Erkältungen, Bronchitis, Pseudokrupp: Frühe Anzeichen für Asthma?

„Emil rennt fröhlich kreischend über die Wiese. Auf den ersten Blick wirkt mein kleiner Sohn wie all die anderen Kinder, die an diesem Tag im Park unterwegs sind. Doch plötzlich fängt er an zu husten. Mit hängendem Kopf kommt er zu mir getrottet. Es tut mir weh, ihn so traurig zu sehen.

Mein Wildfang ist 2 1/2 Jahre alt und würde am liebsten den ganzen Tag toben. Doch das geht leider nicht. Wenn er sich zu sehr anstrengt, bekommt er Husten mit Atemnot. Emil leidet unter frühkindlichem Asthma.

Eine ganz normale Familie? Fast!

Ich bin Marina, 33 Jahre alt, und wohne mit meinem Sohn Emil im Harz. Der Papa von Emil und ich leben gerade in Trennung. Ich arbeite Teilzeit bei einer Wohnungsvermietung, Emil geht in die Kita. So weit, so „normal“. Und doch ist unser Alltag anders als bei anderen Familien.

Seit Juni dieses Jahres weiß ich, dass Emil allergisches Asthma mit Anstrengs- bzw. Belastungsasthma hat. Ständig frage ich mich: Was genau löst seine Anfälle aus? Was kann ihm helfen? Wie erkenne ich, ob mein Schatz unter Atemnot leidet?

Mittlerweile sind wir auf einem guten Weg und können entspannter mit der Krankheit umgehen. Das liegt auch daran, dass außer Emils Asthmaspray ein Gerät, welches frühzeitig Atemnot durch asthmatisches Keuchen erkennt (WheezeScan, OMRON, ca. 169€), nun unser ständiger Begleiter ist. Das Gerät hilft uns dabei, jede brenzlige Situation richtig einzuschätzen.

Trotz Asthma ein glücklicher Junge: Emil.

Trotz Asthma ein glücklicher Junge: Emil. Foto: Nilay Pavlovic

Was ist eigentlich Asthma?

Bis vor Kurzem wusste ich nicht genau, was Asthma ist. Inzwischen kann ich jedem, der mich darauf anspricht, alles darüber erzählen: Asthma ist eine chronische entzündliche Erkrankung der Atemwege, das heißt, sie sind ständig entzündet. Das führt zu einer Verengung der Bronchien. Der Begriff Asthma kommt aus dem Griechischen und bedeutet sinngemäß „Beklemmung“ oder „Keuchen.“ Und das trifft es sehr gut: Anfallsartig kommt es zu pfeifender Atmung, Kurzatmigkeit, Luftnot und Engegefühl in der Brust.

Bei Emil passiert das, wenn er mit Allergieauslösern in Kontakt kommt (zum Beispiel Hausstaub oder Schimmel) oder sich zu sehr anstrengt (daher der Begriff „Anstrengungsasthma“). 

Erkältungen, Bronchitis, Pseudokrupp: Frühe Anzeichen für Asthma

Schon lange vor der Diagnose war mir klar, dass etwas „nicht stimmt.“ Emil war schon immer sehr anfällig für Atemwegsinfekte. Heute weiß ich, dass das auf frühkindliches Asthma hindeuten kann. Als er mit elf Monaten in die Kita kam, ging es los: Erst litt Emil unter einer Mittelohrentzündung, danach unter monatlich wiederkehrendem Pseudokrupp und Bronchitis, im März hatte er dann eine Lungenentzündung. Bedeutete auch: Emil war ständig krank zuhause und ich bei ihm, was meinem Arbeitgeber überhaupt nicht gefiel.

Im Mai waren wir wegen Emils Neurodermitis, die sich parallel entwickelt hatte, in der Reha. Dort machten die Kinder im Rahmen der Therapie viel Sport. Dabei fiel auf, dass Emil bei Anstrengung nach ungefähr zwanzig Minuten anfing zu husten.

Eine Lungenärztin diagnostizierte „frühkindliches Asthma“. Sie erklärte uns genau, was im Alltag mit einem Kind, das Asthma-Symptome zeigt, auf uns zukommt, welche Medikamente Emil täglich zu sich nehmen muss, wie ich Atemnot erkennen und bei einem Anfall richtig reagieren kann. Im ersten Moment war ich geschockt. Ich fragte mich: Wie soll ich das alles nur schaffen?

Meine Tipps für den Alltag mit Asthma

Inzwischen kann ich sagen: Wir schaffen es. Jeden Tag aufs Neue! Indem wir Wege gefunden haben, Asthmaanfälle zu verhindern oder rechtzeitig zu erkennen.

1. Regelmäßig Pausen einlegen

Das A&O, um Emils Asthma in Schach zu halten, sind regelmäßige Spielpausen. Manchmal merkt er selbst, wenn er an seine körperlichen Grenzen kommt. Ich bin sehr stolz auf ihn, dass er das in seinem Alter schon kann! Als er jünger war, habe ich ihn in solchen Momenten in den Buggy gesetzt. Seit er den nicht mehr leiden kann, lesen wir zusammen auf einer Bank oder kuscheln. 

2. Erkältungen vermeiden

Jede Erkältung erhöht die Chance eines Asthmaanfalls, da sie die Atemwege verengt. Denn jeder kleine Schnupfen bedeutet für ihn wieder eine Bronchitis oder noch mehr Asthmaanfälle! Daher achte ich zum Beispiel beim Planschen darauf, dass er sich nicht erkältet. Und ich reagiere auch sehr ungehalten, wenn Eltern ihre Kinder krank in die Kita schicken. Für uns ist es eben nicht „nur eine Erkältung“.

3. Allergieauslöser meiden

Allergieauslöser wie Hausstaubmilben oder Schimmel lauern leider überall. Allergieauslöser ist nicht der Staub selber, sondern die Ausscheidungen der Milben. Wir haben daher spezielle Kissen und Matratzen für Allergiker. Es sollten auch nie zu viele Kuscheltiere im Bett liegen, da die Biester sich gerne dort tummeln. Der Lieblingsteddy von Emil darf bleiben, wird aber regelmäßig gewaschen oder wandert eine Nacht in die Gefriertruhe, um die Milben abzutöten.

Die Menschen in unserem Umfeld haben nicht immer Verständnis dafür, dass ich durch Emils Erkrankung ein bisschen vorsichtiger bin als andere Mamas. Ich wurde sogar schon als Helikoptermama bezeichnet. Aber ganz ehrlich: Die Gesundheit meines Kindes ist mir wichtiger als die Meinung anderer!

Unser ständiger Begleiter: Asthma-Notfallspray

Aktuell hat Emil mindestens zwei Asthma-Anfälle am Tag. Das Asthma-Spray ist daher unser ständiger Begleiter. Es löst bei einem Anfall die Verkrampfung der Bronchialmuskulatur. Am Morgen und am Abend bekommt er Nasenspray mit Cortison, damit die Atemwege möglichst frei bleiben.

Ich habe seinen Erzieherinnen in der Kita ganz genaue Anweisungen gegeben, was sie bei einem Anfall tun müssen. Trotzdem bleibt immer die Sorge, dass sie die Situation vielleicht falsch einschätzen. Emils Papa ist in dem Punkt leider manchmal etwas unzuverlässig, ich schreibe ihm daher häufig Zettelchen oder SMS: „Asthmaspray einstecken!“

Atemnot schnell und präzise erkennen

Die größte Herausforderung ist es, beginnende Atemnot verlässlich zu erkennen. Asthmatisches Keuchen, also pfeifende Atmung, ist das häufigste Symptom für Asthma. Allerdings klingt nicht jeder Anfall gleich – es ist also oft schwierig, aber total wichtig, asthmatisches Keuchen sicher zu erkennen.

Es besteht die Gefahr, dass man das Spray zu voreilig einsetzt. Überdosieren möchte keiner, und alle Medikamente haben Nebenwirkungen. Oder: Die Situation wird unterschätzt und das Spray zu spät gegeben, sodass der Sauerstoff knapp wird. Eine wirklich schwierige Situation.

 

Studien zufolge schätzen 55 Prozent der Eltern Keuchen anders als der behandelnde Arzt ein*, bis zu 40 Prozent der Einschätzungen von Eltern waren laut einer anderen Studie unzuverlässig**

Schnelle und sichere Asthma-Analyse mit einem Atemnot-Detektor

Deshalb bin ich erleichtert, dass es den WheezeScan von OMRON gibt. Das Gerät analysiert in 30 Sekunden mittels einem hochsensiblen Mikrofon Emils Atmung schnell und zuverlässig und zeigt mit 90 Prozent Sicherheit an, ob Handlungsbedarf, also asthmatisches Keuchen, besteht. Der WheezeScan erfasst praktisch Töne, die man möglicherweise mit dem eigenen Ohr kaum hören kann.

Emil kennt den Omron WheezeScan schon gut, weiß, dass er ihm das Leben erleichtert.

Emil kennt den Omron WheezeScan schon gut, weiß, dass er ihm das Leben erleichtert. Foto: Nilay Pavlovic

Das Tolle daran ist, dass der WheezeScan so klein und kompakt ist und in meine Handtasche passt. Ich kann ihn auch den Erzieherinnen oder dem Papa von Emil in die Hand drücken. So habe ich die Sicherheit, dass sie Asthmaanfälle richtig einschätzen und ihm ggf. dann sein Notfallspray verabreichen.

Und so wendet man den WheezeScan an:

  1. Geht an einen ruhigen Ort, stellt Hintergrundgeräusche (wie z. B. ein Hörspiel) aus.
  2. Vor der Messung ggf. Schleim abhusten oder Nase schneuzen.
  3. Das Kind sollte aufrecht sitzen oder auf dem Rücken liegen.
  4. Zieh dem Kind das Oberteil aus und lege den Brustkorb frei.
  5. Gerät anstellen.
  6. Den WheezeScan unter das rechte Schlüsselbein des Kindes halten und warten, bis die Messung durchgeführt ist.
  7. In 30 Sekunden hast du das Ergebnis: „wheeze“ (asthmatisches Keuchen) oder „no wheeze“ (alles in Ordnung).
Der WheezeScan wird an die nackte Haut unterhalb des rechten Schlüsselbeins gehalten.

Der WheezeScan wird an die nackte Haut unterhalb des rechten Schlüsselbeins gehalten. Foto: PR

Asthma-Tagebuch per App führen

Wenn du den WheezeScan regelmäßig benutzt, bekommst du immer mehr Übung darin, asthmatisches Keuchen bei deinem Kind zu erkennen. Zudem lässt sich der WheezeScan per Bluetooth mit der Handy-App AsthmaDiary verbinden. Du kannst damit die Asthmaanfälle deines Kindes aufzeichnen, so ggf. Auslöser herausfinden und die Aufzeichnungen mit dem behandelnden Arzt besprechen.

 

Die Deutsche Atemwegsliga e.V. hat die App zertifiziert und sagt: „Die App funktioniert gut, ist gut anwendbar und gebrauchstauglich.“ Außerdem sichere der Hersteller „ein Datenschutzniveau entsprechend der Vorgaben des Europäischen Wirtschaftsraums zu.“

Der WheezeScan gibt mir ein großes Stück Sicherheit im Umgang mit Emils Asthma und ich mache mir weniger Sorgen, wenn mein Sohn nicht bei mir ist.

Wir lassen uns nicht unterkriegen!

Die letzten Monate waren nicht einfach: Im März hat mir mein ehemaliger Arbeitgeber gekündigt, weil ich so häufig wegen Emil gefehlt habe. Das war schon ein schwerer Schlag. Dazu nun die Trennung von Emils Papa. Doch ich versuche, immer für Emil stark zu sein.

Es gibt zum Glück auch viele Gründe, optimistisch zu sein: Ich habe eine neue Arbeitsstelle in einem wirklich netten, familienfreundlichen Unternehmen gefunden. Mein Chef hat Verständnis für meine Situation und weiß, dass ich einmal im Jahr mit Emil zur Reha muss. Emil geht toll mit der Situation um und ist trotz aller Einschränkungen ein fröhlicher, lustiger Kerl. Ich hoffe, das Asthma verwächst sich im Jugendalter, oder bleibt zumindest auf dem gleichen Level wie jetzt. Bis dahin möchte ich einfach die schönen Momente mit meinem kleinen Schatz genießen.“


*Cane RS, Ranganathan SC, McKenzie SA. What do parents of wheezy children understand by wheeze? Arch Dis Child. 2000;82(4):327-332

** Lowe L, Murray C, Martin L, et al. Reported versus confirmed wheeze and lung function in early life. Arch Dis Child. 2004;89(6):540-543. 3. Belgrave DCM, Simpson A, Semic-Jusufagic A, et al. Joint modeling of parentally reported and physician- confirmed wheeze identifies children with persistent troublesome wheezing. J Allergy Clin Immunol. 2013;132(3):575-583)

Corinna Siemokat

Ich bin Mama und Journalistin aus Leidenschaft und freue mich, bei Echte Mamas Beruf & Berufung miteinander verbinden zu können. Hier schreibe ich über den bunten Alltag mit meinem Sohn (zwei Jahre) und die kleinen (und großen) Herausforderungen, die das Mamasein so mit sich bringt.

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