Mädchen wird wegen seines Vornamens gemobbt – und darf sich anders nennen

Das Thema Vornamen führt immer wieder zu Diskussionen und leider auch oft zu Hänseleien. Das musste auch ein Mädchen aus Niedersachsen erfahren. Die Vorschülerin hat den gleichen Vornamen wie ein bekannter Sprachassistent und wird deshalb von anderen Kindern immer wieder gemobbt. Die Eltern möchten deshalb den Vornamen ändern, ziehen dafür sogar vor Gericht – und bekommen Recht!

Alexa oder Siri haben es oft schwer

Wer wegen seines Vornamens immer wieder gehänselt wird, wünscht sich vielleicht, anders zu heißen. Allerdings ist eine Namensänderung nicht ohne weiteres möglich. Aber jetzt gibt es ein Urteil, das es vielen einfacher machen könnte. Denn weil ein Mädchen immer wieder wegen ihres Namens gemobbt wurde, hat das Gericht Göttingen jetzt entschieden, dass die Vorschülerin einen zweiten Vornamen annehmen darf, wie unter anderem der Spiegel berichtet.

Das Mädchen hat den gleichen Vornamen wie ein bekannter Sprachassistent. Ob es dabei um Alexa oder Siri geht, ließ das Gericht bewusst offen, um das Mädchen zu schützen. Auf jeden Fall wurde die Vorschülerin laut Aussage ihrer Eltern aufgrund ihres Namens von anderen Kindern immer wieder im Befehlston angesprochen und beleidigt. Und das dürfte vermutlich leider vielen anderen mit diesen Namen genauso gehen.

Hier haben wir eine Liste von Vornamen, die zu Hänseleien einladen.

Stadt lehnt Namensänderung ab

Die Eltern wollten ihre Tochter vor weiteren Mobbing-Attacken schützen, die eine große seelische Belastung für das Mädchen darstellten. Deshalb beantragten sie bei der Stadt Göttingen eine Namensänderung – doch der Antrag wurde abgelehnt! Die Stadtverwaltung wies darauf hin, dass eine Namensänderung nur aus einem wichtigen Grund möglich sei. Dass das Mädchen sehr unter den ständigen Hänseleien litt, war in diesem Fall offenbar nicht wichtig genug, da die Eltern die seelische Belastung nicht durch ein psychologisches Gutachten nachgewiesen hatten.

Stattdessen unterstellte die Stadt den Eltern, sie würden den Vornamen ihrer Tochter bereuen und ihn deshalb ändern wollen. Ein Produktname dürfe nicht automatisch zu einem Anspruch auf eine Namensänderung führen. Außerdem könne man mit etwas Fantasie fast jeden Name ins Lächerliche ziehen.

Da fällt einem doch wirklich nichts mehr zu ein, oder?

Die Eltern des Mädchens ziehen vor Gericht – und gewinnen

Die Eltern gaben sich mit dieser Ablehnung allerdings nicht zufrieden und zogen vor Gericht, um die Namensänderung durchzusetzen. Mit Erfolg! Dort wurde nämlich festgestellt, dass die seelische Belastung des Mädchens sehr wohl ein Grund für die Namensänderung sei – und zwar auch ohne psychologisches Gutachten.

Die Eltern hatten während der Verhandlung viele Beispiele beschrieben, in denen ihre Tochter wegen ihres Vornamens gehänselt oder gemobbt worden war. Für das Gericht reichte das aus, um die seelische Belastung des Mädchens zu erkenne. Dazu kam, dass das Mädchen noch sehr jung sei und sich nach Auffassung des Gerichts nicht gegen die Angriffe wehren könne.

Name des Sprachassistenten „in besonderem Maße missbrauchsgeeignet“

Das Gericht begründete seine Entscheidung außerdem damit, dass die Produktbezeichnung des Sprachassistenten gleichzeitig das Aktivierungswort sei, mit dem der Assistent angesprochen werde („Alexa – mach das Licht aus“!, „Siri – sag mir, wie das Wetter wird!“). Dadurch sei der Name des Sprachassistenten in einem besonders herausragenden Maße missbrauchsgeeignet. Er sei nicht nur geeignet, um einen Wortwitz zu bilden, sondern lade dazu ein, beleidigende und erniedrigende Befehle an Personen mit dem gleichen Namen zu erteilen.

Rechtskräftig ist das Urteil allerdings noch nicht, die Stadt Göttingen kann noch Widerspruch dagegen einlegen. Hoffen wir mal, dass das nicht passiert – damit die Kleine in Zukunft ohne Mobbing und Hänseleien leben kann. Und auch für alle anderen kleinen und großen Alexas und Siris, die unter ihrem Namen leiden, dürfte das Urteil eine Erleichterung sein.

Übrigens: Auch mit einem skurrilen oder besonders einzigartigen Namen tut man seinem Kind nicht unbedingt einen Gefallen, wie diese Geschichten zeigen.

„Meinen einzigartigen Namen nehme ich meinen Eltern heute noch übel!“
„Gebt euren Kindern keine skurrilen Namen! Meiner versaut mir mein Leben.“

Wie ist es bei euch: Wurdet ihr auch schon wegen eures Namens gehänselt? Würdet ihr aus so einem Grund auf euren Wunschnamen für euer Kind verzichten?

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Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern.

Seit 2015 sind wir Eltern einer zauberhaften Tochter. Zwei Jahre später kam ihr kleiner Bruder auf die Welt, und unsere Familie war komplett. Zusammen sind die beiden ein unschlagbares Team, das sich nur allzu gern gegen Mama und Papa verbündet.

Abgesehen von meiner Familie liebe ich den Hafen, fotografiere gern und gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Texte und Social Media ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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