Grüner Stuhlgang? Was die Farbe bedeutet – alle Ursachen

Grüner Stuhlgang: Kein angenehmes Thema, aber bestimmt bei einigen von euch schon mal vorgekommen. Egal ob in der Schwangerschaft, bei deinem Baby oder Kleinkind, wenn der Stuhl anders aussieht als sonst, macht sich erstmal ein ungutes Gefühl breit. Aber ist das gefährlich? Bei uns erfährst du, was grüner Stuhlgang bedeutet, wo die Ursachen liegen, wie du deinem Baby, Kleinkind und dir selbst helfen kannst und wann du einen Arzt aufsuchen solltest.

1. Das Wichtigste auf einen Blick

  • Grüner Stuhlgang beim Baby, Kleinkind oder in der Schwangerschaft? Keine Bange, meist ist die Farbveränderung nicht gefährlich, sondern ganz normal.
  • Die Ursachen sind oft harmlos: grüne Lebensmittel, Stillverhalten bzw. Pre-Milch oder Medikamente sind der Übeltäter.
  • Zum Arzt solltest du nur, wenn andere Beschwerden hinzukommen.

2. Was ist grüner Stuhlgang und woher kommt er auf einmal?

Die Farbe des Stuhlgangs kann auf den Gesundheitszustand und das Verdauungssystems des Körpers und des Magen-Darm-Trakts hinweisen. Die Auslöser sind oft harmlos und in selteneren Fällen gefährlich:

Meist steckt grüne Nahrung dahinter, aber auch Medikamente oder Erkrankungen können eine Ursache für die Veränderung sein.

Generell besteht aber erstmal kein Grund zur Sorge. Sollte grüner Stuhlgang allerdings länger als zwei Tage anhalten und weitere Beschwerden dazukommen, ist es ratsam, mit einem Arzt zu sprechen.

2.1 Das bedeutet grüner Stuhlgang bei Babys: Die häufigsten Ursachen, was du tun kannst

Ist die Windel mit grünem Kot gefüllt, muss das nichts Schlimmes bedeuten. Bei Neugeborenen ist der erste Stuhlgang nach der Geburt generell etwas grün verfärbt. Man spricht hier vom sogenannten Kindspech (Mekonium).

Da die Ausscheidungen noch Teile der Schleimhaut, Galle und Fruchtwasser enthält – also das, was dein Baby in deinem Bauch noch verschluckt hat – ist die Ausscheidung dunkelgrün und klebrig. In diesem Fall ist bei deinem Baby also alles völlig in Ordnung.

Grüner Stuhlgang bei Flaschenbabys und Stillbabys

Auch dein Stillverhalten kann etwas zur Veränderung beitragen. Trinkt dein Baby zu viel Vordermilch, etwas wässrigere Milch mit geringerem Fettanteil als Hintermilch, verfärbt sich der Kot ebenfalls. Wechsle in diesem Fall lieber etwas später auf die andere Brustseite beim Stillen, da der Fettgehalt während des Stillens steigt. Dann pendelt sich das wieder ein.

In den ersten Wochen und Monaten durchleben Babys viele Wachstums- und Entwicklungsschübe – auch das kann für die Grünfärbung verantwortlich sein, genau wie bestimmte Sorten Pre-Milch.

Wenn dein Baby keine weiteren Beschwerden wie Durchfall (häufig, wässrig), Schleim, Bauchschmerzen oder Fieber hat und die Farbänderung nach wenigen Tagen abgeklungen ist, brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Wie immer gilt: Im Zweifelsfall beruhigt der Gang zum Arzt.

In diesem Video erklärt Hebamme Levka Soder, warum der Stuhlgang bei gestillten Babys plötzlich grün sein kann:

2.2 Grüner Stuhlgang beim Kleinkind

Auch wenn dein Kleinkind verfärbten Stuhlgang hat, musst du nicht direkt an das Gruseligste denken. Die Ursache kann ganz harmlos sein. In den meisten Fällen stecken nämlich grüne und vor allem gesunde Lebensmittel dahinter. Das gilt auch schon ab Beikoststart.

2.3 Grüner Stuhlgang in der Schwangerschaft

Wir kennen das: Kaum ist man schwanger, fängt man an, sich über Dinge Gedanken zu machen, die einen vorher nicht die Bohne interessiert haben. Es könnte ja etwas Gefährliches dahinterstecken, das dem Baby schadet.

Bei grünem Stuhlgang in der Schwangerschaft können wir dich beruhigen: Höchstwahrscheinlich hast du grünes Gemüse wie Salat oder Spinat verspeist, die deinen Stuhl verfärbt haben. Das ist erst einmal super, denn genau diese Lebensmittel sind sehr gesund und wichtig für dich und dein Ungeborenes.

In ein paar Tagen ist alles wieder ganz normal, nämlich dann, wenn die Nahrung deinen Verdauungstrakt verlassen hat. Wenn nicht, hast du wahrscheinlich wieder Salat oder ähnliches gegessen.

Vielleicht nimmst du auch Eisentabletten ein?

Trotzdem gilt: Wenn du dir Sorgen machst, besuche ruhig deinen Frauenarzt. Vor allem, wenn andere Beschwerden wie Krämpfe oder Fieber hinzukommen.

2.4 Grüner Stuhlgang nach Geburt

Viele Frauen müssen Eisentabletten nehmen, nachdem ihr Baby auf die Welt gekommen ist. Diese Präparate verfärben den Stuhl grün, manchmal sogar schwarz. Außerdem ist er fest(er). Selbst wenn du die Tabletten schon abgesetzt hast, kann die Verfärbung noch einige Tage anhalten.

3. Die häufigsten Ursachen für grünen Stuhlgang

3.1 Diese Lebensmittel können der Grund sein

Was wir essen, hat direkten Einfluss auf unsere Verdauung und auf die Farbe unseres Stuhlgangs und Urins. Wer schon mal einen Berg Rote Bete gegessen hat, weiß, wovon ich spreche.

So verfärben stärkehaltige Lebensmittel den Stuhl gelb und einige Gemüsesorten den Stuhl eben grün. Das liegt an dem im Gemüse enthaltenen Farbstoff Chlorophyll, der auch für die Farbe von Pflanzen verantwortlich ist, und Gemüse und Co die grüne Farbe verleiht.

Essen wir folgende Lebensmittel, kann sich der Stuhlgang schonmal verfärben:

  • Brokkoli
  • Rucola
  • Spinat
  • Erbsen
  • Petersilie
  • Algen
  • oder Salat in größeren Mengen und vor allem roh

In diesem Fall besteht kein Grund zur Sorge, da das Chlorophyll für den Körper keinesfalls schädlich ist und einfach nur wieder ausgeschieden wird.

Salat als Ursache für grünen Stuhlgang

Salat als häufige Ursache für die Verfärbung. Foto: Bigstock

Des Weiteren können nicht nur einige Gemüsesorten, sondern auch rohes Fleisch und künstliche Farbstoffe in Fertigprodukten unseren Stuhlgang und den der Kinder verfärben. Probiert es doch mal aus und lasst diese Sorten bewusst weg. Verschwindet die Farbe in der Windel, habt ihr die Ursache geklärt.

3.2 Grüner Stuhlgang nach Medikamenten – und was du tun kannst

Verändert sich die Farbe des Stuhlgangs auch nach Weglassen der oben genannten Lebensmittel immer noch nicht, musst du trotzdem nicht sofort in Panik geraten. Es können auch Medikamente dafür verantwortlich sein.

Eisen

Zum Beispiel können Eisenpräparate den Kot grün oder schwarz färben. Wenn du Eisen in Form eines Nahrungsergänzungsmittels zu dir nimmst, z. B. nach der Geburt, oder deinem Kind gibst, sollte sich einige Tage nach Absetzen des Präparats die Farbe wieder normalisieren. Schön viel Trinken lautet die Devise.

Antibiotika

Antibiotika ist bekannt dafür, dass es die natürliche Darmflora schädigt. Das Medikament bringt das Gleichgewicht im Darm durcheinander, und das kann zu einer Grün- oder Gelbfärbung des Stuhlgangs führen.

Deshalb machen viele nach der Einnahme von Antibiotika eine Darmkur oder Sanierung mit Probiotika, um die natürlichen Darmbakterien wieder zu stabilisieren. Es kann aber auch schon helfen, sich ballaststoffreich zu ernähren – eine gute Quelle dafür sind Blaubeeren.

Abführmittel

Abführmittel spülen Gallensaft mit aus dem Darm. Da Nährstoffe und Gallensaft durch das Abführmittel viel schneller als üblich durch den Darm geleitet werden, können diese nicht richtig verarbeitet werden und können dann für einen grünen Stuhlgang sorgen.

Ist dein Stuhlgang oder der deines Kindes durch Medikamente bedingt verfärbt, normalisiert er sich von ganz alleine wieder. Geschieht dies jedoch nicht innerhalb eines Tages nach Absetzen des Medikaments, könnte doch eine Krankheit hinter der Verfärbung stecken und du solltest die Ursache schnell abklären lassen.

3.3 Krankheiten als Ursache bei grünem Stuhlgang

Für eine Verfärbung kann leider auch eine ernsthafte Erkrankung oder Verdauungsstörung verantwortlich sein, wenn weder Lebensmittel noch Medikamente daran Schuld tragen. Aber das ist wirklich nur ganz selten der Fall.

Diese Erkrankungen kommen in Frage:

  • Salmonellen
  • Magen-Darm-Infekte
  • Parasiten
  • Probleme mit der Galle

Salmonellen

Sie verfärben den Kot oft grünlich und verursachen zusätzlich schlimme Übelkeit, Schwindel, Erbrechen und Kreislaufprobleme. Übertragen werden sie durch nicht ausreichend erwärmtes Fleisch oder Produkte mit rohen Eiern und Fisch. Bemerkst du diese Symptome bei dir oder deinem Baby bzw. Kleinkind, musst du schnell handeln!

Magen-Darm-Probleme

Jeder hatte sie schon mal, die Magen-Darm-Erkrankung (Gastroenteritis). Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen und eventuell Fieber sind typische Begleiterscheinungen des Infekts. Aber auch grüner Stuhlgang! Der sollte sich aber wieder normalisieren, sobald der Infekt abgeklungen ist.

Wichtig ist, ausreichend zu trinken, damit die Krankheit aus dem Körper gespült werden kann.

Parasiten

Eher seltener, aber trotzdem möglich sind Parasiten im Dünndarm wie Giardien. Sie werden über verseuchtes Trinkwasser aufgenommen und setzen sich an der Darmwand fest.

Das führt dazu, dass Magenschleimhaut abgesondert wird, und diese verfärbt den Stuhlgang grün und führt zusätzlich zu Schleim im Stuhl. Meistens leiden Betroffene dann noch unter starken Blähungen mit üblem Geruch, Durchfall, Fieber und Schmerzen bis hin zu Blut in den Ausscheidungen.

Bitte dringend einen Arzt aufsuchen.

Gallenerkrankungen

Gallenerkrankungen in Folge von Durchfallerkrankungen verfärben den Stuhlgang ebenfalls grünlich. Die Galle kann wegen einer Vorerkrankung wie Durchfall (Diarrhö) nicht richtig arbeiten, und das in ihr enthaltene grüne Pigment Biliverdin wird ausgeschieden.

Verfärbt sich zusätzlich der Urin sehr dunkel, können auch ein Verschluss des Gallengangs oder Gallensteine vorliegen – in diesem Fall sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen, da es sonst zu schweren Folgeschäden kommen kann.

4. Grüner Stuhlgang: Wann zum Arzt?

Generell sollte ein Arzt aufgesucht werden, wenn zusätzlich zu verfärbten Ausscheidungen noch

  • Blut im Kot,
  • stärkere Bauchschmerzen,
  • Durchfall (häufig und sehr wässrig),
  • Schleim im Stuhl,
  • Fieber,
  • dunkler Urin,
  • schwarzer Stuhl oder
  • Verstopfungen auftreten.

Der Arzt kann dann eine Probe entnehmen, die genaue Ursache abklären und gegebenenfalls medizinisch eingreifen.

5. So kannst du grünem Stuhlgang vorbeugen

Wenn du viele grüne Gemüsesorten zu dir nimmst, brauchst du erst einmal gar nichts tun. Denn die sind vor allem eins: sehr gesund!

Wie vieles im Hinblick auf die Gesundheit des Körpers, kann eine gesunde Ernährung zu einer positiven Veränderung führen. Eine ausgewogene Ernährung mit pektinreichen und ballaststoffhaltigen Früchten und Gemüse hilft dem Körper, gesundheitsschädigende Darmbakterien zu minimieren und die Darmflora zu schützen.

Pektine wirken entgiftend, binden radioaktive Stoffe und senken den Cholesterinspiegel, so titelt das Zentrum der Gesundheit.Äpfel und Zitrusfrüchte sind beispielsweise ein wertvoller Lieferant. Unbedingt auch die Schalen verwerten!

Natürlich sollte immer ausreichend Flüssigkeit zu sich genommen werden, und etwas Bewegung zwischendurch schadet auch nicht, um den Stoffwechsel aktiv zu halten. Auch sollte der Stuhlgang ab und zu kontrolliert werden. Dann sollte eigentlich nichts schief gehen.

Am Ende trifft das Sprichwort „Du bist, was du isst.“ auf das Leben dann nämlich doch sehr gut zu!

Wenn du dich tiefer zum Thema Darmgesundheit informieren willst, findest du auf Spiegel.de einen tollen Artikel, der mit dem Journalistenpreis ausgezeichnet wurde: „Wie falsche Ernährung den Darm zerstören kann“

 

Fragen? Erfahrungen? Wir freuen uns über deinen Kommentar.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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