Honig in der Schwangerschaft: ja oder nein?

Honig ist nicht nur lecker als Brotaufstrich, sondern auch ein beliebtes und gesundes Hausmittel. Wenn sie ein Baby erwarten, machen sich allerdings viele Frauen Sorgen: Darf man Honig in der Schwangerschaft essen? Schließlich dürfen Babys und kleine Kinder auch keinen Honig zu sich nehmen. Wir sind der Frage nachgegangen und haben für alle Bald-Mamas die Antwort.

1. Das Wichtigste auf einen Blick

Ernährungsexpertin Lydia Wilkens von essenZ Hamburg hat diesen Artikel inhaltlich geprüft.

  • Honig in der Schwangerschaft ist grundsätzlich erlaubt – so lange du es nicht übertreibst.
  • Das Bakterium Clostridium botulinum, das Babys und Kleinkindern gefährlich werden kann, stellt für Schwangere keinerlei Risiko dar.
  • Bei bestimmten Schwangerschaftsbeschwerden kann Honig dir sogar helfen.
  • Aber Achtung: Auch wenn sich das Gerücht hartnäckig hält, dass Honig gesünder ist als Zucker, enthält er nicht deutlich weniger Kalorien.
  • Denn Honig enthält zwar weniger „normalen“ Zucker, dafür aber mehr Fruchtzucker.

Dein Kind ist schon da? Dann findest du hier alle Infos zum Thema Honig in der Stillzeit und (keinen) Honig fürs Baby.

2. Warum ist Honig für Babys gefährlich?

Honig ist ein natürliches Produkt – kaum ein anderes Lebensmittel, das auf unseren Tisch kommt, ist so naturbelassen wie Honig. Er wird mechanisch aus der Wabe geschleudert und direkt in die Gläser abgefüllt, die wir im Supermarkt kaufen können. Es gibt keinen Prozess der Haltbarmachung, Pasteurisierung oder Zugabe von Zusätzen.

Es kann sein, dass Bakterien und Keime aus der Umwelt in den Honig gelangen. Und eben nicht durch einen Herstellungsprozess unschädlich gemacht werden. Das gefährlichste – weswegen auch vor dem Verzehr gewarnt wird – ist das Bakterium Clostridium botulinum.

Clostridium botulinum:

Für Babys reichen schon die Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum, um lebensgefährliche Folgen auszulösen. Und die Sporen sind wirklich sehr weit verbreitet, etwa fünf Prozent aller Bienenhonig-Gläser tragen sie in sich.

Gelangen die Sporen in den Darm eines Säuglings, hat das fatale Konsequenzen. Grund dafür ist die Tatsache, dass der Darm von Säuglingen und Kleinkindern sich noch im Aufbau befindet. Erst langsam entwickelt sich die Darmflora, die von guten Bakterien besiedelt ist und Keime abwehren kann.

Die Sporen von Clostridium botulinum können sich dort deshalb explosionsartig ausbreiten und gelangen in den Blutkreislauf. Nach und nach tritt eine Muskellähmung auf, beginnend meist mit dem Darm. Hartnäckige Verstopfung ist darum das erste Krankheitsanzeichen.

„Infizierte Säuglinge zeigen Muskelschwäche, sie können den Kopf kaum halten und haben Schwierigkeiten beim Atmen, was sich durch Röcheln oder Schnarchgeräusche äußern kann. Die Reflexe sind schwach, sodass das Kind schlecht saugen und schlucken kann, der Speichel vermehrt aus dem Mund rinnt sowie die Pupillen verzögert auf Licht reagieren. Betroffene Kinder müssen rasch intensiv-medizinisch behandelt werden“, warnt Dr. Monika Niehaus, Mitglied des Expertengremiums vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Säuglingsbotulismus nennt sich das, und es ist eine sehr seltene Infektion. Ungefähr ein Baby pro Jahr erkrankt in Deutschland daran.

Kinder unter einem Jahr dürfen deswegen keinen Honig essen. Ab einem Alter von einem Jahr gilt der Darm des Kindes als stark/gereift genug, um die Clostridium botulinum-Sporen abzuwehren.

3. Darf man Honig in der Schwangerschaft essen?

Gute Nachrichten für Schwangere: JA! Bald-Mamas dürfen Honig essen! Und zwar ganz ohne schlechtes Gewissen. Im Gegensatz zum Babykörper können Schwangere das Bakterium Clostridium botulinum durch Magensäure und körpereigene Stoffe unschädlich machen.

Es besteht keinerlei Gefahr für die werdende Mama, oder das Baby!

Bei welchen Lebensmitteln das anders ist, darüber klärt dich übrigens unser kostenloser Ratgeber 125 Lebensmittel, die du in der Schwangerschaft meiden solltest auf.

4. Honig hilft dir sogar bei Schwangerschaftsbeschwerden:

Falls du arg mit Schwangerschaftsbeschwerden zu tun hast, kannst du versuchen, dein Essen gelegentlich mit Honig zu versüßen. Wir empfehlen dir diese einfachen Rezepte, die gegen typische Schwangerschaftsbeschwerden helfen können – auch wenn das nicht unbedingt immer allein am Honig liegt:

1. Sodbrennen:

Sodbrennen kannst du mit einem leckeren Bananen-Porridge mildern. Koche dafür rund 250 Ml Milch mit fünf Esslöffel Haferflocken sowie einem Teelöffel Honig bei mittlerer Hitze auf. Schmecke die Mischung mit Zimt ab und hebe ein paar Bananenscheiben drunter. Honig ist ein natürliches antibakterielles Mittel und hilft gegen den sauren Magensaft in der Speiseröhre.

2. Verstopfung:

Bei chronischer Verstopfung schafft ein herbstliches Müsli Abhilfe. Dazu röstest du gehackte Wal- oder Erdnüsse mit Zimt in einer beschichteten Pfanne. Verrühre anschließend drei Esslöffel Vollkorn-Getreideflocken, einen Esslöffel Leinsamen, einen Becher Naturjogurt und für den Geschmack einen Esslöffel Honig. Zum Schluss mit bis zu 100 Gramm reifen Pflaumen genießen.

3. Übelkeit:

Du leidest unter morgendlicher Übelkeit? Dann probiere doch einmal einen Ingwer-Kamillen-Tee aus! Hierfür hackst du Ingwer klein und gibst einen Teelöffel davon mit 200 ml Wasser in einen Topf. Lasse beides kochen und gieße die heiße Flüssigkeit durch einen Teesieb in eine Tasse auf. Lasse dann einen Teebeutel Kamillentee in der Tasse ziehen. Jetzt rührst du 3 Esslöffel Orangensaft dazu und 1 Teelöffel Honig, um die Schärfe des Ingwers auszugleichen. Bei starken Beschwerden empfehlen wir dir, den Tee noch im Bett vor dem Frühstück zu trinken.

Natürlich solltest du nicht zu viel Honig auf einmal essen, sondern auf eine ausgewogene Ernährung achten.

Wir wünschen dir noch eine wunderschöne und gesunde Kugelzeit!

Mehr Tipps uns Infos zum Thema „Ernährung in der Schwangerschaft“ findest du hier >>>

Kennst du dich schon mit allen Lebensmitteln aus, die während der Schwangerschaft tatsächlich tabu sind? Unser kostenloser Ratgeber 125 Lebensmittel, die du in der Schwangerschaft meiden solltest klärt dich darüber auf.

Wenn du dich mit anderen Schwangeren austauschen möchtest, komm doch einfach in unsere Facebook-Gruppe „Schwangere Echte Mamas„. Wir freuen uns auf dich!

Unsere Ernährungsexpertin

Ernährungsexpertin Lydia Wilkens von essenZ Hamburg hat diesen Artikel inhaltlich geprüft.Dieser Text wurde inhaltlich geprüft von Ernährungswissenschaftlerin Lydia Wilkens. Die Diplom-Ökotrophologin hat 14 Jahre Erfahrung im Bereich der Ernährungskommunikation und -beratung. Als zweifache Mutter liegt einer ihrer Schwerpunkte im Ernährungsteam von essenZ, Dr. Heike Niemeier in Hamburg und der Schule des Essens in der Ernährungsberatung und -therapie von Familien und Kindern.

Außerdem führt sie Ernährungsprojekte für Kinder, Eltern und Multiplikator:innen in Kitas und Schulen durch. Als Expertin rund um das Thema Mütter- und Kinderernährung unterstützt sie die Redaktion von Echte Mamas mit praxisnahem Fachwissen.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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