Viele Kinder gehen in den Sommerferien durchgängig in die Ferienbetreuung ihrer Kita oder Schule. Dabei sind gar nicht alle Eltern darauf angewiesen, manche wissen vielleicht gar nicht, dass ihre Kinder auch mal eine Auszeit brauchen.
Im besten Fall geht dein Kind gerne in die Kita und verbringt eine schöne Zeit dort. Die Ferienbetreuung ist an vielen Einrichtungen abwechslungsreich gestaltet und bietet den Kleinsten richtige Abenteuer, die sie gemeinsam mit Gleichaltrigen erleben können. Was sollte also schlimm daran sein, wenn Kinder durchgängig in die Betreuung geschickt werden?
Kinder sollten „Recht auf Ferien” haben
In der taz kommt eine Hamburger Kitaleitung zu Wort, die sich darüber ärgert, dass immer mehr Kinder durchgängig ihre Einrichtung besuchen. Sie erzählt von einem Zweijährigen, der seit acht Monaten durchgängig in die Kita geht. Denn selbst, wenn die Kita offiziell „Schließzeit” hat, gibt es Notgruppen, die seine Eltern (ohne tatsächliche Notwendigkeit) in Anspruch nehmen. Die Leitung macht das wütend: „Das ist Arbeit für ihn. Er braucht auch Erholung.“
Einige Eltern würden es sich zu leicht machen
„In der Kita müssen sie sich immer an Regeln halten, immer pünktlich sein.“ Und auch in den Ferien heißt es dann für viele Kinder, dass sie statt Freizeit einen vollen Terminkalender haben. Zu Hause könnten die Kinder auch mal nicht auf die Uhr gucken, mit den Eltern zum Spielplatz oder einfach einkaufen gehen.
Wer Notgruppen nutze, sollte sich außerdem bewusst darüber sein, dass der Wechsel in eine fremde Umgebung, mit fremden Kindern und Erzieher*innen, Stress für das Kind bedeutet. Die Kitaleitung findet deswegen, dass einige Eltern es sich zu leicht machen. Die Perspektive der Kinder wäre, auch politisch, verloren gegangen.
Urlaubs-Appell an Eltern: Kinder benötigen Auszeit, um Erlebtes zu verarbeiten
Der Alternativen Wohlfahrtsverband Soal aus Hamburg richtet deswegen einen Urlaubs-Appell an alle Eltern: Jene 20 Tage Urlaub, auf die jeder Arbeitnehmer mindestens Anspruch habe, stünden auch den Kindern zu. Denn Kitas seien auch Bildungseinrichtungen. Die Kinder würden Urlaub von der Kita benötigen, um das Erlebte zu verarbeiten. Geschäftsführerin Sabine Kümmerle erzählt: „Manche Eltern haben den Eindruck, Urlaub kann nichts anderes sein als verreisen.“ Doch auch die Zeit der Kinder mit der Familie im überschaubaren Umfeld sei „wichtig“.
Auch der Hamburger Elternausschuss hat inzwischen darauf reagiert, ein Sprecher bestätigt: Einige Eltern ließen ihre Kinder „Vollzeit“ in der Kita, während sie teilweise sogar selbst in Urlaub führen, und „Oma oder Opa die Enkel weiterhin zur Kita bringen“. Wünschenswert, aber nicht immer mit der Lebensrealität vereinbar, wären „zwei, drei Wochen am Stück“ Kita-Auszeit.
Hm, wie ist eure Meinung dazu?
Bestimmt gibt es Eltern, die ihre Kinder in die Kita schicken, obwohl sie sie theoretisch auch selbst betreuen könnten. Aber nach meinem Gefühl sind das doch eher Einzelfälle. Schließlich gibt es Familien und insbesondere Alleinerziehende, die den Alltag vielleicht nicht anders stemmen können. Andererseits zeichnet sich tatsächlich gerade der Trend ab, dass immer mehr Eltern ohne ihre Kinder in den Urlaub fahren.
Schickst du dein Kind durchgängig in die Kita? Dann verrate uns in den Kommentaren gerne etwas über die Hintergründe, wenn du magst.
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