NFP Verhütung: Das musst du unbedingt beachten!

Du bist auf der Suche nach einer Verhütungsmethode, die ohne Hormone auskommt und trotzdem sicher ist? Dann ist NFP Verhütung vielleicht etwas für dich. Die „Natürliche Familienplanung“ hilft dir dabei, deinen Körper und deinen Zyklus besser kennenzulernen, um deine fruchtbaren Tage zu bestimmen. Allerdings gibt es einige Voraussetzungen dafür, dass die Verhütung per NFP richtig funktioniert. Alle wichtigen Infos dazu haben wir hier für dich zusammengestellt.

1. Das Wichtigste auf einen Blick:

  • NFP Verhütung steht für „Natürliche Familienplanung“. Das bedeutet, du achtest genau auf bestimmte Zeichen deines Körpers, um deine fruchtbaren Tage und den Zeitpunkt deines Eisprungs zu erkennen.
  • NFP gehört zu den hormonfreien Verhütungsmethoden und hat auch keinerlei Nebenwirkungen.
  • Die Methode hat einen Pearl Index von 0,6 und ist damit (richtig angewendet!) fast so sicher wie die Pille.
  • Du musst bereit sein, dich genau mit deinem Körper und seinen Signalen auseinanderzusetzen.
  • Bis du die NFP Verhütung zuverlässig anwenden kannst, wird es einige Zyklen dauern.
  • Auch bei unregelmäßigen Zyklen kann NFP funktionieren.

2. NFP Verhütung: Was ist das eigentlich?

NFP steht für „Natürliche Familienplanung“. Als Verhütungsmethode ist NFP komplett hormonfrei und kommt ohne Medikamente oder andere Hilfsmittel aus. Dadurch kommt es auch nicht zu unerwünschten Nebenwirkungen. Du lernst die verschiedenen Signale deines Körpers kennen und kannst so genau bestimmen, wann deine fruchtbaren Tage sind, und wann dein Eisprung stattfindet.

Dadurch kann NFP dir auch helfen, wenn du dich irgendwann doch dazu entscheidest, dass du ein Baby bekommen möchtest.

3. Wie funktioniert NFP Verhütung?

Bei der NFP-Methode beobachtest du deinen Körper genau und achtest auf bestimmte Signale, um deinen Zyklus zu erkennen. Alle Anzeichen zusammen helfen dir dabei, deine fruchtbaren und unfruchtbaren Tage zu erkennen. Da deine Körpertemperatur eine wichtige Rolle spielt, spricht man auch von der „symptothermalen Methode“.

Wenn du NFP zur Verhütung nutzen möchtest, solltest du täglich auf folgende Dinge achten:

  • die Basaltemperatur
  • den Zervixschleim
  • Veränderungen des Muttermunds

Neben diesen grundlegenden Anzeichen gilt es, auf den eigenen Körper zu hören und Veränderungen zu erkennen – denn schließlich ist jeder Zyklus individuell. Andere Symptome können zum Beispiel empfindliche Brüste, Schmierblutungen, Mittelschmerz, eine gesteigerte Libido, Appetitveränderungen, Hautveränderungen oder Stimmungsschwankungen sein.

All diese Anzeichen hältst du in einem Zyklusblatt oder Kalender fest (dafür kannst du zum Beispiel auch eine Verhütungs-App nutzen). Das Ziel ist es, den Zeitpunkt deines Eisprungs vorherzusagen. Damit kannst du bestimmen, an welchen Tagen du schwanger werden könntest, und an welchen nicht. An den unfruchtbaren Tagen ist ungeschützter Sex möglich, an den fruchtbaren Tagen musst du auf Geschlechtsverkehr verzichten oder zusätzlich verhüten.

4. Was sind die Vorteile der natürlichen Familienplanung?

Die NFP Verhütung hat gegenüber anderen Methoden viele Vorteile:

  • Sie ist komplett hormonfrei.
  • Sie verursacht keinerlei Nebenwirkungen.
  • Du hast so gut wie keine Kosten, abgesehen von einem Thermometer (und evtl. einem Kalender).
  • NFP hilft dir, deinen deinen Körper und seine Signale besser kennen und deuten zu lernen.
  • Du hast deinen Zyklus immer genau im Blick und kannst die fruchtbaren Tage erkennen.
  • NFP ist auch bei einem unregelmäßigen Zyklus geeignet und hilft dir, deinen Eisprung zu erkennen.
  • Wenn du dir irgendwann doch ein Baby wünschst, kannst du NFP auch optimal zur Familienplanung nutzen.

5. Für wen ist NFP Verhütung geeignet?

NFP eignet sich als Verhütungsmittel für alle Frauen, die auf Hormone und andere Eingriffe in ihren Körper verzichten möchten. Allerdings solltest du die Bereitschaft mitbringen, dich ausführlich mit deinem Körper zu beschäftigen – und dir vor allem auch genügend Zeit dafür zu nehmen. Denn NFP ist gerade zu Beginn gewöhnungsbedürftig und wird vermutlich deine Morgenroutine erst einmal ordentlich durcheinanderbringen. Es dauert ein paar Monate, um zu lernen, wie man die eigenen Körperanzeichen erkennt und deutet. Falls du also auf der Suche nach einer Verhütungsmethode bist, auf die du sich sofort verlassen kannst, ist NFP leider nicht geeignet.

Die meisten Frauen können etwa ab dem 4. Zyklus bestimmen, wann ihre fruchtbaren- und unfruchtbaren Tage sind. Lass dir daher ein paar Zyklen Zeit, um deinen Körper kennenzulernen, und verwende in dieser Zeit eine alternative (hormonfreie) Verhütungsmethode.

Das ist besonders wichtig, wenn du die Pille absetzt oder mit einer anderen hormonellen Verhütungsmethode aufhörst. Dein Körper wird in diesem Fall ein paar Monate brauchen, bis der Zyklus sich wieder einpendelt und bestimmte Symptome sich deutlich zeigen.

6. Pearl Index: Wie sicher ist es, mit NFP zu verhüten?

Die gute Nachricht ist: Wenn du die NFP Verhütung richtig anwendest, ist sie fast so sicher wie die Pille. Der Pearl-Index dieser Methode liegt bei 0,6 – das bedeutet, dass von 1.000 Frauen, die über 12 Monate mit dieser Methode verhüten, nur 6 schwanger werden.

Du solltest allerdings bedenken, dass die Sicherheit nicht vom ersten Zyklus an gegeben ist. Sondern erst, wenn du Temperatur, Zervixscheim usw. regelmäßig und zuverlässig dokumentierst und auswertest.

7. Anleitung: Diese Regeln solltest du bei der NFP Verhütung beachten

Damit die Verhütung mit NFP auch wirklich sicher ist, solltest du einige Regeln beachten:

Auf das richtige Thermometer kommt es an

Ganz wichtig bei dieser Methode ist, zum Messen der Basaltemperatur ein Thermometer mit zwei Stellen nach dem Komma zu verwenden. Die Körpertemperatur erhöht sich nämlich nur minimal um mindestens ca. 0,2 °C. Ein herkömmliches Thermometer kann diese kleine, aber dennoch wichtige Temperaturerhöhung nicht erkennen.

Keine Hemmungen vor dem eigenen Körper

Bei der symptothermalen Methode wirst du deinen Körper ganz genau kennenlernen. Wenn du dich davor scheust, täglich und möglicherweise mehrmals am Tag in deine Scheide zu fassen, um den Zervixschleim auszuwerten und den Muttermund abzutasten, wird diese Methode nicht funktionieren.

Regelmäßige Tagesabläufe – und Nächte

Zur NFP gehört es, dass du täglich die Basaltemperatur (die Temperatur gleich nach dem Aufwachen) misst, da diese zum Zeitpunkt des Eisprungs leicht erhöht ist. Die Temperatur kann allerdings nur richtig bestimmt werden, wenn du mindestens eine, besser aber mehrere Stunden Schlaf hattest. Auch darfst du vor dem Messen nicht aufstehen, sondern musst liegen bleiben.

Mal Verschlafen ist dabei kein Problem – die Temperatur muss nicht unbedingt zur selben Uhrzeit gemessen werden. Doch nur mit einem regelmäßigen Schlafrhythmus und einer Morgenroutine kann die Temperatur richtig festgehalten werden. Wer in Schichten oder in verschiedenen Zeitzonen arbeitet, könnte mit der morgendlichen Messung Schwierigkeiten haben.

Außerdem können Medikamente, Alkohol, Stress oder Krankheiten die Basaltemperatur verändern. Wenn du also erkennst, dass deine Basaltemperatur stark von anderen Lebensumständen beeinflusst wird, solltest du lieber auf eine andere Verhütungsmethode setzen.

Disziplin, Ausdauer und Verantwortung

Damit NFP als Verhütungsmethode funktioniert und dir einen guten Schutz bietet, musst du die Körperanzeichen täglich und über längere Zeit kontinuierlich festhalten. Nur, wenn du die notwendigen Daten jeden Tag (und besonders um den Eisprung herum) erfasst, kannst du den Eisprung und somit deine fruchtbaren Tage bestimmen.

Machst du das nicht regelmäßig, ist der Verhütungsschutz eingeschränkt. Da auch regelmäßige Zyklen schwanken können, solltest du dich auch nicht zu sehr auf Daten aus früheren Zyklen verlassen, sondern immer den aktuellen Zyklus beobachten. Die Methode verlangt also ein großes Maß an Disziplin und Eigenverantwortung.

Zusätzliche Verhütungsmittel

Mit NFP bestimmst du die Tage, an denen du fruchtbar oder unfruchtbar bist. Sie bietet logischerweise keinen Schutz an den fruchtbaren Tagen. An diesen musst du, wenn du nicht schwanger werden willst, auf Sex verzichten oder zusätzliche Verhütungsmittel verwenden. Wichtig dabei ist, dass es sich um hormonfreie Verhütungsmittel handelt, die nicht in deinen Zyklus eingreifen. Sonst kann die NFP Methode nicht mehr zuverlässig funktionieren.

NFP hat zwar einen niedrigen Pearl-Index und gilt somit als ziemlich sicher, doch wie alle anderen Methoden auch ist sie nicht perfekt. Wenn eine Schwangerschaft für dich absolut nicht infrage kommt, solltest du nicht allein auf diese Methode setzen.

Ein fester Partner

Dieser Punkt ist natürlich kein Muss. Wechselst du allerdings deinen Sex-Partner häufig, solltest du dich vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen. NFP bietet in diesem Punkt keinen Schutz – verwende daher am besten immer ein Kondom.

Auch ist es sinnvoll, den Partner in die Verhütung einzubeziehen. So könnt ihr zusammen darauf achten, dass ihr euch an den fruchtbaren Tagen zusätzlich schützt.

8. NFP Verhütung und unregelmäßiger Zyklus: Passt das zusammen?

Im Prinzip schon. NFP ist zwar bei einem unregelmäßigen Zyklus nicht ganz einfach umzusetzen, aber auch nicht unmöglich. Wenn dein Zyklus unregelmäßig ist, ist es besonders wichtig, dass du den Zeitpunkt deines Einsprungs nicht anhand von Daten der vergangenen Zyklen bestimmst. Stattdessen solltest du bei der Aufzeichnung und Auswertung der aktuellen Daten besonders aufmerksam sein. Dann kannst du auch bei einem unregelmäßigen Zyklus deine fruchtbaren Tage und den Eisprung relativ zuverlässig erkennen. Sogar, wenn du unter PCO leidest, ist de NFP-Methode grundsätzlich geeignet.

Du solltest allerdings beachten, dass die NFP Verhütung bei sehr unregelmäßigen Zyklen möglicherweise weniger sicher ist als im Normalfall. Wenn du also auf gar keinen Fall schwanger werden möchtest, nutzt du am besten zusätzliche Verhütungsmittel.

Übrigens: Es gibt auch einige moderne Hilfsmittel, die das Erfassen der Daten erleichtern und zum Teil sogar deinen Zyklus vorberechnen können. Dazu zählen zahlreiche Verhütungs- bzw. Kinderwunsch-Apps, Zykluscomputer oder sogar Wearables wie der OvulaRing, die dir die Arbeit abnehmen. Diese sind aber natürlich kein Muss.

Jetzt sind wir gespannt: Hast du schon Erfahrungen mit NFP Verhütung gemacht? Dann erzähle uns gern davon – in den Kommentaren oder in unserer geschlossenen Facebook-Gruppe „Wir sind Echte Mamas“.

Schwanger werden mit NFP – mehr Infos im Echte Mamas-Podcast

Natürlich kannst du NFP nicht nur zur Verhütung nutzen. Die Natürliche Familienplanung kann dir auch dabei helfen, deinem Traum vom Wunschkind näher zu kommen. Wie, das erklärt Magge von „wearetheladies.de“ dir in unserem Echte Mamas-Podcast:

Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern.

Seit 2015 sind wir Eltern einer zauberhaften Tochter. Zwei Jahre später kam ihr kleiner Bruder auf die Welt, und unsere Familie war komplett. Zusammen sind die beiden ein unschlagbares Team, das sich nur allzu gern gegen Mama und Papa verbündet.

Abgesehen von meiner Familie liebe ich den Hafen, fotografiere gern und gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Texte und Social Media ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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