„Ich auch!!!“ Wenn die Kleinen wollen wie die Großen

Hab ich da gerade richtig geguckt? Mein Zehnjähriger liefert sich spontan eine Plastikpistolen-Schlacht mit zwei Kumpels – und zwischen den Schaumstoffpfeilen (die ich eh doof finde) steht ein johlender Vierjähriger mit Cowboy-Revolver in der Hand und Schwimmbrille auf den Augen. Jetzt liegt es an mir: Den kleinen Gernegroß aus dem Verkehr ziehen? Oder einfach machen lassen, weil es sonst Geschrei gibt, und es ja auch nicht so oft vorkommt, dass alle zusammen spielen? Die Antwort von Imke Dohmen von mutterhelden.de ist eindeutig: „Wir Eltern gehen in diesen Situationen leider viel zu oft den Weg des geringsten Widerstandes, weil wir die Frustration des Kindes nicht gut aushalten.“ Dabei ist sie überzeugt davon, dass man den Kindern keinen Gefallen tut, wenn man versucht, sie gleich zu behandeln, obwohl sie eben nicht gleich alt sind.
Die Bedürfnisse sind nun einmal ganz unterschiedlich, und man sollte seinen Nachwuchs weder unter- noch überfordern.

Sein auf Stein - früh übt sich mit dem ABC-Lastwagen von LEGO DUPLO.

Sein auf Stein – früh übt sich mit dem ABC-Lastwagen von LEGO DUPLO. Bild: Anne Ehrler

Selbstbewusstsein aufbauen

Warum es also sinnvoll ist, dass es für verschiedene Altersstufen auch besonderes Spielzeug gibt? Weil dieses im besten Fall genau auf die motorischen und kognitiven Fähigkeiten der Kinder abgestimmt ist. Ein super Beispiel sind LEGO® DUPLO® Produkte: „Wenn ein dreijähriges Kind ganz allein ohne Mama einen Turm aufgebaut hat, dann ist es stolz wie Bolle und fühlt sich selbstbewusst“, sagt Imke Dohmen ist Expertin für Mama-Coaching. Nach so einem Erfolgserlebnis, bei dem das Kind spielerisch ans Lernen herangeführt wird, bekomme es ganz automatisch Lust auf mehr. Stückchen für Stückchen wird das nächste Level erreicht: Erst die großen LEGO DUPLO Steine, später, wenn es ans Rollenspiel geht, die LEGO DUPLO Sets, mit deren Hilfe die kleinen Baumeister*Innen in immer neue Welten eintauchen. Und dann irgendwann die kleinen LEGO Steinchen aus der Box der Großen.

Ausnahmen sind natürlich nicht verboten, aber häufig eben auch nichts, was motiviert. Durch die vorgegebene Abfolge lernen Kinder hingegen, ihren eigenen Kompetenzen zu trauen. Und werden nicht unnötig enttäuscht, wenn sie beispielsweise das 100-teilige Puzzle nicht allein zusammensetzen können. „Man darf ruhig erst ganz doll Profi in einer Sache werden. Sind sie irgendwann langweilt, geht es eine Stufe weiter – voller Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten.“ Die Expertin ist überzeugt davon, dass weniger ohnehin oft mehr ist. Also bloß nicht Kinder mit Spielzeug überfrachten! Und sie hat noch einen Tipp, der Aufräumen und Wiederfinden von Spielsachen: „Kinder brauchen ein simples Ordnungssystem wie große Kisten oder Spieldecken, die sich in einen Beutel umwandeln lassen.“ Auch dann, wenn der Herr Papa – wahrscheinlich selbst großer LEGO DUPLO Fan – eigentlich viel lieber nach Funktion oder Farbe sortieren würde.

So kannst du Konflikte managen

Gerecht geht es in der kindlichen Wahrnehmung bloß zu, wenn beide auch das Gleiche bekommen. Passiert das nicht, fühlt sich einer abgestraft und denkt, das andere Kind werde lieber gemocht. „Kinder beurteilen solche Situationen ausschließlich auf der Beziehungsebene – ihr Alter ist ihnen dabei vollkommen egal“, sagt Imke Dohmen. Wenn wir selbst ältere Geschwister haben, dann erinnern wir uns garantiert selbst noch an Erlebnisse, bei denen wir etwas noch nicht durften, und die große Schwester oder der große Bruder „bevorzugt“ wurden. Sooo ungerecht – jedenfalls kam es uns so vor. Heute verstehen wir die Perspektive unserer eigenen Eltern wahrscheinlich. Und trotzdem blutet unser Mutterherz, wenn sich unser Kind durch uns zurückgesetzt fühlt! Was tun? Vorausplanen hilft, derartige Situationen zu vermeiden:

  • das kleine Kind auch verabreden, wenn das große Kind Freunde trifft
  • nutzt die Zeit, in der der Große abgelenkt ist, für exklusive Spielzeit mit dem kleinen Geschwisterkind
  • Bietet altersgerechte Highlights an, die in letzter Zeit aus dem Spielfokus geraten sind: Spielt der kleine hingebungsvoll mit der LEGO DUPLO Feuerwehr, kann man auch besser erklären, dass die Großen gerade allein am LEGO Technic Katamaran werkeln wollen.
Mit den LEGO DUPLO Sets können Kinder in verschiedene Welten eintauchen.

Mit den LEGO DUPLO Sets können Kinder in verschiedene Welten eintauchen. Bild: Anne Ehrler

„Natürlich reden wir hier vom Idealzustand“, sagt Imke Dohmen. „Je besser es mir geht, desto besser kann ich auch auf die individuellen Bedürfnisse meiner Kinder eingehen.“ Sie weiß, dass es oft Situationen gibt, in denen Zeit oder Kraft fehlen – und es „das kleinste Übel“ ist, einmal ein Auge zuzudrücken. Beim leichtfertigen Umgang mit dem Thema Fernsehen oder Computer-Spiel ist sie jedoch streng: „Es gibt nicht umsonst Formate, die erst ab zwölf Jahren zugelassen sind. Wir können gar nicht erahnen, was bei düsteren oder irgendwie beängstigenden Szenen in kindlichen Gehirnen vor sich geht.“ Ich selbst bin auch froh, wenn mein Großer mit dem Kleinen „Löwenzahn“ schaut. Und das funktioniert prima! Der Sechstklässler lernt vielleicht etwas für den Sachkunde-Unterricht, und der Kleine entdeckt immer sofort etwas, das er danach nachspielen will. Dafür bieten sich oftmals unsere LEGO DUPLO Sets an: Mit Bauernhof, Vergnügungspark oder Camping Abenteuer ist die passende Kulisse schnell aufgebaut.

Doch noch mal klein sein

Beim Spielen merkt man schnell, wenn das Kind einen Sprung gemacht hat, und ehemals heiß geliebtes Spielzeug überflüssig wird. Selbst uns Eltern fällt das Aussortieren dann oft nicht leicht. Die bunte Eisenbahn in den Keller bringen oder gar weitergeben? Fühlt sich an wie ein kleiner Abschied von einem kostbaren Stück Kindheit. Interessant manchmal auch die Reaktion der großen Geschwister: Neulich wollte ich ein paar Kleinkind-Fahrzeuge in die Flohmarkt-Box tun – und mein großer Sohn holte sie heraus. Lieber doch noch mal behalten, Mama. Der Abschied kam wohl für alle etwas zu früh. Denn was soll ich sagen? Kurz danach haben beide zusammen damit gespielt.

 

Alma Ettwig

Ich bin Mutter zweier Söhne (2010 und 2015 geboren) – und oft ist es nicht so einfach, Job und Familie unter einen Hut zu bekommen. Wie gut, dass ich das, was ich tue, so sehr liebe! Schreiben ist immer auch Ausgleich für mich. Für Abwechslung sorgt außerdem unser Labradoodle Kalle, der uns freudig zu Ausflügen an Alster, Elbe und Ostsee begleitet. Der vierte Mann im ohnehin ziemlich lebendigen Haus. Aber ich find’s herrlich!

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