Die besten Tipps gegen Juckreiz bei Neurodermitis – wie eine ausgewogene Ernährung helfen kann

„Nicht kratzen!!“ Das ist wohl der Satz, den man als „Neurodermitis-Mama“ am häufigsten sagt. Manchmal ruhig, manchmal leider ungeduldig und mit lauter Stimme. Und da ist es dann – das schlechte Gewissen. Weil die Kleinen schon genug unter dieser Hautkrankheit leiden, mit der schätzungsweise ein Drittel aller Kinder zu tun hat. Die Eltern greifen nach jedem Strohhalm – immer in der Hoffnung, dass gerötete, schuppende, nässende und manchmal wie verrückt juckende Stellen verschwinden.
Helfen kann eine reizarme, entzündungshemmende Ernährung. Das weiß auch Ernährungsberaterin Katrin Splinter, deren eigener zweijähriger Sohn an Neurodermitis leidet, seit er drei Monate alt ist.

Tagebuch steht an oberster Stelle

„Leider gibt es nicht DAS eine Mittel und nicht DIE Diät – jeder hat seine eigene Neurodermitis“, stellt die 35-Jährige klar. „Zwei Dinge sind wichtig: Ein Ernährungstagebuch führen (hier downloaden) – um mögliche triggernde Lebensmittel zu erkennen – und einen Arzt UND eine qualifizierte Ernährungsfachkraft mit ins Boot holen. Es hilft, sich weiter abwechslungsreich zu ernähren, damit euer Kind Spaß am Essen behält und ausreichend mit allen Nährstoffen versorgt ist.“ Ansprechpartner sind der behandelnde Kinderarzt und/oder ein Dermatologe. Da der Begriff „Ernährungsberater“ nicht geschützt ist, achtet unbedingt darauf, dass die Ernährungsfachkraft zertifiziert ist und eine Kassenzulassung hat – dann habt ihr auch die Chance, dass sich eure Krankenkasse an den Kosten beteiligt. Auf den Internetseiten des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (www.daab.de) oder der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (www.dge.de) lassen sich qualifizierte Berater auch nach PLZ suchen.

Meidet nicht pauschal Lebensmittel wie Zitrusfrüchte, von denen man meint, dass sie schaden könnten. Erst einmal in kleiner Menge ausprobieren, und erst dann vom Speiseplan entfernen, wenn die Haut tatsächlich reagiert. Apfel geht nicht? Dann eben Birne oder Weintrauben versuchen. Es ist ein bisschen so wie bei der Einführung von Beikost, wo man das Kind ja auch langsam an unterschiedliche Lebensmittel heranführt. Viele Kinder vertragen reiz-und säurearme Dinge wie Kartoffeln, Reis, Salatgurke oder gekochte Möhren.

Ein paar Tipps aus Katrins Erfahrung als Mutter: „Ich koch alles, was mein Kind mag und gut verträgt, in größerer Menge vor. Ab und zu tausche ich mal eine Zutat aus, um zu sehen, wie er es verträgt. Wir verzichten komplett auf Geschmacksverstärker, und versuchen so viel wie möglich frisch zuzubereiten. Natürlich liebt mein Kind auch Süßigkeiten, er bekommt aber maximal so viel, wie in eine kleine Kinderhand passt am Tag.“

Hier könnt ihr euch zwei Rezepte von Katrin downloaden.

Wenn es juckt…

Weil die Haut von Menschen mit Neurodermitis extrem empfindlich ist, kann sogar der bloße Kontakt, z.B. mit einer Tomate, reizen. Daher Mund und Händchen am besten immer sofort abwischen. Zudem können andere Allergene, wie etwa Hausstaubmilben, Tierhaare oder – bei älteren Kindern – auch Pollen zu verstärkten Symptomen führen.
Habt ihr so einen Verdacht, lasst das unbedingt beim Arzt testen.

Juckende, trockene Neurodermitis-Haut muss permanent gepflegt werden, um die gestörte Hautbarriere so gut es geht intakt zu halten. Das minimiert die Anzahl und Intensität der Schübe, denn je poröser die Haut ist, desto mehr Allergene können eindringen, und desto weniger kann die Haut die körpereigene Feuchtigkeit halten. Eine leichtere Pflege wie der AtopiControl Balsam von Eucerin zieht besonders schnell ein und ist sogar schon für Neugeborene geeignet. Der Balsam ist frei von Duftstoffen und enthält kein Mikroplastik.

Hautpflege-Tipps für Neurodermitis-Kinder

Hautpflege-Tipps für Neurodermitis-Kinder

„Es gibt ein paar allgemeine Grundsätze, die uns sehr geholfen haben, zum Beispiel „feucht auf feucht“. Wenn es offene Stellen gibt und die Haut nässt, verwendet Feuchtigkeit und nicht Fett“, sagt die Expertin. Wenn die Haut trocken ist, kommen reichhaltigere Produkte wie die AtopiControl Lotion zum Einsatz. Das Anti-Juckreiz-Spray von Eucerin verwendet die Mutter zu jeder Jahreszeit, da es praktisch ist (man muss die Haut nicht berühren) und angenehm kühlt. Auch Salzbäder können helfen – aber eben nicht bei jedem Kind. Probiert aus, was bei euren Kleinen funktioniert! Klar, dazu muss man ständig die Haut beobachten, und das ist ganz schön aufwendig.
Auch Stress – negativ wie positiv – kann für Neurodermitis-Schübe sorgen. Generell solltet ihr die Haut zu Hause so wenig wie möglich „in den Mittelpunkt stellen“. Achtet darauf, dass das Eincremen in ruhiger und entspannter Atmosphäre stattfindet.

Es gibt übrigens auch einen kleinen Gehilfen, der Mamas und Papas gern bei der täglichen Pflege unterstützt: Affe Anton als kuscheliger Waschhandschuh, den ihr gerade in ausgewählten Apotheken beim Kauf von zwei Eucerin AtopiControl-Produkten geschenkt bekommt. Die Aktion läuft bis Ende Dezember 2021 – solange der Vorrat reicht.

Tipps Juckreiz Neurodermitis

Am besten alles vermeiden, was die empfindliche Haut reizen kann

Lasst euch nicht verunsichern!

Apropos Stress – was sehr unangenehm sein kann sind die Kommentare, die man so hört. Von „Du musst Orangensaft weglassen!“ bis hin zu „Du hast bestimmt nicht gestillt!“. Ziemlich übergriffig manchmal… Schließlich gibt doch jede Mama ihr Bestes! Und den einen Königsweg gibt es ohnehin nicht. Also im Zweifel lächeln und einen Satz parat halten wie: „Danke, wir sind in guter Behandlung.“ Geht es jedoch um den Austausch mit Familie und Freunden, dann sagt Katrin Splinter: „Kommunikation ist alles. Und unerlässlich gerade dann, wenn das Kind auch noch unter Lebensmittelallergien leidet.“ Es ist nicht schlimm, wenn die Freundin beim Kindergeburtstag extra Knabbergemüse vorbereitet. Oder du für den Kindergartenausflug spezielle Snacks mitgibst. So toll, dass immer mehr Menschen Wert auf eine gesunde Ernährung legen! Also weg mit dem schlechten Gewissen und einfach weitermachen. Denn so ist es richtig gut.

Tipps gegen Juckreiz

Tipps, die gegen den Juckreiz helfen

 

Alma Ettwig

Ich bin Mutter zweier Söhne (2010 und 2015 geboren) – und oft ist es nicht so einfach, Job und Familie unter einen Hut zu bekommen. Wie gut, dass ich das, was ich tue, so sehr liebe! Schreiben ist immer auch Ausgleich für mich. Für Abwechslung sorgt außerdem unser Labradoodle Kalle, der uns freudig zu Ausflügen an Alster, Elbe und Ostsee begleitet. Der vierte Mann im ohnehin ziemlich lebendigen Haus. Aber ich find’s herrlich!

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