Mutter bekommt erhofften Sohn – und gibt ältere Tochter zur Adoption frei

Die Geschichte einer Frau aus den USA klingt so furchtbar, dass man sich wünscht, es würde sich um einen schlechten Film handeln. Die Mutter, die unbedingt einen Sohn haben wollte, hat offenbar ihr erstes Kind, ein Mädchen, zur Adoption freigegeben, als ihr Wunschkind geboren wurde. 

Viele Mamas haben insgeheim ein Wunschgeschlecht für ihre Kinder. Uns erreichen immer wieder Geschichten von Frauen, die unbedingt Mädchenmama sein möchten, aber genauso Geschichten von glücklichen Jungsmamas. Und dazwischen gibt es viele, die finden: Junge oder Mädchen, ist das nicht total egal?

Doch offenbar können sich nicht alle Frauen damit arrangieren, dass sich ihr Wunsch nach einem bestimmten Geschlecht nicht erfüllt. Und schlimmer noch: Manche lassen extreme Taten folgen.

So wie in dem Fall, den die Schwester einer solchen Mutter bei Reddit teilte.

Die Urheberin des Beitrags erklärt, dass sie und der Rest der Familie ihre Schwester durch die Pandemie längere Zeit nicht gesehen haben. Die Schwester lebe mit ihrer Familie in einem anderen Bundesstaat, weshalb ein Besuch nur schwer möglich ist. Die Schwester hatte vor zwei Jahren bereits ein kleines Mädchen bekommen und hat kürzlich einen Sohn zur Welt gebracht. Nun möchte die Familie den kleinen Mann unbedingt sehen und deswegen vereinbaren sie einen Videoanruf.

Zunächst scheint auch alles in Ordnung zu sein. Alle sind begeistert von dem niedlichen neuen Familienmitglied und Mutter und Kind sind wohlauf. Doch irgendwann fragt die Verfasserin des Redditbeitrags nach ihrer kleinen Nichte. Diese hat sie schließlich auch schon lange nicht mehr gesehen. Plötzlich kommt ihre Schwester ins Stocken: „Ich konnte sie leider nicht behalten.”

Die Familie ist geschockt und auch die anderen Verwandten lassen nun nicht mehr locker.

Nach und nach kommt heraus, dass die Mutter das kleine Mädchen kurz nach der Geburt ihres Sohnes zur Adoption freigegeben hat, „ich kann mich nicht um zwei Kinder kümmern”. Ihre Verwandten reagieren mit ungläubigem Entsetzen. Nicht nur, dass sich niemand von dem Kind verabschieden konnte, gleich mehrere Personen hätten sich gut vorstellen können, der Mutter mit den Kindern zu helfen oder ihre kleine Tochter bei sich aufzunehmen.

Niemand versteht, wie die Frau es übers Herz bringen konnte, ihre Tochter einfach wegzugeben, ohne mit der Familie darüber zu sprechen. Besonders nicht die Tante des kleinen Mädchens, die auch den Beitrag bei Reddit geschrieben hat. Denn sie hat selbst mit Unfruchtbarkeit zu kämpfen und musste schon einige Fehlgeburten durchmachen. Nun ist sie zwar endlich schwanger, hätte die Zweijährige aber trotzdem sofort bei sich aufgenommen, wenn sie die Chance dazu gehabt hätte.

Außerdem hat sie einen düsteren Verdacht: Ihre Schwester hatte sich immer einen Jungen gewünscht.

Als sie erfahren hatte, dass ihr erstes Kind ein Mädchen wird, war sie sehr deprimiert und hatte sich nicht auf das Kind gefreut. „Ich kenne meine Schwester und ich weiß einfach, dass sie tief drinnen nie eine Tochter gewollt hat.” Deswegen kann sie sich auch nicht länger zusammenreißen und hält ihrer Schwester eine ordentliche Standpauke.

„Ich sagte ihr, dass sie eine narzisstische Mutter wäre und fragte sie, wann sie vom neuen Baby gelangweilt wäre und dieses auch loswerden würde. Und ich habe sie gefragt, wie zum Teufel sie das tun konnte, ohne sich an die Familie zu wenden… Ich habe sie ein Monster genannt, weil sie Kinder gezeugt hat, um die sie sich nicht kümmern wollte, als wären sie ein Gegenstand.“ Doch dann beginnt die Großmutter plötzlich, nach Luft zu ringen und klagt über Schmerzen in der Brust, weshalb die Familie den Videoanruf beendet.

Offenbar hatte die ältere Dame eine Panikattacke, weil ihr der Streit und das Weggeben ihrer kleinen Urenkelin so zugesetzt hatten.

Doch es gibt eine unerwartete Wendung: Weil die Schwester nach dem unangenehmen Gespräch den Kontakt zur kompletten Familie abbricht, sind die Eltern nun sauer auf die Tochter, die die Frau mit ihrem Verhalten konfrontierte. „Sie geben mir die Schuld dafür, dass sie ihren Enkel womöglich nicht kennenlernen und sagen, dass ich meiner Oma beinahe einen Herzinfarkt verpasst habe.

Außerdem glauben die Eltern der beiden Frauen offenbar, dass man die Schwester noch davon hätte überzeugen können, das Mädchen zurückzuholen. Allerdings weiß die Beitragsverfasserin, dass das unmöglich ist, denn das Adoptionsverfahren ist bereits vollständig abgeschlossen. Obwohl sie nicht erkennen kann, was sie falsch gemacht haben soll, überlegt sie, ob sie sich entschuldigen soll, um den Familienfrieden wiederherzustellen.

Die Kommentare zum Beitrag überschlagen sich förmlich.

Selbstverständlich sind die anderen User*innen vom Verhalten der Schwester entsetzt. Viele machen sich außerdem große Sorgen um die kleine Nichte.

„Ich denke sie sollte sich an die Polizei wenden, um prüfen zu lassen, ob ihr tatsächlich eine legale Adoption vorliegt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Sozialarbeiter oder eine legitime Agentur dies ohne Frage/ Therapie/Intervention oder sogar Kontaktaufnahme mit der Familie zulassen würde. Meine Befürchtung ist, dass die Schwester das Kind unter der Hand irgendwelchen Menschen überlassen hat, die nicht überprüft wurden oder Menschenhändler sein könnten – oder Schlimmeres.”

Diese Befürchtung gibt der ganzen Geschichte noch eine weitere, schreckliche Dimension.

Lena Krause

Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg. Am liebsten erkunde ich mit ihm die vielen grünen Ecken der Stadt.

Auch wenn ich selbst noch keine Mama bin, gehören Babys und Kinder zu meinem Leben dazu. Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert und ich komme als „Tante Lena“ zum Einsatz.

Schon als Kind habe ich das Schreiben geliebt – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit so einem schönen Thema befassen. Das passt einfach!

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