Baby und Hund? Das solltest du unbedingt wissen

Du bist schwanger und hast einen Hund? Spätestens jetzt solltest du deinen Hund auf deinen Nachwuchs vorbereiten.

Das fängt damit an, dass du erstmal sehr ehrlich mit dir bist: Ist dein Vierbeiner wohlerzogen oder geht er lieber über Tisch und Bank? Wenn letzteres der Fall ist, dann ist es jetzt höchste Zeit, mit der Erziehung deines Vierbeiners anzufangen.

Die Erfahrung zeigt: Hund und Baby zusammen können richtig anstrengend werden. Und wenn deine Nerven aufgrund von chronischem Schlafmangel am seidenen Faden hängen, ist es umso wichtiger, dass du dich auf deinen Hund verlassen kannst. Selbst wenn es bisher keine negativen Auffälligkeiten bei deinem Lieblingstier gab, gilt es dennoch ein paar Regeln zu beachten.

1. Lerne deinen Hund zu ignorieren

Ein von uns oft verkanntes, aber für den Hund ganz wichtiges Privileg ist unsere Aufmerksamkeit. Während du zum Beispiel gemütlich auf dem Sofa fläzt, kommt dein Hund und stupst fordernd deinen Arm oder legt sein Spielzeug als Aufforderung neben dich. Gehst du sofort darauf ein, hat er gelernt, dass er ja nur Stupsen braucht, um deine Beachtung zu bekommen.

Martin Rütter, der Hundeprofi, sagte mal, dass es für den Anfang hilfreich sei, eine Strichliste zu führen. Jedes Mal, wenn der Hund deine Beachtung möchte (in welcher Form auch immer) und du darauf eingehst, machst du einen Strich für ihn. Schaffst du es, ihn zu ignorieren, machst du einen Strich für dich. Du wirst relativ schnell merken, dass der Hund mehr Striche hat, als der Mensch.

Daran musst du arbeiten, denn ist dein Baby einmal da, wäre die Umstellung zu weniger Aufmerksamkeit zu schlagartig, und dein Hund könnte dies mit dem neuen Menschkind verknüpfen. Kein super Start für eine Baby-Hunde-Freundschaft, oder?

2. Baue feste Liegestellen auf

Dein Leben als Mama wird chaotisch genug. Mache deinem Hund deshalb eine feste Liegestelle schmackhaft, die du zum Beispiel mit einem Signal verknüpfst. Auf die Weise kannst du ihn jederzeit dorthin schicken. Und am besten bleibt er da, bis du ihn wieder freigibst.

Wenn das Baby irgendwann krabbelt, wird dies eine große Erleichterung sein.

Ein weiteres Hilfsmittel ist es, den Hund an eine Box zu gewöhnen. Das geht nur Schritt für Schritt und nur, wenn diese positiv belegt wird – zum Beispiel als willkommener Rückzugsort. Gerade wenn es ihm später beispielsweise bei Kinderbesuchen zu laut wird, kannst du die Hundebox problemlos zumachen und weißt sowohl den Hund als auch dein Kind in Sicherheit.

3. Verbiete deinem Hund das Kinderzimmer

So wie es nötig ist, dass die Liegestelle oder die Box deines Hundes für dein Kind ein Tabu ist, so sollte das Kinderzimmer für deinen Hund eine No Go-Zone sein.

Das verhindert, dass er auf die Idee kommt, er müsste beim Baby schlafen und darauf aufpassen. Zusätzlich ist diese Regel sinnvoll, weil Kinder dort hemmungslos spielen und Spielzeug auch mal herumliegen lassen können, ohne dass es für den Hund gefährlich wird oder er am Ende doch das Lieblingskuscheltier deines Kindes auseinander pflückt.

Und noch ein Tipp aus der Erfahrung einer Zwillingsmama mit Hund:

„Als meine Zwillinge geboren wurden, habe ich nach Martin Rütters Theorie agiert. Die Babies waren für meinen Hund Paul gleichbedeutend mit einem Welpenwurf im Rudel. Paul war neugierig, aber ich habe ihn in der ersten Zeit nicht an meine Babies gelassen. So, wie die Hundemutter eines Wurfes auch einen anderen Hund nicht an die Welpen lassen würde.

Ich habe Paul oft deutlich wegschicken müssen, bis er irgendwann aufgab und es gar nicht mehr von selbst versuchte. Danach, das war sechs Tage später, konnte ich Paul zu mir rufen, als ich eines meiner Kinder auf dem Arm hatte. Mein Hund durfte schnüffeln, aber da ich dieses Verbot schon die Tage zuvor so deutlich ausgesprochen hatte, war es gar nicht mehr so aufregend für uns beide. Mein Hund hatte jedenfalls begriffen, dass ich für die Babies verantwortlich war –und nicht er.

Deshalb mein Tipp: Zeige deinem Hund vom ersten Tag an, dass ausschließlich die Menschenfamilie für das Kind zuständig ist und er keine Aufgaben übernehmen muss. Dann steht einem harmonischen Zusammenleben mit Kind und Hund nichts mehr im Wege.

Tamara Müller

Als süddeutsche Frohnatur liebe ich die Wärme, die Berge und Hamburg! Letzteres brachte mich vor fünf Jahren dazu, die Sonne im Herzen zu speichern und den Weg in Richtung kühleren Norden einzuschlagen. Ich liebe die kleinen Dinge im Leben und das Reisen. Und auch wenn ich selbst noch keine Kinder habe, verbringe ich liebend gerne Zeit mit ihnen.

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