Eisprung Schmerzen: So fühlt er sich an & das steckt dahinter!

Ziehen, Stechen, Krämpfe. Wenn es sich im Unterleib unangenehm anfühlt, denken wir in erster Linie an das Einsetzen der Periode, seltener an Probleme mit der Gebärmutter. Aber die Beschwerden könnten auch einen simpleren Grund haben – viele Frauen spüren nämlich in der Mitte ihres Zyklus Eisprung Schmerzen. Warum und wann sie auftreten, wie lange sie andauern, was du dagegen tun kannst und was das für deine fruchtbaren Tage und Sex bedeutet, erfährst du hier.

1. Das Wichtigste auf einen Blick

  • Etwa jede vierte Frau spürt Schmerzen beim Eisprung.
  • Vermutet wird als Ursache das Platzen des prallen Follikels in der Mitte des Zyklus, deshalb auch „Mittelschmerzen“.
  • Die Beschwerden können rund um den Eisprung auftreten und dauern meist nicht länger als einen Tag.
  • Wo genau? Viele spüren sie auf der linken und/oder rechten Seite.
  • Begleitete Krämpfe, Bauchweh, Durchfall, Schmerzen beim Sex oder Blutungen sind nicht selten.
  • All das kann als Zeichen für die fruchtbaren Tage gewertet werden.
  • Wärme, Yoga, Magnesium – Es gibt viele sanfte Mittel, die helfen können.
  • Wenn der Schmerz sehr stark ist oder länger andauert, suche bitte einen Arzt auf.
  • Einnistung? Könnte auch sein.

2. Erfahrungen: So fühlen sich Schmerzen während des Eisprungs an

Kann der Eisprung Schmerzen verursachen? Ja!

Aber, nicht jede Frau erlebt den sogenannten Mittelschmerz, genauer gesagt tritt er nur bei jeder 4. Frau auf. Und das auch nicht zwangsweise jeden Monat. Ich persönlich habe ihn nur ein paar Mal gemerkt und wahrscheinlich auch noch falsch eingeordnet. Hast du ihn bisher also nicht gespürt, ist das völlig normal und sollte dich nicht beunruhigen.

Mittelschmerzen oder auch Intermenstrualschmerzen treten, wie der Name schon sagt, in der Mitte des Zyklus auf und können wenige Minuten oder sogar bis zu 48 Stunden andauern. Dabei unterscheiden sie sich kaum von leichten Menstruationsbeschwerden, treten allerdings häufig nur einseitig auf. Das liegt daran, dass zur Eisprungzeit immer nur ein Eierstock aktiv ist.

Die Beschwerden variieren dabei von Frau zu Frau und können von einem

  • leichten Ziehen auf der linken oder rechten Seite,
  • über ein dumpfes Gefühl in der Dammgegend
  • bis hin zu Übelkeit, Krämpfen im Unterleib
  • oder sogar einem Stechen im Rücken und in den Oberschenkeln reichen.

Manchmal ist man während der Zeit aber auch einfach nur etwas abgeschlagen oder fühlt sich ein wenig unwohl in der eigenen Haut. Eigentlich wie kurz vor der Periode, wenn man nicht so ganz erklären kann, warum man heute mal pessimistisch drauf ist.

Eisprung Schmerzen Erfahrungen von Mama Sina

„Ehrlich gesagt spüre ich meinen Eisprung erst, seitdem ich schwanger werden wollte. Vielleicht weil ich achtsamer beobachtet habe, was in meinem Körper vorgeht. Ein Ziehen in der linken Leiste, ein irgendwie heißes Gefühl in der Gegend. Dazu etwas Durchfall, stärkerer Ausfluss und Stimmungsschwankungen. Meine Cousine zum Beispiel klagt über heftigere Krämpfe, wie bei der Periode, und Blutungen.“

3. Warum kann der Eisprung Schmerzen verursachen – und wann treten sie auf?

Die genaue Ursache für die Schmerzen ist bisher nicht wissenschaftlich bewiesen, jedoch geht man mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass das Platzen des Follikels dafür verantwortlich ist.

Um den Eisprung herum, circa zwei Tage vorher, wächst der Follikel (das Eibläschen, in dem sich die Eizelle befindet) stark, bevor es dann aufplatzt. Eben dieses Aufplatzen kann zu Schmerzen führen, da Flüssigkeit austritt, und das Bauchfell dadurch gereizt werden kann.

Des Öfteren geht der Eisprung auch einher mit den Ovulationsblutungen, einem rötlich bis bräunlichem Zervixschleim, der aus der Scheide austritt, und kann daher ein Indikator für die fruchtbaren Tage sein.

Dennoch sollte man die Schmerzen nicht als Richtwert für eine sichere Verhütung nehmen!

Wann Eisprung Schmerzen auftreten

Die Eisprung Schmerzen spüren die meisten Frauen rund um den Eisprung – kurz vorher, währenddessen oder nachher – , deshalb werden sie auch Ovulationsschmerzen genannt. Also ca. 14 Tage nach dem ersten Tag der Periode. Allerdings nur, wenn sie einen sehr regelmäßigen Zyklus von 28 Tagen haben.

Wie lange dauern die Eisprung Schmerzen?

Wie lange die Beschwerden anhalten, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Einige spüren einen kurzen, stechenden Schmerz, andere fühlen sich den ganzen Tag über unwohl. Meist ist der Spuk aber am nächsten Tag vorbei.

4. Eisprung Schmerzen und Sex: Mittelschmerz und Fruchtbarkeit

Du willst schwanger werden und deine fruchtbaren Tage mittels der Eisprung Schmerzen definieren? Kann man das? Jein!

Leider sind die Eisprung Schmerzen kein Garant dafür, dass du gerade maximal fruchtbar bist. Bei manchen Frauen treten die Schmerzen nämlich vor dem Eisprung auf (fruchtbar!), bei manchen kurze Zeit danach (fruchtbar!) und bei einigen erst ein oder zwei Tage später, wenn´s für die Befruchtung schon zu spät ist.

Wie lange du bei Eisprung Schmerzen fruchtbar bist, lässt sich also nicht pauschal sagen. Generell sind wir Frauen 3 bis 5 Tage vor dem Eisprung und ca. 12-24 Stunden nach dem Eisprung empfänglich.

Zwar kann der Mittelschmerz ein Signal für fruchtbare Tage sein, und es kann auf jeden Fall nicht schaden in der Zeit Sex zu haben. Jedoch kann man sich nicht komplett darauf verlassen.

Ob du wirklich in der Zeit fruchtbar bist, hängt von ein paar weiteren Symptomen ab. Zum Beispiel muss man die

  • Beschaffenheit des Muttermunds,
  • die Basaltemperatur oder die
  • Konsistenz des Zervixschleims ebenfalls in die Beobachtung mit einbeziehen.

Fruchtbaren Tage bestimmen

Solltest du also deine Körpertemperatur messen, deinen Zervixschleim beobachten und/oder einen sehr regelmäßigen Zyklus haben, kannst du die Schmerzen definitiv besser einordnen und so deine fruchtbaren Tage leichter bestimmen.

Beobachte deinen Zyklus daher lieber genauer, zum Beispiel mit einem

Hast du alles im Blick und bemerkst du zusätzlich den Mittelschmerz, kannst du eine ungefähre Vermutung anstellen, ob und wann du fruchtbar bist. Zu 100 % können wir leider aber nie sicher gehen.

Eisprung Schmerzen oder sogar schon Einnistung?

Oftmals können auch Schmerzen während des Menstruationszyklus auftreten.

So kann das Einnisten der befruchteten Eizelle in der Gebärmutterwand für ein Ziehen sorgen und deshalb leicht mit dem Mittelschmerz verwechselt werden. Dies geschieht allerdings erst 4 bis 7 Tage nach dem Eisprung.

Du hast Schmerzen beim Sex während des Eisprungs?

Zu der Zeit deines Eisprungs kann es sein, dass du sehr empfindsam bist – besonders, wenn du den Mittelscherz spürst und unter Begleiterscheinungen wie Durchfall oder Stimmungsschwankungen leidest. Das kann sich auch auf den Sex übertragen: Der Druck fühlt sich unangenehm an. Nicht schön, aber kein Grund zur Sorge!

Sollte das unangenehme Gefühl länger anhalten oder auftreten, wenn du eigentlich nicht in der Mitte deines Zyklus bist, suche sicherheitshalber deine Frauenärztin auf.

5. Das hilft gegen Schmerzen während des Eisprungs

Manche Frauen leiden sehr unter dem Mittelschmerz! Du kannst sie ähnlich wie Menstruationsschmerzen einfach und sanft behandeln.

1. Ein warmes Bad

Nimm ein heißes Bad! Wärme wirkt entspannend und krampflösend und kann dabei helfen, leichte Schmerzen zu lindern.

2. Wärmflasche

Wärmflaschen oder Kirschkernkissen erweisen sich bei jeder Form von Bauch- oder Unterleibschmerzen als sehr hilfreich.

3. Wohltuende Tees

Mutter Natur hilft! Tees aus Heilkräutern mit Schafgarbe, Yamswurzelextrakt oder Frauenmantel können von innen wärmen und Krämpfe lösen.

4. Magnesium

Magnesium ist bekannt für seine krampflösende Wirkung und hat bei vielen Frauen zu einer Linderung der Symptome geführt.

5. Bewegung

Bewege dich! Genau wie bei Menstruationsschmerzen ist Sport sehr hilfreich. Die Bewegung führt zu einer Entspannung und Lockerung des Körpers, Sauerstoff wird besser aufgenommen und die Durchblutung gefördert. Manche Frauen berichten sogar von einem Leistungsanstieg während der Phase.

6. Massagen

Massagen sind wirklich etwas Schönes. Und das Beste: Auch der Unterleib kann von sanften Massagen profitieren.

7. Ovulationshemmer

Ovulationshemmer können bei starken Schmerzen als Therapieform angewendet werden. Hier kann man zum einen auf die Pille zurückgreifen oder Prostaglandinhemmer einnehmen. Letzteres verhindert den Eisprung nicht und ermöglicht weiterhin, schwanger zu werden.

8. Synthetische Produkte vom Arzt

Medikamente, die die Ausschüttung der Hormone LH und FSH verringern, können den Mittelschmerz lindern. Diese Maßnahmen sollten aber im Vorfeld mit einem Arzt abgeklärt werden und sind nur bei sehr starken Beschwerden sinnvoll.

9. Yoga während des Eisprungs

Tipp von Sina: „Ich liebe Yoga – gerade bei PMS oder Eisprung Schmerzen, helfen mir sanfte Dehnübungen, wieder Kraft zu tanken.“ Ihre Empfehlungen:

Eine 20-minütige Einheit, wenn du noch voller Energie bist:

Und hier ein Yoga-Video, wenn du mit Schmerzen zu kämpfen hast:

Solltest du trotz der Tipps immer noch unter den Schmerzen leiden, oder sind sie sehr stark, dann suche bitte einen Arzt auf. Generell gilt aber, Mittelschmerzen sind vollkommen unbedenklich.

6. Eisprung Schmerzen – oder doch eine andere Erkrankung?

Sehr starke (!) Schmerzen in der Leistengegend können auch ein Indikator für eine Blinddarmentzündung sein, sofern sie rechts auftreten. In schlimmeren Fällen könnte auch eine Entzündung des Eierstocks vorliegen.

Behandle daher starke, anhaltende Schmerzen bitte nicht einfach mit Schmerzmitteln, sondern lasse die Ursache einmal von deinem Gynäkologen abklären.

Ähnlich von der Symptomatik, aber völlig anderer Herkunft: Manchmal liegen Krämpfe im Unterleib auch einer Endometriose zugrunde. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung der Gebärmutterschleimhaut mit immer wiederkehrenden Schmerzen während des Ovulationszeitraums.

Wie oben bereits erwähnt, kann auch eine Blinddarmentzündung für den Schmerz verantwortlich sein. Kommen Begleitsymptome wie Appetitlosigkeit, Erbrechen und Fieber hinzu, solltest du umgehend einen Arzt aufsuchen.

In sehr, sehr selteneren Fällen kann auch eine Bauchfellreizung aufgrund von Zysten oder Tumoren am Eierstock für die unangenehme Krämpfen verantwortlich sein. Hierbei tritt mitunter Flüssigkeit aus der Wucherung in die freie Beckenhöhle und kann deinen Unterleib ärgern. Auch hier gilt, lieber von deinem Arzt abklären lassen.

7. Mein Fazit zum Thema Eisprung Schmerzen

Mittel- bzw. Ovulationsschmerzen per se sind unbedenklich! Und meistens sind sie nach wenigen Stunden auch schon wieder verschwunden. Solltest du also zu den 30 bis 40 Prozent der Frauen gehören, die sie spüren können, dann mach dir keine Sorgen, wenn du sie bemerkst – du kannst sie leicht behandeln. Und wenn du nicht zu den Wenigen gehörst, dann ist das auch völlig normal und in Ordnung.

Wichtig ist, dass du dich nicht auf das Pieken und Stechen verlässt und deine Verhütung oder deinen Schwangerschaftswunsch nach ihnen ausrichtest.

 

Hast du Fragen zum Thema? Möchtest du von deinen Erfahrungen berichten? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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