Veilchenwurzel: Hilfe beim Zahnen

Keine Bange: Zahnt ein Baby, führt dieser Umstand für Eltern nicht immer automatisch zu schlaflosen Nächten. Dennoch gibt es wirklich viele Kleinkinder, bei denen die wachsenden Zähnchen mehr oder weniger heftige Beschwerden hervorrufen. Falls dein kleiner Liebling infolge des Zahnens herzzerreißend weint und jammert, kannst du zum Beispiel einen ganz natürlichen Helfer, die Veilchenwurzel, einsetzen. Viele Mamas schwärmen von der kleinen, unscheinbaren, getrockneten Wurzel, die einen angenehmen Duft verströmt. Einen Versuch ist sie also allemal wert!

Alles, was du über die Veilchenwurzel wissen solltest, erfährst du hier:

Was ist eine Veilchenwurzel?

Bei der Veilchenwurzel handelt es sich um ein natürliches, aus dem Wurzelstock der Schwertlilie gewonnenes Mittel. Mit einem Veilchen hat sie in der Tat – rein gar nichts zu tun. Ihren Namen trägt die Wurzel deshalb wohl aufgrund ihres intensiven Veilchen-Duftes, weshalb sie in der Industrie auch oft verwendet wird, um Parfüm herzustellen. Darüber hinaus setzt das traditionelle Hausmittel leicht betäubende, schmerzlindernde Stoffe frei. Und hier wird sie in Sachen Zahnen interessant!

Welche Wirkung entfaltet sie?

Als natürliche Zahnungshilfe verringert die Veilchenwurzel den Schmerz, wenn sich die kleinen Zähnchen durchs Zahnfleisch drücken. Sie wird durch den Kauvorgang nach und nach ganz weich und elastisch. Indem die Wurzel beim Kauen das Zahnfleisch massiert, mindert sie den schmerzhaften Druck im Mundraum. Zusätzlich wirken die durchs Kauen freigesetzten ätherischen Öle der Wurzel leicht kühlend, wodurch der Schmerz  an den wunden Mundstellen erträglicher wird. Und nicht zuletzt ist es der sanfte Veilchenduft, der dein aufgewühltes Baby beruhigen kann. Aromatherapie inklusive, sozusagen! Toll, oder?

Wo gibt es die Veilchenwurzel zu kaufen?

Du kannst die Wurzel in jeder Apotheke, in der Babyabteilung der meisten größeren Drogerie-Märkte oder auch im Internet erwerben. Häufig ist sie dann sogar schon praktisch an einem kleinen Bändchen befestigt.

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Wie lässt sich die Veilchenwurzel richtig anwenden?

Die Veilchenwurzel solltest du zunächst an einem Band befestigen. Achte jedoch darauf, die Schnur nicht zu lang zu bemessen, um Verletzungen beim Kauen und die Gefahr des Würgens oder Abschnürens zu vermeiden. Alternativ kannst du die Veilchenwurzel auch an einem gern verwendeten Spielzeug, Kuscheltier oder aber der Schnullerkette deines Schatzes anbringen. Diese Variante bringt zudem zwei Vorteil mit sich: Dein Baby verheddert sich nicht an der Schnur nicht verheddert und es findet seine Zahnungshilfe vielleicht sogar alleine, wenn es sie sucht (ähnlich wie bei einem Schnullertier).

Falls du deinen Sprössling aktiv zum Kauen animieren möchtest, kannst du ihm die Veilchenwurzel einfach in die Hand geben. Halte die Hand deines Babys dabei fest, damit die Kauhilfe nicht auf den Boden fällt und sofort schmutzig wird. Nach und nach wird dein Baby verstehen, dass es die Veilchenwurzel ist, die ihm beim Druck im Kiefer gut tut.

Übrigens: Insgesamt sollte dein Kleinkind niemals länger als zehn Minuten am Stück auf der Wurzel kauen!

Welche Argumente gibt es für und gegen das Heilmittel?

Die Frage, ob es sinnvoll ist, die Veilchenwurzel als Hausmittel zu verwenden, ist nicht immer leicht zu beantworten. Während einige Eltern auf diese Zahnungshilfe regelrecht schwören, sehen andere diese als potentiellen Infektionsherd an. Oder sind schlichtweg nicht überzeugt von der Wirkung der Wurzel. Jede ineteressierte Mama sollte es einfach ausprobieren.

Eine Pro- und Contra-Liste hilft dir möglicherweise, eine Entscheidung für oder gegen die Veilchenwurzel zu treffen:

Pro-Argumente zur Veilchenwurzel

  • Material: Die Veilchenwurzel besteht aus einem elastischen Material, auf dem Babys gut herumkauen können.
  • Betäubende Wirkung: Die Veilchenwurzel mindert die Zahnschmerzen des Babys, ohne schädliche Nebenwirkungen auszulösen.
  • Naturmittel: Die Veilchenwurzel enthält ausschließlich natürliche Inhaltsstoffe ohne chemische Beimischungen.

Contra-Argumente zur Veilchenwurzel

  • Hygiene: Da die Wurzel durch das mehrmalige Kauen feucht und warm wird, birgt sie eine gewisse Infektionsgefahr in sich.

Kann eine Veilchenwurzel gefährlich für das Baby werden?

Grundsätzlich ist die Veilchenwurzel für dein Baby nicht gefährlich. Dennoch solltest du einige Aspekte beachten, sobald du diese bei deinem Kind anwendest. Ähnlich wie bei jeder Karotte oder Gurkenscheibe besteht die Gefahr, dass sich ein Kleinkind an dem Hausmittel verschluckt. Deshalb solltest du immer dabei sein, sobald dein Liebling auf der Wurzel herumkaut!!!! Achte auch darauf, die Veilchenwurzel immer am Schnuller oder einer Kordel zu befestigen, damit das Kleinteil nicht verschluckt werden kann. Falls die mehrmals verwendete Wurzel irgendwann rissig oder brüchig aussieht, solltest du sie nicht mehr benutzen. Es könnte sonst die Gefahr des Splittern o. ä. bestehen. Und zu guter Letzt: Wenn die Wurzel nicht gut und regelmäßig gepflegt wird, kann sie schnell zur Bakterienschleuder werden.

Wie lässt sich die Haltbarkeit der Wurzel verlängern?

Generell kann die Veilchenwurzel einen kompletten Zahnungszyklus von zwei oder drei Jahren, ohne größere Schäden davonzutragen, überstehen. Aus hygienischen Gründen macht es allerdings Sinn, die verwendete Wurzel nach einigen Monaten gegen eine andere auszutauschen. Indem du die Veilchenwurzel regelmäßig pflegst, kannst du ihre Haltbarkeit zusätzlich verlängern.

Bevor du sie zum ersten Mal verwendest, kannst du die frisch ausgepackte Veilchenwurzel einen Tag lang einfrieren, um mögliche Keime abzutöten. Und, übrigens: Auch wenn einige Ratgeber dazu aufrufen, solltest du die Wurzel besser nicht abkochen! Denn gänzlich verhindern lässt sich eine sowieso Keimbelastung nicht, dafür könnte das kochende Wasser die Wirkungsweise des Hausmittels beeinträchtigen. Die wichtigen ätherischen Öle reagieren nämlich sehr empfindlich auf das heiße Wasser.

Nach jeder Anwendung solltest du das Hausmittel unter kühlem, fließendem Wasser reinigen. Du musst dir keine Sorgen machen, falls sich die Wurzel nach kurzer Zeit farblich etwas abdunkelt. Diese Veränderung ist normal und vollkommen unbedenklich, sie hat nichts mit einem Bakterienbefall oder ähnlichem zu tun. Trockne das Hilfsmittel anschließend gut ab, damit sich auf keinen Fall Schimmel bildet. Am besten lässt du die Wurzel auf einem sauberen Tellerchen durchtrocknen, bevor sie wieder in den Einsatz kommt.

Welche Alternativen gibt es?

Solltest du keine Veilchenwurzel parat haben oder du möchtest auf sie verzichten, gibt es andere Hausmittel und frei verkäufliche Medikamente, die deinem Schatz das Zahnen erleichtern können.

Empfehlenswert sind hier beispielsweise:

  • kühler Brei, der für Babys ab dem sechsten Lebensmonat geeignet ist
  • kalte Waschlappen
  • entzündungshemmender Kamillentee
  • Karotten
  • gekühlte Gurkenscheiben oder -sticks
  • Beißring aus dem Kühlschrank (nicht eingefroren!)
  • spezielle Zahngels aus der Apotheke oder Drogerie

Wie du siehst, können auch einige andere Mittel deinen kleinen Schatz beim Zahnen unterstützen. Die Veilchenwurzel ist aber tatsächlich eine, die sich schon bei vielen Kindern bewährt hat!

Viele weitere Tipps, empfohlen von den Mamas unserer Community, findest du auch in unserer Facebook-Gruppe Wir sind Echte Mamas – unsere Fragen und Antworten! Schau doch mal vorbei!

Was muss ich noch wissen?

Dieses tolle Video fasst noch einmal alles, was du zur Veilchenwurzel wissen muss, anschaulich zusammen:

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer vierjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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