Viren und Bakterien als Mitbringsel aus der Kita
Schon in der Eingewöhnung fing es an. Nach gerade mal vier (!) Tagen erwischte es uns: Grippe mit Fieber. Erst lag Bruno flach, danach ich. Nach zwei Wochen Zuhause mussten wir die Eingewöhnung noch mal neu starten. Seitdem bringt mein Sohn nicht nur schöne selbstgemalte Bilder mit nach Hause (er geht in eine Kunst-Kita). Sondern auch regelmäßig böse Bazillen und Viren.
Das Problem: Die Kleinen werden in der Kita mit fremden Keimen nur so bombardiert. Ihr Immunsystem ist aber noch unreif. Je jünger das Kind, desto anfälliger. 12 bis 14 Infekte im Jahr gelten in dem Alter als normal. Dass es dann oft auch noch uns Eltern erwischt, lässt sich ebenfalls erklären: Die Erreger aus der Krippe sind andere, als die, denen wir im Büro ausgesetzt sind. Außerdem sind wir mit unseren Kindern einfach viel näher zusammen.
Ein bunter Strauß an Kinderkrankheiten
Schon wenn ich morgens die neuesten Zettel im Eingangsbereich der Kita sehe, möchte ich Enno unter den Arm klemmen und auf dem Absatz kehrt machen. „Leider haben wir einen Fall von… Bitte achten Sie auf die Krankheitssymptome bei Ihren Kindern.“ In den letzten zwei Wochen standen Streptokokken, Hand-Mund-Fuß, Mundfäule und Magen-Darm-Infektion zur Auswahl. Aber ich kann meinen Sohn ja schlecht Zuhause lassen, weil er sich eventuell mit Kita-Krankheiten anstecken könnte.
Gerade wenn man wieder in den Job einsteigt, möchte man nicht gleich zu Beginn ständig ausfallen. Der berufliche Wiedereinstieg ist für uns Mamas sowieso schon nicht leicht…

Kind krank: Und was ist mit dem Job?
Ich hatte mich so sehr darauf gefreut, nach über einem Jahr Elternzeit wieder zu arbeiten. Auch wenn ich mir die Entscheidung, Bruno mit 14 Monaten in die Krippe zu geben, nicht leicht gemacht habe. Doch so sehr ich meinen Sohn liebe, ich mag auch meinen Job. Ich wollte mich endlich wieder mit anderen Themen beschäftigen als mit Windeln und Beikost. Dass mich Keuchhusten & Co. dabei derart ausbremsen würden, damit habe ich nicht gerechnet. Keiner kann doch ahnen, dass Kita-Krankheiten so ausufernd sind.
Ich bin selbständig und kann mir Zeit einteilen. Trotzdem komme ich in solchen Krankphasen ans Limit. Besonders, wenn ich dazu noch selbst angeschlagen bin. Ich frage mich: Wie machen das Eltern, die fest angestellt sind? Jedem Elternteil stehen per Gesetz zehn Krankheitstage pro Kind im Jahr zu. Die hätte ich allerdings schon nach ein paar Monaten aufgebraucht. Und nicht jeder Arbeitgeber ist verständnisvoll, wenn man sich zum dritten Mal im Monat mit den Worten abmeldet: „Mein Sohn hat wieder einen Infekt…“.
Kita-Krankheiten: Kann man da was tun?
So ungern ich es sage: Machen kann man da leider nicht viel. Wir Eltern können höchstens auf ein paar Hygieneregeln achten: Hände gründlich waschen (und zwar 20 Sekunden lang). Taschentücher, Zahnbürsten, Schnupfenspray nicht gemeinsam benutzen. So wenig wie möglich Augen, Nase und Mund mit den eigenen Händen berühren. Viel Lüften.
Ansonsten hilft nur: Durchhalten. Auch wenn wir unseren Kleinen (und uns selbst) die Krankheiten gerne ersparen würden. Es ist nicht schön, das eigene Kind so leiden zu sehen. Die Infekte durchzustehen, ist aber wichtig für den Aufbau eines funktionierenden Immunsystems. Mit jeder Krankheit aus der Kita lernt das Immunsystem dazu. Und im Schulalter ist die Krankheitswelle dann meistens vorbei.
Na, es gibt also immerhin ein Licht am Ende des Tunnels…

Ach du Schande. Es ist wirklich schön zu lesen, dass ich nicht alleine bin mit diesem ganzen Theater. Aber was ich hier so lese, entmutigt mich.
Wie soll man das als arbeitende Eltern nur durchstehen???
Ich hatte in diesem Jahr locker 20 Kranktage – die Tage, in denen unser Kind krank war, noch nicht mitgezählt. Feiertage und Urlaube, die ich oder wir krank verbracht haben, ebenfalls nicht mitgezählt. Wir sind seit etwa 1,5 Jahren in der KiTa und ich war noch nie so oft krank.
Ich hatte damals schon vor dem KiTa-Beginn und Wiedereinstieg in die Arbeit einen riesigen Respekt davor… und es ist noch schlimmer, als ich es erwartet habe… keine Ahnung, wie ich meine Stelle im nächsten Jahr halten soll. Das Problem ist auch, dass scheinbar nicht alle Eltern oder Elternteile gleich oft betroffen sind. So ist es scheinbar bei meiner Vorgesetzten und ich befürchte, so langsam schwindet das Verständnis. Ich habe nur noch Angst vor der nächsten Krankheit… bin schon richtig paranoid. Und dann diese ständigen Ratschläge… ja, ich habe ein Blutbild machen lassen, es ist alles ok, keine Mängel oder sonst was. Ja, ich ernähre mich gesund. Ja, ich versuche jeden Tag an die frische Luft zu gehen. Ja, ich nehme Zink und Vitamin C und Vitamin D und auch sonst alles, was irgendwie helfen soll. Ja, ich trinke jeden Tag literweise Tee mit Ingwer, Zitrone, Kurkuma usw. UND TROTZDEM RAFFT ES MICH JEDES MAL DAHIN. Was zum Henker soll ich denn noch tun??
Sorry Leute, das musste mal raus… einen dicken Drücker an alle, denen es ähnlich geht. Ich habe keinen Ratschlag, aber scheinbar sind wir nicht allein – und es ist ganz normal. Jedenfalls für einige Eltern.
Vielen Dank für diesen Artikel. Ich habe schon gedacht, dass ich alleine bin. Als seit 2 Jahren Dauerkranke mit Angina, Mandelentzündung und ständigen Paukenergüssen mit Kortisontherapie etc. Antibiotika mit Nebenwirkungen sind Dauergast.
Jetzt ist Sommer… was dachte ich, es würde besser werden. Vor 2 Wochen Norovirus, jetzt Corona 🙁
Hab auch schon gedacht, ich hätte eine schlimme Krankheit und Bluttests machen lassen. Nichts… alles wunderbar, aber trotzdem krank. Mittlerweile reagiere ich auf jeden kommenden Infekt schon hysterisch und desinfiziert etc. Bringt aber leider auch nicht
Ich hoffe, es wird irgendwann besser. Mental aber nicht einfach.
Danke für eure Erfahrungen
Ist zwar aus einem älteren Spiegelartikel fast kopiert, aber dennoch…es ist alles sehr wahr. Man glaubt wirklich irgendwann, dass man schwer krank ist. Wir haben zwei Kinder im Kindergarten, daher haben wir auch eine schöne Abwechslung
Ich fühle diesen Artikel so sehr… Seitdem unsere Tochter in der Kita ist , bin ich ständig krank. Von Corona über Lungenentzündung, Bronchitis , zu Bindehautentzundung und jeder verflixte Schnupfen wird zur Nebenhöhlenentzündung. Antibiotika in diesem Jahr gab es schon 4x (inklusive Kortisontherapie). Ich hoffe ich kann allen anderen hiermit Mut machen und sagen, dass ihr nicht alleine seid ! Liebe Grüße Patty