Roher Fisch beim Stillen: ja oder nein?

Roher Fisch geh√∂rt zu den Lebensmitteln, auf die du w√§hrend der Schwangerschaft verzichten solltest. Sushi, R√§ucherlachs und Co. sind deshalb f√ľr werdende Mamas tabu. Aber wie sieht es nach der Geburt damit aus? Ob roher Fisch beim Stillen wieder erlaubt ist, und worauf du dabei achten solltest, verraten wir dir hier.

1. Das Wichtigste auf einen Blick
Diplom-√Ėkotrophologin Pamela Koch hat diesen Artikel inhaltlich gepr√ľft.

  • Roher Fisch ist beim Stillen grunds√§tzlich erlaubt.
  • Stillende Frauen sollten etwa zweimal pro Woche zu Meeresfisch greifen.
  • Der regelm√§√üige Verzehr von Fisch kann das Risiko f√ľr allergische Reaktionen des Babys reduzieren.
  • Auf Hai, Thun- und Schwertfisch sollte w√§hrend der Stillzeit in gro√üen Mengen lieber verzichtet werden.
  • Sehr zu empfehlen ist beispielsweise roher Lachs w√§hrend der Stillzeit.

2. Darf ich rohen Fisch essen beim Stillen oder nicht?

Ja, wenn du stillst, darfst du rohen Fisch essen. Tats√§chlich wird der Verzehr von Fisch in der Stillzeit von zahlreichen Expert*innen sogar empfohlen. So sollte auf dem Speiseplan stillender M√ľtter¬†rund zweimal pro Woche Meeresfisch stehen (mindestens 200 mg DHA/Tag). Der muss nat√ľrlich nicht notwendigerweise roh sein ūüėČ

Idealerweise greifst du davon mindestens einmal zu einem fettreichen Fisch, wie Lachs, Hering, Sardine oder Makrele. Der regelm√§√üige Verzehr von Fisch w√§hrend der Stillzeit kann das Risiko f√ľr die Entstehung von Krankheiten wie Allergien, Neurodermitis oder Asthma bei deinem Baby reduzieren.

Wie sieht es mit rohem Lachs beim Stillen aus?

Gegen rohen Lachs f√ľr stillende M√ľtter spricht absolut nichts. Da der Fisch als sehr fettreich gilt, raten Expert*innen dazu, ihn w√§hrend der Stillzeit mindestens einmal in der Woche (besser zweimal) zu essen.

Und darf ich Sushi in der Stillzeit essen?

Auch Sushi ist in der Stillzeit endlich wieder erlaubt. Achte aber darauf, dass du dabei keine gro√üen Mengen Thunfisch zu dir nimmst. Dieser ist oft mit einer hohen Dosis an Quecksilber belastet. Iss dein Sushi w√§hrend der Stillzeit also am besten mit Lachs oder entscheide dich f√ľr leckere Veggie-Rollen mit Gem√ľse.

3. Ist roher Fisch beim Stillen gesund?

Grunds√§tzlich schon, denn roher Fisch enth√§lt viele Omega-3-Fetts√§uren, Eiwei√ü und andere wichtige Stoffe wie Eisen, Phosphor und Jod. Allerdings kann er auch Parasiten enthalten, die zwar nicht √ľber die Muttermilch an dein Baby √ľbertragen werden, aber bei dir zu Magen-Darm-Beschwerden f√ľhren k√∂nnen. Einige dieser Parasiten werden nur durch hohe Temperaturen beim Durchgaren abget√∂tet.

Au√üerdem ist es wichtig, dass du ausschlie√ülich frischen Fisch roh isst, weil sich sonst relativ schnell Keime und Bakterien bilden k√∂nnen. Die wiederum sind f√ľr dein Baby ebenfalls nicht gef√§hrlich (Achtung, nach der Zubereitung von rohem Fisch unbedingt gr√ľndlich die H√§nde waschen!), k√∂nnen aber bei dir ebenfalls Magen-Farm-Probleme ausl√∂sen und deinen K√∂rper schw√§chen.

Welchen Fisch kann man √ľberhaupt roh essen?

F√ľr das Zubereiten von Gerichten mit rohem Fisch eignen sich vor allem diese Arten:

  • Lachs
  • Thunfisch (nicht f√ľr schwangere oder stillende Frauen)
  • Steingarnele
  • Tintenfisch
  • Flussbarsch
  • Butt
  • Hering
  • Makrele
  • Meerbrasse
  • Forelle
  • Wolfsbarsch
  • u.v.m.

4. Kann roher Fisch während der Stillzeit auch gefährlich werden?

Der Genuss von rohem Fisch kann sich vor allem in der Schwangerschaft negativ auf das ungeborene Baby auswirken. N√§mlich dann, wenn dieser mit Listerien befallen ist. Die Bakterien sind gerade f√ľr Schwangere, Babys sowie Kleinkinder oder auch Personen mit einem schwachen Immunsystem sch√§dlich. So k√∂nnen sie schlimmstenfalls zu einer Blutvergiftung oder Hirnhautentz√ľndung f√ľhren.

Aus diesem Grund warnt das Bundesamt f√ľr Risikobewertung schwangere Frauen davor, rohen Fisch, rohes Fleisch sowie Rohmilchk√§se zu essen. F√ľr stillende M√ľtter gilt das allerdings nicht mehr. Der Grund: Bei einer m√∂glichen Infektion der Mutter werden die Krankheitserreger i. d. R. nicht √ľber die Muttermilch an das Baby weitergegeben. Trotzdem solltest du bedenken, dass eine Infektion deinen K√∂rper schw√§chen kann – und das ist in der Stillzeit eine zus√§tzliche Belastung.

Au√üerdem k√∂nnen in rohem Fisch Parasiten und Wurmlaven vorhanden sein. Die sind im Normalfall f√ľr dein Baby ebenfalls nicht gef√§hrlich, k√∂nnen f√ľr dich aber sehr unangenehm werden.

Um das zu vermeiden, solltest du besonders auf eine hygienische Zubereitung achten. Zudem ist roher Fisch schnell verderblich und sollte nach dem Kauf dementsprechend z√ľgig verzehrt oder ausreichend gek√ľhlt bzw. fachgerecht aufbewahrt werden (im K√ľhlschrank oder portioniert im Gefrierfach).

Tipp: Nach der Zubereitung von rohem Fisch solltest du die H√§nde gr√ľndlich waschen und Arbeitsfl√§che sowie K√ľchenger√§te mit hei√üem Wasser reinigen.

5. Welchen rohen Fisch sollte ich beim Stillen lieber nicht essen?

Obwohl roher Fisch beim Stillen in der Regel kein Problem ist,¬†sind tats√§chlich nicht alle Fischarten ideal f√ľr stillende Mamas geeignet. W√§hrend Lachs zum Beispiel gerne empfohlen wird, raten Expert*innen von dem √ľberm√§√üigen Genuss bestimmter Fische ab. Dazu z√§hlen vor allem Hai, Schwert- und Thunfisch. Ursache daf√ľr ist der hohe Quecksilbergehalt, den Raubfische, welche am Ende der Nahrungskette stehen, meistens aufweisen. Diese sind in der Regel st√§rker mit Schadstoffen belastet, wie beispielsweise Lachs oder Hering.

Hinweis: Ist ein Fisch stark mit Methylquecksilber belastet, k√∂nnen schon bis zu zwei Portionen in der Woche ausreichen, um M√ľttern in der Stillzeit zu schaden.

6. Rezept: Ceviche mit Ananas und Chili

Urspr√ľnglich stammt Ceviche aus Lateinamerika und ist ein peruanisches Fischgericht. Mit dem Rezept von rimoco.de kannst du rohen Fisch total lecker und einfach zubereiten ‚Äď auch wenn du gerade stillst.

Was du daf√ľr brauchst:

  • 1 kg rohen Fisch (zum Beispiel Kabeljau)
  • eine Gurke
  • 500 g Tomaten
  • eine halbe rote Zwiebel
  • zwei gr√ľne Chilischoten
  • etwas Koriander
  • 200 ml Limettensaft (frisch gepresst)
  • 100 g frische Ananas
  • etwas Salz und Pfeffer

So wird Ceviche zubereitet:

  1. Schneide den Fisch, die Gurke, die Tomaten, die Ananas sowie die rote Zwiebel in kleine W√ľrfel.
  2. Vermenge den Fisch mit dem Limettensaft sowie etwas Salz und Pfeffer in einer Auflaufform.
  3. Gib nun Gurke, Tomate, Ananas, Zwiebel und etwas Koriander hinzu.
  4. Lasse alles f√ľr rund eine Stunde im K√ľhlschrank gut durchziehen. Fertig!
Isst du in der Stillzeit (wieder) rohen Fisch? Falls ja, verrate uns doch gerne dein Lieblingsrezept in den Kommentaren. Wir freuen uns!
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Du bist dir nicht sicher, was du während der Stillzeit essen darfst?

Schau gerne mal hier f√ľr mehr Informationen:

Unsere Expertin

Diplom-√Ėkotrophologin Pamela Koch hat diesen Artikel inhaltlich gepr√ľft.Pamela Koch ist¬†Diplom-√Ėkotrophologin¬†und¬†Ern√§hrungstherapeutin. Seit 14 Jahren ber√§t sie Familien und Multiplikator*innen wie Erzieher*innen zu den Themen¬†Allergiepr√§vention, Ern√§hrung in der Schwangerschaft¬†und¬†Stillzeit¬†sowie¬†von S√§uglingen und Kindern.

In Zusammenarbeit mit niedergelassenen Kinder√§rzten und Hebammen hat sie¬†in Ihrer Praxis¬†mittlerweile¬†mehr als 2.000 Familien beraten. Als¬†dreifache Mutter¬†liegen ihr die¬†gesunde Ern√§hrung¬†und die¬†therapeutische Unterst√ľtzung¬†von Familien besonders am Herzen.

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Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt f√ľr mich die sch√∂nste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern.

Seit 2015 sind wir Eltern einer zauberhaften Tochter. Zwei Jahre sp√§ter kam ihr kleiner Bruder auf die Welt, und unsere Familie war komplett. Zusammen sind die beiden ein unschlagbares Team, das sich nur allzu gern gegen Mama und Papa verb√ľndet.

Abgesehen von meiner Familie liebe ich den Hafen, fotografiere gern und gehe gern zu Konzerten und zum Fu√üball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft f√ľr Texte, SEO und Social Media ausleben ‚Äď und dar√ľber freue ich mich sehr.

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