Darf ich Ginger Ale in der Schwangerschaft trinken?

Zu viel Koffein, rohes Fleisch, Alkohol sowie Nikotin sind ohnehin ein absolutes Tabu: Während das Baby im Bauch wächst, muss auf so manches verzichtet werden. Aber wie sieht es eigentlich mit Ginger Ale in der Schwangerschaft aus? Dürfen Schwangere den Ingwer-Drink trinken? Oder ist davon eher abzuraten? Wir klären dich auf.

1. Das Wichtigste auf einen Blick

Ernährungsexpertin Lydia Wilkens von essenZ Hamburg hat diesen Artikel inhaltlich geprüft.

  • Ginger Ale ist ein beliebter, alkoholfreier Sommerdrink mit natürlichem Ingwer-Aroma.
  • Grundsätzlich ist Ginger Ale in der Schwangerschaft erlaubt.
  • ABER: Rund 100 ml des Erfrischungsgetränks enthalten ganze drei Zuckerwürfel. Somit ist Ginger Ale eine absolute Zuckerfalle.
  • Wehenförderndes Chinin ist nicht in Ginger Ale enthalten.
  • Im letzten Trimester sollte auf den Genuss von Ginger Ale verzichtet werden. Auch Frauen mit einer Risikoschwangerschaft sollten sich nach einer Alternative umschauen.

2. Was ist Ginger Ale eigentlich?

Ob als eisgekühlter Sommerdrink oder als Zutat im Cocktail: Ginger Ale ist ein echter Klassiker unter den kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränken. Also erst einmal keine Sorge – es handelt sich hierbei nicht um Bier, obwohl die hellbraune Farbe es auf den ersten Blick vielleicht vermuten lässt.

Ginger Ale ist vollkommen alkoholfrei und mit Wasser, Zucker, Kohlensäure, Säuerungsmittel und natürlichem Ingwer-Aroma sowie anderen Aromastoffen angereichert. Der Geschmack ist demnach ein wenig scharf-süß.

Zutaten von Ginger Ale auf einen Blick:

  • Wasser
  • Zucker
  • Kohlensäure
  • Säuerungsmittel Citronensäure
  • natürliches Ingwer-Aroma
  • natürliche Aromastoffe
  • Farbstoff E150d (Zuckercouleur)

3. Ist Ginger Ale in der Schwangerschaft erlaubt?

Ja – wenn du es nicht übertreibst.  Im Internet liest man vielfach, dass Schwangere das zuckrige Erfrischungsgetränk vorerst lieber weglassen sollten. Das hat unterschiedliche Gründe. Zum einen wird Ginger Ale auf der Basis von Ingwer hergestellt, der eine wehenfördernde Wirkung haben kann. Zum anderen ist die Annahme weit verbreitet, dass das Getränk alkoholhaltig ist und zudem Chinin enthält. Beides ist in der Schwangerschaft ein No-Go.

Ist die totale Verbannung aus dem Einkaufswagen von Ginger Ale für Schwangere also gerechtfertigt? Nope. Denn wie bereits erwähnt: Ginger Ale enthält keinen Alkohol. Das Missverständnis kommt gerne auf, da Ginger Ale wortwörtlich übersetzt so viel wie „Ingwer Bier“ bedeutet. Das ist aber falsch. Ginger Ale ist nach wie vor ein alkoholfreies Getränk und lässt sich mit einer klassischen Fassbrause vergleichen. Auch Chinin ist in Ginger Ale nicht zu finden. Dies ist allerdings oftmals bei anderen Bitterlimonaden der Fall. Der Stoff kann vorzeitige Wehen auslösen und sollte von Schwangeren daher vermieden werden.

Du siehst also, ab und zu und in kleinen Mengen kannst du Ginger Ale auch während der Schwangerschaft trinken. Im letzten Trimester solltest du allerdings lieber darauf verzichten – im Fall einer Risikoschwangerschaft sogar komplett. Denn auch wenn es bei diesen kleinen Mengen unwahrscheinlich ist: Ingwer kann tatsächlich Wehen auslösen.

Kennst du dich schon mit allen Lebensmitteln aus, die während der Schwangerschaft tatsächlich tabu sind? Unser kostenloser Ratgeber 125 Lebensmittel, die du in der Schwangerschaft meiden solltest klärt dich darüber auf.

4. Ist Ginger Ale für Schwangere gesund?

Nein. Durch das natürliche Ingwer-Aroma könnte man an dieser Stelle zwar davon ausgehen, dass Ginger Ale für Schwangere sogar gesund ist. Immerhin enthält die scharfe Knolle als Naturheilmittel zahlreiche gesundheitsfördernde Substanzen, die das Immunsystem stärken und unterschiedliche Befindlichkeitsstörungen minimieren. Trotzdem gilt leider, dass Ginger Ale nicht gesünder ist als Cola in der Schwangerschaft. Tatsächlich ist das Getränk sogar eine echte Zuckerfalle!

Denn: Etwa 100 ml Ginger Ale enthalten circa neun Gramm Zucker, das sind wiederum drei ganze Zuckerwürfel.

5. Löst Ginger Ale vorzeitige Wehen aus?

Nicht nur Chinin kann vorzeitige Wehen auslösen – auch Ingwer. Daher ist die Vorsicht bei Genuss des Knollengewürz in der Schwangerschaft nicht ganz unbegründet. Durch die durchblutungsfördernden Eigenschaften des Ingwers wird die Muskulatur im Körper stimuliert. Dies kann unter Umständen Kontraktionen der Gebärmutter verursachen und in seltenen Fällen zu einer Fehlgeburt führen.

Wir können dich aber beruhigen: Die wehenfördernde Wirkung von Ginger Ale tritt in der Regel nur ein, wenn du Ingwer in großen Mengen verzehrst. Und in Ginger Ale ist vergleichsweise wenig Ingwer enthalten. Nichtsdestotrotz solltest du im letzten Trimester deiner Schwangerschaft lieber auf das Getränk verzichten. Auch für Frauen mit einer Risikoschwangerschaft ist Ginger Ale im kompletten Zeitraum tabu.

6. Ich bin schwanger und habe Ginger Ale getrunken – und jetzt?

Grundsätzlich kannst du als Schwangere in den ersten Monaten hin und wieder ein Glas Ginger Ale genießen. Achte nur darauf, dass es nicht überhandnimmt. Nicht nur aufgrund des Ingwers, sondern auch wegen des enthaltenen Zuckers. Denn ein erhöhter Zuckerkonsum kann sich vor allem auf der Waage widerspiegeln und im schlimmsten Fall zu Schwangerschaftsdiabetes führen.

7. Rezept: Alkoholfreier Mami-Mule mit Ingwerbier

Eine gute Alternative zu fertigem Ginger Ale aus dem Supermarkt, die wirklich schnell selber gemacht ist, ist der Mami-Mule:

Du brauchst für 1 Liter:

  • 160 g frischen Ingwer (Achtung: Die Menge reicht für einen Liter Wasser, und wird nach der Zubereitung mit Mineralwasser verdünnt)
  • 1 l Wasser
  • zwei Limetten
  • eine Orange
  • 200 g Zucker
  • etwas Minze
  • eine Prise Kardamom 

So geht das Rezept von wasfuermich.de

  1. Als Erstes schälst du den Ingwer und reibst diesen möglichst fein.
  2. Jetzt kochst du den Zucker mit einem Liter Wasser auf und gibst den Ingwer dazu.
  3. Presse nun die Orange sowie die Limetten aus und reibe die Schale ebenfalls fein.
  4. Gemeinsam mit der Minze kommen die Schale und der Saft nun in eine kleine Schüssel.
  5. Anschließend alles mit dem selbst gemachten Ingwer-Sirup übergießen.
  6. Fehlt nur noch etwas Kardamom und dann kann der Drink über Nacht ziehen.
  7. Vor dem Servieren eine halbe Limette im Glas zerstoßen und etwa die Hälfte mit dem Getränk und die restliche Hälfte mit Mineralwasser auffüllen. Cheers!

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Unsere Expertin

Ernährungsexpertin Lydia Wilkens von essenZ Hamburg hat diesen Artikel inhaltlich geprüft.Dieser Text wurde inhaltlich geprüft von Ernährungswissenschaftlerin Lydia Wilkens. Die Diplom-Ökotrophologin hat 14 Jahre Erfahrung im Bereich der Ernährungskommunikation und -beratung. Als zweifache Mutter liegt einer ihrer Schwerpunkte im Ernährungsteam von essenZ, Dr. Heike Niemeier in Hamburg und der Schule des Essens in der Ernährungsberatung und -therapie von Familien und Kindern.

Außerdem führt sie Ernährungsprojekte für Kinder, Eltern und Multiplikator:innen in Kitas und Schulen durch. Als Expertin rund um das Thema Mütter- und Kinderernährung unterstützt sie die Redaktion von Echte Mamas mit praxisnahem Fachwissen.

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Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern.

Seit 2015 sind wir Eltern einer zauberhaften Tochter. Zwei Jahre später kam ihr kleiner Bruder auf die Welt, und unsere Familie war komplett. Zusammen sind die beiden ein unschlagbares Team, das sich nur allzu gern gegen Mama und Papa verbündet.

Abgesehen von meiner Familie liebe ich den Hafen, fotografiere gern und gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Texte und Social Media ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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