Senkwehen: Daran erkennst du sie – und das ist zu tun

Ziehen im Unterleib? Harter Bauch? Nichts wirft so viele Fragezeichen auf, wie die ersten Anzeichen von Wehen. Dabei gibt viele Arten von Kontraktionen, die schon früh in der Schwangerschaft auftauchen können. Und: Es ist nicht einfach, sie voneinander zu unterscheiden. Wir verraten dir, woran du Senkwehen erkennst, wie sie sich anfühlen, was dabei passiert und ab wann du ins Krankenhaus fahren solltest.

1. Das Wichtigste zusammengefasst

  • Senkwehen treten meist ab der 36. SSW auf und bereiten deinen Körper auf die Geburt vor.
  • Sie können bereits 30-60 Sekunden andauern, kommen mal täglich, dann wieder gar nicht. Und das ist auch der größte Unterschied zu „richtigen“ Wehen: Sie erscheinen nicht regelmäßig, der Muttermund bleibt geschlossen.
  • Heißt auch: Es dauert wahrscheinlich noch ein Weilchen, bis die Geburt losgeht. Meist mindestens drei Wochen.
  • Wie genau sie sich anfühlen, lässt sich nicht pauschal sagen. Viele Frauen bemerken sie gar nicht, einige erzählen, dass sie mit Regelschmerzen vergleichbar wären.
  • Fast alle berichten jedoch, dass die Kugel im Anschluss tiefer „hängt“, sie wieder besser atmen können und Sodbrennen nachlässt. Der Grund: Das Baby ist weiter ins Becken gerutscht.
  • Dafür drückt es jetzt ordentlich auf die Blase. Auch Symphysen- oder Ischiasschmerzen können auftreten.
  • Das hilft: Wärme, Entspannung, tief atmen – und die Gewissheit, dass du dein Wunder schon bald in deinen Armen hältst!
  • Ab wann du ins Krankenhaus fahren bzw. deine Hebamme anrufen solltest? Bei Blutungen, wenn viel Schleim abgeht oder die Krämpfe regelmäßig kommen und (sehr) weh tun.

2. Was sind Senkwehen – und was passiert da?

Während der gesamten Babybauchzeit ist deine Gebärmutter höchst aktiv. Denn das Organ behütet nicht nur dein Baby, sondern bereitet sich auch darauf, das Kleine auf die Welt zu bringen – und zwar von Anfang an. Diese Aktivität und Entwicklung der Gebärmutter merkst du an Wehen, die deshalb nicht nur zum Geburtsbeginn auftreten, sondern manchmal schon relativ frühzeitig (Übungswehen).

Die Senkwehen sind ein wichtiger Schritt zur Vorbereitung auf die Entbindung, leiten sie aber noch nicht ein. 

Das passiert während der Senkwehen:

  • Es kommt zu Kontraktionen der Gebärmutter.
  • Der Gebärmutterhals bewegt sich in Richtung Schambein.
  • Die Gebärmutter verändert ihre Form: Sie wird weiter und runder.
  • Das Baby ändert seine Position, legt das Köpfchen ins mütterliche Becken und drückt nun auf den Muttermund.
  • ABER: Der Muttermund bleibt geschlossen.

Wichtig zu wissen ist, dass diese Vorgänge durch Hormone – und nicht etwa durch die Lage des Babys – ausgelöst werden. Es spielt also keine Rolle, ob dein Kind eine Schädel-, Quer- oder Steißlage eingenommen hat. Hat sich der Uterus geweitet, gibt es im unteren Bereich mehr Platz, was das Baby dazu animiert, sein Köpfchen ins Becken zu legen. Das muss aber nicht sofort passieren. Manche Babys nehmen erst kurz vor knapp die richtige Lage ein.

Mehr dazu: Geburtsbericht – Natürliche Geburt in Steißlage

3. Ab wann treten Senkwehen auf?

Meist beginnen sie ca. in der 36. Schwangerschaftswoche, also etwa drei bis vier Wochen vor der Geburt. Der genaue Zeitpunkt kann allerdings von Frau zu Frau sehr unterschiedlich sein.

Senkwehen beim zweiten, dritten, … Kind

Du bekommst nicht dein erstes Baby? Bei Folgeschwangerschaften erscheinen die Kontraktionen häufig viel später und treten oft erst kurz vor der Entbindung auf. Das kann verunsichern, ist aber völlig normal!

4. Wie fühlen sich Senkwehen an – und wo sind sie zu spüren?

Viele Frauen fragen sich: „Spürt man die Senkwehen?“. Und: „Sind diese schmerzhaft?“ Leider gibt es darauf keine pauschale Antwort. Manche Frauen merken sie sehr stark, andere hingegen kaum. Viele Frauen berichten aber, dass sie sich ähnlich anfühlen wie Übungswehen, nur etwas intensiver, und an Regelschmerzen erinnern.

Anzeichen bzw. Symptome für Senkwehen:

  • Unterleibsschmerzen: Ein Ziehen im Unterleib, ähnlich wie bei Menstruationsschmerzen. Diese können mehr oder weniger heftig sein und in den Rücken oder die Oberschenkel ausstrahlen.
  • Harter Bauch: Fühlt sich deine Kugel unangenehm hart an, wie bei Übungswehen, könnte es sich um eine Senkwehe handeln. Mehr zum Thema harter Bauch in der SS.
  • Aktivität der Bauchmuskeln: Viele Frauen spüren deutlich, wie sich die Muskeln im Bauchbereich anspannen und dann wieder lockern.
  • Plötzliche Atemprobleme: Manche Mamas haben Schwierigkeiten beim Atmen, als würde Druck auf die Brust ausgeübt werden.
  • Mögliche Übelkeit und plötzlicher Harndrang: Auch diese Symptome sind normal.

Wie bereits erwähnt, bemerken viele Frauen diese Vorgänge nicht. Es kann also durchaus passieren, dass sich diese auch bei dir nur schwach zeigen oder sich nicht von Übungswehen unterscheiden lassen.

Du bist unsicher, ob du bereits Senkwehen hattest?

Ob sich dein Babybauch bereits gesenkt hat, ist nicht immer sofort erkennbar. Bei manchen Frauen passiert das regelrecht über Nacht, bei anderen langsam über mehrere Tage. Achte mal auf folgende Anzeichen:

  • Atmen fällt auf einmal wieder leichter, weil dein Kleines weiter unten sitzt – yeah!
  • Weniger Völlegefühl
  • Weniger Sodbrennen und Aufstoßen
  • Erhöhter Druck auf die Blase und dadurch häufigeres Wasserlassen – och nö!
  • Mehr Druck im Beckenbereich, was möglicherweise zu Symphysen- oder Ischiasschmerzen führt
  • Tiefer sitzender Bauch: unten runder, der Bereich zwischen Kugel und Brüsten ist flacher. Vielleicht passt eine Hand jetzt dazwischen?

5. Dauer der Senkwehen: Wie oft und wie lange?

Senkwehen kommen und gehen, aber vor allem erscheinen sie unregelmäßig. Sie können mehrmals täglich oder nur alle paar Tage auftreten. Meist dauern sie etwa 30 bis 60 Sekunden, beginnen schwach und werden stärker, bevor sie schließlich abklingen.

Es kann sogar sein, dass du einige von ihnen schon leicht veratmen musst, das heißt, du bleibst unter Umständen stehen und atmest tief ein und wieder aus.

So lästig das ist, bedeutet es doch, dass sich dein Körper startklar macht, dein Kleines auf die Welt zu bringen. Vielleicht kannst du die Vorgänge sogar genießen und schon einmal die Geburtsatmung trainieren? Wenn dir das nicht gelingt, ist das auch nicht wild. Bald hast du es geschafft!

6. Senkwehen oder „richtige“ Wehen? Wie du die verschiedenen Formen unterscheidest

Ehrlicherweise ist das nicht immer einfach. Es ist von Frau zu Frau unterschiedlich, wie sich die Kontraktionen anfühlen.

Du spürst ein Ziehen? Dabei kann es sich auch „nur“ um deine Mutterbänder handeln, die sich dehnen und strecken, um Platz für dein Kind zu schaffen. Oder es ist dein Becken. Oder dein Darm. Na toll, denkst du jetzt?

Ok, es gibt Anzeichen, die die verschiedenen Wehentypen ausmachen. Daran kannst du dich orientieren. ABER: Die Wehen können auch wie Wellen ineinander übergehen, was eine klare Trennung nicht immer möglich macht.

Ganz grundsätzlich: So kannst du die Wehen voneinander unterscheiden

  • Übungswehen: Diese ersten, unregelmäßigen (!) Kontraktionen treten ca. ab der 20. SSW auf, können Menstruationsschmerzen ähneln oder sich lediglich durch einen harten Bauch bemerkbar machen. Sie sind wenig bis gar nicht schmerzhaft.
  • Senkwehen: Sie treten ca. ab der 36. Schwangerschaftswoche auf und betreffen die Gebärmutter, aber nicht den Muttermund. Auch sie kommen unregelmäßig und sind häufig etwas stärker spürbar als Übungswehen. Dein Babybauch senkt sich.
  • Frühwehen: Diese können vor der 36. SSW auftreten, sind unterschiedlich stark. Hier heißt es Achtung, denn sie können den Muttermund öffnen, eine Frühgeburt auslösen oder auf eine Infektion deuten. Wende dich daher unbedingt an einen Arzt, wenn du das Gefühl hast, dass etwas nicht stimmt.
  • Geburtswehen: Die so genannten Eröffnungswehen sind stärker als andere Wehen und betreffen den Muttermund. Sie kommen regelmäßig, werden stetig intensiver und lassen sich nicht durch Wärme lindern. Jetzt heißt es: Vorfreude pur! Es geht los.

Mehr dazu: So fühlen sich Wehen an – Echte Mamas erzählen

So findest du heraus, ob dein Baby auf die Welt kommt

Mach den Wärmetest!

Übungswehen und Senkwehen lassen bei Wärme nach – wenn du also eine Wärmflasche benutzt oder ein warmes Bad nimmst und sie weniger werden, dann sind es in den meisten Fällen keine Eröffnungswehen. Denn diese können durch Hitze zusätzlich animiert werden und würden sich verstärken bzw. nicht einfach wieder abklingen.

Mehr dazu: Geburtsanzeichen – wann geht es los?

7. Linderung bei starken Senkwehen: Was hilft?

Meist sind Senkwehen nicht übermäßig schmerzhaft, manchmal bleiben sie sogar komplett unbemerkt. Wenn du sie jedoch als sehr unangenehm empfindest, können diese natürlichen Methoden helfen.

Hausmittel gegen Senkwehen

  • Warmes Bad, Wärmeflasche oder warmes Kirschkernkissen
  • Atemtechniken
  • Entspannungsübungen und Schwangerschaftsyoga
  • Veränderung der Position
  • Massagen
  • Akupunktur
  • Stress reduzieren
  • Dich körperlich schonen

Nach Absprache mit deinem Arzt kannst du auch bestimmte Mittel einnehmen, um die Beschwerden zu lindern. Dazu zählen zum Beispiel das pflanzliche, homöopathische Bryophyllum oder Magnesiumpräparate.

Sei vorsichtig mit Himbeerblättertee – er lindert zwar Krämpfe, kann aber den Muttermund lockern. Bei netdoktor.de liest du mehr zum Thema.

8. Ab wann ins Krankenhaus bzw. zum Arzt?

Senkwehen können zwar unangenehm sein, sind aber ein wichtiger Vorgang in deinem Körper und im Normalfall nicht gefährlich.

Selbst bei Geburtswehen musst du nicht sofort ins Krankenhaus eilen (kannst du aber!), denn bis der Muttermund sich ausreichend geöffnet hat, dauert es normalerweise einige Stunden. Erst, wenn die Wehen stärker und regelmäßiger werden, solltest du dich auf den Weg machen.

Wenn du dir unsicher bist oder sehr starke Schmerzen hast, wende dich immer an deine Ärztin oder Hebamme. Das gilt insbesondere, wenn dein Baby nicht in der richtigen Position liegt. Die Experten erklären dir dann, worauf du achten musst.

In folgenden Fällen solltest du bereits bei Senkwehen einen Arzt aufsuchen

  • Die Schmerzen sind nicht auszuhalten, halten länger an und lassen sich nicht durch Wärme lindern (meist sind es in diesem Fall schon Geburtswehen).
  • Die Kontraktionen kommen regelmäßig, alle paar Minuten. Außerdem bemerkst du eine Pause zwischen den Wellen, bevor die nächste Wehe beginnt.
  • Eine Blutung setzt ein.
  • Du spürst einen starken Druck nach unten.
  • Du verlierst dabei viel (!) Schleim. Das könnte der Schleimpropf gewesen sein, der deinen Muttermund verschließt.
  • Du verlierst plötzlich viel durchsichtige Flüssigkeit.

Wenn du einen Schwall durchsichtiger Flüssigkeit bemerkst, solltest du besonders vorsichtig sein. Das bedeutet nämlich, dass die Fruchtblase geplatzt ist.

Liegt dein Baby dabei noch nicht richtig im Becken, dann handelt es sich um einen vorzeitigen Blasensprung. Nimm in diesem Fall sofort eine liegende Position ein oder begebe dich in den Vierfüßlerstand. Rufe dann unverzüglich den Rettungswagen. Du wirst dann liegend ins Krankenhaus transportiert und dort untersucht. Solange du liegst, ist dein Liebes nicht in Gefahr.

9. Ein Zeichen, dass es bald losgeht? Wie lange es jetzt noch bis zur Geburt dauert?

Leider lässt es sich nicht genau voraussagen, wie lange es noch dauert. Da die Senkwehen zum Ende der Kugelzeit eintreten und etwas stärker sein können, denken viele Frauen, die Geburt beginnt. Leider müssen wir dich hier enttäuschen: Es können noch Tage oder sogar Wochen vergehen, bis du dein kleines Wunder im Arm halten darfst.

Da die meisten werdende Mamas diese um die 36. Woche zum ersten Mal bemerken, braucht es meist noch mindestens drei bis vier Wochen. Hart, aber wahr. Geduld ist angesagt, auch wenn´s schwer fällt.

Jede Schwangerschaft und jede Geburt ist individuell – und das schließt die Wehen mit ein. Letztendlich können wir dir nur raten: Höre auf deinen Körper und deine Ärzte und Hebammen – sie wissen im Zweifelsfall, was zu tun ist. Wir wünschen dir alles, alles Liebe!

 

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Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Ich liebe den Hafen, fotografiere gern, gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Social Media und Texte ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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