Schwanger trotz Endometriose: So hat´s mit meinem Kinderwunsch geklappt

Manchmal, wenn ich meinen kleinen Sohn anschaue, kann ich mein Glück gar nicht fassen. Es ist nämlich alles andere als selbstverständlich, dass ich diesem wunderbaren Wirbelwind das Leben geschenkt habe. Die Ärzte hatten mir eigentlich immer gesagt, dass mein Kinderwunsch vielleicht nie in Erfüllung gehen wird… Schwanger werden trotz Endometriose? Sehr schwierig.

Schwanger trotz Endometriose – geht das?

Ich leide unter Endometriose, einer gutartigen, aber chronischen und bisher unheilbaren Erkrankung. Dabei siedelt sich Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb der Gebärmutterhöhle an. Gebärmutter, Eierstöcke, Darm oder Blase können betroffen sein. 

Meistens werden diese Endometrioseherde von den Geschlechtshormonen beeinflusst und machen zyklische Veränderungen durch. Sie verursachen Entzündungen, Zysten, Vernarbungen und Verwachsungen.

Endometriose macht häufig unfruchtbar

Betroffene haben während der Periode mehr oder weniger starke Unterleibsschmerzen. Teilweise kommen unspezifische Symptome wie Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme, Schwindel oder allgemeine Abgeschlagenheit dazu.

Schätzungen nach leidet etwa jede zehnte Frau im gebärfähigen Alter unter Endometriose. Viele, ohne es zu wissen. Das Fatale: Die Erkrankung ist eine der häufigsten Ursachen für Unfruchtbarkeit.

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Ganz „normale“ Unterleibsschmerzen?

Leider ist Endometriose immer noch nicht wirklich bekannt. Selbst Gynäkologen kennen sie oft nicht. So kommt es, dass es im Schnitt viele Jahre dauert, bis die Krankheit diagnostiziert wird.

So wie bei mir. Schon mit 14 hatte ich während der Periode heftige Schmerzen. Doch bis zur Diagnose vergingen zwölf (!) Jahre. „Nun, da müssen alle Frauen einmal im Monat durch“, meinten die Ärzte, wenn ich sie darauf ansprach. Ich fing an zu glauben, ich sei einfach nur besonders zimperlich.

Schwanger trotz Endometriose: Platzt der Traum vom Wunschkind?

Bis ich 2012 wegen einer Zyste in der Notaufnahme landete. Als ich nach drei Stunden aus der Narkose aufwachte, informierte mich der Chirurg: „Sie haben Endometriose der schwersten Stufe. Wir mussten ein Stück Eileiter entfernen. Wenn Sie einen Kinderwunsch haben, sollten Sie nicht mehr lange warten. Und auf natürlichem Weg wird´s schwierig.“

Ich war wie vor den Kopf gestoßen. Für mich stand immer fest, dass ich irgendwann Kinder haben werde. Ich bin ein absoluter Familienmensch, habe selbst drei Geschwister.

Vor meinem inneren Auge hatte ich mich immer mit meinem süßen Kids auf dem Spielplatz herumtollen gesehen. Hatte mir ausgemalt, wie ich ihnen Bücher vorlese oder Schwimmen beibringe. Und dieser Traum sollte jetzt vielleicht nie wahr werden?

Schwanger trotz Endometriose?

Ich war schockiert von der Diagnose: Sollte ich niemals Mama werden können? Foto: Bigstock

Zyklus-Tracking im Kinderwunschzentrum

Knapp zwei Jahre nach der Operation lernte ich meinen Mann kennen. Wir beschlossen bald, nicht mehr allzu viel Zeit zu vertrödeln. Immerhin hatte ich eine tickende Zeitbombe im Bauch… 

Wir meldeten uns in einem Kinderwunschzentrum an. Dort wurde mein Zyklus über ein halbes Jahr hinweg analysiert. Die Diagnose: Kein Eisprung. Man riet uns, mich mit einer Hormonspritze vorübergehend in die künstlichen Wechseljahre zu versetzen.

So sollten die Endometriose-Herde, die sich offenbar wieder gebildet hatten, ausgetrocknet werden. Danach sollte eine künstliche Befruchtung erfolgen.

Kann der Kinderwunsch nur durch eine Operation wahr werden?

Doch ich wollte es so gerne auf natürlichem Wege versuchen. Daher holte eine zweite Meinung von einem renommierten Endometriose-Experten ein. Er riet mir zu einer minimalinvasiven Operation, bei der die Eierstöcke „durchgepustet“, also durchlässig gemacht werden.

Er machte mit Mut: „Nach dem Eingriff haben Sie sechs bis zwölf Monate Zeit, schwanger zu werden. Falls das nicht klappt, können wir immer noch zu anderen Mitteln greifen.“

Eine echte Herausforderung: Unter Zeitdruck schwanger werden

Leider besteht bei OPs immer die Gefahr, dass sich neue Verwachsungen und Vernarbungen bilden. Trotzdem stimmte ich zu. Viele Möglichkeiten hatte ich ja nicht. Im Herbst 2016 wurde ich zwei Mal über drei Stunden lang operiert.

Die Wochen danach waren nicht leicht. Nicht nur, weil ich körperlich ziemlich mitgenommen war. Sondern auch, weil ich extrem unter Zeitdruck stand, schwanger zu werden. Und man hört ja immer: Unter Stress klappt´s mit dem Kinderwunsch meistens nicht…

Doch noch ein Happy End

Um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen, besorgte ich mir Ovulationstests, trank Schwangerschafts-Tees und ging einmal die Woche zur Fruchtbarkeits-Akupunktur.

Und siehe da. Ein paar Wochen später hielt ich einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen. Dieser Tag gehört zu den glücklichsten in meinem Leben.

Mein Sohn ist nun 18 Monate alt, ein fröhlicher, aktiver, selbstbewusster Junge. Dieser kleine Mensch war die ganzen Strapazen und Sorgen sowas von wert.

— Wenn du unter Schmerzen während Periode und/oder einem unerfüllten Kinderwunsch leidest, lass bitte von einem Experten abklären, ob Endometriose dahintersteckt. Im Internet findest du die Adressen von zertifizierten Endometriose-Zentren.

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