Muttermilch aufbewahren: Alle Infos und Tipps!

Muttermilch aufbewahren: Wie geht das eigentlich richtig? Wir haben die Antworten für dich!

Stillen ist die natürlichste und gesündeste Art, ein Baby zu ernähren. Und natürlich auch die praktischste. Brust raus – und los geht’s. Aber was macht man, wenn jemand anderes das Baby füttern soll? Oder wenn du Muttermilch für unterwegs benötigst – oder einfach mal eine Auszeit brauchst? Genau für diese Fälle kannst du deine Muttermilch abpumpen und aufbewahren. Denn ob aus dem Kühlschrank oder Gefrierfach, bei der richtigen Lagerung behält Muttermilch alle gesundheitlichen Vorteile.

Wie du die Milch richtig aufbewahrst und was du dabei beachten solltest – alle Infos gibt’s hier:

Wie kann ich Muttermilch aufbewahren?

Um Muttermilch aufzubewahren, benötigst du eigentlich nur zwei Dinge: eine Milchpumpe und einen sterilen Behälter. Es ist besonders wichtig, dass du dabei strikt auf die Hygiene achtest, damit keine Keime in die Milch kommen und sie verderben. Das bedeutet, dass der Behälter und das Pumpenzubehör vor jeder Benutzung sterilisiert werden müssen. Außerdem sollte das Material des Behälters frei von BPA sein – am besten legst du dir spezielle Muttermilchbeutel oder -flaschen zu.

Generell gibt es drei verschiedene Arten, um die Muttermilch aufzubewahren:

  1. Bei Raumtemperatur
  2. Im Kühlschrank
  3. Im Gefrierfach

Wir empfehlen, die Milch in kleinen Portionen von ca. 60 bis 120 ml zu lagern, die du nach Bedarf erwärmen und zusammenmischen kannst. Um den Überblick zu behalten, beschrifte alle Behälter stets sorgfältig mit einem Datum.

Wenn du Muttermilch im Gefrierfach lagerst, achte darauf, dass die Behälter für die Temperaturen geeignet sind, denn einige Behälter, zum Beispiel Glasflaschen, könnten bersten.

Wie lange kann ich Muttermilch aufbewahren?

Wie lange sich die Muttermilch hält, hängt davon ab, wie du sie aufbewahrst:

1. Muttermilch bei Raumtemperatur aufbewahren

Auch ohne Kühlschrank in der Nähe ist das Abpumpen kein Problem: Muttermilch kann bei Raumtemperatur (ca. 16 bis 25 °C) ca. 4 Stunden ohne Bedenken aufbewahrt werden. Stelle sicher, dass der Behälter sterilisiert und gut verschlossen ist und die Milch an einem schattigen Ort steht. Allgemein gilt: je kühler die Temperatur und je kürzer die Aufbewahrungszeit, desto besser. Es ist daher zu empfehlen, die Milch möglichst bald zu verfüttern oder sie in den Kühlschrank oder eine Kühltasche umzustellen.

2. Muttermilch im Kühlschrank lagern

Im Kühlschrank (4 °C und kälter) kannst du die Milch etwa 3 Tage lang aufbewahren. Dort ist sie schnell griffbereit und muss nur aufgewärmt werden. Am besten stellst du den gut verschlossenen Behälter gleich nach dem Abpumpen in den Kühlschrank und lagerst die Milch am kältesten Ort: ganz hinten auf der untersten Ablage über dem Gemüsefach. Stelle die Milch nicht in die Kühlschranktür, da dort die Temperatur schwanken kann. Wenn du frische Muttermilch zu einem Behälter mit der bereits aufbewahrten Milch hinzufügen möchtest, muss die frische Milch zuerst abgekühlt werden. Mische nicht Milch, die Körpertemperatur hat, mit gekühlter Milch.

3. Muttermilch im Gefrierfach einfrieren

Die längste Haltbarkeit hat Muttermilch im eingefrorenen Zustand im Gefrierfach: Bei -18 °C oder kälter lässt sie sich ca. 6 bis 9 Monate lagern. Du kannst also beruhigt sein, dass du auch in ein paar Wochen die abgepumpte Milch verwenden kannst und sie nicht innerhalb weniger Tage unbrauchbar wird.

Am besten funktioniert das, wenn du die abgepumpte Milch in kleinen Portionen (ca. 60 ml) sofort ins Gefrierfach stellst. Fülle die Behälter jedoch nicht bis zum Rand, da die Milch sich beim Gefrieren etwas ausdehnt. Die Behälter lagerst du am besten ganz hinten im Gefrierfach, wo die Temperatur am wenigsten schwankt. Wenn dein Gefrierfach eine Abtauautomatik hat, stelle sicher, dass die Behälter nicht die Wände berühren. Du kannst frische Muttermilch zu bereits eingefrorener geben, wenn du sie zuerst im Kühlschrank abkühlen lässt. Muttermilch, die noch Körpertemperatur hat, sollte nicht auf eingefrorene Milch gelangen.

Tipp: Kleine Beutel eignen sich für das Gefrierfach besser als Flaschen, da sie gestapelt werden können und somit platzsparend sind.

Muttermilch auftauen: So machst du es richtig!

Damit die aufbewahrte Milch auch sicher für dein Kind ist, ist beim Auftauen besondere Vorsicht geboten. Am besten lässt sich die gefrorene Milch im Kühlschrank auftauen. Das dauert etwa 12 Stunden, funktioniert also gut über Nacht. Wenn es etwas schneller gehen soll, kannst du die Milch aber auch in einem Wasserbad oder mit einem Flaschenwärmer bei ca. 37 °C auftauen.

Zum Auftauen bei Raumtemperatur eignet sich Muttermilch nicht. Auch in der Mikrowelle oder auf dem Herd kann Muttermilch nicht aufgetaut werden, da sie überhitzen kann. Allgemein solltest du sehr darauf achten, die Muttermilch nicht auf mehr als 37 °C zu erhitzen, da ab dieser Temperatur die Vitalstoffe zersetzt werden können. Zudem könnten in der Milch heiße Stellen entstehen und dein Kleines könnte sich verbrühen!

Nach dem Auftauen kannst du die Muttermilch bei Raumtemperatur ca. 2 Stunden lang stehen lassen. Im Kühlschrank hält sie sich bis zu 24 Stunden. Natürlich ist es jedoch am besten, wenn du sie gleich fütterst und nicht länger wartest, als nötig. Wenn du die Muttermilch in kleinen Portionen einfrierst, kannst du immer genau so viel entnehmen, wie du brauchst, und die Portionen zusammenmischen. Friere aufgetaute Milch nicht wieder ein und entsorge aufgetaute Milch, die bei Raumtemperatur steht, nach maximal 2 Stunden.

Aufbewahrte Muttermilch füttern: So geht’s:“

Auch beim Füttern solltest du ein paar wichtige Punkte beachten:

  • Die Temperatur der Milch sollte nicht höher als 37 °C sein.
  • Verschiedene Milchportionen können zusammengemischt werden, wenn sie die gleiche Temperatur haben
  • Schwenke oder rühre die Milch sanft, damit sie wieder ihre ursprüngliche Konsistenz bekommt
  • Nicht ausgetrunkene Milch sollte nach spätestens 2 Stunden entsorgt werden, da über den Mund des Babys Keime in die Milch gelangt sind
  • Bereits aufgewärmte Muttermilch sollte nicht erneut aufgewärmt werden

So verändert sich die aufbewahrte Muttermilch während der Lagerung

Wenn du Milch aufbewahrst, könntest du bemerken, dass sich die Konsistenz geändert hat. Besonders bei eingefrorener Milch ist das oft der Fall. Das ist ganz normal, denn Muttermilch setzt sich mit der Zeit in Schichten ab und das Fett bildet sich oben. Rühre und schwenke den Behälter mit der Milch sanft, damit sich wieder eine einförmige Flüssigkeit bildet. Starkes Schütteln und Rühren solltest du vermeiden, da das die Inhaltsstoffe schädigen könnte!

Manche Frauen berichten zudem darüber, dass ihre aufbewahrte Milch leicht seifig oder ranzig riecht. Auch das kann normal sein, wenn alle Hygienemaßnahmen eingehalten worden sind. Dann liegt es an dem Enzym namens Lipase, das Milchfette zersetzt und Milchsäuren bildet. Dieser Vorgang verhindert, dass sich schädliche Bakterien in der Milch ausbreiten. Wenn alle Richtlinien zur Hygiene befolgt wurden, sollte auch diese Milch für das Kind unbedenklich sein.

Wenn du die Muttermilch richtig aufbewahrst, behält Muttermilch praktisch alle ihre Eigenschaften, Minerale und Vitalstoffe. Doch es versteht sich von selbst, dass frische Muttermilch die beste ist, gefolgt von der Milch aus dem Kühlschrank. Die eingefrorene Milch belegt somit den dritten Platz.

Kann ich mehrere Portionen Muttermilch mischen?

Muttermilch lässt sich aus separat gelagerten Portionen zusammenmischen, wenn sie die gleiche Temperatur haben. Du solltest daher nie körperwarme Milch zu gekühlter oder gefrorener Milch geben. Am besten lässt du also frische Muttermilch komplett abkühlen, bevor du sie zur Milch im Kühlschrank oder im Gefrierfach gibst.

Wie kann ich Muttermilch transportieren?

Wenn du Muttermilch mitnehmen möchtest, machst du das am besten in einer Kühltasche oder stattest dich mit Kühlakkus aus. Es ist besonders wichtig, dass die Milch durchgehend kühl bleibt und keinen Temperaturschwankungen ausgesetzt wird. Bedenke außerdem, dass Kühltaschen in der Regel keine Temperaturen unter 0 °C halten können. Wenn du also tiefgefrorene Muttermilch in der Kühltasche transportierst, wird sie langsam auftauen. Das ist kein Problem, wenn du die Milch möglichst bald verfütterst und nicht wieder einfrierst.

Wie du liest, Muttermilch aufbewahren erleichtert den Alltag und ist gar nicht so schwer, wenn du ein paar Hinweise zur Hygiene und Lagerung befolgst.

Wir wünschen deinem Baby guten Appetit!

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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