Harter Bauch in der Schwangerschaft: normal oder gefährlich?

Ob beim Laufen, Liegen, an der Arbeit oder nach dem Essen: Plötzlich wird dein Babybauch ganz hart, schon nach wenigen Sekunden oder Minuten ist der Spuk vorbei. Zurück bleibt die Sorge, ob es sich um echte Wehen handeln könnte und mit dem Baby alles ok ist. Dabei ist ein harter Bauch in der Schwangerschaft nicht unnatürlich. Im Gegenteil! Wir erklären dir, warum Schwangere von Zeit zu Zeit eine feste Kugel bekommen, woran du erkennst, ob alles normal ist (oder gefährlich) und verraten, was hilft.

1. Das Wichtigste zusammengefasst

  • Ein harter Bauch in der Schwangerschaft ist in den allermeisten Fällen nicht gefährlich. Vor allem nicht gegen Ende der Kugelzeit. Im Gegenteil: Er hilft deinem Körper, sich auf die Geburt vorzubereiten.
  • Die Ursachen können vielfältig sein: Meist handelt es sich um Übungswehen. Ab der 29. SSW berichten viele Frauen davon, diese stark zu spüren – aber auch schon vorher ist dies denkbar.
  • Ab der 36. SSW können Senkwehen einsetzen. Diese ziehen und zwacken meist schon etwas mehr. Völlig normal! Dein Baby wird in Startposition geschoben.
  • Es kann auch sein, dass dein harter Bauch in der Schwangerschaft durch Stress verursacht wird. Versuche ab jetzt die Füße hochzulegen!
  • Du hast einen harten Bauch in der Schwangerschaft nach dem Essen? Es zieht im Unterleib, und manchmal auch in den Seiten? Dann könnte die Verdauung Schuld sein. Ein paar Trockenpfläumchen können dir Erleichterung verschaffen. Und: viel trinken!
  • Übrigens kann ein Ziehen im Unterleib (auch schon in der Frühschwangerschaft) bedeuten, dass sich deine Mutterbänder dehnen.
  • Harter Bauch in der Schwangerschaft – das hilft sonst noch: ausgewogen ernähren (Lebensmittel mit Magnesium), spazieren gehen und/oder leichte Dehnübungen.
  • Echte Wehen – wann zum Arzt? Das Ziehen kommt regelmäßig(er), mehrmals pro Stunde oder sogar alle fünf Minuten, nimmt in der Intensität zu und wird sogar von blutigem/bräunlichem Ausfluss begleitet? Dann könnte die Geburt unmittelbar bevorstehen. Ab in die Klinik, Hebamme anrufen oder ins Geburtshaus!
  • Immer gilt: Wenn du dich sorgst oder dir etwas komisch vorkommt, frag lieber einmal mehr deine Hebamme oder deinen Frauenarzt um Rat. 

2. Gründe für einen harten Bauch in der Schwangerschaft

Grund 1: Übungswehen

Nicht erst, wenn die Entbindung ansteht, sondern bereits während der Kugelzeit zieht sich die Gebärmuttermuskulatur ab und an zusammen. Manchmal ist dies stark spürbar, manchmal nur leicht. In aller Regel tut dies aber nicht weh. Viele werdende Mamas sind trotzdem verunsichert: Handelt es sich dabei um Wehen? Ist mit meinem Baby alles in Ordnung?

In den allermeisten Fällen ist Aufatmen angesagt. Diese Kontraktionen, die deine Muskeln stärken, nennen sich Übungswehen und sind vollkommen harmlos. Sie öffnen deinen Muttermund nicht. Im Gegenteil: Durch die krampfartigen Bewegungen bringen sie ihn sogar dazu, sich noch fester zu verschließen.

Ab wann ist ein harter Bauch in der Schwangerschaft normal?

Viele Frauen bemerken die Übungswehen ab der 29. SSW, manche schon früher. Ab diesem Zeitraum kann es passieren, dass diese bis zu eine Minute andauern und du sie mehrmals täglich mitbekommst.

Solltest du unter Anspannung leiden, kann sich das Gefühl verstärken. Das oberste Gebot besteht deshalb darin, belastende Situationen so gut es geht zu vermeiden. Auch ruhige Dehn-Übungen können dir helfen, deinen Bauch zu entspannen.

Grund 2: Senkwehen im letzten Trimester

Ab der 36. SSW werden die sogenannten Senkwehen eingeleitet. Dabei senkt sich dein Bauch ab, das Kind rutscht weiter ins Becken und der Gebärmutterhals wird immer kürzer. Die Geburt naht.

Senkwehen machen sich häufig durch ein Ziehen in der Leistengegend bemerkbar, wodurch du sie einfach von Übungswehen unterscheiden kannst.

Grund 3: Verdauungsprobleme

Übelkeit, Schnappatmung und dann noch die lästige Verdauung: Schwangersein ist wunderschön, aber auch echt anstrengend. Viele werdende Mamas leiden unter Verstopfungen.

Die Ursachen: Ein Grund ist das Hormon Progesteron, das den Nahrungstransport verlangsamt, damit ausreichend Nährstoffe beim Ungeborenen ankommen. Also eigentlich eine gute Sache – für viele Schwangere aber sehr unangenehm.

Auch zu wenig Bewegung, das Nahrungsergänzungsmittel Eisen und natürlich dein Baby, das auf den Darm drückt, können zu Bauchschmerzen führen.

Falls du auch zu den Leidtragenden gehörst: Verdauungsprobleme können sich ganz ähnlich anfühlen wie Übungs- oder Senkwehen. Im Unterbauch zieht und drückt es, manchmal sogar krampfartig. Falls du dir Sorgen machst, frag ruhig deine Frauenärztin oder Hebamme um Rat. In den allermeisten Fällen wird sie sagen: „Das ist bloß der Darm.“

Mehr zu Verstopfung in der Kugelzeit auf netdoktor.de.

3. Harter Bauch in der Schwangerschaft: Das kannst du tun

Um dir etwas Erleichterung zu verschaffen, kommt es immer drauf an, zu schauen, warum deine Kugel gerade hart geworden ist. Übungswehen und Senkwehen sind wichtig, damit dein Körper sich auf die Geburt vorbereiten kann. Trotzdem kannst du einiges tun, um es dir leichter zu machen.

Unsere Tipps:

Sollten die Übungswehen sehr früh einsetzen, ist das meist ein Zeichen dafür, dass du dich ab jetzt etwas mehr entspannen darfst. Leg die Füße hoch, gönn dir eine Serie oder ein gutes Buch und mach es dir gemütlich. Kein Stress hilft jetzt meist am besten.

Bei Senkwehen heißt es: tief und ruhig atmen. Vielleicht sind auch leichte Yoga-Übungen, Spaziergänge und Schwimmen gute Möglichkeiten, um dich zu entspannen und gleichzeitig Kraft zu tanken. Selbst wenn bei wachsendem Bauch Bewegung zunehmend schwerer fällt: Versuche dich für eine kleine Runde um den Block und ein paar Dehnübungen zu motivieren. Dadurch bleibst du fit und kannst Rückenschmerzen so gut es geht im Zaum zu halten.

Vielleicht schaffst du es sogar, diese ersten leichten Kontraktionen zu genießen? Sie zeigen dir im Grunde nur, wie kraftvoll dein Körper ist und was er alles leistet, damit dein kleines Wunder das Licht der Welt erblicken kann. Du könntest zum Beispiel diese Momente nutzen, um die Geburtsatmung auszuprobieren und dich so feierlich auf das besondere Ereignis einzustimmen.

Dein harter Bauch in der Schwangerschaft hat mit der Verdauung zu tun? Das hilft:

Du kannst Blähungen oder Verstopfungen selten vollständig beseitigen. Das ist die schlechte Nachricht. Die Gute: Dein Zustand lässt sich verbessern, indem du viele Ballaststoffe zu dir nimmst – also beispielsweise Vollkorn statt Weißbrot oder Gemüse und Hülsenfrüchte. Achte außerdem darauf, pro Tag mindestens 2 Liter zu trinken, um die Verdauung in Schwung zu bringen. Deine Gesundheit wird´s dir danken!

Mitunter raten Ärzte Schwangeren auch dazu, viel Magnesium zu essen. Der Mineralstoff steckt beispielsweise in Bananen, Himbeeren, Erbsen, Brokkoli, Haferflocken und Sonnenblumenkernen. Mehr zum Thema Ernährung in der Schwangerschaft liest du hier.

Bewegung ist immer gut. 30 Minuten täglich an der frischen Luft helfen, das Wohlbefinden zu steigern. Wenn du jetzt denkst, dass dich keine zehn Pferde vom Sofa hochkriegen: Das kennen wir! Trotzdem raten wir dir, es auszuprobieren. Danach geht´s dir sicher besser.

Achtung – Nahrungsergänzungsmittel bitte nicht auf eigene Faust nehmen. Dies solltest du nicht selbst entscheiden, sondern immer vorab mit deinem behandelnden Arzt oder deiner Hebamme absprechen.

Im Übrigen ist es völlig in Ordnung, wenn du dich lieber einmal mehr als zu wenig an deine Ärztin wendest. Viele Frauen schämen sich für ihre Ängste, recherchieren im Internet, stoßen auf dubiose Informationen und werden dadurch nur noch mehr verunsichert.

4. Harter Bauch oder echte Wehe – woran du den Unterschied erkennst

Insbesondere Frauen, die ihr erstes Kind erwarten, sind sich oft unsicher, ob sie lediglich eine Übungswehe haben oder ob eine echte Wehe einsetzt. Wenn es dir da genauso geht, solltest du sicherheitshalber deinen Arzt aufsuchen.

Im Allgemeinen gibt es einige Merkmale, die auf echte Wehen hindeuten:

  • Sie kehren immer wieder und halten mehr als 30 Sekunden an.
  • Eine echte Wehe ist stark fühlbar, mitunter schmerzhaft, und führt im fortgeschrittenen Stadium dazu, dass du deine Arbeit oder gerade ausgeübte Tätigkeit unterbrechen musst. Aber: Auch Senkwehen können schon echt ziehen, manchmal so sehr, dass du stehen bleiben und tief atmen musst. Der Unterschied ist, dass diese nicht regelmäßig kommen und nicht intensiver werden.
  • Sollte der Bauch regelmäßig, vielleicht sogar alle fünf Minuten fest werden, handelt es sich wahrscheinlich um „echte“ Kontraktionen. Besonders, wenn dazwischen eine Pause ist.
  • Auch eine plötzlich auftretende Blutung oder seltsamer, meist bräunlicher Ausfluss sind Indizien dafür, dass es losgehen kann. Hier könnte sich der Schleimpfropf gelöst haben, der den Muttermund verschließt. Ruf jetzt lieber deine Hebamme an!
  • Mit einem warmen Bad lässt sich feststellen, ob dein kleiner Schatz nicht mehr lange auf sich warten lässt. Verstärkt das Wasser die Kontraktionen, geht´s höchstwahrscheinlich bald los. Wie aufregend!

Sollten die genannten Anzeichen auftreten, so zögere bitte nicht, in eine Klinik zu fahren. Nicht immer steht die Geburt deines Babys unmittelbar bevor. Du gehst somit auch auf Nummer sicher, keine Komplikationen zu haben oder, falls diese auftreten, rechtzeitig zu handeln.

5. Echte Erfahrungen: Harter Bauch in der Schwangerschaft – wie fühlt sich das an?

Erfahrungsbericht von Sina, Mama von Lio (4 Monate)

Bei mir haben die Übungswehen schon sehr früh angefangen, ich denke vor der 29. Schwangerschaftswoche. Ich hatte mit einem harten Bauch zu kämpfen, vor allem, wenn ich mich etwas überanstrengt hatte. Das war dann das Zeichen für mich, ruhiger zu machen. Diese Wehen waren aber nie schmerzhaft.

Als ich ein stärkeres Ziehen im Unterleib hatte, wendete ich mich an meine Hebamme und an meinen Frauenarzt, weil ich mir Sorgen machte. Am Anfang, in der Frühschwangerschaft, waren es die Mutterbänder, die sich dehnten und das Ziehen verursachten. Später war es tatsächlich die Verdauung, die sich als unangenehmes Drücken im Unterbauch und teilweise auch in der Seite äußerte. Der Darm hatte sich bereits verschoben und wenig Platz. Gegen die Verstopfungen halfen Trockenpflaumen ganz gut.

Später dann, im dritten Trimester, wurden meine Übungswehen tatsächlich seltener, nicht mehr. Vielleicht weil ich Stress so gut es ging vermied, viel spazierte und Schwangerschaftsyoga machte. Ab der 34. SSW ca. begann ich mit der Louwen-Ernährung – das tat mir wirklich sehr gut, und der Verdauung auch.

Irgendwann kamen dann in unregelmäßigen Abständen die Senkwehen hinzu. Das Ziehen war deutlich spürbar und erinnerte mich an leichte Unterleibsschmerzen. Manchmal musste ich sogar stehen bleiben und tief atmen. Allerdings kamen die Kontraktionen nie regelmäßig und verschwanden schnell wieder.

Die ersten Geburtswehen fühlten sich zwar ähnlich an, unterschieden sich aber von den Senk- bzw. Übungswehen, dadurch, dass sie regelmäßig kamen und dazwischen immer eine Pause war. Als ich nach längerer Zeit erkannte, dass es im Becken und unteren Rücken rhythmisch zog, war ich schon bei Wehenabständen von drei Minuten. Dann ging der Schleimpfropf ab und die Eröffnungswehen setzten ein – und waren auch definitiv als solche erkennbar!

 

Welche Erfahrungen hast du gemacht? Schreib uns gern in den Kommentaren!

Wir wünschen dir weiterhin alles Liebe und Gute für deine Babybauchzeit und hoffen, dass du diese besondere Zeit möglichst beschwerdefrei genießen kannst.

Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Ich liebe den Hafen, fotografiere gern, gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Social Media und Texte ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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