Wehen fördern: Tipps, um die Geburt natürlich anzuregen

Wenn der errechnete Geburtstermin näherkommt, steigt nicht nur die Vorfreude, sondern häufig auch die Ungeduld. Nach all den Wochen wollen wir unseren kleinen Schatz endlich im Arm halten. Dabei kommen nur wenige Babys tatsächlich am errechneten ET zur Welt. Das heißt, viele Schwangere müssen sich sogar noch etwas länger gedulden. Wenn du auch dazu gehörst, und der Geburt mit natürlichen Mitteln etwas auf die Sprünge helfen möchtest, kannst du versuchen, die Wehen zu fördern – mit diesen Tipps:

1. Wehen fördern nach ET: Wann Tipps anwenden?

Erst einmal das wichtigste: Jeder Tag in deinem Bauch ist wichtig für dein Baby. Deshalb solltest du auf jeden Fall warten, bis die vollen 40 Wochen um sind – auch wenn du am Ende der Schwangerschaft langsam ungeduldig wirst. Erst wenn sich nach dem errechneten ET nichts tut, kannst du versuchen, die Wehen zu fördern, um die Geburt mit Hilfe verschiedener Tipps natürlich in Gang zu bringen.

Es gibt zwar keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass die Tipps wirklich funktionieren – allerdings gibt es auch keinen Beleg dafür, dass sie es nicht tun. Oder anders gesagt: Nicht jeder Tipp wird bei jeder Schwangeren Wehen auslösen. Trotzdem ist es wichtig, dass du nicht alles auf einmal ausprobierst, um deinen Körper nicht zu überfordern.

Wenn du versuchen möchtest, deine Wehen auf natürliche Art zu fördern, können diese Tipps dir helfen:

2. Hausmittel, um Wehen zu fördern: 9 Tipps

Wie gesagt gibt es nicht DAS eine Mittel, um die Geburt in Gang zu bringen, wenn der ET überschritten ist. Bevor die Ärzte im Krankenhaus mit einem Wehentropf oder Gel nachhelfen, können dir diese Hausmittel helfen, die Wehen natürlich zu fördern:

Akupunktur

Vielleicht hast du es schon im Geburtsvorbereitungskurs gehört oder mit deiner Hebamme darüber gesprochen: Wenn du den ET erreicht hast und die Wehen fördern möchtest, gehört Akupunktur zu den Tipps, die Erfolg versprechen. Dabei werden Nadeln an bestimmte Punkte deines Körpers gesetzt, um die Gebärmutter zu stimulieren. Das Ganze kann mehrmals und an aufeinanderfolgenden Tagen wiederholt werden.

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Du kannst dich auch für die sogenannte „geburtsvorbereitende Akupunktur“ entscheiden. Dafür gehst du ab der 36. Woche einmal wöchentlich zu einer Sitzung. Laut einer Studie der Universitätsfrauenklinik Mannheim kann das auch die Dauer der Geburt um bis zu zwei Stunden verkürzen.

Wichtig: Bitte lasse Akupunktur nur von jemandem durchführen, der sich auch wirklich damit auskennt. Viele Hebammen bieten die geburtsvorbereitende Akupunktur an, oder du fragst deinen Frauenarzt.

Bauchmassage

Eine sanfte Bauchmassage ist nicht nur entspannend, sondern auch ein guter Tipp, um deine Wehen zu fördern. Am besten machst du es dir dafür auf einem Sessel bequem oder legst dich gemütlich aufs Bett. Für die Massage kannst du ein wehenförderndes Öl benutzen, das anregend auf die Muskeln der Gebärmutter wirkt, wie zum Beispiel Zimt-, Ingwer-, Nelken- oder Eisenwurzöl. Die Öle bekommst du im Internet, im Reformhaus oder auch in der Apotheke.

Einfach zwei Teelöffel davon mit zehn Millilitern Mandelöl vermischen, auf deinen Bauch geben und mit kreisenden Bewegungen sanft einmassieren. Am besten im Uhrzeigersinn, denn dann regst du gleichzeitig deine Verdauung an – und das kann ebenfalls Wehen auslösen.

Bewegung

Auch wenn es besonders zum Ende der Schwangerschaft hin sehr verlockend ist, die meiste Zeit auf dem Sofa zu verbringen, solltest du genau das nicht tun. Denn mit etwas Bewegung kannst du deine Wehen fördern. Gute Tipps sind zum Beispiel ein langer Spaziergang, leichter Sport wie zum Beispiel etwas Yoga oder auch ganz normales Treppensteigen. Durch die Anstrengung wird deine Plazenta besser durchblutet, und die Geburt kann losgehen.

Aber Achtung: Bitte achte unbedingt darauf, dass du dich nicht überanstrengst. Schließlich brauchst du deine ganze Kraft für die Geburt.

Brustwarzenstimulation

Wenn es darum geht, Wehen zu fördern, ist dies einer der Tipps, die relativ schnell wirken können. Dafür massierst du deine Brustwarzen mit sanftem Druck mehrmals für jeweils eine Minute und machst anschließend einige Minuten Pause. Natürlich kann auch dein Partner die Massage übernehmen.

Die Stimulation der Brustwarzen sorgt dafür, dass dein Körper Oxytocin ausschüttet. Es wird auch als Wehenhormon bezeichnet, weil die Konzentration in deinem Körper steigt, je stärker deine Wehen werden. Wenn du innerhalb von 30 Minuten nach der Brustwarzenstimulation erste Wehen spürst, weißt du, dass dein Körper bereit für die Geburt ist.

Wehen fördern: Tipps aus der Homöopathie

Einige Frauen schwören darauf, andere halten gar nichts davon: Wenn du möchtest, dass die Geburt losgeht, kannst du versuchen, die Wehen mit homöopathischen Mitteln zu fördern. Zu den Tipps gehören zum Beispiel Globuli, die den Wirkstoff Caulophyllum enthalten. Sie sollen wehenanregend wirken und gleichzeitig krampflösend sein, und du kannst schon ab der 37. Schwangerschaftswoche dreimal pro Tag jeweils fünf Kügelchen davon nehmen.

Auf globuli.de kannst du dich außerdem darüber informieren, welches Mittel am besten zu deiner aktuellen Situation passt. Aber wichtig: Bevor du Globuli nimmst, sprich es bitte unbedingt mit deiner Hebamme oder deinem Arzt ab.

Nelkenöl für Nelkenöltampons: Zum Wehen Fördern einer der Tipps vieler Hebammen

Verschiedene Öle sind ein echte Geheimtipps vieler Hebammen, wenn es darum geht, Wehen zu fördern.
Foto: Bigstock

Nelkenöltampon

Wenn es darum geht, Wehen natürlich zu fördern, gehört der Nelkenöltampon für viele Hebammen zu den besten Tipps. Dafür wird ein Tampon mit einer Mischung aus Nelken- und neutralem Öl getränkt und in die Scheide eingeführt. Das Nelkenöl soll den Muttermund weicher machen, die Muskeln um die Gebärmutter lockern und die Wehen fördern. Wenn dein Muttermund bereit für die Geburt ist, kann ein Nelkenöltampon den letzten Anstoß geben, damit die Wehen starten.

Sex

Ja, du hast richtig gelesen. Vielleicht ist es das letzte, woran du am Ende deiner Schwangerschaft denkst. Aber auch Sex kann dabei helfen, die Geburt in Gang zu bringen. Das liegt zum einen daran, dass Sperma natürliche Prostaglandine enthält, die wehenfördernd wirken. Deshalb sind die Hormone auch in dem Gel enthalten, das im Krankenhaus zur Geburtseinleitung verwendet wird.

Außerdem wird beim Sex Oxytocin ausgeschüttet, das dafür sorgt, dass Wehen einsetzen – und später stärker werden. Zu guter Letzt zieht sich deine Gebärmutter zusammen, wenn du einen Orgasmus hast. Und diese Kontraktionen können ebenfalls Wehen auslösen.

Warmes Bad nehmen

Auch ein entspannendes Bad in der warmen Wanne kann dir dabei helfen, die Wehen zu fördern, wenn du diese beiden Tipps beachtest: Das Wasser sollte eine Temperatur von etwa 38 Grad haben, und du solltest maximal 20 Minuten in der Wanne bleiben. Wärme fördert nämlich die Durchblutung, und das wiederum kann deine Gebärmutter anregen und Wehen auslösen. Zusätzlich kannst du ein ätherisches Öl mit ins Wasser geben, das die Wehentätigkeit anregt, um Beispiel Ingwer-, Nelken-, Zimt- oder Lavendelöl.

Allerdings kann es auch passieren, dass dein Kreislauf die Wärme am Ende der Schwangerschaft nicht so gut verträgt. Deshalb bitte nur baden, wenn du nicht allein zuhause bist.

Wehentee

Ein sogenannter Wehentee besteht meistens aus Ingwer, Nelken, Zimt und Verbene (Eisenkraut). Die Kräuter haben eine wehenfördernde Wirkung und können dir dabei helfen, die Geburt natürlich anzuregen. Dafür trinkst du über den ganzen Tag verteilt immer wieder einige Schlucke der Teemischung. Schon nach einem oder zwei Tagen kann der Tee erste Wehen auslösen.

Viele Hebammen empfehlen auch Himbeer- oder Brombeerblättertee. Den kannst du übrigens nicht nur trinken, um die Wehen in Gang zu bringen, sondern schon ab der 37. Woche. Dann soll er dabei helfen, die Durchblutung zu fördern und den Beckenboden weich zu machen.

Aber Achtung: Wie bei allen Mitteln gilt auch für den Wehentee – sprich bitte vorher einmal mit deiner Hebamme oder deinem Arzt, um zu klären, ob der Tee für dich geeignet ist.

3. Lebensmittel, die Wehen fördern können – unsere Tipps

Neben den oben genannten Hausmitteln gibt es auch einige Lebensmittel, die deine Wehen fördern können. Aber auch bei diesen Tipps gilt: Eine Garantie für die Wirksamkeit gibt es nicht. Du solltest es auf jeden Fall erst einmal langsam testen und auf keinen Fall alles gleichzeitig oder in zu großen Mengen zu dir nehmen.

 

Wehen fördern: Zu den Tipps gehört es, frische Ananas zu essen

Frische Ananas kann Wehen fördern, wenn du eine große Menge davon isst.
Foto: unsplash / Julien Pianetti

Ananas

Ananas enthält Bromelain, das ist ein Enzym, das durchblutungsfördernd wirkt und dabei helfen kann, deinen Muttermund weicher zu machen. Gleichzeitig regt die Frucht die Verdauung an, was wiederum Wehen auslösen kann. Das Ganze funktioniert allerdings nur mit frischer Ananas, nicht mit Ananas aus der Dose. Und du müsstest eine relativ große Menge essen – nur bitte dabei aufpassen, dass es dir nicht auf den Magen schlägt.

Chinin

Chinin ist ein natürlicher Bitterstoff, der aus der Rinde eines Baumes gewonnen wird. Du kennst es vielleicht aus Getränken wie Bitter Lemon oder Tonic Water. In der Schwangerschaft solltest du darauf verzichten, regelmäßig chininhaltige Getränke zu trinken, weil es sonst bei deinem Baby zu Entzugserscheinungen kommen kann – und weil Chinin Wehen fördern kann. Genau deshalb kann es dir nach dem ET helfen, etwas Bitter Lemon und Co. zu trinken, um die Geburt in Gang zu bringen.

Gewürze und Kräuter

Auch bei Kräutern und Gewürzen gibt es einige, die Wehen fördern können. In kleinen Mengen sind die meisten allerdings unbedenklich, das heißt, du musst während der Schwangerschaft nicht auf den Oregano auf deiner Pizza verzichten. Erst größere Mengen oder das jeweilige Öl können wirklich Wehen auslösen.

Wenn du versuchen möchtest, die Geburt nach dem ET natürlich anzuregen, eignen sich am besten Ingwer, Kardamom, Nelke, Oregano, Zimt und Eisenkraut. Sie alle enthalten Campfer, der allgemein als wehenfördernd gilt.

Auch Frauenmantel, Liebstöckel, Schafgabe, Wacholder und Basilikum-Öl regen die Gebärmutter an und können dabei helfen, Wehen auszulösen. Eine etwas geringere Wirkung können Majoran, Koriander, Zitronenverbene, Petersilie, Pfefferminze und Rosmarin haben.

Papaya

Eine unreife Papaya enthält eine große Menge an Papain und Latex. Papain ist ein Enzym, das zum einen die Verdauung fördert, zum anderen dem Prostaglandinen relativ ähnlich ist, das die Ärzte im Krankenhaus häufig verwenden, um eine Geburt mit Hilfe von Gel einzuleiten. Latex wiederum kann dafür sorgen, dass die Gebärmutter sich zusammenzieht. Um Wehen natürlich zu fördern, ist einer der Tipps also, eine unreife, rohe Papaya zu essen.

Scharfes Essen

Du möchtest mit deinem Partner zum Ende der Schwangerschaft noch einmal Zweisamkeit genießen und gemütlich Essen gehen? Dann geht doch am besten in ein indisches oder asiatisches Restaurant. Hier ist das Essen dank Curry, Chili und Co. nämlich häufig richtig schön scharf. Und das wiederum kann deinen Wehen den letzten nötigen Anstoß geben.

4. Wehen fördern mit Wehencocktail – bitte NICHT allein!

Vielleicht hast du bei deiner Suche nach den Möglichkeiten, Wehen zu fördern unter den Tipps auch den sogenannten Wehencocktail gefunden. Der wird in den meisten Fällen mit Rizinusöl zubereitet, das zum Beispiel in Fruchtsaft gemischt wird. Rizinusöl ist ein starkes Abführmittel, das die Darmtätigkeit anregt und Durchfall verursacht. Es kann auch zu Übelkeit führen und dich sehr schwächen – dabei brauchst du deine Kraft für die Geburt.

Deshalb ganz wichtig: Wenn du dich für einen Wehencocktail entscheidest, bereite ihn bitte niemals alleine zu! Sprich am besten mit deiner Hebamme darüber und bitte sie, das für dich zu übernehmen. Sie sollte auch auf jeden Fall dabeibleiben, wenn du den Cocktail getrunken hast, denn er kann eine sehr starke Wirkung haben.

Wir hoffen, unsere Tipps haben die geholfen, und du kannst dein Baby bald endlich in den Armen halten.

Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Ich liebe den Hafen, fotografiere gern, gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Social Media und Texte ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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