Kümmelzäpfchen: So helfen sie deinem Baby!

Als meine Tochter ein paar Wochen alt war, litt sie regelmäßig unter Bauchschmerzen und hat dadurch viel geweint. Wir haben sie viel getragen, es mit Fencheltee versucht, ihr das Bäuchlein massiert oder sind mit ihren Beinchen Fahrrad gefahren. Dann gab meine Hebamme uns den Tipp, es mit Kümmelzäpfchen zu versuchen – und siehe da, es hat funktioniert! Aber wie wirken eigentlich Kümmelzäpfchen? Ab wann darf ich sie meinem Baby geben, und was muss ich beachten? Alle Infos dazu findet ihr hier.

Wie wirken Kümmelzäpfchen?

Die Wirkung der Kümmelzäpfchen kommt über die ätherischen Öle zustande, die in Kümmelsamen vorhanden sind. Extrakte dieser Öle werden für die Zäpfchen verwendet. Sie haben eine entblähende, entkrampfende und entspannende Wirkung auf die Verdauung. Außerdem beruhigen sie den Verdauungstrakt und wirken antibakteriell.

Wenn dein Baby also unter Blähungen, Bauchschmerzen oder Verstopfung leidet, oder wegen seiner Bauchkrämpfe unruhig ist und nicht richtig schlafen kann, können Kümmelzäpfchen ihm helfen.

Ab wann darf ich meinem Baby Kümmelzäpfchen geben?

Das kommt immer darauf an, welche Kümmelzäpfchen du verwendest. Es gibt zum Beispiel Zäpfchen von Pädia (Affiliate Link), die du deinem Baby ab der Geburt geben darfst. Die Firma WALA bietet zwei verschiedene Versionen an: Die Kümmelzäpfchen für Säuglinge sind ab 3 Monaten (Affiliate Link) geeignet, die Kinderzäpfchen für Babys ab einem Jahr (Affiliate Link).
Du hast allerdings auch die Möglichkeit, die Zäpfchen der Länge nach zu halbieren, um die empfohlene Dosis nicht zu überschreiten.

Kümmelzäpfchen richtig anwenden

Damit die Kümmelzäpfchen richtig wirken und keine unerwünschten Nebenwirkungen auftreten, solltest du dich unbedingt an die in der Packungsbeilage angegebene Empfehlung halten. Solltest du ein Zäpfchen vergessen, bitte auf keinen Fall beim nächsten Mal die doppelte Dosis geben.

Nicht alle Babys sind begeistert, wenn sie ein Zäpfchen bekommen sollen. Mit diesen Tipps machst du deinem Schatz das Einführen des Zäpfchens so angenehm wie möglich und sorgst gleichzeitig dafür, dass das Zäpfchen richtig wirken kann:

  1. Sorge dafür, dass dein Baby auf dem Rücken liegt und möglichst entspannt ist. Leg es zum Beispiel auf den Wickeltisch oder seine Lieblingsdecke, sprich mit leiser Stimme mit ihm oder lenke es mit etwas ab.
  2. Erwärme das Zäpfchen in der Verpackung ein bisschen mit deinen Händen, bevor du es auspackst.
  3. Winkle die Knie deines Babys nach oben an, damit du den After gut erreichen kannst.
  4. Feuchte das Zäpfchen mit etwas Wasser oder Öl (ohne Duftstoffe) an.
  5. Führe das Zäpfchen mit der dickeren Seite zuerst langsam und vorsichtig in den After deines Babys ein. Auch wenn es logisch erscheint, das Zäpfchen mit der Spitze zuerst einzuführen, solltest du genau das nicht tun. Denn zum einen gleitet es mit der dickeren Seite voran besser in den Darm, zum anderen lässt es sich schwieriger wieder hinausschieben.
  6. Wenn du die Spitze des Zäpfchens nicht mehr fühlst, kannst du loslassen.
  7. Drücke die Pobacken deines Babys etwas zusammen, damit das Zäpfchen auch wirklich drinnen bleibt.

Probleme beim Einführen

Nicht alle Babys lassen sich problemlos ein Zäpfchen einführen. Mein Sohn zu Beispiel schreit dabei wie am Spieß und versucht meistens, es direkt wieder herauszudrücken. Das kann daran liegen, dass die Kümmelzäpfchen bei manchen Babys sofort einen Pressdrang auslösen. Dann landet das Zäpfchen schon nach kurzer Zeit wieder in der Windel, häufig zusammen mit etwas Stuhlgang.

Um das zu vermeiden, kann es wie gesagt helfen, das Kümmelzäpfchen nicht mit der spitzen, sondern mit der stumpfen Seite einzuführen. So kann es nicht so leicht wieder herausrutschen, und durch die spitze Seite wird weniger Druck auf den After ausgeübt. Außerdem kannst du versuchen, das Zäpfchen mit etwas Wasser oder Öl anzufeuchten, damit es besser in den After gleiten kann. Wichtig ist, dass das Öl keine Duftstoffe enthält, da sie die Wirksamkeit beeinflussen können. Deshalb sind auch Babycremes und Co. leider nicht geeignet.

Baby mit Bauchschmerzen weint: Kümmelzäpfchen können helfen

Wenn dein Baby viel weint, weil es unter Bauchschmerzen, Blähungen oder Verstopfung leidet, können Kümmelzäpfchen helfen.
Bild von Ben Kerckx auf Pixabay

Wie schnell wirken Kümmelzäpfchen?

Nachdem du das Zäpfchen eingeführt hast, löst es sich durch die Körperwärme deines Babys innerhalb weniger Minuten auf. Die Wirkstoffe werden direkt über die Darmschleimhaut aufgenommen und können deinem Baby so schon nach kürzester Zeit gegen Bauchweh, Blähungen und Co. helfen.

Darf mein Baby die Zäpfchen jeden Tag?

Da Kümmelzäpfchen ein pflanzliches Mittel sind, spricht im Normalfall nichts dagegen, sie deinem Baby über einen gewissen Zeitraum täglich zu geben. Allerdings solltest du unbedingt vorher die Packungsbeilage lesen und nachschauen, ob der Hersteller eine andere Angabe dazu macht. Außerdem steht hier auch, ab welchem Alter die Zäpfchen geeignet sind, wie viel dein Baby davon bekommen darf und wie oft.

Und wie bei allen medizinischen Fragen gilt: Sprich am besten einmal mit deinem Kinderarzt oder der Hebamme. Sie können dir sagen, ob die Zäpfchen für dein Baby sinnvoll sind.

Wie lange darf ich meinem Baby die Zäpfchen geben?

Auch das hängt ganz davon ab, welche Kümmelzäpfchen du verwendest. Bei den Zäpfchen von WALA steht zum Beispiel in der Packungsbeilage, dass die Behandlung nach einer Woche abgeschlossen sein sollte. Wenn dein Baby unter chronischen Beschwerden leidet, ist eine Behandlung eventuell auch länger möglich – das solltest du allerdings unbedingt mit deinem Kinderarzt besprechen.

Generell lässt sich sagen: Wenn du deinem Baby Kümmelzäpfchen gibst, und die Beschwerden sich nach zwei oder maximal drei Tagen nicht bessern, geh bitte auf jeden Fall zum Arzt. Besonders bei Babys solltest du lieber einmal mehr nachschauen lassen.

Haben Kümmelzäpfchen Nebenwirkungen?

Wie gesagt sind Kümmelzäpfchen ein Mittel, das auf rein pflanzliche Wirkstoffe setzt. Im Normalfall haben sie keine Nebenwirkungen, und es sind auch keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bekannt.

In sehr seltenen Fällen kann es sein, dass dein Baby den Kümmel nicht verträgt bzw. allergisch darauf reagiert. Deshalb solltest du vor allem am Anfang darauf achten, ob es irgendwelche Reaktionen zeigt. Ab der zweiten Anwendung wäre das theoretisch möglich, denn nach dem ersten Zäpfchen würde der Körper ich diesem Fall die Antikörper gegen den Kümmel bilden.

Wo kann ich Kümmelzäpfchen kaufen?

Du kannst die Kümmelzäpfchen in vielen Drogerien, aber auch online oder in der Apotheke kaufen. Dort ist der Vorteil, dass du dir vom Kinderarzt ein Rezept ausstellen lassen kannst. Dann bekommst die Zäpfchen für dein Baby sogar ohne Zuzahlung.

Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Ich liebe den Hafen, fotografiere gern, gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Social Media und Texte ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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