Honig in der Schwangerschaft: ja oder nein?

Honig ist nicht nur lecker als Brotaufstrich, sondern auch ein beliebtes und gesundes Hausmittel. In der Schwangerschaft machen sich allerdings viele Frauen Sorgen: Darf man als Schwangere Honig essen? Schließlich dürfen Babys und kleine Kinder auch keinen Honig zu sich nehmen. Wir sind der Frage nachgegangen und haben für alle Bald-Mamas die Antwort.

Warum ist Honig für Babys gefährlich?

Honig ist ein natürliches Produkt – kaum ein anderes Lebensmittel, das auf unseren Tisch kommt, ist so naturbelassen wie Honig. Er wird mechanisch aus der Wabe geschleudert und direkt in die Gläser abgefüllt, die wir im Supermarkt kaufen können. Es gibt keinen Prozess der Haltbarmachung, Pasteurisierung oder Zugabe von Zusätzen.

Es kann sein, dass Bakterien und Keime aus der Umwelt in den Honig gelangen. Und eben nicht durch einen Herstellungsprozess unschädlich gemacht werden. Das gefährlichste – weswegen auch vor dem Verzehr gewarnt wird – ist das Bakterium Clostridium botulinum.

Clostridium botulinum:

Für Babys reichen schon die Sporen von Clostridium botulinum, um lebensgefährliche Folgen auszulösen. Und die Sporen sind wirklich sehr weit verbreitet, etwa fünf Prozent aller Bienenhonig-Gläser tragen sie in sich.

Gelangen die Sporen in den Darm eines Säuglings, hat das fatale Konsequenzen. Grund dafür ist die Tatsache, dass der Darm von Säuglingen und Kleinkindern sich noch im Aufbau befindet. Erst langsam entwickelt sich die Darmflora, die von guten Bakterien besiedelt ist und Keime abwehren kann.

Die Sporen von Clostridium botulinum können sich dort deshalb explosionsartig ausbreiten und gelangen in den Blutkreislauf. Nach und nach tritt eine Muskellähmung auf, beginnend meist mit dem Darm. Hartnäckige Verstopfung ist darum das erste Krankheitsanzeichen.

„Infizierte Säuglinge zeigen Muskelschwäche, sie können den Kopf kaum halten und haben Schwierigkeiten beim Atmen, was sich durch Röcheln oder Schnarchgeräusche äußern kann. Die Reflexe sind schwach, sodass das Kind schlecht saugen und schlucken kann, der Speichel vermehrt aus dem Mund rinnt sowie die Pupillen verzögert auf Licht reagieren. Betroffene Kinder müssen rasch intensiv-medizinisch behandelt werden“, warnt Dr. Monika Niehaus, Mitglied des Expertengremiums vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Säuglingsbotulismus nennt sich das, und es ist eine sehr seltene Infektion. Ungefähr ein Baby pro Jahr erkrankt in Deutschland daran.

Kinder unter einem Jahr dürfen deswegen keinen Honig essen. Ab einem Alter von einem Jahr gilt der Darm des Kindes als stark/gereift genug, um die Clostridium botulinum-Sporen abzuwehren.

Darf man Honig in der Schwangerschaft essen?

Gute Nachrichten für Schwangere: JA! Bald-Mamas dürfen Honig essen! Und zwar ganz ohne schlechtes Gewissen. Im Gegensatz zum Babykörper können Schwangere das Bakterium Clostridium botulinum durch Magensäure und körpereigene Stoffe unschädlich machen.

Es besteht keinerlei Gefahr für die werdende Mama, oder das Baby!

Es gibt sogar viele Vorteile, Honig während der Schwangerschaft zu essen:

Der süße Nektar kann sich, sofern keine Allergien vorliegen, als wahres Immunwunder auswirken. Hier die Vorteile von Honig in der Schwangerschaft:

1. Honig ist kalorienarm

Honig ist kalorienärmer als herkömmlicher Zucker. Du kannst ihn problemlos verwenden, um dich während deiner Schwangerschaft gesundheitsbewusster zu ernähren.

2. Honig ist gesund

Es ist vollkommen in Ordnung, deine Heißhungerattacken mit Honig zu stillen. Im Vergleich zu anderen Süßigkeiten ist Honig ein relativ gesunder Snack.

3. Honig ist enzündungshemmend

Honig wirkt nicht nur entzündungshemmend, er bringt auch wertvolle Antioxidantien mit, welche deinen Körper im Kampf gegen die schädlichen freien Radikale unterstützen. Außerdem wirkt der süße Nektar basisch, was vorteilhaft für deinen Säure-Basen-Haushalt ist.

Honig hilft dir sogar bei Schwangerschaftsbeschwerden:

Falls du arg mit Schwangerschaftsbeschwerden zu tun hast, solltest du dein Essen gelegentlich mit Honig versüßen. Wir empfehlen dir die diese einfachen Rezepte, die gegen typische Schwangerschaftsbeschwerden helfen:

1. Sodbrennen:

Sodbrennen kannst du mit einem leckeren Bananen-Porridge mildern. Koche dafür rund 250 Ml Milch mit fünf Esslöffel Haferflocken sowie einem Teelöffel Honig bei mittlerer Hitze auf. Schmecke die Mischung mit Zimt ab und hebe ein paar Bananenscheiben drunter. Honig ist ein natürliches antibakterielles Mittel und hilft gegen den sauren Magensaft in der Speiseröhre.

2. Verstopfung:

Bei chronischer Verstopfung schafft ein herbstliches Müsli Abhilfe. Dazu röstest du gehackte Wal- oder Erdnüsse mit Zimt in einer beschichteten Pfanne. Verrühre anschließend drei Esslöffel Vollkorn-Getreideflocken, einen Esslöffel Leinsamen, ein Becher Naturjogurt und einen Esslöffel Honig. Zum Schluss mit bis zu 100 Gramm reifen Pflaumen genießen.

3. Übelkeit:

Du leidest unter morgendlicher Übelkeit? Dann probiere doch einmal einen Ingwer-Kamillen-Tee aus! Hierfür hackst du Ingwer klein und gibst einen Teelöffel davon mit 200 Ml Wasser in einen Topf. Lasse beides kochen und gieße die heiße Substanz durch einen Teesieb in eine Tasse auf. Lasse einen Teebeutel Kamillentee ziehen. Verrühre den Tee mit 1 Teelöffel Honig sowie 2 Esslöffel Orangensaft. Bei starken Beschwerden empfehlen wir dir, den Tee noch im Bett vor dem Frühstück zu trinken.

Natürlich solltest du nicht zu viel Honig auf einmal essen, sondern auf einen ausgewogenen Verzehr achten.

Gesundheitsexperten empfehlen maximal drei bis fünf Esslöffel täglich, was in etwa 180 bis 200 Kalorien entspricht.

Wir wünschen dir noch eine wunderschöne und gesunde Kugelzeit!

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer fünfjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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