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Ein Hund zu Weihnachten? Warum ich mich dagegen entschieden habe

© Ana Martin

Ich bin jetzt mal ganz ehrlich, ich konnte das Wort „Hund“ nicht mehr hören! Nach wochenlangem „Ich will auch einen Hund, Mama!“ von meiner 6-jährigen Tochter Ella waren meine Nerven durch.

Ich muss dazu sagen, dass ich Hunde eigentlich sehr, sehr mag und gerne auf der Straße stehenbleibe, um einen Hund zu streicheln. Ich bin ein bekennender Hunde-Mensch.

Wie konnte mich das Thema also so nerven?

Angefangen hat alles an einem Spielnachmittag bei einer Freundin, deren Familie seit kurzem stolze Besitzer eines süßen Labrador-Welpens ist. Die beiden Mädchen sind befreundet und so kam es, dass meine Tochter den Labrador öfter sah – und sich mit jedem weiteren Sehen immer mehr in ihn verliebte.

Ich hoffte, dass Ellas Hunde-Vernarrtheit sich schnell von alleine legen würde. Aber keine Chance, immer wieder: „Mama, ich will auch einen Hund.“

Gestresst vom dem Thema und auf der Suche nach einer Lösung kam ich schließlich auf eine Idee:

Wäre ein Hund nicht das perfekte Weihnachtsgeschenk für Ella?

Wir hatten schließlich noch keine richtige Geschenkidee für unsere Tochter. Sie würde uns vor Glück um den Hals fallen und ich wusste, dass der Umgang mit Tieren Kindern gut tut, sie motiviert und entspannt. Einen Garten für etwas schnellen Auslauf haben wir auch.

Aber … ich befürchtete gleichzeitig, dass am Ende die ganze Arbeit an mir hängen bleiben würde. Denn so schön es auch ist, Hundebesitzer zu sein, mit einem Hund nimmt man jede Menge täglicher Aufgaben und vor allem Verantwortung in Kauf.

Ich hatte Angst, dass meine Tochter nicht wirklich wusste, was mit einem Hund alles auf uns zukommen würde!

Aus meinem Gedanken-Karussell befreite mich zum Glück eine Freundin, die die gleiche Haustier-Diskussion vor einiger Zeit mit ihrem Sohn hatte – nur ging es dabei um einen Katze.

Sie erzählte mir von dem Projekt „Liebe fürs Leben“ – das als neutraler Dritter bei der Entscheidungsfindung für oder gegen ein Haustier hilft.

Das „Liebe fürs Leben“-Logo

Die Idee stammt vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V. (bpt) und vom Tierfutter-Hersteller PURINA und ist so einfach wie schlau:

Tier-Profis schulen Grundschulkinder spielerisch im Umgang mit Haustieren und bereiten sie auf die Verantwortung vor, die ein Tier mit sich bringt.

„Liebe fürs Leben“ möchte Kindern Respekt und eben Verantwortung im Umgang mit Haustieren vermitteln. Ziel ist es, Kindern die Achtung vor Tieren beizubringen und sie für deren Schutz zu sensibilisieren.

Am Ende können sie besser darüber nachdenken, ob sie auch langfristig dazu bereit sind, die Verantwortung für ein Haustier zu übernehmen. Egal, ob sie sich sehnlichst einen Hund, eine Katze, einen Vogel oder ein Meerschweinchen wünschen.

Und das alles passiert kostenlos im Schulunterricht! Tolle Idee, oder?!

Was habe ich also gemacht?

Zuerst einen Deal mit meiner Tochter. Ich sagte ihr, dass wir einen Hund kaufen, wenn sie bei dem Projekt mitgemacht hat und vier Wochen später immer noch einen Hund möchte.

Dann sprach ich die Lehrerin meiner Tochter an. Die war zum Glück sehr aufgeschlossen und buchte den kostenlosen Kurs für die Klasse.

Ella war mächtig stolz, als sie nach der erste Stunde Tierschutz-Unterricht nach Hause kam.

Eine projekteigene Tierschutzlehrerin von „Liebe fürs Leben“ war extra zu ihr in die Schule gekommen und hatte mit der Klasse über die Bedürfnisse von Tieren gesprochen.

So sieht das Unterrichtsmaterial von „Liebe fürs Leben“ aus

Ella lernte über artgerechte Haltung von Haustieren und bekam praktische Tipps, wie man sich gegenüber einem fremden Hund auf der Straße verhält oder wie man sich einer Katze richtig nähert.

Und meine Tochter weiß jetzt, dass Tiere kostbare Lebewesen sind, die unseren Respekt verdienen.

Ein Hund ist kein Stofftier zum Knuddeln. Das ist ihr jetzt bewusst.

Und mir ist nach dem Unterricht von „Liebe fürs Leben“  und Ellas Erzählungen auch eins klar geworden: Ein Entscheidung für oder gegen ein Haustier trifft man nicht einfach nebenbei. Und schon gar nicht zu Weihnachten.

Ich finde es gut, dass wir uns die Zeit genommen haben über den Familienhund in Ruhe nachzudenken. Und dass uns „Liebe fürs Leben“  geholfen hat, die Entscheidung zusammen zu reflektieren.

Werden wir also nach Weihnachten einen Hund kaufen?

Im Moment sieht es nicht danach aus. Ella verlor vor kurzem das Interesse am eigenen Hund. Ihr war es wohl am Ende doch zu viel Zeit und Arbeit.

Eigentlich schade, ich hätte mir insgeheim doch ein neues Familienmitglied gewünscht. Aber wirklich nur, wenn die gesamte Familie mit Herz und Verstand dahintersteht.

Denn Tiere sind Lebewesen und kein Pullover, den man nach Weihnachten einfach wieder umtauschen kann.