Junge oder Mädchen? Gute Argumente dafür, sich überraschen zu lassen

Aaaach, ich weiß noch, wie aufregend ich es fand, als meine Frauenärztin mir in Aussicht stellte, dass sie beim nächsten Termin wahrscheinlich sehen könne, ob mein Baby ein Mädchen oder ein Junge sei. Nicht, dass es wahnsinnig wichtig war, aber ich war doch so neugierig… (Okay, und dachte damals, dass ich mir ein klitzkleines bisschen mehr einen Jungen wünschen würde – bitte nicht meiner Tochter verraten!)

Das Ende vom Lied: Dieses zuckersüße kleine Wesen war sehr „genant“ und versteckte seine Blöße beim Ultraschall ziemlich gut. Meine Ärztin ließ sich zu einem „Eher ein Mädchen!“ hinreißen. Und das wurde es dann ja: Ein wahnsinnig tolles Mädchen.

Später in der Schwangerschaft kam es natürlich auch gesichert (soweit das denn geht) heraus, dass wir Mädchen-Eltern werden. Ich fand es schön, dass Geschlecht meines Kindes zu wissen, ganz klar. Trotzdem hatte ich ein paar mal darüber nachgedacht, wie es denn so ist, wenn man sich überraschen lässt…

Und tatsächlich finde ich nach einigem Grübeln und ergänzender Recherche, dass es wundervolle Gründe dafür gibt, das Geschlecht seines Babys erst bei der Geburt zu erfahren:

1. Ein Kind ist sowieso niemals so, wie man es erwartet hat

Natürlich macht man sich eine ganze Menge Gedanken darüber, wie das Leben mit Kind so wird. Und überhaupt – wie das Kind so sein wird. Sobald man weiß, ob man eine Tochter oder einen Sohn bekommt, neigt man dazu, sich bei diesen Gedanken tiefer in Details zu verlieren: Oh, all diese hübschen Mädchenkleider, die ich kaufen werde! Oh, wenn er dann zu seinem ersten Fußballspiel geht…

Ich weiß, ich weiß, Klischees über Klischees. Aber ganz ehrlich, oft denkt man doch so, oder? Und nachher kommt das Erwachen. Kein böses, sondern ein ganz wundervolles: Ein Kind ist es selbst, und sonst nichts. Es liebt oder hasst Kleider, es ist supergut im Fussball oder auch sauschlecht… Dafür ist es ganz egal, ob es ein Mädchen oder ein Junge ist. Es wird so viele Ideen, Vorlieben, Charakterzüge und Facetten haben, die es ausmachen. In die wir uns verlieben werden. Deswegen ist es an sich völlig wumpe, welche Gedanken man sich vorher macht.

2. Die Ärzte können bis zum Ende völlig falsch liegen bei ihrem Tipp

Ja, es ist selten, dass mit völliger Überzeugung bis zur Geburt hin von dem falschen Geschlecht ausgegangen wird. Aber soooo selten nun auch wieder nicht! Am Ende kennt doch irgendwie jeder eine Geschichte aus dem (entfernten) Bekanntenkreis, bei denen der kleine Benny in sein quietschrosa Zimmer einzieht, oder? Weil Mama und Papa eben felsenfest davon ausgegangen waren, dass Benny eine Jenny wird! (Benny ist das rosa Zimmer übrigens schnurzpiepegal.)

3. Man muss einfach nicht wirklich etwas „Geschlechtsspezifisches“ vorbereiten

Um mal bei den Klischeefarben zu bleiben: Sie sind nicht nötig. Sie sind hübsch, ja. Aber sie sollten nicht der ausschlaggebende Grund sein, das Geschlecht seines Kindes wissen zu wollen. Denn es gibt alles in so wundervollen „neutralen“ Farben. Die auch viel cooler sind als hellblau und rosa. Wer nun extrem auf rosa und hellblau steht, der kauft einfach. Denn das Kindeswohl hängt ganz sicher nicht davon ab, welche Farbe der Strampler hat!

4. Ungebetene Kommentatoren werden mundtot gemacht

„Uuuhhhhm, ein Mädchen!? Hui, die wird später mal richtig zickig sein!“ „Ahaaaa, ich wusste doch, dass du der Typ Jungsmama bist!“ „Ah, dein Mann wird sich sicher freuen, dass er einen Sohn bekommt! Aber du bist so mädchenhaft, du hättest gerne eine kleine Prinzessin gehabt, oder?“

Stöhn. Scheinbar hat wirklich JEDER da draußen eine Meinung darüber, welches Geschlecht besser für die werdende Mama ist. Und auch darüber, was sich die werdenden Eltern wünschen! Sobald man mit seinem Tipp nicht mehr danebenliegen kann, weil man gerade das Geschlecht des Kindes erfahren hat, gibt es kein Halten mehr.

Das nervt.

Eine werdende Mama hat vielleicht eine Präferenz, was das Geschlecht ihres Babys angeht, das ist normal und legitim. Aber wir alle wissen: Am Ende wünscht sie sich ein gesundes, glückliches Kind. Und: Dass alle anderen die Klappe halten.

5. Die Spannung steigt ins Unermessliche

Erinnert ihr euch an die Vorfreude, die ihr als Kind kurz vor Weihnachten verspürt habt? Es wird Geschenke geben!!! Aber was nur? Den Puppenwagen? Die Spielküche? Das Fahrrad?

Mit der Geburt kann es schwangeren Mamas wieder so gehen: Es wird ein Baby geben? Aber was wird es nur? Ein Junge? Ein Mädchen?

6. Es macht die Leute schier verrückt!

„Äh, oh. Echt?“ Nur wenige haben echtes Verständnis dafür, wenn Eltern sich überraschen lassen wollen, ob sie einen Jungen oder ein Mädchen bekommen.

Das ist aber eigentlich ganz cool. Denn wo es sonst Meinungen (s. Punkt 4) oder ungebetene Erziehungs-Tipps für Mädchen oder Jungen geben würde, kommt jetzt eher so etwas wie: „Du weißt ernsthaft nicht, was du bekommst? Es macht mich verrückt und es ist nicht einmal mein Baby!!!!!“

„Nö. Wir werden das Baby bekommen, das zu uns gehört.“ Dazu ein mildes Lächeln und das gute Gefühl, hundertprozentig hinter dem Gesagten zu stehen. Und ja, ein bisschen darf man es auch genießen, alle ein bisschen kirre zu machen.

Jetzt bin ich natürlich total gespannt: Wie war es denn bei euch? Wusstet ihr, ob ihr eine Tochter oder einen Sohn bekommt? Oder habt ihr euch überraschen lassen?

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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Kommentare

  1. Bei all meinen 3 Kindern war es bis zur Geburt eine Überraschung und es war jedes Mal wunderbar. Viele Leute haben nicht geglaubt, dass wir nicht wissen was es wird.

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