Neurodermitis: „Das Schlimmste war, mein Baby so leiden zu sehen.“

„Meine kleine Sophie weinte oft bitterlich … “ Jean aus der Echte Mamas-Community weiß noch genau, wie sie mitlitt, wenn ihre Tochter Sophie einen Neurodermitisschub hatte. Im Alter von einem Monat brach bei der heute 4-Jährigen die Krankheit aus. „Es war schrecklich, mein Baby so zu sehen, ihre Haut muss unfassbar stark gejuckt haben“, erinnert sich Jean. „Und ich konnte ihr nicht helfen. Sie war noch so klein und konnte mir ja nicht sagen, an welchen Stellen es gerade besonders schlimm war. Noch dazu konnte ich ihr nicht erklären, warum sie so leiden muss.“

Bei Neurodermitis ist die Schutzbarriere der Haut gestört

Neurodermitis (auch „atopische Dermatitis“ oder „atopisches Ekzem“) ist eine der häufigsten Hauterkrankungen. Und eine der unangenehmsten. Sie beginnt oft im Säuglings- oder Kindesalter, ausgelöst wird sie durch eine genetisch bedingte Störung der Hautbarriere. Der Haut fehlen Lipide, deshalb ist sie trocken und anfälliger für äußere Einflüsse. Keime und Bakterien können leichter in sie eindringen – gerade bei Babys, deren Haut ohnehin fünfmal dünner als die von Erwachsenen ist, ist das fatal. Die Bakterien vermehren sich dann in der Haut und lösen Entzündungen aus, die stark jucken. Kratzen schädigt die Hautbarriere allerdings zusätzlich. Ein Teufelskreis.

Jeans Tochter litt stark unter ihrer Neurodermitis. Auslöser waren bestimmte Lebensmittel – aber auch beim Waschmittel war Vorsicht geboten.

Jeans Tochter litt stark unter ihrer Neurodermitis. Auslöser waren bestimmte Lebensmittel – aber auch beim Waschmittel war Vorsicht geboten. Foto: privat

Neurodermitis äußert sich bei jedem anders

Ob dein Kind Neurodermitis hat, kann nur der Hautarzt definitiv feststellen. Typische Symptome, die du abklären lassen solltest, sind:

  • Trockene Haut mit geröteten, entzündeten Stellen (Ekzeme), die in der Regel extrem jucken
  • Die Beschwerden treten schubweise auf; beschwerdefreie oder beschwerdearme Phasen wechseln sich mit Phasen starker Symptome ab
  • Die Beschwerden werden oft durch bestimmte Faktoren (Trigger) ausgelöst, können aber auch ohne äußeren Anlass (wie eine Nahrungsmittelunverträglichkeit) auftreten

Je nach Alter treten die Symptome an anderen Körperstellen auf. Bei Babys vor allem am Kopf, im Gesicht, in Beugefalten oder an den Streckseiten der Arme und Beine, bei Kleinkindern verstärkt im Nacken, an Handgelenken und Händen.

Vieles kann einen Neurodermitisschub auslösen

Ursache für einen Schub können sein:

  • Allergene, die mit der Haut in Kontakt kommen (z.B. Tierhaare, Pollen, Hausstaubmilbenkot)
  • Allergene, die verzehrt werden (z.B. Milcheiweiß aus Milchprodukten, Soja)
  • Reizende Stoffe auf der Haut, zum Beispiel kratzende Wolle, Duftstoffe oder bestimmte Reinigungs- und Pflegeprodukte
  • Extreme Kälte, extreme Trockenheit oder feuchtes, schwüles Klima

Sophie zum Beispiel reagierte besonders stark auf Milchprodukte und Zitrusfrüchte. „Und wenn sie krank war und ihr kleiner Körper vom Infekt geschwächt war, war die Neurodermitis besonders schlimm“, erinnert sich Jean. „Dann hatte sie offene, entzündete Wunden.“ Infekte verschlimmern bei vielen Betroffenen die Symptome. Nachts sind die Beschwerden dabei oft schlimmer als tagsüber. „Sophie war bei einem Schub unruhig und hat kaum geschlafen.“

Pflegeprodukte können bei Neurodermitis Linderung bringen

Neurodermitis lässt sich leider nicht heilen. Aber es gibt Mittel und Wege, die Symptome erträglicher zu machen. Am wichtigsten ist es, die Trigger, die bei deinem Kind die Schübe auslösen, herauszufinden und dann möglichst zu vermeiden. Ansonsten gilt: Regelmäßig cremen, um die Haut feucht und geschmeidig zu halten und dabei spezielle Neurodermitis-Cremes (möglichst ohne Konservierungs- und Duftstoffe) benutzen. Fürs Gesicht und für Stellen, die besonders stark jucken oder extrem entzündet sind, sind Pflegeprodukte mit hohem Wasseranteil ideal – der Verdunstungseffekt bringt zusätzliche Linderung.

„Wir haben bei Sophie keine Seife und kein Shampoo benutzt und sie vor allem im Sommer, wenn ihre Haut besonders trocken war, mit Cremes gepflegt. Für sehr schlimme Phasen hatten wir eine Spezialsalbe vom Hautarzt. Auch eine Sonnencreme für empfindliche Haut mit hohem Lichtschutzfaktor ist wichtig, weil Sonne die Haut zusätzlich reizt“, sagt Jean. „Wir haben außerdem immer ordentlich Nacktzeit eingeplant und Luft an die Haut gelassen. Und es ist wichtig, die Haut vor dem Wickeln gut trocknen zu lassen.“

Wichtig: Achte darauf, dass die Haut nicht gereizt wird – auch bei der Wäsche

Starke äußere Reize solltest du so gut es geht vermeiden, zum Beispiel starke Sonneneinstrahlung oder besonders raue, kratzige Kleidung. Jean ist auf sensitives Waschmittel und einen sensitiven Weichspüler umgestiegen. „Ich wollte, dass Sophies Kleidung schön weich ist, damit die Haut nicht zusätzlich gereizt wird“, sagt sie. „Ich habe einmal zwischendurch ein normales Waschmittel benutzt, da hat ihre Haut sofort gejuckt.“ Tatsächlich sind sensitive Waschmittel und Weichspüler, wie zum Beispiel die neue Lenor Sensitiv Kollektion (erhältlich als Flüssig-Waschmittel, All-in-1 Waschmittel PODS und Weichspüler), bei Neurodermitis ideal. Sie enthalten keine Allergie auslösenden Duftstoffe, sondern nur besonders milde, ausgewählte Duftstoffe und sind so sanft und verträglich.

Für Babyhaut ideal: Die Lenor Sensitiv-Produkte sind dermatologisch getestet und zertifiziert von der Europäischen Stiftung für Allergieforschung.

Für Babyhaut ideal: Die Lenor Sensitiv-Produkte sind dermatologisch getestet und zertifiziert von der Europäischen Stiftung für Allergieforschung.

Die Kombination aus einem Waschmittel und einem Weichspüler ist empfehlenswert, weil Weichspüler die Textilfasern wie ein Schutzfilm umschließen und sie besonders weich machen – so kratzt garantiert nichts mehr auf der Haut. Spezielle hypoallergene Weichspüler kannst du ohne Bedenken auch für Babykleidung verwenden.

Die gute Nachricht

Bei vielen Kindern verbessert sich die Krankheit deutlich, je älter sie werden. Auch bei Sophie wurde die Neurodermitis von Jahr zu Jahr besser. „Seit sie drei Jahre alt ist, hat sie nur noch selten Schübe“, sagt Jean. Bei ihrer Pflege- und Wäscheroutine bleibt die Mama trotzdem: „Ich will einfach sicher gehen, dass es nie wieder so schlimm wird, wie es einmal war!“

Sophie ist heute eine fröhliche 4-Jährige – die Neurodermitis hat nachgelassen!

Sophie ist heute eine fröhliche 4-Jährige – die Neurodermitis hat nachgelassen! Foto: privat

Wichtig: Waschmittel, PODS und Weichspüler gehören, wie andere Reinigungsmittel auch, nicht in Kinderhände. Deshalb müssen sie immer gut verschlossen und außerhalb der Reichweite unserer kleinen Mitbewohner aufbewahrt werden. Am besten in einem verschlossenen Schrank mit Kindersicherung oder oben in einem Regal! 

Vitesse Schleinig

Aus der Münchner Verlagswelt kam ich vor rund zehn Jahren in die Hamburger Online-Welt, wo ich seither texte, was die Tastatur hergibt. Das Leben mit meinem Mann und unserem 3-Jährigen nehme ich mit Humor, Liebe – und viel Yoga. Und ich bin überzeugt, dass aus willensstarken Kindern großartige Erwachsene werden. Ganz bestimmt!

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