Corona: Kinderärzte fordern rasche Impfungen für die Jüngsten

Kitas auf, Kitas im Notbetrieb, Kitas zu. Schulen auf, zu, Homeschooling, Aussetzen der Präsenzpflicht… Unsere Kinder haben es in der Pandemie nicht leicht – Eltern, ErzieherInnen und LehrerInnen natürlich auch nicht.

Kitas und Schulen sind immer wieder ein großes Streitthema unter den Verantwortlichen, wenn es um die Entscheidung der nötigen Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus geht. Zumal es bis heute verschiedenste Angaben darüber gibt, wie leicht sich Kinder infizieren und wie schnell sie andere anstecken. Sind Schulen nun „Pandemietreiber“ oder nicht?

All das ist noch nicht hundertprozentig gewiss und das macht die Entscheidungen auch so schwierig.

Sicher ist aber eines: Geschlossene Kitas und Homeschooling bringen viele Eltern an ihre Belastungsgrenzen. Und nehmen auch die Kinder mit, die im besten Fall „nur“ ihre Freunde vermissen, es ein wenig langweilig finden oder sich im Homeschooling durchschlagen müssen – oder die, in den schlimmsten Fällen, nun 24 Stunden einem gewalttätigen Elternhaus ausgeliefert sind.

Nun starten allmählich die Impfungen gegen das Corona-Virus.

Die Impfung soll im Laufe des Jahres der Pandemie den Riegel vorschieben. Wer im Zeitplan der Politik dabei nicht erfasst ist, sind Kinder. Diejenigen, die den Schutz am schnellsten gebrauchen können, um wieder ihr gewohntes Leben führen zu können – so sehen das zumindest viele Kinderärzte. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, sagte gegenüber der Osnabrücker Zeitung: Es müsse mehr Tempo gemacht werden, „um endlich die Situation an Schulen und Kitas dauerhaft zu entspannen.“

Kinder und Jugendliche hätten es in der Pandemie von Beginn an besonders schwer. „Dass sie nun auch beim Impfen hinten anstehen – und die Schulen deswegen weiter dichtbleiben – ist daher doppelt bitter.“

Das Problem daran: Die verfügbaren Impfstoffe von Biontech und Moderna sind erst ab 16 Jahren zugelassen.

Die beiden Hersteller testen wohl aktuell die Verträglichkeit ihrer Produkte ab 12 Jahren. Wann aber die Zulassung eines Kinder-Impfstoffes gegen Corona beantragt werden soll, steht in den Sternen.

Fischbach kritisiert zudem Jens Spahn, weil der Bundesgesundheitsminister die Impfung seiner Meinung nach den 16- und 17-jährigen vorenthalte:  „Jeder Bürger und jede Bürgerin hat Anspruch auf verfügbare und zugelassene Impfstoffe. Von daher ist es schwer nachvollziehbar, dass die 16- und 17-Jährigen vorerst komplett außen vor bleiben.“ In Spahns Impfverordnungen sind Impfungen von Minderjährigen bisher nicht erwähnt.

Fischbach warnte, dass dies auch für die Sommerferien problematisch werden könnte.

Erste EU-Länder hätten bereits angekündigt, dass sie bald nur noch Menschen mit Impfbescheinigung einreisen lassen. „Dürfen im Sommer nur kinderlose Paare in Österreich wandern oder in Dänemark baden, und Familien mit nicht geimpften Kindern müssen daheim bleiben? Das wäre eine grobe Ungerechtigkeit! Auch deshalb muss auch für Kinder eine Impfmöglichkeit geschaffen werden.“

Was sagt ihr denn zu dem Thema? Und: Würdet ihr eure Kinder gegen Corona impfen lassen, wenn es die Möglichkeit dazu gebe?

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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