Welche Haustiere für Kinder gut geeignet sind

Kinder, die mit (Haus-)Tieren aufwachsen, haben einige Vorteile, angefangen vom geringeren Allergierisiko bis hin zur sozialen Entwicklung. Wer schon früh lernt, Verantwortung zu übernehmen, ist später bedachter, nimmt mehr Rücksicht und ist zuverlässiger. Außerdem stärkt es das Selbstbewusstsein, wenn schon die Kleinen wichtige Aufgaben wie beispielsweise das Füttern eines Tieres übernehmen dürfen. Sind Kinder außerdem eher introvertiert, so finden sie in ihrem Tier einen Vertrauten, dem sie alles erzählen können. Auch für den Familienverbund kann es gut sein, sich ein Haustier anzuschaffen. Die gemeinsame Verantwortung, die Aufgabenteilung und nicht zuletzt gemeinsame Unternehmungen, wie das gemeinschaftliche Ausmisten des Käfigs oder Gassigehen, stärken den Zusammenhalt. Doch bevor wir nun alle in die Tierhandlung rennen, sollten wir uns überlegen, welche Art von Tier in unsere Familie passt. Welche Haustiere sind für Kinder gut geeignet?

Haustiere für Kinder – ist das wirklich was für uns?

Grundsätzlich muss allen Eltern klar sein, dass am Ende sie die Hauptverantwortung haben und z. B. die berühmte Urlaubsfrage geklärt sein muss. Auch bei größeren Kindern im Grundschulalter kommt es durchaus vor, dass das Interesse am Haustier schnell abnimmt und nach einigen Monaten immer mehr Aufgaben wieder den Eltern zufallen, bis diese schließlich alles selbst machen (müssen).

Viele Eltern sind der Meinung, dass Kleintiere die bessere Wahl sind. Sie leben nicht so lange und machen (vermeintlich) weniger Arbeit. Doch bei allen Tierarten gibt einiges zu beachten!

So gut eignen sich verschiedene Haustiere für Kinder:

Hamster

Ein Hamster erfüllt auf den ersten Blick alle Kriterien, die ein Haustier für ein Kind erfüllen sollte. Er ist kuschelig, braucht wenig Platz und ist genügsam. Trotzdem ist er eine schlechte Wahl. Der Grund: Hamster sind nachtaktiv. Tagsüber schläft er und ist darum für Kinder ziemlich uninteressant.

Hasen

Hasen sind keine Haustiere. Sie werden ziemlich groß und haben scharfe Krallen, weshalb sie nicht zum Kuscheln und Herumtragen geeignet ist.

Mädchen mit Kaninchen auf dem Arm

Foto: Bigstock

Kaninchen

Wer schon mal freilebende Kaninchen im Park beobachtet hat, weiß: Sie brauchen Platz, um sich wohlzufühlen. Pro Tier sollten es mindestens 2 Quadratmeter sein und es müssen mindestens zwei Tiere zusammen gehalten werden. Der Käfig passt also in eine Zimmerecke, dennoch dient er nur als „Nachtlager“. Die quirligen Tiere sollten nämlich viel Auslauf bekommen. Je weniger Auslauf, desto größer muss der Käfig sein. Außerdem gilt: Bitte mit Vorsicht behandeln! Eltern müssen darauf achten, dass sich Kaninchen (wie auch andere Kleintiere) schnell die Knochen brechen können, wenn sie von Kindern versehentlich fallengelassen oder beim Kuscheln zu sehr gedrückt werden.

Meerschweinchen

Meerschweinchen dürfen nicht einzeln gehalten werden, weil sie sehr gesellige Tiere sind. Oft werden sie zusammen mit Kaninchen in einen Käfig gesteckt. Das ist allerdings nicht artgerecht und ersetzt nicht andere Meerschweinchen-Freunde. Und: Meerschweinchen kuscheln nicht. Sie wollen weder untereinander noch mit Menschen Körperkontakt. Sowohl Körperkontakt als auch zu kleine Gehege und zu wenig Beschäftigung machen Meerschweinchen krank, was zu hohen Tierarztrechnungen führen kann.

Schildkröten und andere Reptilien

Sie sind schwer zu halten und nicht sonderlich liebesbedürftig. Auch die Fütterung gestaltet sich nicht ganz so einfach. Als Familientiere sind sie deshalb nicht geeignet.

Hunde

Hunde sind die perfekten Spielgefährten für Kinder, wenn sie gut sozialisiert sind und richtig erzogen werden. Den Hauptteil der Erziehung muss ein Erwachsener übernehmen. Außerdem ist zu bedenken, dass Hunde viel Aufmerksamkeit und Auslauf brauchen. Tägliche Gassirunden sind Pflicht, auch, wenn man einen eigenen Garten hat. Den ganzen Tag alleine Zuhause lassen darf man die Vierbeiner ebenfalls nicht. Sie sind sehr menschenbezogen und balgen und toben genauso gerne wie unsere Kinder.

Foto: Bigstock

Katzen

Die Samtpfoten lieben es, zu kuscheln und zu spielen. Trotzdem sind sie sehr selbstständig, gerne alleine, aber auch gerne mit ihren Menschen zusammen. Das macht sie zu beliebten Haustieren, auch für Kinder. Kinder können im Zusammenleben mit ihnen lernen, dass sie nicht alles bestimmen können. Steht einer Katze nämlich gerade nicht der Sinn nach Schmusen, so wird sie das deutlich zeigen und sich nicht umstimmen lassen. Das Zusammenleben von Katzen mit Babys und sehr kleinen Kindern kann allerdings Probleme mit sich bringen, denn Katzen beanspruchen ihre Schlafplätze für sich und können auf Neugeborene eifersüchtig reagieren. Weiters gilt es zu beachten, dass Katzen eine hohe Lebenserwartung haben.

Mädchen mit Babykatze auf dem Arm

Foto: Bigstock

Fische

Top geeignet für Allergiker! Außerdem ist ein Aquarium eine prima Deko und wirkt beruhigend. Fische kommen einem sehr genügsam vor, sie brauchen nur Futter und ein regelmäßig gereinigtes Aquarium (das ist allerdings etwas Arbeit). Super! Allerdings sollte man sich schon belesen oder im Fachgeschäft über die richtigen Bedingungen für jede Art beraten lassen, damit die Fische ein gutes und langes Leben haben. Für Kinder ist ein Aquarium gut geeignet – es erfüllt natürlich nur keinerlei Kuschel-Anspruch.

Vögel

Wellensittiche und Co. sind Schwarmvögel, deswegen ist es Quälerei, sie alleine zu halten. Und: So hübsch diese auch sind, Kinder finden Vögel allerdings meist nicht besonders spannend. Denn: Man kann nicht mit ihnen spielen und kuscheln, nur selten werden diese zahm.

Ratten und Mäuse sind gute Haustiere für Kinder

Die kleinen Nager sind tolle Kumpel – soweit man das über Tiere sagen sollte. Denn sie sind in ihrer Haltung recht unkompliziert und werden nach einiger Zeit handzahm. Aber: Da Ratten und Mäuse Gruppentiere sind, sollten auch diese Tiere nicht alleine gehalten werden.

Haustiere für Kinder – bitte beachten:

Egal, für welches Tier man sich entscheidet: Man sollte sich vorher gründlich über artgerechte Haltung und Futter informieren. Außerdem muss man vor der Anschaffung mit den Kindern darüber sprechen, welche Aufgaben und Pflichten auf sie zukommen und Verhaltensregeln gegenüber dem neuen Familienmitglied aufstellen. Online gibt es viele Seiten, die kindgerecht über die Bedürfnisse des Traum-Haustieres aufklären.

Rebecca

Schon seit rund einer Dekade jongliere ich, mal mehr, mal weniger erfolgreich, das Dasein als Schreiberling und Mama. Diese zwei Pole machen mich aus und haben eines gemeinsam: emotionale Geschichten!

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