmose in der Schwangerschaft?

Während der Schwangerschaft hast du die Möglichkeit, dich auf Toxoplasmose testen zu lassen. Dafür nimmt der Arzt dir etwas Blut ab und untersucht es auf Antikörper gegen die Parasiten. Besonders wenn du Katzen hast, empfiehlt sich der Test, sobald du schwanger bist. Du kannst ihn natürlich auch schon machen lassen, wenn du weißt, dass du bald schwanger werden möchtest.

Findet der Arzt die Antikörper in deinem Blut, warst du bereits mit Toxoplasmose infiziert. Liegt die Infektion lange genug zurück, hast du einen lebenslangen Schutz vor einer erneuten Ansteckung, der auch für dein Baby gilt.

Wenn keine Antikörper in deinem Blut vorhanden sind, bist du bisher noch nicht mit den Erregern in Kontakt gekommen. In diesem Fall solltest du die oben genannten Vorsichtsmaßnahmen beachten. Der Test kann dann später in der Schwangerschaft wiederholt werden, wenn du das möchtest.

Aktuell gehört der Test auf Toxoplamose in der Schwangerschaft leider nicht zu den Standard-Leistungen. Das heißt, dass die meisten Krankenkasse ihn nur bezahlen, wenn ein begründeter Verdacht vorliegt, dass du dich kurz vor oder während der Schwangerschaft infiziert hast. Die Kosten für den Test allein liegen bei etwa 14 bis 16 €, allerdings werden häufig auch Blutentnahme und Co. mit abgerechnet.

Allerdings bieten viele Krankenkassen für Schwangere ein zusätzliches Kontingent an, das für verschiedene Vorsorgeleistungen genutzt werden kann. Das heißt, du hast z. B. 200 € zur Verfügung, die du dir für Untersuchungen wie das Ersttrimester-Screening, einen 3D-Ultraschall oder eben den Toxoplasmose-Test erstatten lassen kannst. Auf krankenkassen.de kannst du sehen, welche Kasse welche Kosten übernimmt.

Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Ich liebe den Hafen, fotografiere gern, gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Social Media und Texte ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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