Wie kann ich eingefrorene Muttermilch auftauen?

Muttermilch abzupumpen und einzufrieren, ist für viele Mamas eine gute Möglichkeit, um etwas Freiraum zu bekommen, ohne das Baby abzustillen. Und auch für unvorhergesehen Zwischenfälle ist so immer eine Portion Milch in der Nähe, wenn das Baby Hunger hat.  Auf welche Arten du die gefrorene Muttermilch auftauen kannst, damit die wertvollen Inhaltsstoffe nicht verloren gehen, und welche Methode sich am besten eignet, wenn es mal schnell gehen muss, verraten wir dir hier.

1. Das Wichtigste auf einen Blick

  • Um Muttermilch aufzutauen, gibt es verschiedene Möglichkeiten.
  • Als besonders schonend gilt das Auftauen im Kühlschrank, im Flaschenwärmer oder auch im Wasserbad.
  • In der Mikrowelle, unter kochendem Wasser sowie bei Raumtemperatur sollte Muttermilch nicht aufgetaut werden.
  • Das Auftauen im Kühlschrank dauert circa zwölf Stunden – also ideal über Nacht.
  • Bereits aufgetaute Muttermilch bitte auf keinen Fall wieder einfrieren!

2. Wie kann ich Muttermilch schnell auftauen?

Um Muttermilch aufzutauen, hast du verschiedene Möglichkeiten. Grundsätzlich solltest du immer darauf achten, dass du die älteste Milch zuerst auftaust. Denn dein Körper passt die Zusammensetzung der Muttermilch stetig an die Bedürfnisse deines Babys an, um es optimal mit Nährstoffen zu versorgen. Das heißt, wenn du die Milch zu lange aufbewahrst, enthält sie nicht mehr genau die Nährstoffe, die dein Baby braucht.

Tipp: Verhältnismäßig schnell lässt sich Muttermilch auftauen, wenn du sie in kleinen Portionen (60 bis 120 ml) und in flachen Beuteln einfrierst.

1. Schonendes Auftauen von Muttermilch im Kühlschrank

Die meisten Nährstoffe bleiben erhalten, wenn du die eingefrorene Muttermilch im Kühlschrank auftaust. Da du dir für diese Methode etwa zwölf Stunden einplanen solltest, funktioniert sie am besten über Nacht. Wenn dein Baby spontan Hunger hat, ist sie allerdings nicht geeignet.

2. Wenn es schnell gehen muss: Muttermilch im Flaschenwärmer auftauen

Wenn es schneller gehen muss, weil dein Baby Hunger hat, kannst du die gefrorene Muttermilch im Flaschenwärmer auftauen. Viele Modelle erhitzen die Milch automatisch auf 37 °C, wärmer sollte sie auch nicht werden, damit die Nährstoffe erhalten bleiben.

Wichtig ist, dass du die Milch dabei nur vorsichtig schwenkst, damit sich die Inhaltsstoffe vermischen. Bitte nicht schütteln! Das kann dazu führen, dass die Nährstoffe sich zersetzen.

Übrigens: Wenn du etwas mehr Zeit hast, ist es schonender, die Muttermilch erst aufzutauen und sie dann im Flaschenwärmer zu erhitzen.

3. Im Wasserbad sollte Muttermilch bei maximal 37 °C aufgetaut werden

Statt im Fläschchenwärmer kannst du Muttermilch auch einfach unter laufendem, lauwarmem Wasser oder in einem Wasserbad auftauen. Dabei solltest du nur darauf achten, dass eine Temperatur von maximal 37 °C nicht überschritten wird. Um das Auftauen zu beschleunigen, kannst du die Muttermilch im ersten Schritt in kaltes Wasser legen. Ist sie angetaut, nimmst du Wasser mit Raumtemperatur usw., bis die Milch vollständig aufgetaut ist.

4. Muttermilch lässt sich auch im Thermomix auftauen

Hast du einen Thermomix zu Hause, kannst du diesen ebenfalls zum Auftauen deiner Muttermilch nutzen. Auch hier sollte die Temperatur  37 °C nicht übersteigen.

5. Muttermilch nicht in der Mikrowelle auftauen

Das Auftauen in der Mikrowelle ist grundsätzlich nicht ratsam. Vor allem bei großer Hitzeeinwirkung kann es schnell passieren, dass die Nährstoffe in der Muttermilch zersetzt werden. Außerdem kann die Milch stellenweise sehr heiß werden, sodass sich dein Baby beim Trinken verbrennen könnte.

6. Auch kochendes Wasser ist zum Auftauen nicht geeignet

Wenn es schnell gehen muss, liegt der Gedanke nahe, die gefrorene Muttermilch einfach mit kochendem Wasser aufzutauen. Das ist allerdings keine gute Idee! Denn genau wie bei der Mikrowelle zerstören auch hier die (zu) hohen Temperaturen die wichtigen Inhaltsstoffe der Milch, die dein Baby braucht. Und natürlich besteht auch in diesem Fall die Gefahr, dass dein Kind sich verbrüht.

7. Bei Raumtemperatur kann die Muttermilch verderben

Bei Raumtemperatur solltest du die Muttermilch ebenfalls nicht auftauen. Das ist zwar schonender als in der Mikrowelle oder mit kochendem Wasser, allerdings besteht hier die Gefahr, dass die Milch durch die verhältnismäßig hohen Temperaturen und das lange Stehen an der Luft schlecht wird.

3. Wie lange dauert es, bis Muttermilch aufgetaut ist?

Die Dauer für das Auftauen variiert je nach Methode. Wenn du die Muttermilch im Kühlschrank auftaust, dauert das circa zwölf Stunden, ist aber sehr schonend, und die aufgetaute Muttermilch hält anschließend bis zu 24 Stunden. Ein Flaschenwärmer braucht im Normalfall sechs bis acht Minuten, um die tiefgefrorene Muttermilch auf maximal 37 °C zu erwärmen.

Muttermilch auftauen und erwärmen: Worauf sollte ich achten?

Wie bereits erwähnt, kannst du Muttermilch im Wasserbad oder im Flaschenwärmer (jeweils bei maximal 37 °C) auftauen und gleichzeitig erwärmen. Erwärmte Muttermilch ist bei Raumtemperatur aber nur 30 Minuten haltbar und sollte daher unmittelbar nach dem Auftauen/Erwärmen verfüttert werden.

4. Wie lange ist aufgetaute Muttermilch haltbar?

Die Haltbarkeit von aufgetauter Muttermilch hängt von der anschließenden Aufbewahrung ab. Lagerst du sie bei Raumtemperatur (16 bis 25 °C) hält Muttermilch, die vorher aufgetaut wurde, ungefähr zwei Stunden. Steht sie länger, dann bitte entsorgen und nicht deinem Baby geben. Bewahrst du aufgetaute Muttermilch dagegen im Kühlschrank (maximal 4 °C) auf, ist sie bis zu 24 Stunden haltbar. Es gilt jedoch: Aufgetaute Muttermilch sollte so schnell wie möglich verfüttert und nicht unnötig lange aufbewahrt werden.

5. Darf ich Muttermilch nach dem Auftauen wieder einfrieren?

Nein, ist Muttermilch einmal aufgetaut und wird nicht innerhalb von zwei Stunden (Lagerung bei Raumtemperatur) oder innerhalb von 24 Stunden (Aufbewahrung im Kühlschrank) verfüttert, solltest du sie nicht wieder einfrieren, sondern auf jeden Fall entsorgen.

6. Die Muttermilch flockt nach dem Auftauen – ist das schlimm?

Dass Muttermilch nach dem Auftauen flocken kann, ist tatsächlich nicht ungewöhnlich und liegt daran, dass sich der wässrige Teil vom fetthaltigen Teil der Milch trennt. Damit sich das Milchfett wieder gut verteilt, solltest du die Muttermilch vor dem Füttern vorsichtig schwenken (nicht schütteln!).

Wichtig: Flockige Muttermilch bedeutet grundsätzlich nicht, dass sie verdorben ist. Das erkennst du grundsätzlich eher an einem sauren bzw. ranzigen Geruch.

Warum ist die Muttermilch nach dem Auftauen gelb?

Auch die gelbe Farbe der Milch ist im Normalfall kein Grund zur Sorge, sondern liegt ebenfalls daran, dass sich der fetthaltige Teil der Milch während des Einfrierens oben absetzt.

Die Muttermilch schmeckt nach dem Auftauen komisch – und jetzt?

Dass sich der Geschmack der Muttermilch durch Einfrieren und Auftauen ändert, ist erst einmal nicht ungewöhnlich. Der Grund dafür ist ein Enzym aus der Milch, dass die Fette spaltet und Fettsäuren freisetzt. Dieser Vorgang verhindert, dass sich Bakterien in der Milch vermehren. Normalerweise ist der veränderte Geschmack kein Grund zur Sorge und schreckt die meisten Babys auch nicht ab.

7. Mehr Infos zum Abpumpen, Einfrieren, Auftauen

Noch mehr hilfreiche Infos zum Thema Stillen, Abpumpen, Haltbarkeit und Co. haben wir hier für dich:

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Wiebke Tegtmeyer
Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Nach meinem Bachelor in Medienkultur an der Uni Hamburg, einem Volontariat zur Online-Redakteurin und einigen Jahren Erfahrung als (SEO-)Texterin bin ich nach meiner zweiten Elternzeit bei Echte Mamas gelandet. Hier kann ich als SEO-Redakteurin meine Leidenschaft für Texte ausleben, und auch mein Herzensthema Social Media kommt nicht zu kurz. Dabei habe ich mich in den letzten Jahren intensiv mit dem Thema Ernährung von der Schwangerschaft über die Stillzeit bis hin zum Babybrei beschäftigt. Und wenn ihr auf der Suche nach einem Vornamen für euer Baby seid, kann ich euch garantiert passende Vorschläge liefern. Außerdem nutze ich die Bastel-Erfahrungen mit meinen beiden Kindern für einfache DIY-Anleitungen. Wenn der ganz normale Alltags-Wahnsinn als 2-fach Mama mich gerade mal nicht im Griff hat, fotografiere ich gern, gehe meiner Leidenschaft für Konzerte nach oder bin im Volksparkstadion zu finden.

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