Eisprung Schmerzen: So fühlt sich der Mittelschmerz an

Wenn es unangenehm im Unterleib zieht und krampft, denken wir in erster Linie an das Einsetzen der Periode. Oder wenn es die Periode nicht sein kann, denken wir vielleicht an Probleme mit der Gebärmutter. Aber die Beschwerden könnten auch einen simpleren Grund haben – viele Frauen spüren nämlich in der Mitte ihres Zyklus Schmerzen während des Eisprungs. Eisprung Schmerzen werden auch Mittelschmerz genannt. Was es mit dem Mittelschmerz auf sich hat, und was du gegen die Beschwerden tun kannst, erfährst du hier.

Ziehen, Stechen, Krämpfe – so fühlen sich Schmerzen während des Eisprungs an:

Nicht jede Frau erlebt den sogenannten Mittelschmerz, genauer gesagt tritt er nur bei jeder 4. Frau auf. Und das auch nicht zwangsweise jeden Monat. Ich persönlich habe ihn nur ein paar Mal gemerkt und wahrscheinlich auch noch falsch eingeordnet. Hast du ihn bisher also nicht gespürt, ist das völlig normal und sollte dich nicht beunruhigen.

Mittelschmerzen oder auch Intermenstrualschmerzen treten, wie der Name schon sagt, in der Mitte des Zyklus auf und können wenige Minuten oder sogar bis zu 48 Stunden andauern. Dabei unterscheiden sie sich kaum von leichten Menstrautionsbeschwerden, treten allerdings häufig nur einseitig auf. Das liegt daran, dass zur Eisprungzeit immer nur ein Eierstock aktiv ist.

Die Beschwerden variieren dabei von Frau zu Frau und können von einem leichten Ziehen auf der linken oder rechten Seite, über ein dumpfes Gefühl in der Dammgegend bis hin zu Übelkeit, Krämpfen im Unterleib oder sogar einem Stechen im Rücken und in den Oberschenkeln reichen. Manchmal ist man während der Zeit aber auch einfach nur etwas abgeschlagen oder fühlt sich ein wenig unwohl in der eigenen Haut. Eigentlich wie kurz vor der Periode, wenn man nicht so ganz erklären kann, warum man heute mal pessimistisch drauf ist.

Woher kommen die Eisprung Schmerzen und wann treten sie auf?

Die genaue Ursache für die Schmerzen ist bisher nicht wissenschaftlich bewiesen, jedoch geht man mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass das Platzen des Follikels dafür verantwortlich ist. Um den Eisprung herum, circa zwei Tage vorher, wächst der Follikel (das Eibläschen, in dem sich die Eizelle befindet) stark, bevor es dann aufplatzt. Eben dieses Aufplatzen kann zu Schmerzen führen, da Flüssigkeit austritt, und das Bauchfell dadurch gereizt werden kann. Des Öfteren geht er auch einher mit den Ovulationsblutungen, einem rötlich bis bräunlichem Zervixschleim, der aus der Scheide austritt, und kann daher ein Indikator für die fruchtbaren Tage sein. Dennoch sollte man die Schmerzen nicht als Richtwert für eine sichere Verhütung nehmen!

Das hilft gegen die Schmerzen während des Eisprungs:

Manche Frauen leiden sehr unter den Mittelschmerzen, aber keine Sorge! Sie können ähnlich wie Menstruationsschmerzen einfach und sanft behandelt werden.

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1. Ein warmes Bad:

Nimm ein heißes Bad! Wärme wirkt entspannend und krampflösend und kann dabei helfen, leichte Schmerzen zu lindern.

2. Wärmflasche:

Wärmflaschen oder Kirschkernkissen erweisen sich bei jeder Form von Bauch- oder Unterleibschmerzen als sehr hilfreich.

3. Wohltuende Tees:

Mutter Natur hilft! Tees aus Heilkräutern mit Schafgarbe, Yamswurzelextrakt oder Frauenmantel können von innen wärmen und Krämpfe lösen.

4. Magnesium:

Magnesium ist bekannt für seine krampflösende Wirkung und hat bei vielen Frauen zu einer Linderung der Symptome geführt.

5. Bewegung:

Bewege dich! Genau wie bei Menstruationsschmerzen ist Sport sehr hilfreich. Die Bewegung führt zu einer Entspannung und Lockerung des Körpers, Sauerstoff wird besser aufgenommen und die Durchblutung gefördert. Manche Frauen berichten sogar von einem Leistungsanstieg während der Phase.

6. Massagen:

Massagen sind wirklich etwas Schönes. Und das Beste: Auch der Unterleib kann von sanften Massagen profitieren.

7. Ovulationshemmer:

Ovulationshemmer können bei starken Schmerzen als Therapieform angewendet werden. Hier kann man zum einen auf die Pille zurückgreifen oder Prostaglandinhemmer einnehmen. Letzteres verhindert den Eisprung nicht und ermöglicht weiterhin, schwanger zu werden.

8. Synthetische Produkte vom Arzt:

Medikamente, die die Ausschüttung der Hormone LH und FSH verringern, können Mittelschmerzen lindern. Diese Maßnahmen sollten aber im Vorfeld mit einem Arzt abgeklärt werden und sind nur bei sehr starken Beschwerden sinnvoll.

Solltest du trotz der Tipps immer noch unter den Schmerzen leiden, oder sind die Schmerzen sehr stark, dann suche bitte einen Arzt auf. Starke Schmerzen in der Leistengegend können natürlich auch ein Indikator für eine Blinddarmentzündung sein, sofern sie rechts auftreten. In schlimmeren Fällen könnte auch eine Entzündung des Eierstocks vorliegen. Behandle daher starke anhaltende Schmerzen bitte nicht einfach mit Schmerzmitteln, sondern lasse die Ursache einmal von deinem Gynäkologen abklären.

Generell gilt aber, Mittelschmerzen sind vollkommen unbedenklich.

Eisprung Schmerzen – oder doch eine andere Erkrankung:

Oftmals können auch Schmerzen während des Menstruationszyklus auftreten. So kann das Einnisten der befruchteten Eizelle in der Gebärmutterwand für ein Ziehen sorgen und deshalb leicht mit Mittelschmerzen verwechselt werden. Dies geschieht allerdings erst 4-7 Tage nach dem Eisprung. Ähnlich von der Symptomatik, aber völlig anderer Herkunft – manchmal liegen Schmerzen im Unterleib auch einer Endometriose zugrunde. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung der Gebärmutterschleimhaut mit immer wiederkehrenden Schmerzen während des Ovulationszeitraums.

Wie oben bereits erwähnt, kann auch eine Blinddarmentzündung für die Schmerzen verantwortlich sein. Kommen zu deinen Schmerzen Begleitsymptome wie Appetitlosigkeit, Erbrechen und Fieber hinzu, solltest du umgehend einen Arzt aufsuchen.

In selteneren Fällen kann auch eine Bauchfellreizung aufgrund von Zysten oder Tumoren am Eierstock für die unangenehme Krämpfen verantwortlich sein. Hierbei tritt mitunter Flüssigkeit aus der Wucherung in die freie Beckenhöhle und kann deinen Unterleib ärgern. Auch hier gilt, lieber von deinem Arzt abklären lassen.

Eisprung Schmerzen und Sex

Du willst schwanger werden und deine fruchtbaren Tage mittels der Eisprung Schmerzen definieren? Kann man das? Jein! Zwar können Mittelschmerzen ein Signal für fruchtbare Tage sein, und es kann auf jeden Fall nicht schaden in der Zeit Sex zu haben. Jedoch kann man sich nicht komplett auf sie verlassen. Ob du wirklich in der Zeit fruchtbar bist, hängt von ein paar weiteren Symptomen ab. Zum Beispiel muss man die Beschaffenheit des Muttermunds, die Basaltemperatur oder die Konsistenz des Zervixschleims ebenfalls in die Beobachtung miteinbeziehen.

Beobachte deinen Zyklus daher lieber genauer, zum Beispiel mit einem Fruchtbarkeits-Computer, einer App, einem Kalender oder miss regelmäßig die Basaltemperatur. Hast du alles im Blick und bemerkst du zusätzlich den Mittelschmerz, kannst du eine ungefähre Vermutung anstellen, ob und wann du fruchtbar bist. Zu 100 % solltest du dich aber nicht darauf verlassen.

Mein Fazit zum Thema Eisprung Schmerzen:

Mittelschmerzen per se sind unbedenklich! Und meistens sind sie nach wenigen Stunden auch schon wieder verschwunden. Solltest du also zu den 30-40 % der Frauen gehören, die sie spüren können, dann mach dir keine Sorgen, wenn du sie bemerkst – du kannst sie leicht behandeln. Wichtig ist, dass du dich nicht auf sie verlässt und deine Verhütung oder deinen Schwangerschaftswunsch nach ihnen ausrichtest. Und wenn du nicht zu den Wenigen gehörst, dann ist das auch völlig normal und in Ordnung.

Antonia

Gebürtige Hamburgerin aus einer niederländischen Großfamilie, in der es von Kindern nur so wuselt. Seit ich denken kann, habe ich auf Babys aufgepasst und daher einiges über sie und über das Leben mit ihnen lernen können. Seit Sommer 2019 arbeite ich als Freelancer bei „Echte Mamas“ und bin stolz, ein Teil des Unternehmens sein zu dürfen!

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