Wasservergiftung beim Baby erkennen und vermeiden

Wasser ist lebenswichtig. Wusstest du aber, dass du vor allem bei deinem Baby bis zum 6. Monat ungemein aufpassen musst, dass es nicht zu viel Wasser trinkt? Denn wenn dein Baby zu früh oder zu viel Wasser trinkt, kann das manchmal zu einer Wasservergiftung führen.Wir erklären dir, was du zum Thema Wasservergiftung beim Baby wissen musst, wie du eine Wasservergiftung bei deinem Baby bemerkst und wie du sie vermeiden kannst.

1. Das Wichtigste auf einem Blick:

  • Gib deinem Baby kein zusätzliches Wasser vor dem sechsten Lebensmonat oder nur, nachdem du darüber mit deinem Kinderarzt gesprochen hast.
  • Eine Wasservergiftung erkennst du an einer niedrigen Körpertemperatur, wenn dein Baby apathisch ist und ein geschwollenes Gesicht bekommt.

2. Wann sprechen wir von einer Wasservergiftung beim Baby?

Eine Wasservergiftung oder Überhydration bei Säuglingen und Babys tritt dann ein, wenn der Körper durch das Trinken von zu viel Wasser oder anderen Flüssigkeiten überhydriert wird. Warum ist das so? Die Nieren von Babys sind während des ersten Lebensjahrs noch unterentwickelt. Ein übermäßiger Wasserkonsum stört den Natrium- und Elektrolyt-Haushalt. Die kleinen Nieren sind noch nicht imstande diesen Haushalt zu regulieren. Wenn dein Baby also zu viel Wasser aufnimmt, sammelt sich das Wasser in den Körperzellen, u.a. auch im Gehirn. Es kann zu lebensbedrohliches Hirnödemen kommen und die Organe können geschädigt werden. Im schlimmsten Fall kann dein Baby sterben.

3. Wie erkennt man eine Wasservergiftung bei Babys – Symptome und Anzeichen

Wann eine Wasservergiftung bei deinem Baby vorliegt, erkennst du an den folgenden Anzeichen.

1. Niedrige Körpertemperatur

Mehr Wasser im Körper kann die normale Körpertemperatur deines Babys senken. Wenn also die Körpertemperatur deines Babys unter 36° C liegt, könnte es an einer Wasservergiftung liegen.

2. Geschwollenes Gesicht

Eine Wasservergiftung kann dazu führen, dass das Gesicht deines Babys anschwillt, da der Körper mehr Natrium aus dem Körper ausscheidet, was wiederum zu Schwellungen u.a. auch im Gehirn führen kann.

3. Weitere Symptome

Einige andere Symptome können Erbrechen, Schläfrigkeit, Zuckungen, Lethargie, schlechte Koordination, Muskelkrämpfe, blasser oder ungewöhnlich klarer Urin, etc. sein. In einigen schweren Fällen kann es auch zu Krampfanfällen kommen.

4. So kannst du eine Wasservergiftung beim Baby vermeiden

1. Verdünne niemals Muttermilch oder Säuglingsnahrung

Gib nicht mehr als die benötigte Menge an Wasser bei der Herstellung von Säuglingsnahrung und verdünne niemals Muttermilch, indem du Wasser hinzufügst. Ganz wichtig: Wenn du stillst, braucht dein Baby kein zusätzliches Wasser.Wenn du Muttermilchersatz fütterst, halte dich ganz genau an die Zubereitungshinweise.

2. Prüfe die Bedürfnisse deines Babys

Wenn du das Gefühl hast, dass dein Baby zu wenig Flüssigkeiten zu sich nimmt, kontaktiere deinen Kinderarzt. Dein Kinderarzt wird den Wasserbedarf deines Babys entsprechend seines Alters überprüfen. Wenn dein Arzt der Meinung ist, dass es notwendig ist, mehr Wasser in die Ernährung deines Babys einzubauen, wird er oder sie dir das sagen.

3. Gib deinem Baby bis zum 6. Lebensmonat kein zusätzliches Wasser

Grundsätzlich gilt: Dein Baby braucht kein zusätzliches Wasser in den ersten sechs Lebensmonaten. Der Wassergehalt in der Muttermilch und im Muttermilchersatz reicht vollkommen aus.

4. Achte darauf, dass dein Baby beim Baden nicht zu viel Wasser zu sich nimmt

Du solltest dein Baby nie unbeaufsichtigt baden lassen. Auch, um sicherzustellen, dass es während des Badens kein Wasser verschluckt. Eine Mama aus den USA musste diese Erfahrung machen.

5. Wasservergiftung beim Baby: Behandlungen

Du fragst dich jetzt, was sollst du tun, wenn dein Baby eine Wasservergiftung hat? Du solltest sofort handeln und dein Baby in die Notaufnahme bringen. Der Arzt wird eine Behandlungsoption anbieten, die von der Höhe des Natriumspiegel deines Babys abhängig ist. In den meisten Fällen hilft es schon, die Wasseraufnahme des Babys einzuschränken oder zu begrenzen, um das überschüssige Wasser aus dem Körper zu bekommen. In schweren Fällen von Überhydration kann der Arzt jedoch Medikamente zur Entwässerung verschreiben, die dabei helfen, überschüssiges Wasser aus dem Körper zu entfernen, indem sie die Harnausscheidung erhöhen. Der Natriumspiegel kann wiederhergestellt werden, indem dem Baby Kochsalzlösung verabreicht wird.

6. Wasservergiftung bei Babys: Häufig gestellte Fragen

1. Braucht mein Baby im Sommer mehr Wasser?

Im Sommer schwitzen wir mehr und brauchen deswegen auch mehr Wasser. Bei Babys ist das nicht anders. Das heißt aber nicht, dass du deinem Kind im Sommer zusätzlich Wasser anbieten solltest. Im Gegenteil. Wenn du dein Baby stillst, wird dein Körper den Mehrbedarf deines Babys decken. Dein Baby wird an heißen Tagen öfters an die Brust gehen und dein Körper wird mehr Muttermilch produzieren. Wenn du deinem Baby Muttermilchersatznahrung gibst, wird es dir ebenfalls häufiger signalisieren, dass es eine Flasche will.

2. Mein Baby hat Durchfall. Muss ich ihm zusätzlich Wasser geben, um eine Dehydrierung zu verhindert?

Sollte dein Baby Durchfall haben und deutlich mehr ausscheiden als es aufnimmt, solltest du unbedingt deinen Kinderarzt aufsuchen. Er wird dein Kind untersuchen und dich zum Thema Flüssigkeitsaufnahme bei Durchfall beraten.

3. Wenn mein Baby zu viel trinken kann, kann es auch zu wenig trinken. Woran erkenn ich, dass mein Baby genug Flüssigkeiten zu sich nimmt?

Du erkennst, dass dein Baby genug Flüssigkeiten zu sich nimmt, wenn es einen rosigen Teint hat. Die Fontanelle nicht eingesungen ist und es kontinuierlich an Gewicht zunimmt. Ein gesundes Baby, das die richtige Menge Wasser aufnimmt, hat zwischen vier und sechs nassen Windeln in 24 Stunden und es trinkt mindestens sechs bis acht Mahlzeiten am Tag.

4. Ab wann muss ich zusätzlich Wasser geben?

Erst wenn du die dritte Breimahlzeit eingeführt hast, braucht dein Baby zusätzliche Flüssigkeit. Du stillst neben der Beikost noch oder gibst deinem Baby Muttermilchersatz? Dann braucht dein Baby noch kein zusätzliches Wasser. Mit der festeren Familienkost wird dein Baby mehr Flüssigkeit benötigen. Etwa 200 ml pro Tag reichen aus. Sobald der Übergang zur Familienkost vollständig abgeschlossen ist, solltest du die tägliche Trinkmenge auf insgesamt etwa 600 bis 700 ml erhöhen.

Quellen:

https://www.kindergesundheit-info.de/themen/ernaehrung/0-12-monate/getraenke/

https://www.gesund-ins-leben.de/fuer-fachkreise/bestens-unterstuetzt-durchs-1-lebensjahr/nachgefragt/ab-wann-brauchen-saeuglinge-zusaetzlich-fluessigkeit/

Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Ich liebe den Hafen, fotografiere gern, gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Social Media und Texte ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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