Corona-Studien: Kinder unter 10 verbreiten das Virus wohl doch nicht

Monatelang waren Kitas und Schulen in ganz Deutschland geschlossen, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Auch jetzt gibt es in den meisten Bundesländern nur eine Notbetreuung, nach und nach startet ein eingeschränkter Regelbetrieb. Eine echte Herausforderung für uns Eltern – die vielleicht gar nicht nötig gewesen wäre. Denn aktuelle Studien deuten jetzt darauf hin, dass Kinder unter zehn Jahren das Virus gar nicht verbreiten – und man weiß gar nicht mehr, wem man jetzt glauben schenken soll…

Hätten unsere Kinder weiter in die Kita gehen können?

Es sieht ein bisschen so aus, auch wenn es weiterhin widersprüchliche Aussagen dazu gibt. Aber der Top-Virologe Professor Jonas Schmidt-Chanasit sagte gegenüber bild.de, dass Kinder, die jünger als zehn Jahre sind, keine Rolle bei der Verbreitung von Corona spielen. Dabei verweist er auf verschiedene internationale Studien, die genau das herausgefunden haben.

Studien zeigen: Kinder verbreiten Corona nicht

So gab es zum Beispiel in Australien eine Studie mit Kindern, die trotz Corona weiter in die Schule gegangen sind. Während des Studienzeitraums waren an 15 Schulen insgesamt neun Kinder und neun Lehrer mit Corona infiziert. Trotzdem haben sich nur zwei weitere Kinder mit dem Virus angesteckt – und kein einziger Erwachsener.

Zu einem ganz ähnlichen Ergebnis kam eine Studie unserer Nachbarn aus den Niederlanden. Die Forscher nahmen 123 Erwachsene und 116 Kinder aus insgesamt 54 Haushalten genauer unter die Lupe. Dabei waren die Kinder alle maximal 16 Jahre alt. Die Wissenschaftler stellten fest, dass Kinder sich gegenseitig kaum mit Corona anstecken und das Virus auch nur selten an Erwachsene weitergeben. Sie spielen also, wenn überhaupt, dann nur eine sehr untergeordnete Rolle bei der Verbreitung.

Die Studien sagen mehr aus als solche aus dem Labor

Frühere Studien, zum Beispiel vom Team um Christian Drosten aus der Berliner Charité, waren zu dem Ergebnis gekommen, dass Kinder mindestens genauso ansteckend seien wir Erwachsene. Andere Studien hatten die Ergebnisse widerlegt. Allerdings sind die aktuellen Forschungsergebnisse laut Professor Jonas Schmidt-Chanasit sicherer als zum Beispiel sie aus Berlin. Denn während die Studie von Christian Drosten und seinem Team zum Beispiel nur die Virenlast im Labor untersuchte, konnte sie nichts über die jeweiligen Infektionswege aussagen. Genau das ist bei den oben genannten Studien anders. Deshalb haben sie laut Schmidt-Chanasit eine höhere Aussagekraft bzw. sind belastbarer.

Was heißt das für Kitas und Schulen?

Eine Frage, die sich nach monatelanger Kinderbetreuung zuhause plus Homeschooling für Schulkinder wohl viele Eltern stellen. Für den Virologen ist die Antwort darauf klar: Jetzt sei der richtige Zeitpunkt, um Schulen wieder zu öffnen. Allerdings müsse man darauf achten, dass die einzelnen Klassen sich nicht vermischen. Außerdem sollten Schüler und Lehrer regelmäßig auf Corona getestet werden.

Einfacher wird es bei Grundschülern: Da sie im Normalfall jünger als zehn Jahre sind, ist eine Öffnung der Grundschulen laut Meinung des Experten unproblematisch. Ältere Schüler müssten verstärkt auf die Einhaltung von Mindestabstand und Hygienemaßnahmen achten.

Übrigens: Warum Kinder das Virus scheinbar nicht oder nur selten weitergeben, darauf haben die Forscher bisher auch noch keine Antwort.

Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Ich liebe den Hafen, fotografiere gern, gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Social Media und Texte ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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