Wachstumsschub Baby: Wann? Wie lange? Was tun? Erfahrungen

Dein Baby schläft und isst bzw. trinkt schlechter? Es wirkt wütend, traurig oder hilflos? Das ist in den ersten Wochen und Monaten völlig normal. Wahrscheinlich durchlebt dein Kleines gerade einen Sprung in seiner Entwicklung. Tatsächlich passiert das acht Mal im Laufe der ersten zwei Jahre! Bei uns erfährst du alles, was du zum Thema Wachstumsschub Baby wissen musst: Welche es gibt, wann sie stattfinden und wie du deinem Würmchen durch diese Zeit helfen kannst. Plus: Mamas berichten über ihre Erfahrungen.

1. Wachstumsschub Baby Übersicht: Wann sie stattfinden, was passiert & was hilft

Wichtig zu wissen: So richtig in Stein gemeißelt sind die Entwicklungssprünge nicht. Die neuen Fähigkeiten entwickeln sich nämlich nicht sprung- oder schubhaft, wie es der Name glauben lässt, sondern schleichend – und mit der Zeit.

Lass dich also nicht beunruhigen, wenn die genauen Wochen-Angaben nicht mit der Entwicklung deines Babys übereinstimmen oder dein Kleines eben nicht genau das macht, was in den Übersichten steht. Die folgende Auflistung dient nur der Orientierung und kann dir dabei helfen, das veränderte Verhalten deines Schatzes einzuordnen.

1. Wachstumsschub Baby: 5./6. Woche (1,5 Monate)

  • Wann? Wenn dein Baby ungefähr 5 Wochen alt ist.
  • Wie lange? ca. 1 Woche

Ab ca. der fünften bzw. sechste Woche verändert sich die Welt deines Neugeborenen plötzlich. Es wird zunehmend wacher und nimmt wahr, was um ihn herum geschieht.

Ein Meilenstein – nicht nur für die Babys. Denn: Mit diesem ersten Wachstumsschub wird das kleine, hilflose Menschlein plötzlich aktiver. Es lächelt (endlich!), gluckst vielleicht ab und zu vor sich hin und beginnt nach und nach sich für seine Umgebung zu interessieren.

Vor allem Dinge, die sich in der Nähe bewegen, erregen nun die Aufmerksamkeit: Schatten, Lichtreflexe, Vorhänge.

Die Kehrseite: Ein aktiveres Baby, das mitten in einem Entwicklungsschub steckt, bedeutet leider auch weniger Schlaf. Viele Eltern berichten, dass die Mäuse öfter aufwachen, vermehrt Hunger haben und Köperkontakt brauchen. Und: Was vor einigen Tagen noch funktioniert hat, um dein Baby zu beruhigen, kann jetzt Schreianfälle auslösen.

Übrigens: Da sich die Tränendrüse entwickelt, weint dein Kleines vielleicht schon vermehrt mit großen Kullertränen. Dabei kann es passieren, dass der Kanal verstopft und das Auge schleimt. Das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge. Trotzdem ist es besser, einmal beim Arzt abklären zu lassen, ob keine Bindehautentzündung dahinter steckt.

Unsere Erfahrungen – das hilft:

„Bei uns hieß es, tragen, tragen, tragen. Und zwar nicht unbedingt auf dem Arm, das mochte unser Kleiner nie, sondern eher in der Trage. Dort hat er viel geschlafen. Da mein Beckenboden das noch nicht mitgemacht hat, hat mein Partner übernommen. Ich habe unglaublich viel gestillt, ihn auf meinem Bauch schlafen lassen, und versucht, mich dabei etwas zu erholen. Ich hatte das Gefühl, dass diese Abschottung beim Stillen und in der Trage meinem Baby geholfen hat, die vielen Reize zu verarbeiten. So haben wir die schwierige Woche ganz gut gemeistert.“ Sina

2. Wachstumsschub Baby: 8./9. Woche (2 Monate)

  • Wann? Wenn dein Baby ca. 2 Monate alt ist
  • Wie lange? Die schwierige Phase kann 2 Wochen dauern

Der zweite Wachstumsschub steht im Zeichen der Sinne. Dein Baby sieht deutlicher und hört besser. Es beginnt zu tasten und auch der Geschmacks- und Geruchssinn entwickelt sich weiter.

Vielleicht lässt sich dein Baby ab jetzt so langsam durch den Schnuller beruhigen. Trotzdem heißt es für viele Mamas und Papas jetzt Action: Langeweile darf nicht aufkommen, sonst gibt es lautstarke Proteste.

Unsere Erfahrungen: Was du tun kannst

„Bei uns konnte endlich der Spielebogen zum Einsatz kommen. Mein Sohn fing an, gegen die baumelnden Gegenstände zu schlagen und dann fasziniert zu beobachten, was vor sich geht. Auch Musik fand er toll, vor allem, wenn ich für und mit ihm getanzt und gesungen habe. Das waren die einzigen Minuten, in denen ich ihn in die Wippe legen konnte.“ Sina

Auch hier gilt also: Körperkontakt beruhigt die meisten Baby in dieser Phase enorm. Die vielen neuen Eindrücke können nämlich ganz schön Angst machen und verunsichern. Eng an und bei den Bezugspersonen fühlt sich dein Baby jetzt am sichersten und kann anfangen, die Welt zu entdecken. Maximal geborgen.

3. Wachstumsschub Baby: 12. Woche (3 Monate)

  • Wann? Wenn dein Baby ca. 11 bis 12 Wochen alt ist
  • Wie lange? Ungefähr zwei Wochen, kann sich aber auch länger ziehen

Einen besonders großen Wachstumsschub macht dein Baby um den dritten Lebensmonat. In dieser Zeit entwickelt sich sein Sozialverhalten und es fängt an, auf deine Stimmung zu reagieren. Vielleicht macht es auch die ersten kräftigen Laute (abseits vom Weinen) und probiert sein Stimmchen aus.

Außerdem wird dein Kleines zunehmend neugieriger und möchte nichts mehr verpassen. Gegenstände oder Bewegungen werden mit Kopf und Augen verfolgt und mit den Händen gegriffen. Die Fingermotorik entwickelt sich!

In der Bauchlage heben viele Babys jetzt das Köpfchen und versuchen es, zu halten. Auch Strampeln ist angesagt.

Die gute Nachricht: Dein Baby kann sich für einen kleinen Moment mit sich selbst beschäftigen. Doch Vorsicht, denn jetzt beginnt es damit, alles Greifbare in den Mund zu stecken. Vielleicht auch vermehrt den eigenen Daumen.

Das könnte dein Kleines jetzt beruhigen:

Wie wäre es mit einem schönen Gute-Nacht-Ritual: Erst das Licht dimmen, dann in Ruhe Wickeln, während die Spieluhr singt. Im Anschluss geht´s rein in den warmen Schlafanzug und in den frischen Schlafsack, um noch kurz mit Mama und Papa zu schmusen, bevor in den Schlaf gestillt oder die Flasche gegeben wird.

Das sind Momente zum Auftanken, um dann (hoffentlich) wohlig in den Schlaf zu gleiten.

Was du sonst noch tun kannst? Spielen! In diesem Video findest du Tipps für tolle Spiele:

 

4. Wachstumsschub Baby: 15. bis 19./20 Woche (4 bis 5 Monate)

  • Wann? Ab ca. der 15. Woche
  • Wie lange? Bis zu fünf Wochen oder länger

Für viele Mamas und Papas ist dieser Sprung in der Entwicklung der heftigste und längste. Viele Babys durchleben jetzt einen kräftigen Wachstumsschub. In dieser Zeit stellt sich auch der Schlafrhythmus weiter um und der Neugeborenenschlaf passt sich dem eines Erwachsenen an.

Juhu, endlich durchschlafen? Leider nein, im Gegenteil. Die vielen neuen, aufregenden Fähigkeiten sorgen für unruhige Nächte. Wie du dein Baby beim Thema Schlaf bestmöglich begleiten kannst, erfährst du in unserem Guide.

Mit diesem vierten Sprung beginnt dein Baby auch, Mimiken und Gestiken zu verfolgen und ist deshalb langsam im richtigen Alter für Kuckuck- und Fingerspiele.

Vielleicht versucht es erstmals, sich zu drehen und kann stabiler in der Bauchlage liegen und spielen.

Auch im Greifen ist es mittlerweile geübter. Alles, was es in die Finger bekommt, landet im Mund. Während dieser oralen Phase ist besondere Vorsicht geboten, verschluckbare Kleinteile sollten außerhalb der Reichweite liegen.

Viele Babys fangen jetzt an, sich fürs Essen zu interessieren. Beikost Reifezeichen – so erkennst du sie

Unsere Erfahrungen – das hilft:

„Wir sind zu diesem Zeitpunkt komplett zum Familienbett übergangen. Vorher hat unser Kleiner noch ab und zu im Beistellbett gelegen, jedenfalls zum Anfang der Nacht. Das war jetzt undenkbar. Er ist andauernd aufgewacht und nur Stillen, Körperkontakt oder Schnuller konnten ihn beruhigen.“ Sina

5. Wachstumsschub Baby: 23. bis 26. Woche (6 bis 7 Monate)

  • Wann? ab ca. der 23. Woche
  • Wie lange? Bis zur 26. Woche oder länger

Drehen, Sitzen, erste Krabbelversuche – die einen sind früher dran, die anderen später. So oder so, wahrscheinlich wird dein Kleines spätestens jetzt aktiver und mobiler. Viele Babys lassen deshalb auch Tagschläfchen wegfallen. Sie sind viel zu neugierig, um die Zeit mit Schlafen zu verplempern.

Vielleicht kann dein Mäuschen auch schon winken oder sogar klatschen? Du merkst: Motorisch geht es unglaublich voran. Und: Eventuell schießen bereits die ersten Zähnchen durch.

Auch emotional macht dein Baby einen Schub und kann jetzt Freude, Wut und Enttäuschung unterscheiden. Gegenüber Fremden oder Personen, die nicht in seinem täglichen Umfeld sind, ist es nun vielleicht eher zurückhaltender. Das kann dann auch mal Oma und Opa treffen.

Erfahrungen – das hilft:

„Dieser Entwicklungssprung war bei uns der heftigste. Unser Kleiner entdeckte die Welt, wachte plötzlich super früh auf, lernte zu schimpfen, sich zu drehen, zu sitzen und sofort darauf zu krabbeln – und bekam die ersten Zähnchen. Das führte zu katastrophalen Nächten und der Verweigerung von jeglichem Essen. Im Nachhinein würde ich mir weniger Sorgen um die Beikost machen, sondern dann halt einfach wieder vermehrt Stillen bzw. Flasche geben. Denn: Die Phase ging auch vorbei – und schwupps, hat er wieder gegessen (aber lieber Fingerfood als Brei) und (etwas) besser geschlafen.“ Sina

In den kommenden Wochen und Monaten wird alles (und wirklich alles!) ein- und ausgeräumt. Deshalb ist diese Phase ist gut geeignet, um deine Wohnung kindersicher zu machen bzw. sich Gedanken darüber zu machen, wie das möglich ist. Denn es wird sicher nicht mehr lang dauern, bis dein Wirbelwind deine vier Wände unsicher macht.

6. Wachstumsschub Baby: 34. bis 38. Woche (ca. 9 Monate)

  • Wann? Ab ca. der 34. Lebenswoche
  • Wie lange? ca. vier Wochen

Das große Krabbeln beginnt, jedenfalls bei vielen Mäusen! Dabei dreht sich dein Baby ständig auf den Bauch und versucht die Beine in Position zu bringen.

Dass so eine Anstrengung mit Hunger verbunden ist, ist offensichtlich. Und leider auch mit schwierigen Nächten.

Denn: Krabbeln und Laufen lernen treiben das Gehirn zu Höchstleistungen an, das muss erstmal verarbeitet werden. Wahrscheinlich übt dein Kiddo also auch fleißig beim Einschlafen und in der Nacht?

So wichtig und süß dieser große Schritt auch ist, für uns Mamas und Papas ist diese Phase anstrengend! Und trotzdem ein echter Meilenstein fürs Herz, denn die Kleinen beginnen verstärkt, zu schmusen und die Nähe der Bezugspersonen einzufordern.

Auch Tiere werden interessant, ob auf der Weide, im Zoo oder auf Bildern. Genau wie Zeitschriften zu zerreißen, Bauklötze und Gegenstände durch die Gegend zu schieben und diese von allen Seiten zu befühlen.

Das kann helfen – unsere Erfahrungen:

Tschau Babybrei? Dein Schatz hat nun vermutlich mehr Lust, alles zu essen, was du isst und seinen Griff zu perfektionieren: Etwas Brot mit Avocado, geriebener Apfel, gedünstetes Gemüse in Sticks … Alles, was sich gut greifen und mit dem Kiefer zermalmen lässt, ist super! Brot, Gemüse und Hirsekringel sogen für ein paar Minuten im Hochstuhl.

Auch mit dem Löffel essen macht vielen Kids jetzt Freude. Spaß ist vorprogrammiert, genau wie die riesengroße Sauerei. Mehr Tipps und vor allem easy Rezepte findest du in unsere Rubrik Ernährung für die Familie.

Hilft allen: Wohnung spätestens jetzt kindersicher machen!

  • Regale an die Wände schrauben,
  • was umkippen kann, verschluckbar oder sogar giftig ist, außerhalb der Reichweite bringen,
  • Pflanzen auf die Schränke räumen.

So kannst du hoffentlich endlich für ein paar Minuten auf dem Sofa liegen, während dein Baby das Zimmer erkundet.

7. Wachstumsschub Baby: ca. 42. bis 47. Woche (11 bis 12 Monate)

Nach Krabbeln kommt Sitzen, beides ist im siebten Wachstumsschub für dein Baby meistens kein Problem mehr. Wenn nicht, kommt das natürlich noch, keine Sorge!

Nachdem nun also im Bodenbereich alles erkundet ist, sind nun die Höhen das Ziel. Dein Kind wird zum Kletterzwerg und fängt an, sich überall hochzuziehen, versucht aufs Sofa zu klettern und macht vielleicht auch schon die ersten Schritte.

Ein weiteres Merkmal des siebten Wachstumsschubs ist, dass dein Kind lernt, Reihenfolgen wahrzunehmen: Wenn man auf den Schalter drückt, geht das Licht an bzw. aus, mit Bauklötzen kann man einen Turm bauen, man kann etwas in eine Schachtel legen und wieder herausholen, der Schlüssel gehört ins Schloss und so weiter.

Begleitet wird diese Phase von den ersten heftigen Wutanfällen!

Unsere Erfahrungen – das hilft:

„Spätestens jetzt hat uns vor allem Geduld geholfen. Bis ich verstanden habe, dass die Wutanfälle meines Sohnes damit zu tun haben, dass er selbst den Deckel auf die Crémetube schrauben will, hat es etwas gedauert. Aber hey, besser spät als nie. Er war das glückliste Kind der Welt, wenn ich ihn an meinem Alltag hab teilnehmen lassen. Und ihm nach dem Aufwachen erstmal länger getragen habe. Nähe war gefühlt noch wichtiger.“ Sina

Außerdem:

  • Wickeln im Stehen mit Pants – und den Wickeltisch in den Keller räumen. Schafft Platz und mindert Frustration.
  • Und wenn gar nichts geht: Po durchlüften lassen und später die Windel schließen.
  • Erklären, erklären, erklären. Die Kleinen verstehen schon so unglaublich viel!
  • Wut und Trauer begegnen und zulassen, spiegeln, trösten.
  • Sandkastenliebe ausleben.
  • Mit Fingern essen (Pinzettengriff üben), aus dem Becher bzw. Glas trinken.
  • Spielen mit Alltagsgegenständen.

8. Wachstumsschub: 51. bis 55. Woche (13 bis 14 Monate)

  • Wann? Ab ca. der 51. Woche
  • Wie lange? Bis zu vier Wochen

Wo ist mein Baby geblieben? Das fragen sich spätestens jetzt die meisten Mamas. Der erste Geburtstag liegt bereits hinter dir, und dein Mäuschen wird immer mehr zum Kleinkind. Es beginnt, mit Dingen zu werfen, vielleicht die ersten Worte zu sagen und spätestens jetzt alleine zu essen.

Dein Kind fängt auch an, dich im Alltag zu „unterstützen“: Es räumt die Einkäufe mit dir weg und möchte das Kuscheltier ins Bett bringen – und fordert genau das ein!

An welchen Punkt dein Kleines auch ist: Hochs und Tiefs sind aktuell ganz nah beieinander.

Vielleicht fängt es schon mit dem Laufen an und macht die ersten wackeligen Schritte – oder läuft bereits wie ein Weltmeister. Ein gewaltiger Entwicklungsschritt, der sich bei vielen Kindern aufs Ess- und Schlafverhalten auswirkt. Heißt übersetzt: Häufiges Aufwachen in der Nacht und großer Hunger (oder aber keine Zeit fürs Essen). Das kann ganz schön frustrieren, besonders wenn dein Kleines endlich ganz gut geschlafen und gegessen hat.

Unsere Erfahrungen – das hilft:

Wie bei allen Wachstumsschüben beruhigt es dein Kind am meisten, wenn du ihm mit Empathie und Geduld begegnest. So schwer das auch ist, wenn man kaum geschlafen hat.

Schöne Ritual, Ruhezeiten vor dem Schlafengehen,viel an die frische Luft – all das hilft dir und deinem Kind, etwas runterzukommen und durchzuatmen.

Aber auch deine Gefühle dürfen Raum haben. Wenn du deinem Schatz erklärst, wie du dich gerade fühlst, lernt es, dass alle Emotionen zum Leben dazugehören.

2. Symptome: So äußert sich ein Wachstumsschub beim Baby

Im ersten und zweiten Lebensjahr leistet ein Körper Erstaunliches. Unter anderem durchlebt das Baby dabei acht riesige Sprünge in seiner Entwicklung. Und die haben es in sich! Von freudestrahlend zu Wutanfällen, von auf den Bauch drehen bis hin zu den ersten Schritten. Sowohl motorisch, emotional als auch geistig tut sich einiges.

Meist merkst du, dass dein Baby gerade einen Schub macht, wenn es wesentlich weinerlicher ist als sonst und schlechter schläft.

Das ist auch ganz logisch, denn so ein Wachstumsschub bedeutet ganz schön viel Arbeit für die kleine Maus und ist sehr anstrengend. Schließlich ist sie gerade dabei, etwas Neues zu erlernen.

Natürlich ist es von Kind zu Kind unterschiedlich, wie stark es reagiert – auch kommt es darauf an, wie alt dein Baby ist. Generell gibt es aber ein paar deutliche Anzeichen, woran du erkennst, dass dein Kleines sich im Schub befindet, besonders, wenn die folgende Punkte vorher kein Problem darstellten:

  • Trinkt viel mehr – oder weniger (schreit die Brust bzw. Flasche an).
  • Isst nicht mehr bzw. sehr schlecht – oder aber wie ein Scheunendrescher.
  • Lässt sich plötzlich nicht mehr wickeln oder anziehen.
  • Weint scheinbar ohne Grund.
  • Wird schnell wütend und „meckert“ in seiner eigenen Babysprache.
  • Will nicht abgelegt werden und fremdelt stärker.
  • Schläft plötzlich wieder schlechter, auch wenn es vorher ganz gut geschlafen hat. Sowohl tagsüber als auch in der Nach.

3. Und wie lange geht ein Wachstumsschub beim Baby?

Die Länge eines Wachstumsschubes ist von Sprung zu Sprung und von Baby zu Baby unterschiedlich. Die Phase kann ein paar Tage bis hin zu vier Wochen dauern, oder auch länger. Manche Kids merken kaum etwas vom Sprung, andere – vor allem sehr sensible Kinder – können sich ganz schön mitgenommen fühlen.

Wenn dann bei einem der folgenden Wachstumsschübe noch Zähne hinzukommen oder Fähigkeiten wie Krabbeln oder Laufen gelernt werden, steht die Welt häufig für mehrere Wochen Kopf. Für die Kleinen, genauso wie für uns Mamas.

Die gute Nachricht ist: Nach jedem Sprung kommt eine entspanntere Phase, in der dein Kleines seine neuen Fertigkeiten fleißig trainiert und wieder mehr im Leben angekommen scheint.

4. Schlaflose Nächte, Schreianfälle, Stillstreik – was tun?

Die meisten Mamas stellen sich irgendwann die Frage: Wie kann ich meinem Baby helfen, wenn es sich in einem Wachstumsschub befindet?

In erster Linie ist es wichtig, dass du ihm Verständnis entgegenbringst und ihm viel Zeit gibst, Dinge zu verstehen.

Während dieser mühseligen Zeit braucht dein Baby deine volle Unterstützung, Geborgenheit und jede Menge Nähe. Natürlich nicht nur von dir, sondern von jedem seiner Bezugspersonen. Dann fühlt es sich sicher und nicht allein gelassen.

Tipps auf einen Blick

Was du tun kannst, um deinem Liebling zu helfen:

  • Liebe, Verständnis und Geborgenheit.
  • Tragen bietet den Süßen maximale Sicherheit. Eine gute Babytrage hilft, den Rücken zu schonen.
  • Dein Kind will jetzt seine neuen Fähigkeiten ausprobieren. Versuche es dabei zu unterstützen.
  • Häufig wächst den Kleinen alles über den Kopf. Gesicht wegdrehen oder Weinen bzw. Schreien sind Signale dafür. Reduziere äußere Reize und lasse möglichst schnell Ruhe einkehren.
  • Rituale geben Sicherheit, genau wie beruhigende, verständnisvolle Worte und Brumm-Laute, wenn das Baby nicht in den Schlaf findet oder viel weint.
  • Es ist völlig normal, wenn es jetzt nicht mehr viel essen will. Biete ihm oder ihr immer wieder etwas an, ansonsten gibt´s eben Milch. Viele kleine Babys verlagern das Trinken auch wieder vermehrt in die Nacht.
  • Je älter es wird, desto stärker kannst du es auch im Alltag einbinden. Du wirst sehen: Es wird ausgeglichener sein, wenn es mithelfen darf die Wäsche aufzuhängen, mit eigenem Equipment zu „kochen“ oder den Deckel der Flasche selbstr draufzustecken – selbst wenn das in den allermeisten Fällen noch nicht klappt).
  • Schlaflose Nächte? Schrecklich! Da hilft leider nur: Augen zu und durch. Und – wenn möglich – mit dem Partner, den Großeltern oder Freunden reinteilen. „Ich übernehme die Nacht und mein Partner die Frühschicht – so können wir beide wenigstens etwas schlafen“, erzählt Sina.

Selbstfürsorge! Auch wir Mamas brauchen Zuwendung

Ganz ehrlich: Diese Entwicklungsschritte – so wertvoll und wichtig sie auch sein mögen – sind nicht nur für den Nachwuchs anstrengend, sondern auch für uns Eltern. Viele Mamas und Papas können am Ende der Zeit nicht mehr, haben Kopfweh vor Schlaflosigkeit und sind am Rande ihrer Kräfte.

Das ist ok, du darfst dich so fühlen, du darfst genervt sein. Wer wäre das nicht?

Bald ist es geschafft! Dann wird dein Kleines viele neue Fertigkeiten zeigen, die dein Herz entzücken. Versprochen!

Bis dahin ist es wichtig, dass du dir Auszeiten nimmst! So oft es eben geht. Durchatmen, Prioritäten setzen, Hilfe einfordern. Du musst das nicht allein stemmen! Denn nur wenn du einigermaßen erholt bist, kannst du auch für dein Kleines da sein.

Trinkverhalten bei einem Wachstumsschub

Du hast das Gefühl, dein Baby trinkt während eines Schubs zu wenig? Tatsächlich gibt es keine feste Regel, die besagt, wie viel Milch ein Baby trinken sollte. Dennoch gibt es Anzeichen, die dir zeigen, wann ein Mangel an Flüssigkeitszufuhr besteht: Die Windeln deines Schatzes sind weniger voll als sonst und der Urin dunkler und gelber als gewöhnlich. Wenn dein Baby immer wieder kraftlos und erschöpft wirkt, könnte dies auch ein Anzeichen sein.

Solltest du das Gefühl haben, dass dein Kind zu wenig trinkt, dann sprich am besten einmal mit dem Kinderarzt oder der Hebamme darüber.

Warum schreien die Kinder beim Stillen?

Babys drücken über das Schreien aus, dass irgendetwas nicht stimmt. Es hat Hunger, Schmerzen oder Blähungen, fühlt sich krank.

Es kann aber auch vorkommen, dass es beim Stillen schreit, ohne dass dir ein „Problem“ bewusst ist. Das liegt in erster Linie am Wachstumsschubs deines Babys. Es fängt an zu verstehen, dass ihr beide keine Einheit seid und die Brust zu der Mama und nicht zu ihm gehört.

Dein Baby schreit die Brust an? Das verunsichert die meisten Mamas und ist wirklich schwer auszuhalten. Versuche trotzdem die Ruhe zu bewahren. Die Kleinen merken, wenn´s stressig wird.

Ein paar Tipps, die helfen könnten:

  • Biete deinem Kind immer wieder die Brust an.
  • Löse vor dem Stillen den Milchspendereflex aus und/oder verteile ein paar Tropfen Muttermilch auf deiner Brustwarze.
  • Reduziere Reize, die dein Kleines ablenken könnte.

Weitere Hebammen-Tipps zum Thema Stillstreik findest du in diesem Artikel auf hallohebamme.de.

Häufig trinken die Babys auch eher kurz und oft (besonders nachts) und regen damit die Milchproduktion an. Nach einigen Tagen sollte sich deine Milchproduktion darauf eingestellt haben und genau so viel produzieren, wie gut für dein Mäuschen ist.

5. Verspürt ein Baby Schmerzen während eines Schubs?

Nein. Der Körper eines Babys ist darauf ausgelegt, so viel zu wachsen und sich zu entwickeln. Wenn ein Baby während eines Schubs weint, dann hat das meist mit oben genannten Entwicklungen zu tun. So viele neue Eindrücke müssen erst einmal verarbeitet werden. Und dafür brauchen die kleinen Mini-Menschen uns.

 

Die acht Wachstumsschübe sind für Babys und Eltern gleichermaßen aufregend, spannend – und ziemlich herausfordernd! Ist es nicht ein Wunder, wie sich alles entwickelt und dein Baby zum Kleinkind wird? Wie hast du diese Phasen erlebt? Wir freuen uns über deine Erfahrungen in den Kommentaren.

Tamara Müller

Als süddeutsche Frohnatur liebe ich die Wärme, die Berge und Hamburg! Letzteres brachte mich vor fünf Jahren dazu, die Sonne im Herzen zu speichern und den Weg in Richtung kühleren Norden einzuschlagen. Ich liebe die kleinen Dinge im Leben und das Reisen. Und auch wenn ich selbst noch keine Kinder habe, verbringe ich liebend gerne Zeit mit ihnen.

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