Louwen Diät: Damit wird die Geburt leichter

Wenn die Geburt bevorsteht, kreisen in den Köpfen von schwangeren Frauen nicht nur Freude und Aufregung, sondern auch viele andere Gedanken. Denn auch wenn man es nicht abwarten kann, sein Baby endlich im Arm zu halten, hat man doch viele Sorgen. Eine große Sorge ist, dass die Geburt schmerzhaft und langwierig sein wird. Doch wusstest du eigentlich, dass du mit deiner Ernährung den Verlauf der Geburt positiv beeinflussen kannst? Genau dafür wurde die Louwen Diät entwickelt! Was hinter der besonderen Louwen Diät steckt, möchten wir dir nun verraten.

Was ist die Louwen Diät?

Die Louwen Diät ist eigentlich keine Diät, sondern eher eine Ernährungsweise. Es geht nämlich nicht darum, dass Schwangere abnehmen, sondern dass sie sich auf eine bestimmte Art und Weise ernähren und sich dadurch auf die Geburt vorbereiten. Das Ziel der Louwen Ernährung: den Geburtsverlauf unterstützen und die Schmerzen bei der Geburt reduzieren. Die Diät soll auch dafür sorgen, dass Geburten natürlich beginnen und nicht künstlich eingeleitet werden müssen.

Bei der Louwen Ernährung soll in den letzten sechs Wochen der Schwangerschaft auf Lebensmittel mit hohem glykämischen Index verzichtet werden. Der glykämische Index (GI) gibt an, wie stark der Blutzucker nach dem Verzehr ansteigt. Zu den Lebensmitteln mit hohem GI zählen hauptsächlich Weißmehlprodukte und raffinierter Zucker, aber auch andere kohlenhydratreiche Lebensmittel und einige Obst- und Gemüsesorten. Ausführliche Tabellen findest du im Internet, weiter unten haben wir beispielhaft für dich zusammengefasst, in welche Kategorie bestimmte Lebensmittel fallen.

Auch für nicht schwangere Menschen ist es empfehlenswert, Lebensmittel mit hohem GI nur in Maßen zu konsumieren.

Wer sich hauptsächlich von solchen Lebensmitteln ernährt, ist häufiger von Übergewicht und Diabetes betroffen. Doch keine Sorge, es gibt genügend leckere Nahrungsmittel mit niedrigem GI, die du weiterhin essen darfst.

Prostaglandin, Insulin, Blutzucker und Geburt – So hängt das zusammen

Prostaglandin ist ein Hormon, das im menschlichen Körper vorkommt und unter anderem für die Schmerzempfindlichkeit verantwortlich ist. Doch eine besonders wichtige Rolle spielt es bei der Schwangerschaft: Es bereitet den Muttermund und den Gebärmutterhals auf den Geburtsvorgang vor.

Das Embryo sendet ca. ab der 35. SSW Prostaglandine aus, die dem Körper der Mutter signalisieren, dass die Geburt bald bevorsteht. Durch das erhöhte Vorkommen dieser Botenstoffe bildet der Körper der Schwangeren nun die passenden Rezeptoren, an die die Prostaglandine andocken können.

Insulin ist ein Botenstoff, den die Bauchspeicheldrüse produziert, um den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Je mehr Zucker im Blut ist, desto mehr Insulin wird ausgesendet. Der Haken dabei ist jedoch: Insulin hat die gleichen Rezeptoren wie auch Prostaglandin und kann sich an diese andocken. Seine Funktion ist jedoch ganz anders und es hat keine Auswirkung auf die Gebärmutter oder den Muttermund. Die Wirkung von Prostaglandin wird also durch Insulin gehemmt.

Damit die Geburt starten kann und es auch weniger Schmerzen gibt, müssen der Muttermund und die Gebärmutter bereit sein. Verantwortlich dafür sind wiederum Prostaglandine, die in der richtigen Menge und über einen längeren Zeitraum im Blut der Schwangeren sein müssen, damit sich der Körper vorbereiten kann.

Sind zu wenig Prostaglandine im Blut der Schwangeren vorhanden, kann das einige schwerwiegende Folgen für die Mutter und das Kind haben. So kann es passieren, dass:

  1. das Baby übertragen wird
  2. die Geburtswehen nicht beginnen
  3. der Geburtsverlauf anhält
  4. die Geburt künstlich eingeleitet werden muss

Bei der Einleitung der Geburt kommen nun auch Prostaglandine zum Einsatz, die die Wehen starten sollen. Doch da der Körper noch nicht ausreichend auf die Geburt vorbereitet ist und auch nicht genug Rezeptoren für die Prostaglandine, die ja auch für die Schmerzempfindlichkeit verantwortlich sind, gebildet hat, sind eingeleitete Geburten oft schmerzhafter.

Bei eingeleiteten Geburten kommt es außerdem häufiger zu Komplikationen und das Baby muss öfter über den Kaiserschnitt geholt werden. Übertragene Kinder sind außerdem größer, was die Geburt zusätzlich erschweren kann.

So funktioniert die Louwen Diät

Wenn du dich an die Louwen Diät hältst und auf Lebensmittel mit hohem glykämischen Index verzichtest, kannst du vermeiden, dass dein Blutzucker zu stark ansteigt. Dadurch vermeidest du, dass viel Insulin gebildet wird und kannst vorbeugen, dass es das Prostaglandin hemmt. So können die Gebärmutter und der Muttermund “pünktlich” heranreifen, die Geburt kann also natürlich beginnen. Auch sind genug Rezeptoren für das Prostaglandin vorhanden, um die Schmerzempfindlichkeit zu mindern.

Klingt doch gut, oder?

Viele Mütter haben sehr positive Erfahrungen mit dieser Diät gemacht und auch Hebammen empfehlen in den letzten Wochen eine gesunde Ernährung und einen achtsamen Blick auf den Blutzuckerspiegel. Trotzdem müssen wir betonen, dass diese Ernährungsweise keine Garantie dafür ist, dass deine Geburt ohne Komplikationen und Schmerzen verlaufen wird. Schließlich spielen auch andere Faktoren spielen eine Rolle.

Wie mache ich die Louwen Diät richtig?

Die Louwen Diät ist eigentlich sehr simpel. Sie muss auch nicht über die gesamte Schwangerschaft eingehalten werden, sondern nur in den letzten sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. In dieser Zeit solltest du dann auf alle Lebensmittel verzichten, die den Blutzucker in die Höhe treiben. Hauptsächlich sind das Kohlenhydrate und Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index. Besonders in den 36 Stunden vor der Geburt solltest du auf Zucker komplett verzichten.

Es ist auch nicht schlimm, wenn du doch mal etwas Süßes isst, solange du dich im Großen Ganzen an die Ernährungsweise hältst. Die Wirkung der Diät wird sich jedoch stärker zeigen, wenn du die Regeln wirklich streng befolgst.

Diese Lebensmittel sind bei der Louwen Diät für Schwangere erlaubt

Erlaubt sind alle Lebensmittel mit niedrigem glykämischen Index. Das sind Lebensmittel, die den Blutzucker nicht sofort in die Höhe treiben. Komplett auf Kohlenhydrate und Zucker musst du gar nicht verzichten, denn du kannst (und sollst!) weiterhin Obst und Getreideprodukte zu dir nehmen. Folgende sind zum Beispiel erlaubt:

  • Obst: Äpfel, Aprikosen, Beeren, Kirschen, Kiwis, Pfirsiche, Pflaumen, Zitrusfrüchte
  • Gemüse: Auberginen, Blattsalat, Bohnen, Brokkoli, Gurken, Kohl, Möhren, Paprika, Rüben, Sellerie, Spinat, Tomaten, Zucchini, Zwiebeln
  • Getreide: Buchweizen, Gerste, Roggen, Hafer, Leinsamen, Pumpernickel, Mehrkorn, Frischkorn

Auch Milchprodukte sind erlaubt, solange sie nicht gesüßt sind. Sehr gut eignen sich außerdem alle Arten von Nüssen. Wenn du mal Lust auf Süßes hast, kannst du zu ungesüßten Haferkeksen oder Vollkornfrüchtebrot greifen. Deine Getränke sollten auch nicht mit Zucker oder Honig gesüßt sein.

Diese Lebensmittel sind bei der Louwen Diät während der Schwangerschaft tabu

Nicht geeignet für die Louwen Diät sind alle Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index. Auf die folgenden Lebensmittel solltest du also während der letzten Wochen der Schwangerschaft möglichst verzichten:

  • Obst: Ananas, Bananen, Datteln, Feigen, Mangos, Weintrauben, Papaya, Honig- und Wassermelonen
  • Gemüse: Kartoffeln und Kartoffelprodukte, Kürbis, Mais, Erbsen, gekochte Karotten
  • Getreide: Weißmehl und Weißmehlprodukte (wie Nudeln, Kuchen und Weißbrot), Reis aller Arten, Hirse, Maisflocken, Mischbrot

Auf Süßigkeiten sollte bei der Louwen Ernährung komplett verzichtet werden und auch Honig und Traubenzucker sind tabu. Gesüßte Milchprodukte und Desserts sollten bei dieser Diät auch nicht verzehrt werden. Das Gleiche gilt für süße Getränke wie Softdrinks, Limonaden, Fruchtsäfte, Sportgetränke oder gesüßter Kaffee und Tee.

Natürlich können wir nicht alle Lebensmittel aufzählen und zuordnen. Wir möchten dir lediglich beispielhaft zeigen, wie sie kategorisiert werden, um dir einen kleinen Einblick zu geben. Einige Lebensmittel, wie Kartoffeln oder Karotten, ändern ihren glykämischen Index, wenn sie gekocht werden. Sei da also achtsam. Solltest du dich für den GI eines bestimmten Lebensmittels interessieren, raten wir dir, dich selbstständig auf die Suche zu machen oder deinen Arzt oder deine Hebamme zu konsultieren.

Für wen eignet sich eine Louwen Diät und für wen nicht?

Die Louwen Ernährung ist für Schwangere konzipiert, ist aber an sich für alle Menschen geeignet. Sie ist auch relativ einfach umzusetzen, da sie im Normalfall keine dramatischen Umstellungen der Ernährung erfordert. Doch Vorsicht: nicht alle sollten diese Diät ausprobieren. Für Schwangere mit Diabetes Typ 1 ist diese Ernährung nicht geeignet. Personen mit Stoffwechselkrankheiten sollten sich unbedingt zuvor mit ihrem Arzt konsultieren.

In beiden Fällen, aber auch allgemein, ist es sinnvoll, jegliche Veränderungen in deiner Ernährung mit einem Arzt zu besprechen. Und solltest du dich durch diese Ernährungsweise nicht wohlfühlen, dann ist es auch nicht weiter schlimm, wenn du die Diät nicht bis zum Ende durchziehst.

Hast du schon einmal die Louwen Diät ausprobiert oder würdest du es tun? Schreib es in die Kommentare – wir sind neugierig auf deine Erfahrungen!

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Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer fünfjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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Kommentare

  1. Hi
    İch werde es probieren find ich super toll werde fünftes kind aufm welt bringen aber zum erstenmal hör ich so was
    Dankeschöön🌹

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