Schmerzhafte Blähungen: Aller Anfang ist schwer für Babys Darm!

Nach einer komplizierten Schwangerschaft, einer aufregenden Geburt und einigen Wochen auf der Frühchen-Station konnten mein Freund und ich es kaum fassen, als wir unsere Tochter endlich mit nach Hause nehmen konnten. Unser Glück war perfekt! Aber aufregend, aufregend war es natürlich auch. In den ersten Tagen ohne Krankenschwester und Hebamme in Rufnähe schreckte ich bei jedem Geräusch auf und machte mir Gedanken, ob etwas nicht in Ordnung war… Zum Glück legte sich diese Panik aber nach wenigen Tagen und ich konnte loslassen. Was uns dagegen über Monate begleitete, waren die Blähungen meiner Tochter, die ihr schlimme Schmerzen bereiteten.

Geballte Fäustchen, ein rotes Köpfchen, angezogene Beine und brüllendes Schreien – starke Blähungen sind bei Babys ein häufiges Problem, das sie besonders in den ersten drei Monaten ihres Lebens quält. Und ihre Eltern gleich mit, denn die Kombi aus Angespanntheit (viele Babys schreien wirklich stundenlang!), Mitgefühl und Hilflosigkeit laugt auf Dauer aus.

Aber – warum leiden denn überhaupt sooo viele Neugeborene unter Blähungen? Das kann einige typische Gründe haben:

Darmreife: Alles so anders auf einmal!

Wenn ein Baby das Licht der Welt erblickt, ist sein Darm oft noch nicht ganz ausgereift. Er bildet zu wenig Verdauungsenzyme, hat keine stabile Bakterienflora und muss sich erst noch daran gewöhnen, dass er auf einmal Muttermilch oder PRE-Nahrung „verarbeiten“ und dann durch eigene Bewegungen weitertransportieren soll! Schließlich gab es vorher über Monate das Rundum-Sorglos-Paket durch die Nabelschnur. Diese Umstellungsphase ist also völlig normal – kann aber leider sehr schmerzhaft für die kleinen Mäuse sein.

Zu viel Luft im Bauch macht Blähungen

Wer so richtig Kohldampf hat, der schlingt sein Essen häufig runter – das gilt auch schon für die Kleinsten. In all der „Hunger-Hektik“ schlucken sie dann häufig an der Brust oder dem Fläschchen zu viel Luft. Besonders geschüttelte Fläschchen enthalten viele Luftbläschen – lieber nach dem Schütteln kurz stehen lassen oder das Pulver gleich mit einem Löffel einrühren.

Nur die Ruhe! Mahlzeiten sollten möglichst entspannt gegeben werden. Foto: Bigstock

Kuhmilchunverträglichkeit

Manche Babys vertragen keine Kuhmilch. Milchpulver auf Kuhmilchbasis fühlt bei ihnen zu Blähungen und Bauchschmerzen. Bei einem Verdacht zum Kinderarzt gehen, er kann testen, ob ein Baby tatsächlich keine Kuhmilch bekommen sollte und gibt Tipps, wie es dann weitergeht.

Mamas Speiseplan

Es wurde tatsächlich nie wissenschaftlich belegt, aber viele Still-Mamas sind sich sicher, dass sie es ihrem Kind anmerken, wenn sie blähende Speisen wie beispielsweise Zwiebeln oder Hülsenfrüchte gegessen haben. Die Stoffe daraus gehen in die Muttermilch über – und gelangen so in den Darm des Babys und machen dort Ärger, ist ihre Erfahrung. Auch Vollkornprodukte, Orangensaft sollen bei manchen Mamas für Beschwerden sorgen. Wenn ihr auch den Verdacht habt, dass ein Lebensmittel Blähungen bei eurem Baby auslöst, führt einfach ein, zwei Wochen Tagebuch darüber, was ihr esst und schaut, ob ihr wirklich einen Zusammenhang erkennt – so könnt ihr entsprechend reagieren.

Das kann Babys Darm den Start erleichtern:

Schonende Wärme gegen Blähungen

Kennen wir ja selbst auch: Wärme entspannt einen gekrampften Bauch. Besonders bei den Kleinsten ist es natürlich superwichtig, dass die Wärmequelle (am besten ein Körnerkissen) nicht zu heiß ist und nicht direkt auf der nackten zarten Haut aufliegt. Und: Nicht zu schwer ist! Es gibt extra kleine Traubenkernkissen, die kaum Gewicht haben.

Ganz viel Ruhe

Gönnen wir unseren Kleinen für ihre Mahlzeiten ganz viel Zeit und Ruhe. Zu viel Trubel um uns herum lenkt die sie von ihrer Mahlzeit ab. Und wenn Baby beim Trinken ständig ihre Köpfchen zur Seite drehen, um auch ja alles mitzubekommen, schlucken sie meist viel Luft. Dasselbe passiert, wenn sie zu hektisch trinken. Hast du das Gefühl, dass dein Baby sehr hastig trinkt, pausiere seine Mahlzeit auch mal und lasse es aufstoßen.

Das richtige Equipment

Einen Versuch wert ist auf jeden Fall auch eine Anti-Kolik-Flasche. Diese Modelle haben spezielle Ventile oder Sauger, die dafür sorgen, dass die Milch gleichmäßig fließt. Am Anfang immer die kleinste Loch-Größe im Sauger (meist „S“) wählen, dass die dünne Muttermilch oder Pre-Nahrung nicht zu schnell aus dem Sauger fliesst. Auch das sorgt dafür, dass dein Baby nicht unnötig viel Luft mit seiner Milch schluckt.

Von links nach rechts: Munchkin Latch, Philips Avent,  MAM, Nip, Tommee Tippee     

Sanfte Helferlein gegen Blähungen

Wenn man an seine Grenzen kommt, weil das Baby sich so quält und man nicht helfen kann, schwören viele Mamas auf homöopathische Mittel. Die einen tun die Homöopathie ab, weil die Wirkung nicht so nachgewiesen sei wie bei verschreibungspflichtigen Medikamenten, aber gerade Mamas mit kleinen Babys lieben die natürlichen Wirkstoffe und sind von der Wirksamkeit überzeugt. Speziell für Blähungen bei Kindern gibt es beispielsweise Osaflat* aus der Osanit-Familie – die Streukügelchen beruhigen mit Chamomilla D12 den Baby-Magen, das Bäuchlein hört auf zu drücken. Geeignet sogar für die berüchtigten, sehr heftigen Drei-Monats-Koliken. Viele Mütter, die ihren Kindern sonst ungern Medikamente verbreichen, geben die Kügelchen guten Gewissens, denn sie sind eine sanfte, natürliche Alternative und haben praktisch keine Nebenwirkungen. Für mehr Informationen kann man sich auch in der Apotheke beraten lassen.

Osaflat

Osaflat Foto: PR

Ebenfalls bewährt sind Kümmelzäpfchen oder auch eine „Windsalbe“, die sich prima für sanfte Massagen für den krampfenden Babybauch eignen. Dafür ganz sanft (!) mit zwei Fingern im Uhrzeigersinn eine immer größer werdende Spirale um den Nabel „malen“ und zum linken Beinchen hin ausstreichen.

Bewegung gegen Blähungen

Hört sich in Bezug auf Babys etwas sonderbar an, aber: Bewegung hilft! Am besten in Kombination mit Sauerstoff: Packt den kleinen Patienten in eine Tragehilfe und macht einen langen Spaziergang. Denn obwohl das Baby hier ganz entspannt sitzt, wird es beim Gehen bewegt. Wer zu müde zum Spazierengehen ist, kann auch mit seinem Baby auf dem Arm auf einem Pezziball auf- und abwippen. Hier entweicht überschüssige Luft leichter – burps.

Kleine Übungen

Der absolute Klassiker gegen wehe Bäuche ist der „Fliegergriff“: Dabei liegt das Kind bäuchlings auf Mamas oder Papas Unterarm (Top-Bizepsübung!!!), seine Arme und Beine baumeln seitwärts herab und das Köpfchen liegt behütet in der Ellbogenbeuge oder der Hand. Ebenso effektiv: „Radfahren“. Dabei werden Babys Beinchen sanft in Richtung Bauch gedrückt (Oberschenkel liegen auf dem Bäuchlein auf) und die Beine in dieser Position vorsichtig in einer Radfahr-Bewegung bewegt oder leicht gekreist. Schon währenddessen „knattert“ es manchmal gewaltig.

„Radfahren“ kann Blähungen lindern

„Radfahren“ kann Blähungen lindern. Foto: Bigstock

Schlafen

Gerade bei Babys leichter gesagt als getan: Häufig sind schreiende Babys auch einfach übermüdet und finden nicht in den Schlaf. Wer aber aus Leibeskräften protestiert, schluckt wieder neue Luft, was wieder zu neuen Blähungen führt… Eine kleine Ausfahrt im schuckelnden Kinderwagen kann hier Wunder bewirken – auch, um Eltern wieder ein bisschen zur Ruhe kommen zu lassen. Das klappt natürlich noch besser, wenn einer schiebt und der andere in der Zeit mal ungestört schlafen kann.

Und für alle Babys, die auch im Kinderwagen nicht schlafen wollen und einfach alles nur auf Mamas Arm aushalten – wir sehen dich, Mama. Wie du alles gibst, dir manchmal selbst die Tränen laufen, vor Mitleid, vor Erschöpfung. Halte dein Baby, bleib ruhig, flüstere ihm zu, dass ihr das zusammen durchsteht, du da bist, und alles gut wird. Babys spüren die Ruhe ihrer Mama. Auch wenn es sich im Moment anfühlt, als würde es niemals besser werden – es wird vorbeigehen.

Und wann muss man mit Blähungen zum Arzt?

Der Vollständigkeit halber: Selten steckt hinter den „typischen Blähungen“ leider auch eine Erkrankung. Wenn ein Baby wirklich nach jeder Mahlzeit ausgiebig und lang schreit, wenn es länger Durchfall hat, wenn es unter Verstopfung oder hartem Stuhl leidet oder erst gar nicht essen will und nichts zunimmt – sollte es dem Kinderarzt vorgestellt werden. Dieser kann ernstere Ursache für die Blähungen ausschließen oder aber, falls nötig, die richtige Behandlung in die Wege leiten.

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Osaflat®: Homöopathisches Arzneimittel

Wirkstoff: Matricaria recutita (Chamomilla) Dil. D12. Anwendungsgebiete: Das Anwendungsgebiet entspricht dem homöopathischen Arzneibild, dazu gehören:  Blähungen, Dreimonatskoliken, ärgerliche Gereiztheit und große Ungeduld.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer vierjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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